“Früher war alles anders kompliziert”

16vorWahl-KatrinWernerAm 22. September wird ein neuer Bundestag gewählt. Wer verbirgt sich hinter den im Wahlkreis Trier antretenden Direktkandidaten der bereits im Berliner Reichstagsgebäude vertretenen Parteien? In unserer Reihe “16vor-Wahl” stellen wir in den kommenden Monaten die Bewerber vor, befragen sie zu konkreten Themen und begleiten sie im Wahlkampf. Dieses Mal baten wir sie, 22 Satzanfänge zu vervollständigen. Heute: Katrin Werner, gelernte Einzelhandelskauffrau und seit 2009 Mitglied des Bundestags. Wann stößt die Linke, die auch Kreisvorsitzende ihrer Partei und Mitglied des Trierer Stadtrats ist, an ihre Grenzen? Was verbindet sie mit Gerhard Schröder? Und was empfindet Katrin Werner, wenn sie auf ihr bisheriges Leben zurückblickt?

1) Politik ist für mich, allen Menschen … die gleiche soziale, kulturelle und demokratische Teilhabe an unserer Gesellschaft zu ermöglichen.

2) Bei meiner Arbeit bleibe ich bestimmten Idealen garantiert treu, und zwar … Ehrlichkeit, Solidarität und der Einsatz für die Würde aller Menschen.

3) Ich habe die Überzeugung, dass … eine bessere Gesellschaft, die getragen von Solidarität, Gemeinwohl und sozialer Wärme möglich ist.

4) Von allen Büchern, die ich gelesen habe, … hat mich “Nackt unter Wölfen” am meisten geprägt.

5) An meine persönlichen Grenzen stoße ich, wenn … es eine gesellschaftliche Mehrheit für ein bestimmtes Thema gibt, aber aus parteitaktischen Gründen keine politischen Mehrheiten dafür.

6) Ich bin besonders gut darin, … mit allen, auch politischen Gegnern, über Politik zu sprechen, ohne meine Grundsätze zu verlieren.

7) Bewahrung der Schöpfung bedeutet für mich, dass … man sich auch als Atheisten für Menschenrechte und ökologische Nachhaltigkeit einsetzen kann.

8) Wenn ich könnte, … würde ich ab morgen für Mindestlöhne sorgen, Hartz IV abschaffen und eine armutsfeste Rente einführen.

9) Wer die Politik zum Beruf machen möchte, sollte … einen langen Atem haben und viel Humor mitbringen.

10) Die Aussage, dass auch hierzulande jeder Mensch auf der Straße landen kann, ist … leider traurige Wahrheit.

11) Denke ich an Angela Merkel, … denke ich an 8 Jahre Stillstand in Deutschland.

12) Wenn es ein Vorbild für mich gibt, dann … finde ich in meiner Familie genügend Vorbilder und hoffe auch ein gutes für meine Tochter zu sein.

13) Deutschland ist … ein tolles Land, das noch sozialer, toleranter und moderner werden kann.

14) Außer an mich, glaube ich … daran, dass Menschen sich gegenseitig stützen und füreinander da sind.

15) Mit der Politik würde ich sofort aufhören, wenn … ich im Grab liege.

16) Gerhard Schröder … hat Hartz IV und die Agenda 2010 verbrochen, die viele Menschen in die Armut trieb und eine Politik betrieb, die die Kommune in die Schuldenfalle trieb.

17) Von mir sollte man einmal sagen, … dass ich die Idee des demokratischen Sozialismus zwar nicht so populär wie andere Kinder der Stadt gemacht, aber mindestens sympathisch rübergebracht habe.

18) Wenn ich auf zur Ruhe oder auf andere Gedanken kommen möchte, … dann kümmere ich mich um meine Blumen und Pflanzen.

19) Früher war nicht alles besser, aber … alles anders kompliziert.

20) Wenn jemand sagt, Politiker hätten den Bezug zur Realität verloren, … sollten wir Politiker dies ernst nehmen und dieser Meinung entgegen steuern.

21) Blicke ich auf mein bisheriges Leben zurück, ... ist das kein gerader, aber ein sehr spannender Weg.

22) Meine beste Entscheidung war, … für den Bundestag zu kandidieren und Trier in Berlin zu vertreten.

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7 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Norbert Damm schreibt:

    @7: Was hat “man sich auch als Atheisten für Menschenrechte und ökologische Nachhaltigkeit einsetzen kann.” damit zu tun? Ich hoffe, Frau Werner verwechselt Atheismus mit Humanismus.
    @ 9: “viel Humor mitbringen.” Den sieht man ihr an.
    @11: … denke ich an 8 Jahre Stillstand in Deutschland.” Stillstand? Dafür waren die letzten 8 Jahre zu teuer. ich fass es nicht. Stillstand. Bankenrettung, Geldverschwendung.
    @13: ein tolles Land, das noch sozialer, toleranter und moderner werden kann. – Das sollten Sie sich mal trauen, im Bundestag zu sagen. Tolles Land.
    @ 22: … für den Bundestag zu kandidieren und Trier in Berlin zu vertreten – :
    Wahlkampf. Trier in Berlin zu vertreten. Mia matre.

  2. phillip trellert schreibt:

    @ 17 : das ganze dilemma der linken kurz und treffend resümiert : wir haben zwar nicht wirklich ahnung, wie wir den sozialismus in einer gesellschaft wie dieser realisieren können oder wollen…aber wir kommen ja wenigstens “sympathisch rüber”, oder glauben das zumindest.
    wie der gysi halt.
    wenn man nicht mehr ansprüche an sich selber stellt…aber was reg ich mich auf. sollse halt.

  3. rüdiger Rauls schreibt:

    @13 da fällt mir der olle Kaiser Willem II ein, der bei Ausbruch des Krieges freudig ausrief:
    “Ich kenn keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche”
    Ganz tolles Land, dieses Deutschland nach all den Berichten, die man tagtäglich in den Medien bekommt über den Umgang mit Leih- und Fremdarbeitern und den anderen Arbeitern, die sich in den Fabriken die Lunge ausm Hals schuften. Das Land mit einer der höchsten Selbstmordraten, dem steilsten Anstieg der seelischen Verelendung, die sich ausdrückt in einem Höchststand an Alkohol- und Drogenkranken, Depressionen, sonstigen selischen Erkrankungen und Amokläufen.
    Natürlich ist Deutschland ein tolles Land, wenn man die Hochglanzseiten betrachtet. Und die Armut sieht man ja nicht. Die bleibt zu Hause, treibt sich nicht rum in den Einkaufszentren und Shopping-Malls. Was soll sie da auch? Armut bleibt in ihren vier Wänden, verkümmert in der Aussichtslosigkeit, zu alt zu sein für eine Arbeit, nicht mehr zu gebrauchen zu sein.
    Klar kann man in Deutschland das Leben genießen, ist ein tolles Land, für alle die, die sich Deutschland leisten können.

  4. Olli Petersen schreibt:

    Ich wäre mal auf die Antworten gespannt, die diejenigen geben würden, die alles haarklein auseinander nehmen, ganz in Ruhe am heimischen Sessel mit genügend Zeit im Rücken.

    Im vorherigen Teil hat uns jedenfalls Frau Rüffer gezeigt was Politik ist: schön ausgesessen die ganzen Nachfragen, nicht reagiert, und bald sitzt man bequem Im Deutschen Bundestag. Dann interessiert das Geschwätz vob Trier sowieso nicht mehr.

    Schönen Tag zusammen.

  5. Stephan Jäger schreibt:

    @Olli Petersen

    „Dann interessiert das Geschwätz vob Trier sowieso nicht mehr.“

    Wäre es jetzt arg zynisch, zu sagen, dass ich das nichteinmal irgendwem übel nehmen kann?

  6. rüdiger Rauls schreibt:

    Olli Petersen, auch Kathrin sitzt seit Jahren bequem im Bundestag. Also werfen Sie C. Rüffer nicht vor, was K.W. seit Jahren schon macht.
    Natürlich ist es unsere Aufgabe als Bürger, Wähler und Leser, alles das “haarklein” auseinanderzunehmen, was uns als Problemlösung von den “Machern” präsentiert wird. Nur so lässt sich hinterfragen, ob das wirklich eine Lösung ist, was uns als Lösung angeboten wird. Und wie soll man in die Tiefen eines Problems eindringen, wenn man es nicht “haarklein” auseinander nimmt. Den Kandidaten einfach nur GLAUBEN, dass sie es besser können, hat dahin geführt, wo unsere GEsellschaften heute stehen. Zudem gehört glauben in die Kirche, nicht in die Politik. Gerade als Linke oder deren Anhänger sollte man die Anleitung von Bert Brecht in seinem Gedicht “Lob des Zweifels” sehr ernst nehmen. Das ist keine feixende Häme von mir, sondern sehr ernst gemeint. Wer die Welt verändern will-und sie hat es bitter nötig-muss den Zweifel willkommen heißen. Nur er zerbricht altes Denken und macht den Weg frei zu neuer Erkenntnis und VEränderung. Wer Angst hat vor Zweifeln, lässt alles beim Alten. Wer Zweifel unterdrückt, bringt nur zum Ausdruck, dass er sich den Fragen der Zeit nicht stellen kann, dass er nichts zu sagen hat, was eine Antwort wäre.
    Zudem: Die Anhänger der Kandidaten sollen nicht immer in Nibelungentreue oder Speichelleckerei so tun, als wären ihre Abgötter in diese Opferrolle gedrängt worden. Niemand zwingt K.W. u.a. dazu, Politik zu machen.

  7. Olli Petersen schreibt:

    @rüdiger Rauls: ihr Monolog trifft leider nur wenig auf mich zu. Ich habe lediglich behauptet, dass sich andere schon mal zu den Fragen geäußert hätten, die an Frau Rüffer hier öffentlich gestellt wurden. Das Ergebnis haben hier ja alle mitlesen können – nichts!

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