88.000 Euro fürs Mutterhaus

TRIER. Der Verein Ärztebereitschaft für die Region Trier e.V., der für die kassenärztliche Vereinigung RLP die Notdienstversorgung in Trier und Umgebung vier Jahre organisiert hat, spendet sein fünfstelliges Vereinsguthaben dem Klinikum Mutterhaus.

Große Freude im Klinikum Mutterhaus: Dr. Friedl Schulz und Dr. Wolfgang Hupe übergeben den symbolischen Spendenscheck an Dr. Monika Krause, Dr. Christoph Block, Dr. Stefan Weis, Christel Kallies, Dr. Lorenz Fischer, Jörg Mehr und Dr. Alexander Marcus (von links). Foto: Kristina KattlerDie Spende geht zu drei gleichen Teilen jeweils an die Kinder- und Jugendabteilungen, die Palliativstation und die Villa Kunterbunt. Mit dem Geld werden viele verschiedene Projekte unterstützt, die den Patienten und Angehörigen den Aufenthalt im Krankenhaus angenehmer machen.

Dr. Friedl Schulz, langjähriger Vorsitzender des Ärztebereitschaft Region Trier e.V., der die Bereitschaftsdienstzentrale seit vielen Jahren organisiert, übergab den symbolischen Spendenscheck in Höhe von 88.000 Euro mit dem ehemaligen Schatzmeister Dr. Wolfgang Hupe in einer kleinen Feierstunde an das Klinikum Mutterhaus. Die beiden Hausärzte hatten viele Jahre lang dafür gesorgt, dass Patienten im Notfall auch außerhalb der regulären Praxisöffnungszeiten – also auch mittwochnachmittags, nachts und an Wochenenden und Feiertagen – von niedergelassenen Medizinern versorgt werden.

Heute wird die Notdienstversorgung von der Kassenärztlichen Vereinigung RLP organisiert. Seit 2006 befinden sich die Räume der Trierer Ärztlichen Bereitschaftsdienstzentrale im Klinikum Mutterhaus. „Es war sehr naheliegend, unser über die Jahre erwirtschaftetes Guthaben auch hierhin zu geben“, sagt Schulz. „Den Kindern, Jugendlichen und auch Kranken in der letzten Lebensphase wird hier so viel Gutes getan, das unterstützen wir sehr gerne. Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Mitarbeitern und der Geschäftsführung des Klinikums, ohne die es die BDZ in diesem Haus so nicht geben würde. Wir bedanken uns auch ganz herzlich bei Dr. Johannes Busemeyer, der mit seinem Knowhow dafür gesorgt hat, die Notdienstzentrale äußerst erfolgreich zu organisieren.“ Schulz zieht ein positives Resümee: „Wir sind sehr froh darüber, dass das erwirtschaftete Vermögen nicht in irgendeinem Verwaltungsetat verschwindet, sondern dorthin gelangt, wo es eigentlich hingehört – zu den Leistungserbringern im Gesundheitssystem und zu den Patienten.“

Der Kaufmännische Geschäftsführer Jörg Mehr bedankte sich sehr für die großzügige Spende: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tun alles Mögliche, um den uns anvertrauten Patienten den Aufenthalt im Klinikum auch angenehm zu gestalten. Hierfür benötigen sie aber auch Hilfsmittel und Materialien, die nicht unbedingt medizinisch erforderlich sind. Für diese Dinge können wir Spendengelder hervorragend gebrauchen.“

Mit dem ersten Drittel wird das Kinderzentrum, bestehend aus Allgemeinmedizin, Chirurgie und Psychiatrie, unterstützt. „In der Ambulanz sollen neue Spielwände angebracht werden und auch das Spielzimmer auf unserer Station B3 benötigt neue Ausstattung. Für interne Schulungszwecke benötigen wir außerdem ein Flipchart oder auch ein Whiteboard“, sagt Dr. Stefan Weis, Leitender Oberarzt der Kinder- und Jugendmedizin. „In der chirurgischen Abteilung werden sich gerade unsere kleinen nicht mobilen Patienten sehr über eine Spielkonsole freuen, die samt Bildschirm von Bett zu Bett gefahren werden kann“, so Chefärztin Dr. Monika Krause. Für die Kinder und Jugendlichen der psychiatrischen Abteilung plant Chefarzt Dr. Alexander Marcus nachhaltige Ferienprojekte, zum Beispiel mit der Europäischen Kunstakademie. „Darüber hinaus streben wir an, unsere Stationen neu zu gestalten. Hier könnten wir den Fachbereich Gestaltung der Hochschule Trier mit ins Boot nehmen und die Investitionen des Hauses kofinanzieren.“

Die Palliativstation des Klinikums möchte die Spende ebenfalls für die Ausstattung, aber auch für das Wohlbefinden der Patienten verwenden. „Wir starten in diesem Jahr mit einem palliativmedizinischen Konsiliardienst, das heißt, ein kleines Team wird im Haus auf den anderen Stationen ambulant vor Ort sein und dort Patienten palliativ versorgen können“, so Chefarzt Dr. Lorenz Fischer. „Unsere Patienten auf der Station werden sich über neue Relax-Sessel und auch neue Terrassenmöbel freuen können“, ergänzt Stationsleiterin Annette Rommelfanger. „Außerdem liegt uns auch die Anschaffung einer professionellen Eismaschine am Herzen. Unsere Patienten können nur ganz schlecht schlucken und genießen es, Wassereisstückchen im Mund zu haben, um auch ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.“

Die Villa Kunterbunt, das Nachsorgezentrum für schwer- und schwerstkranke Kinder und Jugendliche, hat ebenfalls gute Ideen für die Verwendung ihres Drittels der Spende. „Aus Hygienegründen entfernen wir den Sandkasten in unserem Garten und wollen an dieser Stelle mehrere Spielgeräte installieren“, so der Leiter Dr. Christoph Block. „Auch unsere Elternwohnung kann die Mittel gut brauchen, da sie zu 100 Prozent spendenfinanziert ist. Hier haben Eltern die Möglichkeit, ein Zimmer in Sichtweite der Kinderklinik zu beziehen, und können sicher sein, dass sie bei Bedarf in kürzester Zeit auf Station sind. Für Familien, deren Kinder lange behandelt werden müssen, ist die Wohnung ein Rückzugs- und Erholungsraum. Hier können sie Kraft für den Krankenhausaufenthalt sammeln.“

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