Abschied nach über 50 Jahren

HEILIGKREUZ. Bereits 2010 wurde beschlossen, die Christuskirche zu entwidmen und zu schließen. Jetzt wird Abschied genommen: Am Sonntag findet um 14 Uhr die Entwidmungsfeier statt – rund fünfzig Jahre nach ihrer Einweihung im Jahr 1963.

Die letzten Tage der Christuskirche. Am Wochenende wird Abschied genommen. Foto: Marlies Lehnertz-LüttickenZu diesem letzten Gottesdienst lädt die Evangelische Kirchengemeinde Trier herzlich ein, der Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland Christoph Pistorius, selbst lange Pfarrer der Christuskirche, wird die Predigt halten. Im Anschluss an den Gottesdienst geht die Gemeinde in einer Prozession zur Konstantin-Basilika. Dort steht bereits das sogenannte Gedächtniskreuz bereit, das aus den fünf Lukenfenstern der Christuskirche gestaltet worden ist. Um 17 Uhr findet dann in der Basilika eine Abendmahlsfeier mit den Kelchen und Silberschalen der Christuskirche statt. Im Anschluss lädt die Gemeinde im Caspar-Olevian-Saal zu einem kleinen Empfang zum Ausklang des Tages ein.

Bereits am Vorabend der Entwidmung, am Samstag, findet von 21 Uhr bis circa 23.30 Uhr eine Nachtwache in und vor der Christuskirche statt. Mit biblischen Texten, Gebeten, Gesang und Musik sowie kurzen Statements einzelner Gemeindemitglieder wird in zwölf Einheiten an das vielfältige Leben im Gemeindezentrum erinnert – an Gottesdienste und persönliche Feste, Gemeindefeste und Treffen einzelner Gruppen und Kreise, an die Heimat der Kita sowie an die zahlreichen ökumenischen Begegnungen.

Mit der Schließung der Christuskirche entfällt eine Predigtstätte – das bedeutet jedoch nicht, dass damit auch die Anzahl der gottesdienstlichen Angebote verringert würde: Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Trier hat beschlossen, dass ab Sonntag, 19. Oktober 2014, jeweils zwei Gottesdienste gefeiert werden, und zwar um 9.30 Uhr im Caspar-Olevian-Saal sowie um 11 Uhr in der Konstantin-Basilika. Für Feiertage, die nicht auf einen Sonntag fallen, gelten besondere Gottesdienstzeiten, die jeweils rechtzeitig bekannt gegeben werden.

Die Gottesdienste im Caspar-Olevian-Saal werden stärker liturgisch gebundene Gottesdienste sein, in der Basilika werden auch freiere Gottesdienstformen gefeiert – wie Familiengottesdienste oder Gottesdienste zu besonderen Themen. Abendmahlsfeiern werden am 1. Sonntag im Monat in der Basilika und am 3. Sonntag im Caspar-Olevian-Saal gehalten.

Wie bisher werden auch weiterhin vierteljährlich Familiengottesdienste in der Wilhelm-Cüppers-Schule gefeiert, und ab 2015 werden auch vierteljährlich Gottesdienste in St. Maternus angeboten werden. „Wir freuen uns ganz besonders über dieses Zeichen guter ökumenischer Partnerschaft“, so der Vorsitzende des Presbyteriums, Georg-Friedrich Lütticken.

Jugendgottesdienste finden einmal im Quartal am Sonntagabend statt. Kindergottesdienst feiert die Gemeinde parallel zum Gottesdienst um 11 Uhr in der Basilika (außer in den Schulferien). Ein weiteres Angebot für Kinder bleibt an jedem dritten Samstagvormittag im Monat die Kinderkirche in der Basilika. Weitere Informationen zu Gottesdiensten der Evangelischen Kirchengemeinde sind unter www.konstantin-basilika.de oder im Gemeindebrief zu finden.

Auf dem Grundstück der Christuskirche soll ein Wohnbauprojekt umgesetzt werden, das einen Anteil von 25 Prozent Sozialwohnungen beinhaltet. Die Evangelische Kirchengemeinde Trier hat darum, in enger Abstimmung mit der Stadt Trier, einen Investorenwettbewerb initiiert. Dabei wurden unter anderem im Vorfeld konkrete Vorgaben zur Bebaubarkeit des Grundstücks festgelegt. Sieben Investoren sind nun zu diesem Wettbewerb zugelassen – zusätzlich sollen sie auf Wunsch der Stadt Trier auch Ideen für die Bebauung des benachbarten Geländes der Treverer Schule präsentieren. Die Auswertung der Präsentationen ist schon erfolgt. Mit den drei erstplatzierten Firmen werden konkrete Kaufverhandlungen aufgenommen, die gemäß der Planung bis Ende des Jahres zu einem Abschluss kommen sollen.

Ein großer Teil des Inventars der Christuskirche zum Beispiel der Taufstein, der Altar und die Orgel wird nach Irkutsk (Sibirien) transportiert werden. Die Evangelische Gemeinde Trier hat einen engen Kontakt zu der dortigen jungen evangelischen Gemeinde, die eine neue Kirche errichten wird. So werden diese Gegenstände auch in Zukunft im gottesdienstlichen Gebrauch sein.

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