“Arisierung” jüdischen Vermögens

TRIER. Unter dem Titel “Jetzt in arischen Händen” erklärt Jutta Albrecht am Sonntag, 15. Juni, um 11.30 Uhr im Stadtmuseum, wie aus dem Einheitspreisgeschäft Erwege G.m.b.H die Porta Adolf Hägin G.m.b.H wurde.

Kaufhof, Karstadt, Hertie, Wertheim, Hägin – was verbindet diese Namen miteinander? Es sind Namen großer Warenhäuser, die es zum Teil schon im Deutschen Kaiserreich gab: Das Wertheim (1875) in Berlin, das sich mit den berühmtesten Einkaufstempeln der Welt wie Harrods in London und Printemps in Paris messen konnte, oder die Firma Hermann Tietz (1882) – unter den Nazis in Hertie umbenannt -, die 1927 auch das KaDeWe (das heute zu Karstadt gehört) in Berlin übernahm.

Es sind aber auch Namen von sogenannten Firmen-“Gründern”, die in den 1930er Jahren Profiteure der politischen Entwicklungen im Deutschen Reich, sprich, der Ausgrenzung, Verfolgung, wirtschaftlichen Vernichtung und letztendlich Ermordung der Juden waren. Denn die Besitzer dieser großen Warenhäuser waren deutsche Juden.

Diese “Arisierung” jüdischen Vermögens, die “Überführung” jüdischen Vermögens in sogenannte arische oder deutsche Hände, fand nicht nur in Berlin statt, auch in Trier wurden nachweislich 150 jüdische Geschäfte “arisiert” oder liquidiert (aufgelöst).

Am Beispiel der “Arisierung” des Einheitspreisgeschäftes Erwege G.m.b.H. soll aufgezeigt werden, wie diese unrechtmäßige Aneignung jüdischen Besitzes 1935 vollzogen wurde. Es wird ebenfalls anhand von Dokumenten der Nachkriegszeit dargelegt werden, dass das Unrecht von damals nach 1945 nicht adäquat aufgearbeitet, die Täter nicht mit Namen benannt wurden.

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