Auf dem Wasser gegen AKW

TRIER. Das Aktionsschiff “Beluga II” von Greenpeace macht auf seiner internationalen “Stop Risking Europe”-Tour auch in Trier fest. Von Freitag bis Sonntag liegt es am Zurlaubener Ufer.

Mit dieser Tour macht die Umweltorganisation auf die Gefahren aufmerksam, die von den überalterten Atomkraftwerken in Europa ausgehen. “Die Uralt-Reaktoren sind tickende Zeitbomben. Der Weiterbetrieb ist absolut unverantwortlich”, sagt Alexander Schmidt, Sprecher der Greenpeace-Gruppe Trier. “Aus Sicherheitsgründen muss auch Cattenom sofort abgeschaltet werden, bevor es zu einem noch schwereren Unfall kommt.”

Seit dem 26. April fährt das Greenpeace-Schiff den Rhein entlang und besucht einige der ältesten Atomkraftwerke in Europa. Nach dem AKW Fessenheim macht die “Beluga II” in Städten in direkter Nähe alter Atomkraftwerke fest wie Basel (Schweiz), Strasbourg und Metz (Frankreich) und Remich (Luxemburg). Auch einige deutsche Großstädte sowie die AKW Cattenom (Frankreich) und Philippsburg stehen auf dem Tourplan.

An Bord informiert eine Ausstellung über die einzelnen Anlagen und darüber hinaus über die Gefahren alternder Atomkraftwerke. Besucher können ihre Stimme gegen die AKW Fessenheim und Cattenom abgeben und sich an weiteren Mitmach-Aktionen beteiligen. Die Besatzung bietet auch Schiffsführungen an.

Ein kürzlich veröffentlichter Report von Greenpeace zeigt: Das steigende Alter von AKW erhöht die Gefahr eines schweren Unfalls. In Europa sind 66 der 151 AKW bereits älter als 30 Jahre, sieben sogar älter als 40 Jahre. Dennoch planen viele Regierungen, die Laufzeiten weiter zu verlängern und die Leistung sogar noch zu steigern. Staaten wie Frankreich und die Schweiz ignorieren das Risiko, das von den alternden Systemen ausgeht.

Damit beginnt für Europa eine neue Phase des atomaren Risikos. Die Alterung ist in fast allen europäischen Ländern mit Atomenergie ein drängendes Problem: Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Ungarn, Großbritannien, Niederlande, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien und Ukraine. Trotz Nachrüstungen und Reparaturen verschlechtert sich der Gesamtzustand von Atommeilern langfristig durch Materialermüdung und -verschleiß.

Besucher können am Samstag von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr an Bord gehen.

Print Friendly

von

1 Leserbrief | RSS-Abo

  1. Alexander Schmidt schreibt:

    Unterschreibt die Petition für die Abschaltung von Cattenom und Fessenheim: http://www.greenpeace.de/kampagnen/cattenom#machmit

Schreiben Sie einen Leserbrief

Angabe Ihres tatsächlichen Namens erforderlich, sonst wird der Beitrag nicht veröffentlicht!

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien!

Noch Zeichen.

Bitte erst die Rechenaufgabe lösen! * Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.

Unterstützen

In Evernote merken