Bewusster Verzicht aufs Auto

TRIER. Bereits zum 17. Mal lädt die Aktion “Autofasten” dazu ein, die eigenen Mobilitätsgewohnheiten in den Blick zu nehmen.  Die katholische und die evangelische Kirche haben die Klimaschutzaktion für dieses Jahr eröffnet.

In Trier fand die Auftaktveranstaltung am Domfreihof statt – mit Vertretern der Kirchen, der Politik sowie Teilnehmenden und weiteren Unterstützer der Aktion Autofasten.

“Im Zeitalter der Individualisierung geht es um Mobilität”, erklärte Dr. Gundo Lames vom Bistum Trier. Autofasten sei eine Möglichkeit, die Umwelt zu schützen und die Schöpfung zu bewahren. Außerdem sei es eine “Unterbrechung des Alltags”. Es diene dazu, Gewohnheiten zu überdenken, um zu anderen oder vertiefenden Erkenntnissen zu gelangen. Superintendent Dr. Jörg Weber vom Evangelischen Kirchenkreis Trier fügte hinzu: “Der bewusste Verzicht auf das Auto und die Benutzung des Fahrrads hilft mir, eingefahrene Wege zu verlassen und über Veränderung nachzudenken.” Sie beschere eine Erfahrung mit Gott, zum Beispiel in der Konzentration darauf, was gut für einen selbst und die Umwelt sei. Das Ziel der Aktion Autofasten gehe über die Fastenzeit hinaus. Sie solle zum Nachdenken für die übrigen Tage anspornen.

Das Autofasten stelle für Menschen, die in einer ländlich geprägten Region leben, eine zusätzliche Herausforderung dar, sagte Stephanie Nickels, Kreisabgeordnete Trier-Saarburg. Grund seien mitunter weite Wege für Einkauf und kulturelles Leben sowie der schlecht ausgebaute öffentliche Nahverkehr. “Vielleicht gelingt es im Rahmen der Aktion Autofasten innovative und kreative Ansätze individuell zu erproben, die später auf eine mögliche Übertragbarkeit hin geprüft werden können”, sagte Nickels.

Während der Aktion gibt es besondere Angebote. So bietet der Verkehrsverbund Raum Trier (VRT) für alle Teilnehmenden ein Ticket für den gesamten VRT-Bereich für 55,10 Euro an. Die Radstation der Bürgerservice GmbH Trier bietet unter anderem für ein bis zwei Wochen kostenlos (für Fasten-Ticket-Inhaber) beziehungsweise vergünstigt (ohne Fasten-Ticket) ein Fahrrad zum Verleih an.

Die Aktionsphase von Autofasten dauert vom 17. März bis 13. April. Anmeldungen sind noch bis zum 10. März möglich.

Bis zum Montag, 10. März ist zudem die Ausstellung “Klimaschützer in Rheinland-Pfalz” in der Trierer Dominformation, Liebfrauenstraße 12, zu sehen. Aus den Bereichen Mobilität, Ernährung, Energie und Haushalt sollen auf Schautafeln Impulse zu Lebenssituationen gegeben werden, um etwa im Alltag resourcenschonend zu handeln. Es ist eine Wanderausstellung der Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz und des SWR4.

Träger der Aktion „Autofasten“ sind die Bistümer Trier, Mainz, der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen, die Evangelischen Kirchen im Rheinland, in Hessen-Nassau und in der Pfalz sowie die Katholische Kirche im Großherzogtum Luxemburg. Außerdem beteiligen sich an der Aktion viele Verkehrsverbünde und Verkehrsunternehmen in der Region sowie Fahrradverleiher, Car-Sharing Unternehmen, der Bund Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), der NABU, das Mouvementécologique, Greenpeace Luxembourg, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), VELO mobil. der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und viele mehr.

Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.autofasten.de und auf facebook unter: www.facebook.com/Aktion.Autofasten.

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1 Leserbrief | RSS-Abo

  1. Norbert Damm schreibt:

    Die Aktion “Autofasten” kann ich nur begrüßen. Man sollte auch die Dimensionen PS, Göße, Ausstoß von Autos mit einbeziehen. Müssen 2 Autos vorm Haus stehen, wenn nur eins benutzt wird? Da ruft eine Tierschützerin im Namen des Naturschutzbundes auf , sich als Krötensammler zu melden.Gleichzeitig läuft aus ihrem in die Jahre gekommenen Auto Oel. Kröten in Oel? Warum fahren immer mehr “aufgebockte” Jeeps durch die Gegend? In der Stadt. Leben wir in der Wüste oder im Urwald? Ich denke, Autofasten ist mehr. Beim Autokauf fängt es an. Aber die Autoindustrie hat zuviel von Karl Marx gelernt. Wir die KäuferInnen müssen anfangen. Wie bei der Energiewende. Wer solche Dienstautos fährt, hat damit wenig am Hut. -Aber wir sind das Volk. Wir sind die Energiewender.

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