Bistumsblatt soll weitermachen

TRIER. Ihre Auflage befindet sich seit Jahren im freien Fall, doch soll Triers Bistumszeitung Paulinus auch über 2016 hinaus als eigenständige Abo-Wochenzeitung erscheinen.

Rund 1,5 Millionen Katholiken zählt die Diözese Trier, die von Linz am Rhein bis Saarbrücken und vom Osten des Hunsrücks bis zum Westen der Eifel reicht. Lag die Auflage des Paulinus nach dem Krieg noch im sechsstelligen Bereich, so schrumpfte sie zwischenzeitlich auf rund 27.000. Die Ursachen sind vielfältig, maßgeblich dürfte allen voran die schwindende Kirchenbindung vieler Menschen sein. Was einst als Traditionsblatt in zahlreichen katholischen Haushalten gelesen wurde, hat heute eher den Charakter einer Nischenzeitung, und den Machern des Bistumsblatts sterben die Leser regelrecht weg. Man gewinne aber durchaus auch neue Leser, erklärt Chefredakteur Bruno Sonnen gegenüber 16vor, um gleichwohl einzuräumen: Unterm Strich verliert der Paulinus jährlich im Schnitt rund 2.000 Abonnenten.

Dennoch soll es die Wochenzeitung auch über 2016 hinaus geben. Das stellte jetzt die Bistumsleitung klar. Parallel dazu werde die Online-Kommunikation des Paulinus ausgebaut. Darüber hinaus plane man weitere Service-Angebote zur Stärkung der Pfarrbriefkommunikation in den Gemeinden vor Ort.

Das sei das Ergebnis des “Klärungsprozesses”, der gemäß dem “Beschluss zur Kostensenkung im Bistums Trier 2010″  auch beim Paulinus stattgefunden hat. Der Bistumszeitung war bis Ende 2016 ein Kostensenkungsvolumen von insgesamt 400.000 Euro vorgesehen. Bei der Erreichung des Sparziels sei man “auf einem guten Weg”, erklärte der neue Kommunikationsdirektor des Bistums, Dr. André Uzulis, und verwies auf bereits in der Vergangenheit erfolgte Sparmaßnahmen sowie die Nichtbesetzung frei werdender Stellen bis 2016. “Die zweite gute Nachricht: Betriebsbedingte Kündigungen wird es nicht geben”, sagte Uzulis.Viel Luft hat die Redaktion aber ohnehin nicht mehr: Gemeinsam mit Sonnen, der seit 2000 an der Spitze des Blatts steht, kommt die Mannschaft noch auf fünf Redakteure. 2014 wird ein Kollege in den Ruhestand treten, diese Stelle werde dann nicht mehr besetzt, so Sonnen auf Nachfrage.

Trotz des personellen Schrumpfungsprozesses bleibe es erklärtes Ziel, “unter Nutzung von Synergieeffekten die anerkannt gute journalistische Qualität des Paulinus auch weiterhin zu erhalten und dabei Bewährtes mit Neuem zu verknüpfen. Zeitungsredakteure seien im digitalen Zeitalter zunehmend stärker als ‘Content-Manager’ gefragt”; das sei auch beim Paulinus nicht anders, erklärte Uzulis. Für die im Detail jetzt anstehende konkrete Umsetzung des Grundsatzbeschlusses für die Bistumszeitung werde eine Arbeitsgruppe eingerichtet.

Vom Tisch sind nun erst einmal Modelle, mit anderen Verlagshäusern enger zu kooperieren. So wurde spekuliert, der Paulinus könne dereinst als regelmäßige Beilage der Regionalzeitungen im Bistum wie dem Trierischen Volksfreund, der Saarbrücker Zeitung oder der Rhein-Zeitung in Koblenz erscheinen. Sonnen bestätigt, dass auch über ein solches Konzept nachgedacht worden sei, doch habe die Bistumsleitung das klare Signal ausgegeben, dass sie an einer eigenständigen Kirchenzeitung festhalten wolle.

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