“Blaue Lagune” soll Grünzug weichen

Für viele Trierer Nachtschwärmer ist sie eine Oase  – die “blaue Lagune” in der Ostallee. Seit einem halben Jahrhundert in Betrieb, droht der Aral-Station Ende nächsten Jahres das Aus. Im Dezember 2012 endet der Pachtvertrag mit der Stadt, und im Rathaus scheint man entschlossen, diesen nicht ein weiteres Mal zu verlängern. Stattdessen soll das gesamte Areal in eine Grünfläche umgewandelt werden. Außerdem möchte die Stadt dort einen Radweg anlegen. Laut Verwaltung hat es in den vergangenen Jahren zudem wiederholt Beschwerden von Anwohnern gegeben, die sich über Lärm und Gestank beklagt hätten. Die Mitarbeiter der Tankstelle sind sauer, laut Stationsleiterin Petra Krämer würde man den Betrieb gerne fortführen. Auf der Online-Plattform des Bürgerhaushalts protestieren sie und ihre Kollegen gegen das drohende Ende ihres Arbeitsplatzes.

TRIER. Sonntagabend in der Ostallee: Die Schlange an der Kasse reicht bis fast vor die Tür, die Wartenden halten Bierdosen und Chipstüten in der Hand, Schokokekse und Getränkeflaschen. Zwischendurch zahlt auch jemand seine Benzinrechnung, doch zu bestimmten Tageszeiten mutiert die Tankstelle zu einem Kleinladen mit Zapfsäulen. Rund um die Uhr ist geöffnet, an 365 Tagen im Jahr. “Auch an Heiligabend oder Karfreitag”, sagt Stationsleiterin Petra Krämer. Ladenschluss gibt es nicht.

Ende nächstens Jahres könnten in der Aral-Station erstmals seit Jahrzehnten die Lichter ausgehen, und das für immer. In 15 Monaten läuft der Pachtvertrag mit der Stadt aus. Man könnte ihn verlängern, schließlich würde der Pächter seine Tankstelle gerne weiter betreiben. Vor ein paar Jahren, als sich das Ende der Vertragsfrist schon einmal abzeichnete, einigte man sich auf eine Verlängerung. Jetzt teilte das Rathaus auf Nachfrage mit: Ende 2012 ist definitiv Schluss, der Vertrag wird nicht mehr verlängert. Am Augustinerhof hegt man schon seit längerem andere Pläne für die Fläche zwischen Ostallee und Balduinstraße. Geht es nach dem Baudezernat, dann wird die “blaue Lagune” wieder begrünt und der Grünzug zwischen der Kreuzung in Höhe Mustorstraße und dem Balduinsbrunnen durchgängig begehbar. Vorgesehen ist auch ein Radweg inmitten des Grünstreifens, fernab der parallel verlaufenden Fahrbahnen. Dass die Stadt den Pachtvertrag nicht verlängern will, habe aber noch weitere Gründe, erklärte ein Sprecher des Rathauses gegenüber 16vor. So habe es wiederholt Beschwerden von Anwohnern gegeben, die sich über Lärm und Gestank beklagt hätten. Diese Klagen hätten einen erheblichen Einfluss auf die Entscheidung gehabt, heißt es.

Petra Krämer kann diese Darstellung nicht nachvollziehen. “Viele Anwohner zählen zu unserer Stammkundschaft, von denen haben wir nie Beschwerden gehört; im Gegenteil”, kontert sie. Vor einigen Jahren, erinnert sie sich, habe sich mal ein Nachbar beklagt, aber das sei lange her. Und außerdem: “Ab 22 Uhr schalten wir hier alles aus, den Staubsauger, die Waschanlage und sogar das Luftdruckprüfgerät”.Tanken ist natürlich weiterhin möglich, einkaufen ebenso. Sie finde es “traurig”, dass vonseiten der Stadt niemand das Gespräch mit ihr und ihren Kollegen gesucht habe. 18 Mitarbeiter zählt die Aral-Station, in der großen Mehrzahl Aushilfskräfte. Doch es gibt auch fünf Festangestellte. Menschen wie Petra Krämer, die Ende 2012 56 Jahre alt sein wird. “Für mich sieht es dann ganz schlecht aus”, ist sie überzeugt, “wer will mich denn dann noch?”. Seit mehr als zwei Jahrzehnten arbeitet sie auf der Tankstelle.

Krämer und ihre Kollegen führen noch weitere Argumente gegen das Ende der Tankstelle ins Feld: Die Stadt müsste künftig auf die Pachteinnahmen verzichten, zudem werde schon die Umwandlung der Asphaltflächen in eine Grünanlage viel Geld kosten. Geld, dass die Stadt bekanntlich nicht hat, weshalb auch die Anlage eines neuen Radwegs wohl unter einem Finanzierungsvorbehalt stehen dürfte. Fraglich ist, ob in Sachen Pachtvertrag das letzte Wort schon gesprochen ist. Denn nach Lage der Dinge werden sich die politischen Gremien noch mit dem Thema befassen müssen. Die Kritiker machen derweil über den Bürgerhaushalt mobil. “Tankstelle weg für einen Fahrradweg? Nein” steht über ihrer Eingabe, die bis Dienstagabend immerhin zwölf Kommentare verzeichnete – deutlich mehr als alle anderen Vorschläge im Rahmen des Bürgerhaushalts.

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26 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Theodor Wolber schreibt:

    Cirka 1x im Jahr nutze ich diese Tankstelle.
    Der Trend der Zeit ist aber Kraftsteckdose und Benzin in Flaschen.
    Das geht auch in einem schnuckeligen Pavillion an der Fahrrad-Osttrasse.
    Ob diese wohl genauso zügig realisiert werden wird wie die Westtrasse?

  2. Peter Piper schreibt:

    Erst wenn die letzte Ölplattform versenkt,
    die letzte Tankstelle geschlossen ist,
    die letzte Autobahn gesperrt ist,
    Der letzte Benzin Motor stillgelegt ist,
    werdet Ihr merken,
    dass man bei Greenpeace nachts kein Bier kaufen kann.

  3. Stephan Jäger schreibt:

    “Vorgesehen ist auch ein Radweg inmitten des Grünstreifens, fernab der parallel verlaufenden Fahrbahnen.”

    Prima! …und wie kommt man auf diesen Radweg drauf? Wie wieder runter, jeweils in jede Richtung über zwei dicht befahrene Fahrspuren plus Abbiegestreifen? Wie soll – nach den “sicher” fernab der Fahrbahnen zurückgelegten 400 Metern zwischen Balduinsbrunnen und Gartenfeld – eine vernünftige Wiedereinleitung in den weiterführenden Verkehr aussehen?

    Oder ist das wieder – wie in Trier üblich – egal? Radfahrer können ja absteigen, sich an der Fußgängerampel anstellen und dann irgendwie schauen, wie sie halblegal wieder auf die Straße kommen.

    Wird man in dieser Stadt je begreifen, dass Radwege keine Spielplätze sind und folglich als “Insel-Lösungen”, die man da einrichten kann, wo gerade ein bißchen Platz ist, nicht funktionieren?

  4. Jens Stangier schreibt:

    Zitat aus dem Text “Tanken ist natürlich weiterhin möglich, einkaufen ebenso.”

    Ist es nicht so, dass außerhalb der gesetzlichen Ladenöffnungszeiten Tankstellen nicht an Laufkundschaft verkaufen dürfen, sondern nur an Ihre Tankkunden. Ich erinnere mich an einen Fall aus Regensburg…

  5. Frank Jöricke schreibt:

    @ Jens Stangier

    Wenn dem so ist, können sämtliche Tankstellen in Trier dichtmachen. Denn sie halten sich nur dadurch über Wasser, dass sie außerhalb der gesetzlichen Ladenöffnungszeiten als Getränkehandel und Lebensmittelladen von Leuten genutzt werden, die garantiert NICHT tanken.

  6. Michael Merten schreibt:

    Getankt wird sicherlich auch von den Kunden, die nicht Benzin tanken…
    Stephan Jäger weist zu Recht darauf hin, daß es in Bezug auf diesen Radweg zahlreiche Probleme gibt. Bevor keine durchgängige Trassenführung existiert, braucht man also auch nicht unbedingt die Lichter auszuknipsen.

  7. Jens Stangier schreibt:

    @Frank Jöricke

    … so ist das wohl – speziell in Trier…

    Ist wahrscheinlich Sache der Stadt, wie weitreichend das (s.u. Absatz 2) gehandhabt wird.

    § 6 LadenschlussG

    Tankstellen

    (1) Abweichend von den Vorschriften des § 3 dürfen Tankstellen an allen Tagen während des ganzen Tages geöffnet sein.

    (2) An Werktagen während der allgemeinen Ladenschlusszeiten (§ 3) und an Sonn- und Feiertagen ist nur die Abgabe von Ersatzteilen für Kraftfahrzeuge, soweit dies für die Erhaltung oder Wiederherstellung der Fahrbereitschaft notwendig ist, sowie die Abgabe von Betriebsstoffen und von Reisebedarf gestattet.

  8. Fabian Jellonnek schreibt:

    “Die Kritiker machen derweil über den Bürgerhaushalt mobil. “Tankstelle weg für einen Fahrradweg? Nein” steht über ihrer Eingabe, die bis Dienstagabend immerhin zwölf Kommentare verzeichnete – deutlich mehr als alle anderen Vorschläge im Rahmen des Bürgerhaushalts.”

    Nichts gegen das Anliegen der Beschäftigten ihren Arbeitsplatz zu erhalten. Aber die Tatsache, dass Bürgerhaushalts-Vorschläge, die in einer Tankstelle beworben werden deutlich mehr Kommentare verzeichnen als alle Anderen, zeigt, wie fraglich das Konstrukt Bürgerhaushalt aus demokratischer Sicht ist.
    Andere Vorschläge haben eben keine Laufkundschaft die man zum Kommentieren aufrufen kann.

  9. theo winter schreibt:

    Früher war stadt Trier noch stolz auf die kult tankstelle oder blaue lagune wie man sie nennt und jezt soll sie weichen für rad weg und grünfläche die im endefekt keinem was bringt die stadt wirft wieder sinnloses geld aus dem fenster raus die die bürger wieder ausbaden dürfen hinzu kommt noch das die beschäftigten der aral tankstelle ostallee auch noch vom staat leben müssten das heißt mehr ausgaben und keine einahmen will das wirklich die stadt trier wenn ja zweifel ich an den politikern und deren verstand und fähigkeiten als politiker.

  10. Roland Struwe schreibt:

    Jens hat Recht. In der Tat ist es so, dass der “Shop” außerhalb der Ladenöffnungszeiten nur den Tankenden vorbehalten ist. Fußgänger dürften während dieser Zeit nicht bedient werden. Dass dies nichts mit der Realität zu tun hat, muss wohl nicht erwähnt werden.

  11. Stephan Jäger schreibt:

    @theo winter

    “…jezt soll sie weichen für rad weg und grünfläche die im endefekt keinem was bringt…”

    Das ist so nicht ganz richtig!

    Natürlich bringen ein paar weitere Meter unangebundener Radweg, bei denen man mehr Zeit darauf verwenden muss, sie halbwegs regelkonform zu erreichen und wieder zu verlassen, als man schließlich darauf fährt, Leuten, die sich mit dem Rad in der Stadt fortbewegen nichts.

    Aber – wenngleich nicht sinnvoll nutzbar – wird dieser “Radweg” vermutlich benutzungspflichtig sein. Radfahrer haben also dann im stark frequentierten unteren Teil der Ostallee und in der Balduinstraße zumindest offiziell nichts mehr auf der Fahrbahn zu suchen und Autofahrer können die, die trotzdem noch da fahren, endlich mit Fug und Recht von der Straße hupen. Insofern bringt die Trasse zumindest unseren Freunden außerhalb des “Umweltverbundes” einen kleinen gefühlten Vorteil…im Stau.

  12. H. Quellenbeck schreibt:

    Ich frage mich gerade wirklich was die Stadt mit einem solchen Entschluss bewirken will? Das Argument, dass sich Anlieger beschwert haben ist doch mehr als Pupes. Die Tanke ist “Seit einem halben Jahrhundert in Betrieb”. Wenn mir jetzt einer erzählen will, dass der Lärmpegel unerwartet hoch ist, der hat wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank.
    Aber es ist natürlich symptomatisch für unsere schöne Stadt. Da wo ein Geschäft funktioniert und Steuern (hier Gewerbesteuer) gezahlt werden, da kann man drauf verzichten. Aber da wo es nur Geld kostet ohne einen nennenswerten Ertrag (z.B. Seilbahn ins Nirgendwo) da ist man ganz weit vorne mit dabei.
    Danke.

  13. Tom Karmann schreibt:

    Es MUSS in einer Großstadt irgendeine 24-Stunden Einkaufsmöglichkeit geben, damit sie sich Großstadt schimpfen darf. Da die Möglichkeit ja nur Tankstellen und Bahnhöfen gestattet ist und die DB in Trier ja recht früh den Bürgersteig hochklappt, brauchen wir diese Tanke. Selbst der McDonalds am Messepark macht ja eine Stunde in der Nacht zu, diese Lücke muss überbrückbar bleiben!

  14. Fabian Bauer, ADFC Kreisverband Trier schreibt:

    Das Asphalt gewordene Ideal einer autogerechten Stadt lässt sich im gesamten Bereich Christophstr./Theodor-Heuss-Allee-/Bahnhofstr. sowie Balduinstr./Ostallee bestaunen. Auch sonst ist der gesamte Bereich hinsichtlich seiner PKW-Durchlässigkeit optimiert. Eine Neugestaltung erachten wir als begrüßenswert, denken aber, dass das sich abzeichnende Vorhaben insgesamt zu kurz greift.

    Eine entfernte Tankstelle mag eine symbolisch starke Wirkung haben. Allein bedeutet dies aber keine attraktiveren Verhältnisse für den Umweltverbund. Denn eine lineare Lösung für den Radverkehr auf 300-400m bietet keine Antwort auf die beschriebene Gesamtsituation. Insbesondere nicht, wenn nicht ebenfalls geklärt ist, wie der Grünstreifen zu erreichen; ergo wie seine Zu- und Abfahrten an den Kreuzungen in die Ampelumläufe integriert werden. Eine Förderung des Radverkehrs wird nicht mit Ampeln der Sorte ‘Grün auf Knopfdruck, im nächsten Umlauf, wenn kein Bus kommt”, realisierbar sein. Auch die Erreichbarkeit von Zielen außerhalb dieses Grünstreifens, wie den Stadtwerken oder des Alleencenters, muss geklärt sein. Abschließend gilt auch, dass die knappen Haushaltsmittel einen effizienten Einsatz finden sollten.

    Mit einer Fixierung auf einen Radweg im Grünstreifen laufen aber andere und wesentlich kostengünstigere und zeitgemäßere Lösungen Gefahr, an Aufmerksamkeit zu verlieren. Was wir in Trier brauchen sind vermehrt Radfahrstreifen auf den Fahrbahnen und Umweltspuren, die von Bussen und Radfahrern genutzt werden dürfen. Das Heil des Radverkehrs hängt aus Sicht des ADFC Trier nicht zwangsläufig davon ab, ob hier eine (künftige Elektro-?) Tankstelle bestehen bleibt.
    So lange keine Gewissheit bezüglich der gewünschten verkehrlichen Lösung besteht (und deren Integration in ein realisierbares Gesamtkonzept), so lange für diese Pläne keine Haushaltsmittel bereit stehen, gibt es aus unserer Sicht auch keine Erfordernis, an dieser Stelle frühzeitig Fakten zu schaffen und damit dem Mobilitätskonzept vorwegzugreifen.

  15. Felix Brand schreibt:

    Diese Tankstelle gehört einfach zum Gartenfeldbereich!
    Man sollte bedenken, dass es auch Anwohner gibt, die nicht mobil sind und schnell mal etwas einkaufen wollen.
    Die negativen Dinge werden im Artikel ausreichend beschrieben. Ich finde es zu einfach, ein “unbeliebtes Objekt” einfach so von der Bildfläche verschwinden zu lassen.
    Die Probleme zur Nachtzeit, könnte man zum Beispiel, durch den Einsatz eines Sicherheitsdienstes regeln.
    Des Weiteren sollte man auf die dortigen Arbeitsplätze Rücksicht nehmen.
    Als Liberaler finde ich es gut, dass sich schon besorgte Bürger im Bürgerhaushalt darüber auslassen…

    Mit freundlichen Grüßen.
    Felix Brand, Trier- HK

  16. Sönke Greimann schreibt:

    Mal kurz durchrechnen bitte: Eine zufriedenstellend laufende Tankstelle bringt der Stadt Pacht ein, zahlt Gewerbesteuer, sorgt auch sonst für Aufkommen (ESt, Sozialabgaben, USt, Mineralölsteuer, …) Die Pächterin ist nicht nur in der Lage, sondern auch willens, den Betrieb weiter aufrecht zu erhalten und damit auch die Einnahmen für das öffentliche Gemeinwohl.

    Ein Radweg brächte dort wenig und kostet die Stadt vor allem eine ganze Stange Geld. Beim Bau sowie strukturell beim Unterhalt. Den Nutzen eines Radweges am vorliegenden Ort zweifelt zutreffend sogar der ADFC-Kreisverbandsvorsitzende an.

    Angesichts der finanziellen Situation einer Stadt wie Trier, die ohnehin schon kaum Geld hat, und in der Zukunft mit Kürzungen hart an den Kulturhaushalt will bzw. muss, kann man nur den Kopf schütteln…

    Entweder können Grüne nicht rechnen, oder sie können es, und offensichtliche Kosten-Nutzen-Verhältnisse sind ihnen schlicht egal. Letzteres wäre natürlich der Super-GAU für die Bürgerinnen und Bürger von Trier, die grün gewählt haben. Denn bezahlen muss das ökologische Wunschkonzert am Ende immer der Bürger!

  17. Frank Jöricke schreibt:

    Warum stellt keiner die naheliegende Frage:
    Was hat eine Tankstelle eigentlich inmitten einer Allee verloren?

    Stattdessen laufen die Wutbürger Triers lieber Sturm, nur weil eine Bausünde der 60er/70er Jahre endlich beseitigt werden soll. (Und als nächstes, liebes Rathaus, knöpfen wir uns mal die Treviris-Passage vor, gell!)

  18. Stephan Jäger schreibt:

    @Sönke Greimann

    “Entweder können Grüne nicht rechnen, oder sie können es, und offensichtliche Kosten-Nutzen-Verhältnisse sind ihnen schlicht egal.”

    Wie kommen Sie denn auf “die Grünen”? Nur, weil da ein Grünstreifen geplant ist?

    Im Artikel lese ich jedenfalls nichts davon, dass speziell das geplante Verheizen eines sicher wieder prominenten Teils des der Förderung des Radverkehrs zugedachten Etats an einer Stelle, an der das eingesetzte Geld absehbar ohne jede positive Wirkung verpuffen wird, auf eine Idee der Grünen zurückgeht.

    “Geht es nach dem Baudezernat, dann wird die “blaue Lagune” wieder begrünt und der Grünzug zwischen der Kreuzung in Höhe Mustorstraße und dem Balduinsbrunnen durchgängig begehbar.”

    …lese ich da. Und an der Spitze dieses Dezernats steht meines Wissens nach wie vor eine “überhaupt nicht grüne” CDU Dezernentin.

  19. philippe trellert schreibt:

    @ frank jöricke “Was hat eine Tankstelle eigentlich inmitten einer Allee verloren?”

    du gehst da bestimmt jeden tag flanieren, inmitten dieser “allee”, und erfreuest dich am grün und am vogelgezwitscher an diesem lieblichen ort, gell ? denn wenn nur die böse tanke nicht da wär, dann wär hier nie reinste idylle ? gell ?

  20. Simur Schlegel schreibt:

    “Blaue Lagune” klingt romantisch, verdreht aber die Tatsache, das diese Chemiekloake polyaromatische Kohlenwasserstoffdämpfe ventiliert.

    Was ich aus Hannover kommend viel mehr vermisse, sind die ganzen Eckkioske, die ein bequemes Einkaufen an der Strassenecke ermöglichen. Warum nur gibt es sowas nicht in Trier?

  21. horst greimann schreibt:

    auch die stadt trier sollte mal realitaetsnah anfangen zu sparen. die tun tatsaechlich so als hatten sie keine schulden. jede einahme von welcher art steuern auch immer ist doch besser als ausgaben die noch dazu weitere laufende unterhalskosten verursachen.

  22. Stephan Jäger schreibt:

    @Simur Schlegel

    Sowas gab es hier auch mal. Ein Überrest steht noch in der Südallee. Einen besonders Schönen gab es – baulich passend – vor dem Lübke.

    http://www.16vor.de/index.php/2011/09/12/kennen-sie%E2%80%A6-den-glasernen-pavillon/

    Haben sich aber nicht gehalten. Hatten wohl “zuwenig Parkplätze”.

  23. Thomas Brück schreibt:

    Und hier geht die Diskussion im Netz weiter: http://www.facebook.com/pages/Tanke-Ostallee-Trier-muss-bleiben/253240638047198

  24. Fabio Schmitz schreibt:

    Leute, ab SOFORT liegen an der Kasse Petitionslisten aus wo ihr mit einer Unterschrift gutes tun könnt!

  25. Thomas Albrecht schreibt:

    Vielleicht sollte man zur Versachlichung der Diskussion über die Aral Tankstelle in der Ostallee ein paar Fakten schildern, die mir selbst entfallen waren:
    Das fragliche Gelände ist bereits seit 1958 zunächst an die BP, dann Aral vermietet. Der Mietvertrag von 1958 wurde im Jahre 1996 durch einen neuen Mietvertrag aufgehoben, der im Jahre 2003 bis zum 31.12.2010 verlängert wurde. Dann wäre an sich Schluss mit der Tankstelle gewesen.
    Deshalb wurde im Jahr 2009 im zuständigen Dezernatsausschuss die Auflösung der Tankstelle besprochen. Schon damals habe ich mich dafür eingesetzt, den Pachtvertrag zu verlängern, was jedoch nicht auf ungeteilte Zustimmung stieß.
    Die Gründe, die gegen die Verlängerung des Pachtvertrages sprechen liegen übrigens nicht – wie falsch behauptet – in dem Bau eines Radweges, sondern sind differenzierter zu betrachten:
    Die Stadt plant schon zum einen schon seit Jahren, das Gelände wieder als Grünfläche in den Alleenbereich zu integrieren, um eine Verbesserung der Gesamtsituation des Alleenrings herbeizuführen. Im Rahmen der durchgeführten Bürgerbeteiligung „Grün in der Stadt“ aus dem Jahre 2004/2005 wurde von der Arbeitsgruppe „Alleenring“ im Abschlussbericht festgestellt, dass die Tankstelle eine Barriere in der Grünanlage darstelle und deren Rückbau zeitnah anzustreben sei. Der Alleenring soll der Bevölkerung wieder durchgängig zur Verfügung stehen. Ein noch schwerwiegenderes Argument waren aber die bestehenden Lärm-und Belästigungen. Es wurde vorgetragen, dass sogar schon Mieter abgewandert sind. Außerdem haben sich Anwohner, die sich erheblich gestört fühlten, über den Verkauf und Verzehr von Alkohol beschwert. In der damaligen Diskussion wurden die Argumente gegeneinander abgewogen und die Entscheidung zunächst einmal vertagt.
    Eine Idee wäre ja gewesen, dass nach 22:00 Uhr keinen Alkohol mehr verkauft wird. Diesem Vorschlag konnte der Pächter jedoch nicht zustimmen, da gerade dieser Verkauf einer Haupteinnahmequelle war.
    Ich habe dann in der Sitzung vom 3.3.2009 als Kompromiss-Vorschlag den Antrag gestellt, den Vertrag wenigstens um 2 Jahre bis Ende 2012 zu verlängern, wenn sichergestellt ist, dass sich der Konzern an den Kosten für den Rückbau beteiligt. Dieser Kompromiss war das Äußerste, was damals zu erreichen war. Und schon gegen diesen Vorschlag gab es Widerstand, wozu ich nichts Näheres berichten darf, da die Sitzung nicht-öffentlich war.
    Es wurde dann beschlossen, dass der Vertrag nach dem Jahre 2012 nicht mehr verlängert wird und die Fläche wieder vollständig ohne bauliche Nutzung dem Grün des Alleenrings zugeführt wird.
    Das ist nun einmal mehrheitlich beschlossen worden und ich fürchte, dass da nichts mehr zu ändern ist. Die Zeit ist abgelaufen. Und es wird ja wohl auch dabei bleiben, dass sich ein Weiterbetrieb der Tankstelle ohne den Alkoholverkauf nicht lohnt.

  26. Jan Hermann schreibt:

    Es liegt dem Bürger wohl eher daran, z. Bsp. in der Berliner Alle mal endlich den Fahrbahnbelag zu erneuern, statt eine weitere ungepflegte Grünfläche zu schaffen, die ohnehin niemand als Erholungsort nutzt.

    Der Bereich um den Balduinsbrunnen zieht leider keine Familien an, die gemütlich dort flanieren, sondern eher ältere Herren, die verstärkt dem Alkoholgenuss zugetan sind. – So sieht es übrigens auch in der Nordallee aus.

    Mein Herz hängt nicht an der Tankstelle, aber man muss sich doch einfach mal fragen, wo die Verbesserung der Lebensqualität liegt, wenn dort 100m mehr Grünfläche geschaffen werden, in denen sich nur der Müll sammelt…

    Zu den Fahrradwegen kann man nur die Konzeptlosigkeit der Stadt bei deren Integration in den Verkehr betrachten und den Kopf schütteln.
    Die Spitzmühle zeigt doch deutlich, wie sinnvoll es ist einen überbreiten Radweg anzulegen und diesen dann im Nirvana enden zu lassen.
    Hierbei ist es schon etwas seltsam, wenn dieser Radweg dann gerade soweit um Das Gelände ERA, Hotel und Landeszentralbank herumreicht, das man als Motorisierter Besucher dieser Prestigeträchtigen Stätte den Eindruck vermittelt bekommt, es sei hier überall so fantastisch für Fussgänger und Radfahrer gesorgt.
    Sobald man auf Höhe der DRuckenmüllerstrasse ist, endet der Radweg und die Strasse mündet in einen besseren Acker…

    Ich frage mich auch, warum die Touristengruppen im Sommer täglich quer über die Kreisel/Kreuzungssituation an den Kaiserthermen laufen müssen anstatt die unauffindbaren Unterführungen zu nutzen – hier würde ein deutliches Schild vieleicht mal Klarheit schaffen und einen Bruchteil von dem kosten, was ein breit angelegter Rad- und Fussweg verschlingt, der dann plötzlich abbricht.

    Womit ich zurück zur Tanke komme, die jenen orientierungslosen Touristen ein für die Stadt kostenfreies Informationszentrum bietet, von dem aus sie sicher zu Dom, Amphietheater, Porta, etc. geleitet werden.

    Also – man kann über den Sinn der Tanke diskutieren, aber es liegen hier einfach keine sinnvollen Nutzungskonzepte für die Fläche der Tanke vor.

    In diesem Sinne…

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