“Die linken Milieus sind nicht verschwunden”

ThaaAm 22. September wird ein neuer Bundestag gewählt. Schenkt man den Wahlsonntags-Apologeten und ihren Umfragen Glauben, dann deutet derzeit alles auf einen erneuten Wahlsieg von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hin. Im Gespräch mit 16vor sucht der Inhaber des Lehrstuhls für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Trier, Professor Winfried Thaa, nach möglichen Erklärungen, weshalb die linke Seite des Parteienspektrums bislang weder von der Bankenkrise noch von der Kapitalismuskritik profitieren konnte. “Der  Wähler kann eigentlich nicht erkennen, was eine rot-grüne Regierung grundsätzlich anders machen würde”, so Thaas Befund. Der Politikwissenschaftler hat derweil eine “Repolitisierung auf gesellschaftlicher Ebene” ausgemacht, dies zeige sich in Trier unter anderem an den Protesten für den Erhalt des Theaters und gegen den Bau eines ECE-Einkaufscenters. 

16vor: Herr Professor Thaa, viele Kommentatoren kritisieren die Regierungsbilanz des Kabinetts Merkel und stellen der schwarz-gelben Regierung ein verheerendes Zeugnis aus. Gleichzeitig wird Kapitalismuskritik im Zuge der Finanzwirtschaftskrise wieder salonfähig. Und doch deuten die Umfragen zur Bundestagswahl im September auf einen deutlichen Wahlsieg Merkels hin. Wie ist das aus Ihrer Sicht zu erklären?

Winfried Thaa: Eine mögliche Antwort wäre, dass die Kapitalismuskritik, die nach der Bankenkrise 2008 wieder stärker in den Vordergrund gerückt ist, sehr theoretisch bleibt. Es ist ja schon bezeichnend, dass die Kapitalismusfrage beispielsweise im Feuilleton der FAZ und somit unter intellektuellen Eliten diskutiert wird. Eine praktische Dimension ist kaum ersichtlich, der  Wähler kann eigentlich nicht erkennen, was eine rot-grüne Regierung grundsätzlich anders machen würde.

16vor: Und was ist mit der Occupy-Bewegung?

Thaa: Die Occupy-Bewegung hat mehr einen symbolischen Charakter. Ich würde sie nicht als politische Bewegung im engeren Sinne bezeichnen.

16vor: Warum das?

Thaa: Occupy betrachtet sich selbst nicht als Bewegung mit spezifischen Forderungen, sondern möchte vor allem auf den Missstand hinweisen, dass die kleinen Kreise des Finanzkapitals die Macht haben, und nicht die “anderen” 99 Prozent, die in einer Demokratie eigentlich bestimmten müssten. Ich würde behaupten, dass dieser Missstand einem Großteil der Bevölkerung bewusst ist, diese aber keine realisierbare Alternative sieht.

16vor: In einem pragmatischen Sinne wäre die Linkspartei doch die Alternative, da sie die einzige Partei im etablierten Parteienspektrum ist, die die Verteilungsfrage und die Bändigung des Finanzkapitals deutlich hervorhebt. Und doch dümpelt sie in Umfragen um die acht Prozent.

Thaa: Es ist in der Tat ein Rätsel, warum linke Parteien in europäischen Ländern bisher keinen Vorteil aus der Krisenlage ziehen konnten. Eine große Rolle spielt dabei, dass sie als Opposition zur herrschenden Politik lediglich eine stärkere Umverteilung anbieten und die Bevölkerung skeptisch ist, ob das ohne Weiteres funktionieren könnte. Bei der Linkspartei in Deutschland kommt hinzu, dass sie in Westdeutschland immer noch sehr stark mit der SED in Verbindung gebracht wird. In diesem Teil des Landes ist sie auch in einem desolaten Zustand, wenn man sich die Ortsverbände anschaut. Trier ist da ein extremes Beispiel, doch in vielen anderen Orten sieht es ganz ähnlich aus.

16vor: Dabei ließen sich doch im Zuge der Krise durchaus gemeinsame Berührungspunkte zwischen verschiedenen Bevölkerungsmilieus finden. Dem konservativen Bürgerlichen, der um seine private Altersvorsorge bangt, weil sie in griechische Staatsanleihen investiert wurde, müsste doch gleichermaßen an der Zähmung der Finanzmärkte gelegen sein, wie dem Empfänger von staatlichen Transferleistungen, der weitere finanzielle Einbußen infolge der Schuldenbremse zu befürchten hat?

Thaa: Dazu müsste es eine gemeinsame programmatische Perspektive geben. Das sehe ich nicht. Die Parteien können nicht greifbar machen, wie sie gegen die Dominanz der Kapitalmärkte vorgehen wollen. Und wenn man sich auf die Logik der Kapitalmärkte einlässt, muss man auch bereit sein, bestimmte Konsequenzen zu tragen. Das hat man an der Politik der SPD während der Großen Koalition und unter Rot-Grün beobachten können. Die haben sehr entschieden versucht, die Verhältnisse hier dem anzupassen, was man für die Erfordernisse der internationalen Finanzmärkte gehalten hat. Wenn man das zur Richtlinie der Politik macht – Merkel nennt das marktkonforme Demokratie – dann kann man im Wahlkampf gegen eine konservative Regierung keine überzeugende Alternative anbieten.

16vor: Darüber hinaus macht sich die Krise in der Bundesrepublik noch nicht bemerkbar – im Gegenteil, Deutschland profitiert von der Krise in Form günstiger Kredite und niedriger Zinsen. 

Thaa: Das gilt nicht für die breite Bevölkerung. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass die Einkommensentwicklung in Deutschland im europäischen Vergleich eher schlecht war. Es ist ein Niedriglohnsektor entstanden, die Realeinkommen stagnieren.

16vor: Viele glauben, dass es angesichts der Globalisierung und des internationalen Wettbewerbes keine Alternative zu diesen Entwicklungen gibt.

Thaa: Man muss sich zumindest die Frage stellen, ob man da einfach aussteigen und zu einem keynesianistischen Wohlfahrtskapitalismus zurückkehren kann.

16vor: Sie erkennen also auch keine richtigen Alternativen?

Thaa: Natürlich muss man sich den Tatsachen stellen, aber man sollte versuchen, in Europa auf eine Regulierung des Kapitals hinzuwirken. Das sehe ich aber nicht, die EU ist eine einzige Deregulierungs- und Vermarktlichungsinstanz. Und darauf bezogen sind die linken Kräfte sehr ambivalent und unentschlossen.

16vor: Inwieweit sehen Sie strukturelle Gründe für die Schwäche der SPD? Im Zuge der Deindustrialisierung galten die klassischen Arbeiter ja zunehmend als “Verlierer der Geschichte”. Möglicherweise erwächst aus einer möglichen Reindustrialisierung eine Chance für die SPD?

Thaa: Ein “Zurück zur klassischen Industriearbeiterschaft” wird es nicht geben. Höchstens wird die Perspektive “Dienstleistungsgesellschaft” – und die damit verbundene Ideologie – etwas von ihrem Glanz verlieren. Zur eigentlichen Frage: Das Paradoxe an der Situation der Bundesrepublik ist ja, dass es durchaus linke Mehrheiten gibt. Die linken Milieus in Deutschland sind nicht verschwunden, die haben sich nur verändert und differenziert. Dadurch ist ihre Integrationskraft nicht mehr so gegeben wie noch vor 30 Jahren. Das stellt die Parteien vor die Herausforderung, eigenständig eine gemeinsame Orientierung zu generieren. Dazu braucht es jedoch eine aktivere Rolle der Politik.

16vor: Hat der Erfolg der Proteste rund um Stuttgart 21 nicht gezeigt, dass es grundsätzlich einen Ausweg aus der Logik der Alternativlosigkeit geben kann?

Thaa: Stuttgart 21 zeigt zunächst einmal nur, dass es möglich ist, breite Bevölkerungsschichten gegen ein Infrastrukturprojekt zu mobilisieren. Das ist auch schon was. Es ist jedoch ein gewaltiger Sprung von einem einzelnen Konflikt hin zur Mobilisierung für eine alternative Wirtschaftsordnung.

16vor: Die Proteste in der Türkei oder auch in Russland im vergangenen Winter haben gezeigt, dass der Protestakt als solcher oftmals eine hinreichende Bedingung darstellt, um ein politisches Bewusstsein herzustellen.

Thaa: Da gebe ich Ihnen Recht. Ich würde sogar sagen, dass sich in dieser Hinsicht in den letzten Jahren auch in Deutschland einiges verändert hat. Die Bürger melden Partizipationsansprüche an, weil sie genug davon haben, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird. Es gibt eine Repolitisierung auf gesellschaftlicher Ebene. Das lässt einen ganz allgemein hoffen, dass das auch in Bezug auf Wirtschaftsfragen eine Rolle spielen könnte.

16vor: Gilt diese Beobachtung auch für die Kommunalpolitik?

Thaa: Auch hier sind die Bürger wieder aktiver geworden, es gibt ein starkes Interesse an politischen Problemen.  Das kann man in Trier gut an den Protesten zum Erhalt des Theaters oder den Ereignissen rund um den geplanten Bau des Einkaufszentrums sehen. Es zeichnet sich ja ab, dass nicht nur betroffene Einzelhändler, sondern ein großer Teil der Bevölkerung nicht recht einsieht, wozu das gut sein soll. Das stellt die simple wirtschaftliche Logik in Frage, nach der die Verwaltung sagt: Wir holen einen Großinvestor nach Trier und dafür erwarten wir Zustimmung oder gar Dankbarkeit. In einem abstrakten Sinne offenbart sich hier eine Parallele zu ‘Stuttgart 21′, wo diese Art von Wachstumspolitik auf Widerstand stößt und die Bürger andere Kriterien in die Diskussion einbringen.

16vor: Wenn Sie möchten, können sie zum Abschluss unseres Gespräches noch eine Wunschprognose für die kommende Bundestagswahl abgeben.

Thaa: Was ich prognostiziere, ist nicht das, was ich mir wünsche (lacht). Ich hoffe, dass es gelingt, Merkel noch stärker politisch zu stellen. Aktuell klappt das ja im Rahmen des Abhörskandals, doch wünschenswert für den Wahlkampf wäre ein stärkerer Bezug zur grundsätzlichen Europa- und Wirtschaftspolitik. Das könnte dazu führen, dass die SPD einige Prozentpunkte zulegt, aber ich bin skeptisch, ob es für Rot-Grün reicht. Rechnerisch wäre eine rot-rot-grüne Koalition eher denkbar, politisch halte ich sie aufgrund des Widerstands in der SPD für sehr unwahrscheinlich.

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16 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Thomas Albrecht schreibt:

    und ich würde mir ein Interview mit einem “Politikwissenschaftler” wünschen, der wenigstens im Ansatz neutral ist! “Merkel sollte stärker “gestellt” werden. Aktuell klappe das ja mit dem Abhörskandal. Einfach nur peinlich für jemanden, der sich wissenschaftlich gibt. Er sollte nicht auch noch die Bundeskanzlerin für die Tätigkeiten des US-Geheimdienstes machen. Und ein Politikwissenschaftler sollte eigentlich wissen, dass es seinerzeit die rot-grüne Bundesregierung war, die den Datenaustausch mit dem NSA vorbereitete und die noch ganz andere Eingriffe in die Privatsphäre der deutschen durch Amerikaner ermöglichen wollte.

  2. phillip trellert schreibt:

    so neutral, wie sie es sind, herr albrecht ?
    wie gut, dass sie schnell zum kläffen hier zur stelle waren.
    is schliesslich wahlkampf, nicht wahr ?
    da muss man schon auf der hut sein, und mutti beschützen, auch wenn sie von herrn thaa hier doch , wenn überhaupt, dann nur sehr zaghaft kritisiert wird.
    ich weiss nur wirklich nicht, was ihr christdemokraten immer habt, ehrlich.
    als ob irgendjemand glaubt, dass die SPD für euch im september auch nur ansatzweise gefährlich werden könnte.
    und , ach ja : der satz, der mit “er sollte” beginnt, und mit “machen” endet, hat keinen sinn. fehlt wohl das prädikat.
    selbst kläffen will gelernt sein, herr albrecht.
    nix für ungut.

  3. Dieter Lintz schreibt:

    Ich gebe zu, dass der folgende Denkansatz für Linke (zu denen ich mich auch rechnen würde) offenbar schwer zu akzeptieren ist, aber trotzdem scheint er mir realistisch: Kann es nicht sein, dass das mit der massenhaften Verelendung der viel zitierten gesellschaftlichen Mitte in Deutschland nicht sonderlich weit her ist? Dass im Gegenteil, diejenigen, die über eine klassische Arbeit verfügen, tarifvertraglich abgesichert sind, ein halbwegs funktionierendes soziales Umfeld haben, besser dran sind als je zuvor? Dass die ganz überwiegende Mehrheit im Lande ihren Lebensstandard absichert und dafür gerne in Kauf nimmt, dass Arbeitslose, “Sozialschwache”, Praktikanten, Selbstausbeuter, Leiharbeiter, Kinderreiche, Migranten, Scheinselbstständige, Kleinrentner die Zeche dafür zahlen, indem sie von den Segnungen des Kapitalismus einfach abgehängt werden? Dass – allem Gejammer zum Trotz – die meisten mit dem bestehenden System so gut fahren, dass sie es – allen gelegentlichen Aufwallungen des sozialen Gewissens zum Trotz – keineswegs abschaffen wollen? Dass die Profiteure dieser Politik nicht nur beim Groß- und Finanzkapital und beim Mittelstand sitzen, sondern bei allen Besitzstandsverteidigern? Und vor allem: dass Frau Merkel diese Position punktgenau repräsentiert, weshalb ihre allseitige Beliebtheit eigentlich nur Ahnungslose verwundern kann.

  4. Chris Steil schreibt:

    Na ja lieber Dieter,

    ist auch ein wenig zu einfach, obwohl Du es ja meist als Frage formulierst.

    Zugegeben: Es regt sich wenig bis nix, um den “sozialschwachen” Menschen ernsthaft, dauerhaft und wahrhaftig zu helfen.

    Aber wie fragt die Ricola-Werbung: “Wer hats erfunden ?”

    beste Grüße

    C.Steil

  5. Frank Jöricke schreibt:

    Lieber Dieter,

    Treffer! (Wo ist die Liste zum Unterschreiben?)

    Das “Gejammer” ist übrigens Indiz dafür, wie gut es der Mehrheit geht. Erst wenn jemand nicht mehr jemand jammert, sondern schweigt und sich zurückzieht, muss man sich ernsthaft Sorgen um ihn (oder sein Unternehmen) machen.

    Herzliche Grüße,
    Frank

  6. Joachim Bell schreibt:

    Eine Mehrheit für eine regelrechte Systemalternative ist – nicht erst nach den Erfahrungen des letzten Jahrhunderts – wohl eher unwahrscheinlich. Es gab sie nie. Heillose Romantiker mögen das bedauern. Dass der politische Grundkonsens der alten Bundesrepublik, die einstmals vielbeschworene freiheitlich-demokratische Grundordnung (FDGO), inzwischen im Bundeskanzleramt bis zu völligen Entpolitisierung voran getrieben wird, könnte aber zu einer Gefahr für die Demokratie selbst werden. Noch ist es eine ironische Überspitzung, wenn von einer „Christdemokratischen Einheitspartei“ die Rede ist, die ohne Rücksicht auf eigene Prinzipien jede Forderung integriert, die ihr mehrheitsfähig scheint. Machterhalt als einziger Impuls der Demokratie? Es scheint mir schlüssig, dass die Politikwissenschaft deutlich macht, wohin es führt, wenn eine scheinbar widerspruchsfreie Politik formuliert wird. Tatsache ist: Dergleichen kann es nicht geben! Die Demokratie wird dieser Tatsache gerecht, indem sie die Widersprüche zulässt. Dagegen ist Frau Merkels bemerkenswertes Aufsaugen anderer Strömungen so etwas wie ein Vorläufer einer milden Demokratur. Tatsache ist jedoch auch: Dies entspricht dem durchaus verbreiteten Bedürfnis, demokratische Kompromisse durch vermeintlich fachkompetente Lösungen zu ersetzen und gegenläufige Interessen damit aufzuheben bzw. zu eliminieren. Auf Dauer dürfte dies nicht viel Gutes zutage bringen.

  7. Stephan Jäger schreibt:

    @Thomas Albrecht

    „…einem “Politikwissenschaftler” wünschen, der wenigstens im Ansatz neutral ist! “Merkel sollte stärker “gestellt” werden.“

    Herr Albrecht, sich zu wünschen, dass Frau Merkel endlich für irgendetwas von dem, wofür sie verantwortlich ist, auch öffentlich verantwortlich gemacht wird, bedeutet nicht, nicht „neutral“ zu sein! Wieso dies nicht geschieht und, wieso ihr wirklich absolut nichts übel genommen wird, weiß ich nicht.

    Wer, würden Sie denn sagen, hat zum Beispiel die Deals mit den Energie-Großkonzernen zu vertreten, bei denen sogar der amtierende Umweltminister vor der Türe warten musste und, die dem deutschen Steuerzahler aktuell Schadenersatzklagen in Hundertmillionen oder gar Milliardenhöhe einbringen? Und kommen Sie mir jetzt bitte nicht damit, dass Fukushima niemand voraussehen konnte. Es wäre auch ohne dies ein Verkauf dessen gewesen, worauf Frau Merkel ihren Amtseid geschworen hat. Und es gab reichlich Widerstand. Auch in den eigenen Reihen.

    Wer hat uns – einzig in der deutschen Nachkriegs-Geschichte – mit dem Versuch, in dieser Position möglichts leicht handlebare „Getreue“ zu installieren, zwei Bundespräsidenten-Fehlversuche beschert, für die wir nun bis an deren jeweiliges Lebensende „Ehren“sold zahlen dürfen?

    Die Reihe der aus reiner „Macht-Taktik“ getroffenen krassen politischen Fehlentscheidungen von Frau Merkel, die aber an ihrer Teflonoberfläche offensichtlich spurlos abperlen, ließe sich leider beinahe beliebig vortsetzen.

  8. Chris Steil schreibt:

    @alle

    Ich denke, dass dieses Parteigeschachere nix bringt. Ebenso wie die Fehlentscheidungen der jetzigen Regierung könnte man ein Liste der Verfehlungen anderer Regierungen erstellen. Genauso verhält es sich mit Fehlern, die jetzige Regierungsmitglieder ausbaden müssen. Viele von diesen Entscheidungen sind von anderen getroffen und verantwortet worden.

    Die Diskussion bringt keinen Weiter…….

  9. Helga Eiden-Reich schreibt:

    Das Problem aller heutigen Politik, gleich welcher Couleur: der zu verteilende Kuchen wird nicht mehr wie früher jedes Jahr größer. Statt dessen sind Einschnitte nötig. Die sind unangenehm, also drückt man sich davor, um keine Wähler zu vergraulen. Deshalb werden keine Entscheidungen mehr getroffen, bis das Problem nicht mehr zu ignorieren ist, wie z.B. bei der Energie- oder der Finanzkrise. Wenn es dann zu spät ist und das Kind im Brunnen liegt, werden alternativlose Maßnahmen verkündet.
    Welcher vernünftige, klar denkende, ehrliche Mensch, möchte da noch Politik machen?
    Eben!
    Nur noch die anderen.

  10. rüdiger Rauls schreibt:

    Wer sich heute so alles als Linker bezeichnet. Das scheint heute jeder sein zu wollen. Da wird selbst der letzte Langweiler noch ein bisschen interessant. Da sind einem die ja schon fast sympathisch, die sich als Rechte bekennen.
    Bessere Linke als Sie, Herr Lintz, kann sich der Kapitalimsmus doch nicht wünschen. Niemand stiftet doch mehr Verwirrung und Unklarheit als Linke wie Sie. Sie tun ja gerade so, als würden die kleinen Leute, auch wenn sie zum Teil als Mittelstand bezeichnet werden, über Lohnerhöhungen, Krankengeld, HartzIV und Rentensätze selbst entscheiden.
    Sind es die Arbeiter beim TV, die über die Höhe ihrer Löhne entscheiden oder Leute auf 400-Basis einstellen? Sind es die Angestellten beim TV, die über Betriebsrenten oder deren Abschaffung bestimmen? Entscheiden die Arbeitslosen selbst darüber, ob sie beim TV angestellt werden? Und wenn dort Praktikanten arbeiten, bestimmen die darüber, ob sie dafür Lohn bekommen oder nicht? Bestimmen die Kinderreichen Beim TV darüber, 0b es Betriebskindergärten gibt? Ich weiß nicht, wie viele Arbeiter vor 30 Jahren beim TV gearbeitet haben? Höchstwahrscheinlich ein Vielfaches vom heutigen Personalstand. Haben die sich alle selbst entlassen und arbeitslos gemacht. Nicht die Leute, die in den Betrieben arbeiten oder in der Gesellschaft verarmen, sind die Profiteure all dieser Kostenersparnis und Sozialdumpings, sondern die Besitzer der Betriebe. Gibt es die nicht mehr? Jedenfalls werden sie von Linken wie Ihnen nicht erwähnt.

  11. Stephan Jäger schreibt:

    @Helga Eiden-Reich

    „…bis das Problem nicht mehr zu ignorieren ist, wie z.B. bei der Energie- oder der Finanzkrise.“

    Ganz so ist das im Falle der Energie„krise“ eben leiderl nicht. Da gab/gibt es Leute, die das, was Frau Merkel jetzt gar so gerne als ihre „Idee“ präsentieren möchte, nachdem sie mit ihrer Idee und ihrem eigentlichen politischen Willen gescheitert ist, seit Jahren, teilweise Jahrzehnten wollen und auch schon teilweise umgesetzt hatten. Sie hat das ohne Not und zur Bedienung reiner Lobby-Interessen demontiert und uns um Jahre zurückgeworfen. Das, und nicht die „Energiewende“ ist ihr „Verdienst“.

    Wie schon einer der Vorkommentatoren geschrieben hat: Wer hat’s erfunden?

  12. Thomas Schulte schreibt:

    @ Stephan Jäger:

    “Wie schon einer der Vorkommentatoren geschrieben hat: Wer hat’s erfunden?”

    Keine Ahnung…die Kinder liebenden Öko-Bolschewisten, die sich “Bündnis 90/Die Grünen” nennen und eigentlich freien und mündigen Bürgern mit nicht zu übertreffender Intoleranz vorschreiben wollen, wie sie zu leben haben??? Super Partei, weiter so!!!

  13. Stephan Jäger schreibt:

    @Thomas Schulte

    „…die Kinder liebenden Öko-Bolschewisten,“

    Na aber gegen „Kinder Lieben“ ist doch im Prinzip nichts einzuwenden. Oder von wem hätten die „freien und mündigen Bürger“, die Primitivegoismus zum politischen Programm erhoben haben, später gerne ihre Renten bezahlt, den Rollstuhl geschoben und den Sabber vom Mund gewischt?

  14. Norbert Damm schreibt:

    Dieter Lintz und Gerhard Schröder (Gerdgas), beide Ex-Jusos. “Treffer” sagt Frank Jöricke. Ja, da haben sich die richtigen im linken Milieu gefunden. Und ich dachte schon, es wäre verschwunden. Danke Frau Merkel: Sie repräsentieren diese Position punktgenau. Nein, ihre Frisur gefällt mir besser: Haargenau.

  15. Norbert Damm schreibt:

    Mal ohne Polemik: Was ist heute “links”? Die Partei “Die Linke”? Eine Rot-Grüne Koalition? Für mich hat “links” was zu tun mit Kritik der Herrschenden und der Verhältnisse, in denen wir leben. “Wie hat es ein bekannter Autor auf die USA und deren Verhältnis zu Deutschland bezogen zynisch formuliert: Weil ein Vater einmal vielleicht seiner Tochter das Leben gerettet hat, beansprucht er für sich das Recht, sie permanent zu vergewaltigen.

    Edwin Klein, Saarburg”

    Er hat mir gezeigt, wo der Hammer hängt. Sein Leserbrief im TV am 20.Juli 2013 ist der “Treffer”. Alle “Nebelkerzen” und solche, die eloquent sich “links” nennen, Dieter Lintz oder mein Freund Jürgen Tritt-in z.B., ich glaube, Lügen, betrügen, bomben” wären gute Stichworte für einen transparenten Wahlkampf. Die “Rechten” würden den so nie führen. Dann wissen Sie jetzt, was für mich”links” ist.

  16. Dieter Lintz schreibt:

    Falls es noch jemanden interessiert: Im Artikel zum ARD-Deutschlandtrend (http://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend1794.html) steht ziemlich präzise drin, warum Frau Merkel so beliebt ist und warum eine Regierung wiedergewählt wird, deren konkrete Arbeit kein Mensch gut findet. Man beachte die Passage: It’s the economy, stupid!

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