ECE: SPD unterstützt OB

TRIER. In der Debatte über ein mögliches Engagement des Projektentwicklers ECE am Standort Trier unterstützt die SPD den Kurs von OB Klaus Jensen. Zugleich sehen die Genossen den hiesigen Einzelhandel in einer Bringschuld. 

Trier sei “eine herausragende Einkaufsstadt und bietet mit der historischen Innenstadt ein besonderes Flair”, erklärte SPD-Partei-und Fraktionschef Sven Teuber am Dienstag. Allerdings müssten die Verantwortlichen “auch ständig daran arbeiten, die Attraktivität der Innenstadt zu verbessern.” Die SPD Fraktion unterstütze daher den von OB und Stadtvorstand eingeschlagenen Weg, eine Arbeitsgruppe aus Rat und Verwaltung einzurichten, um Ziele für eine nachhaltige Innenstadtentwicklung festzulegen. Für seine Partei sei klar, “dass zunächst diese Ziele erarbeitet werden müssen, um dann zu prüfen, wie und mit wem diese erreicht werden können”. Die von Jensen angekündigte Arbeitsgruppe müsse sich “daher sachlich anhand von Fakten mit dem IST-Stand auseinandersetzen, um einen sachbezogenen SOLL-Zustand zu definieren. Vorteilhaft erscheint hierfür auch, dass die Arbeitsgruppe auf die dann vorliegende Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes zurückgreifen kann”.

Teuber weiter: “Wir hoffen, dass diese Vorgehensweise dazu beiträgt, dass die doch sehr emotional geführte Debatte zur notwendigen Sachlichkeit zurückkehrt, um der Bedeutung einer nachhaltigen Innenstadtentwicklung gerecht zu werden”. Gleichzeitig nehme die SPD den Einzelhandel in die Pflicht und erwarte, dass dieser “das große Engagement in der Diskussion auch direkt nutzbar macht. Egal, wie man zu den Vorschlägen einer neuen Quartiersentwicklung in der Innenstadt steht, die frühestens in fünf Jahren umgesetzt sein können, ist schon jetzt konkretes Handeln erforderlich. Daher muss es im Interesse des Einzelhandels sein, dem artikulierten Bedürfnis einer Entwicklung nachzukommen”. In Gesprächen mit Verbandsvertretern sei zugesagt worden, dass man sich stark mit konkreten Maßnahmen für Angebot und Straßenbild beteiligen werden. “Wir würden uns freuen, konkrete Maßnahmenpakete zeitnah vorgestellt zu bekommen”, so Teuber.

Unabhängig hiervon sieht die SPD auch Rat und Verwaltung in der Pflicht zu handeln. Die Stadtverwaltung müsse prüfen, wie eine “zeitnahe Wiedereinführung einer einwandfreien Bettenabgabe möglich gemacht werden kann, um mit diesen Mitteln, die Stadt touristisch, kulturell und als Einkaufsstadt attraktiv zu halten”. Dies solle übergangsweise die prekäre kommunale Finanzlage überbrücken, bis die Einführung einer Fremdenverkehrsabgabe möglich erscheine. Darüber hinaus verweist die SPD Fraktion auf die immer wieder betonte Verbindung von Wirtschaft und Kultur. Durch eine Bespielung der Innenstadt mit zahlreichen Angeboten im Kultur- und Eventbereich erfahre die Stadt “jenseits des reinen Konsums eine Attraktivität, die gleichzeitig den Einzelhandel stärken wird”.

Eine Liste sämtlicher Beiträge über die ECE-Debatte finden Sie hier

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6 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Norbert Damm schreibt:

    Teuber : “Wir hoffen, dass diese Vorgehensweise dazu beiträgt, dass die doch sehr emotional geführte Debatte zur notwendigen Sachlichkeit zurückkehrt, um der Bedeutung einer nachhaltigen Innenstadtentwicklung gerecht zu werden”.
    Herr Teuber: Ein Nachhalt ist ein Nachhalt, ist ein Nachhalt, ist nachhaltig. – Der Vorhalt ist ein Vorhalt ist ein Vorhalt, ist vorhaltig. – Meinen Sie der Vorhalt gegen ECE weltweit macht diese nachhaltig? Daß Sozialdemokraten einen Hang haben zu Sozialtechnokraten zu mutieren, ist nicht neu. Aber wir, die WählerInnen sind nachhaltiger. Sie und Ihr “unabhängiger” SPD-OB Kandidat werden die Quittung kriegen. Nachhaltig.

  2. Sven Teuber schreibt:

    @ Norbert Damm:

    Sie können mir gerne zeigen, wo die SPD in der vorliegenden Mitteilung von ECE gesprochen hat. Uns geht es nicht um einen Investor, sondern um eine Innenstadtentwicklung und die muss nachhaltig sein.

    Sven Teuber

  3. Thomas Albrecht schreibt:

    Eine späte Erkenntnis ist besser als völlige als gar keine, auch wenn sie nur aufgrund Druck der anderen Fraktionen und einer kritischen Berichterstattung im SWR zustande gekommen ist. Besser, nein richtig wäre es gewesen, wenn diese Arbeitsgruppe schon im Herbst letzten Jahres eingerichtet worden wäre, als die ECE zum ersten Mal mit der Idee der so genannten Entwicklungsvereinbarung an die Stadt herangetreten ist. Weshalb zunächst diese Geheimniskrämerei, weshalb sollte zuerst zunächst alles im Schweinsgalopp ohne Beteiligung der gewählten Ratsmitglieder über die Bühne gezogen werden. Warum wurde erst der Zeitdruck aufgebaut, wenn es jetzt heißt, man hätte alle zeit der Welt, so etwas Wichtiges zu beschließen? Ich fühle mich jedenfalls, formulieren wir es einmal vorsichtig, als Ratsmitglied nicht ernst genommen!

  4. Norbert Damm schreibt:

    Danke Herr Teuber. Darauf wäre ich jetzt echt nicht gekommen. Daß die SPD solche Probleme hat. Innenstadtentwicklung? Ja da kann ihnen Hans-Joachim Doerfert weiterhelfen. Wäre nur eine Anfrage.

  5. V.Clemens schreibt:

    Die SPD entwickelt sich immer mehr zur Immobilien-Partei. Erst schließt sie die GS Kürenz. Dann kündigt Herr Teuber an, das es möglich wäre, nach genauesten Untersuchungen natürlich, das es evt. mögli,ch das GS Martin auch nicht zu halten wäre
    (alles Grundstücke, die toll zu bebauen sind, genau wie Quint und Egbert)und nun wollen sie auch noch die Europahalle versilbern.

  6. Erik Thees schreibt:

    Respekt Herr Teuber für das Zurück zu Sachargumenten. Auf diese sollte auch schleunigst zurück und zwar besonders bei den “Volksparteien”

    Sachargumente, die da z.B. wären:

    1)
    Dass die Immobilieneigentümer in Trier Citylage gegen ein “Center” sind, ist verständlich. Sie befürchten ein höheres Angebot, mit der Folge von sinkenden Mieten.
    Mehr als positiv für jeden StartUp, der zum Beispiel ein Ladenlokal mieten will. Momentan in 1a Lage und auch daneben für Anfänger kaum möglich! 

    2)
    Die Einzelhändler wettern. Verständlich. Konkurrenz bei 0815-Sortiment befürchtet man zurecht. Peek+Cloppenburg, Sport Scheck etc ziehen Käufer, aber vor allem bringt es Druck in den Arbeitsmarkt und zwar auf Angebotsseite. Plötzlich kann die Verkäuferin “dort” mehr verdienen… und auch der “Einzelhändler- bisher Platzhirsch” muss seine Angestellten besser bezahlen!
    Gut also für die vielzitierte “Schleckerfrau”!

    3)
    Konkurrenz belebt das Geschäft… ein gutes Beispiel ist Guillaume und Dahm+Schädler. Als die “Konkurrenz” mit Trier-Galerie anrückte, wurde dort renoviert, angebaut und das Sortiment ausgebaut. Jetzt braucht dort niemand  ein “Center” zu fürchten. Andere haben ebenso gekontert!

    4)
    Mmmh… Dass nun die FDP gegen ein “Center” ist, kann ich verstehen. Auch die IHK… alles kurzfristig betrachtet. 
    Aber unsere “Volksparteien”?

    5)
    Zu ECE nur soviel… Knallharte Profis – aber ein Treverismurks und Alleencenterloch wäre mit denen nicht passiert. Definitiv.

    6)
    Was wäre, wenn:
    Europahalle leer
    Karstadt leer
    Treveris furchtbar
    Theater kaputt
    Penta-hotel neben ex-nh Hotel Brache…

    Wer soll das entwickeln? Die bekannten Verdächtigen aus dem Umland? Und die haben dann “Trier” im Sinn und wollen kein “Geld verdienen”?

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