Drama in mehreren Akten

Matthias Cuntz wurde nach einer guten Stunde vom Platz gestellt. Zuvor sah bereits Marco Quotschalla die Rote Karte. Foto: Jörn PelzerWas für ein Abend für Eintracht Trier: Die Mannschaft von Trainer Roland Seitz kämpfte sich vor über 6000 Zuschauern bei Kickers Offenbach zu einem 1:1 – und das nach zwei Roten Karten und einem Rückstand. Sie bleibt damit im 14. Regionalligaspiel in Folge ungeschlagen und mindestens für eine Nacht weiter an der Tabellenspitze. Die Platzverweise werden Seitz jedoch Personalprobleme bereiten.

OFFENBACH. “Da geht der Fußball erst los”, schwärmte Eintracht-Coach Roland Seitz noch vor der Partie angesichts der zu erwartenden Atmosphäre im ehemaligen “Stadion am Bieberer Berg”. Doch in den 90 Minuten vor 6.276 Fans in Offenbach war dem SVE-Trainer mehr zum Aufregen als zum Freuen zumute.

Und das nicht wegen einiger der 500 mitgereisten Trierer Fans, die kurz vor Anpfiff in ihrem Gästeblock Rauchbomben zündeten. Vielmehr stand das Schiedsrichtergespann um Marcel Schütz im Mittelpunkt des Ärgers. “Die Schiedsrichter waren überfordert und darunter haben wir gelitten”, sagte Seitz nach dem Spiel. Der erste Höhepunkt der Aufregung Mitte der ersten Halbzeit: Marco Quotschalla foulte Mohammed Tahiri an der Seitenlinie: Rot für den Trierer (24.).

Bereits vor dem Platzverweis war es ein hitziges Duell. Beide Mannschaften kämpften um jeden Meter, führten bissige Zweikämpfe und Fouls, die Schütz schon früh mit Gelben Karten bestrafte (Torge Hollmann und Alon Abelski nach taktischen Fouls), was zu erstem Kopfschütteln beim Eintracht-Trainer führte.

Seitz musste auf die Rote Karte reagieren und ließ Abelski für Quotschalla aus dem Zentrum auf die linke Außenbahn rücken. Der SVE agierte fortan also im 4-4-1-System und ließ die Kickers nun kommen, die bis zur Pause drückten. Fabian Bäcker kam zur besten Chance (28.), als er zunächst aus elf Metern an Keilmann scheiterte, dann den Ball über die Latte schoss.

Die Trierer standen zwar tiefer als vor dem Platzverweis, setzten aber in Unterzahl durchaus eigene Offensivaktionen, die in der Nachspielzeit der ersten Hälfte beinahe zum Führungstreffer führten. Sylvano Comvalius köpfte nach einer Flanke von Fouad Brighache knapp am langen Pfosten vorbei.

Gerade als sich die Gemüter nach der Halbzeit zu beruhigen schienen, sah der Referee wieder eine wütend reklamierende Trierer Mannschaft auf sich losstürmen. Matthias Cuntz rettete nach Bäckers Schuss auf der Linie – der Schiedsrichter ließ auch zunächst weiterlaufen, doch sein Assistent an der Seitenlinie hatte ein Handspiel gesehen: Elfmeter für den OFC und Rot für den Trierer (62.).

Der Ex-Trierer Benjamin Pintol trat an, scheiterte aber an Chris Keilmann, der den Ball aus der rechten Tormann-Ecke klärte – ein Tipp von Seitz, der zuvor Ersatz-Keeper Andreas Lengsfeld zu Keilmann geschickt hatte. “Ich war mir zu 100 Prozent sicher, dass Benjamin dahin schießt”, sagte der Trainer und geriet dabei ins Schmunzeln.

Angesichts der Umstände konnte sich das Trierer Trainergespann am Ende über einen Punkt in Offenbach freuen. Foto: Jörn PelzerDie Freude währte aber nur kurz, denn drei Minuten später nutzte der OFC seine doppelte Überzahl: Marcel Mosch netzte zum 1:0 ein. Wer aber dachte, die Partie sei jetzt entschieden, hatte seine Rechnung ohne Torge Hollmann gemacht. Einen Abelski-Freistoß köpfte er Zentimeter neben den Innenpfosten – der Ausgleich (72.), den neun Trierer mit Mann und Maus gegen stürmende Kickers über die Zeit retteten.

“Das war Wahnsinn, was wir heute erlebt haben. Ein wunderschönes Stadion und zwei Teams, die heiß waren. Chapeau an meine Mannschaft, das war sensationell!”, geriet Seitz nach der Partie doch noch ins Schwärmen.

Kickers Offenbach: Endres – Maier, Wilke, Modica, Schulte – Tahiri (54. Mosch), Biggel, Wittke (87. Korb), Mangafic – Pintol (77. von der Burg), Bäcker

Eintracht Trier: Keilmann – Brighache, Dingels, Buchner, Zittlau – Hollmann (83. Kröner), Cuntz – Bender (73. Kuduzovic), Abelski, Quotschalla – Comvalius (77. Spang)

Tore: 1:0 Mosch (66.), 1:1 Hollmann (72.)

Schiedsrichter: Marcel Schütz (Worms)

Zuschauer: 6276

Rote Karten: Quotschalla (24.), Cuntz (62.)

Besonderes Vorkommnis: Keilmann hält Handelfmeter von Pintol (63.)

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