Eintracht Trier lässt Punkte liegen

In einem über weite Strecken klar überlegenen Spiel muss sich Eintracht Trier gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern nach zahlreichen vergebenen Großchancen mit einem torlosen Remis begnügen. Nach einer Niederlage, einem Sieg und einem Unentschieden belegt der SVE nach drei Partien zumindest noch bis zum Sonntagnachmittag den achten Platz.

TRIER. Nach zwei starken Pflichtspielen ohne zählbaren Erfolg und einem überzeugenden Sieg in Pirmasens gegen Zweibrücken am vergangenen Sonntag hatte sich die Eintracht vorgenommen, gegen die spielstarke zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern nachzulegen. Da der wegen einer Verletzung gegen Zweibrücken in der Halbzeitpause ausgewechselte Matthias Cuntz wieder rechtzeitig genesen war, wurde gegenüber der Anfangsaufstellung der zuletzt siegreichen Mannschaft lediglich der gelb-rot gesperrte Steven Kröner durch Christopher Spang ersetzt. Dieser hatte sich nach seiner Einwechslung im vergangenen Spiel mit einer starken Leistung nachdrücklich empfohlen.

Bereits in der ersten Minute der Partie kam Christoph Anton nach einem langen Ball etwa 13 Meter vor dem Tor in bedrängter Situation und sichtlich überrascht an die Kugel, der er beim Schuss nicht mehr den nötigen Druck verleihen konnte – kein Problem für den Lauterer Keeper Marius Müller.

Danach plätscherte das Spiel eine halbe Stunde vor sich hin. Die Eintracht war zwar bemüht, wurde jedoch immer wieder entscheidend im Spielaufbau gestört. Zumeist wurde der gut abgeschirmte Sylvano Comvalius mit langen Bällen gesucht. Erst in der 25. Minute erreichte ihn eine weite Flanke von Abelski vielversprechend. Die Direktabnahme aus ungünstigem Winkel verfehlte allerdings das Gästegehäuse deutlich. Auch die starke kämpferische Leistung von Anton und Marco Quotschalla in der Offensive führte letztlich nicht zu Chancen. Für Stimmung sorgten zu diesem Zeitpunkt vor allem die Trierer Ultras auf den Rängen mit ihren Anfeuerungsgesängen.

Nach der von Schiedsrichter Fritsch in der 32. Minute anberaumten Unterbrechung zur Flüssigkeitsaufnahme kamen die Trierer dann wesentlich besser ins Spiel. Den Auftakt bildete eine Einzelaktion von Quotschalla, der sich in der 36. Minute auf der rechten Seite gleich gegen mehrere Pfälzer durchsetzte, im Abschluss aber deutlich verzog.

Nur zwei Minuten später luchste Christoph Anton seinem Gegenspieler im Mittelfeld den Ball ab und spielte schnell auf Quotschalla weiter. Mit einer Glanzparade gelang es Lauterns Torwart, dessen Schuss aus 18 Metern abzuwehren. Den lang getretenen Eckball köpfte Michael Dingels an den langen Pfosten. Quotschalla konnte dann den Abpraller im Gewühl nicht unter Kontrolle bringen.

Die Eintracht erhöhte den Druck und kam noch vor der Pause zu weiteren Möglichkeiten. In der 43. Minute wehrte der gegnerische Keeper eine Direktabnahme von Sylvano Comvalius nach einer langgezogenen Flanke von Alon Abelski ab. Nur eine Minute später landete der von Abelski getretene siebte Trierer Eckball abermals bei Comvalius. Dessen wuchtigen Kopfball konnte der Christian Lensch per Kopf von der Linie klären. Der Nachschuss von Quotschalla verfehlte das Tor. Damit allerdings nicht genug: In der 45. Minute scheiterte Comvalius erneut im Duell mit dem Pfälzer Schlussmann, nachdem Abelski den abermals von Christoph Anton erkämpften Ball steil in die Spitze gespielt hatte.

In der Nachspielzeit (45+2.) stand den Trierern ein wenig das Glück bei, als Andy Lengsfeld bei einem langen Pass des Gegners in die Spitze den Ball kurz vor der Sechzehnerlinie noch innerhalb des Strafraums abfangen wollte, diesen jedoch nicht zu fassen bekam und mit dem Stürmer Jan-Lukas Dorow kollidierte. Der eine oder andere Schiedsrichter hätte in dieser Situation auf den Punkt gezeigt. Der Unparteiische Tobias Fritsch aus Bruchsal ließ jedoch weiterspielen. Dennoch ging es unmittelbar danach mit einem für die Eintracht unbefriedigenden Ergebnis in die Halbzeitpause.

Zu Beginn der zweiten Hälfte knüpften die Trierer an der Leistung der letzten Viertelstunde vor der Pause an. In der 51. Minute schlug Fouad Brighache aus der eigenen Hälfte einen langen Diagonalpass auf den frei gestarteten Alon Abelski. Statt den Ball jedoch eiskalt im Duell mit Marius Müller zu versenken, verzögerte der Trierer, bis zwei Abwehrspieler aufgerückt waren und klären konnten.

Vier Minuten später setzte sich abermals Christoph Anton auf der linken Seite durch. Dessen Flanke konnte ein Abwehrspieler gerade noch vor dem zum Einköpfen bereiten Matthias Cuntz klären. In der 59. Minute köpfte Christoph Buchner dann eine auf den kurzen Pfosten getretene Ecke knapp am Tor vorbei.

Eine sogenannte Fußballweisheit besagt, dass es sich häufig rächt, wenn man zahlreiche Chancen auslässt. In der 62. Minute hätte sich dies fast bewahrheitet, als plötzlich Christian Lensch 20 Meter vor dem Trierer Tor auftauchte und mit einem Steilpass glänzend Ricky Pinheiro Coutinho in Szene setzte. Doch konnte der rechtzeitig herauseilende Andy Lengsfeld das Spielgerät noch zur Ecke abwehren und damit die erste Torchance für die Pfälzer zunichte machen. Kurz darauf (65. Minute) bedurfte der SVE-Keeper der klärenden Mithilfe seiner Vorderleute, als er einen von Sebastian Jacob aus relativ spitzem Winkel von der linken Seite geschossenen Ball nicht festhalten konnte.

In der 68. Minute vergab die Eintracht dann die nächste Großchance. Nach einer kurzen Ecke – mittlerweile schon die zehnte – schlug Abelski eine Hereingabe auf den langen Pfosten, die Christoph Buchner per Kopf abnahm. Erneut war es der scheinbar allgegenwärtige Christian Lensch, der den Ball für seinen geschlagenen Keeper von der Linie köpfte.

Anders als in der ersten Halbzeit erlosch mit der neuerlich vom Schiedsrichter angeordneten Pause zur Flüssigkeitsaufnahme im Wesentlichen der Trierer Offensivdrang. Vielmehr ergaben sich nun für die sehr defensiv agierenden Gäste aus der Pfalz noch Konterchancen. So stand in der 77. Minute Jan-Lukas Dorow plötzlich alleine vor Lengsfeld, konnte diesen allerdings nicht mit einem versuchten Heber überlisten. Zwei weitere vielversprechende Spielzüge schlossen die Gäste überhastet ab, sodass sich keine ernsthafte Gefahr für das Trierer Tor ergab (der eingewechselte Sascha Simon in der 78. Minute und abermals Jan-Lukas Dorow in der 86. Minute).

Während sich Kaiserslauterns Coach Konrad Fünfstück auf der Pressekonferenz insgesamt mit dem Ergebnis zufrieden zeigte, ärgerte sich der Trierer Trainer Reinhold Seitz über die mangelhafte Chancenauswertung seiner Mannschaft, durch die eine über 60 Minuten gute Leistung nicht gekrönt worden sei.

Jörg Müller

Eintracht Trier: Lengsfeld – Brighache, Dingels, Buchner, Zittlau – Spang – Cuntz, Abelski, Anton (Kuduzovic, 76.) – Quotschalla, Comvalius (Touré, 63.)

1. FC Kaiserslautern II: Müller – Zimmer, Bugera, Tasky, Mockenhaupt – Pinheiro – Lensch (Schwehm, 74.), Pokar, Bach (Simon, 59.) – Dorow, Jacob (Dadachev, 82.)

Tore: keine

Schiedsrichter: Tobias Fritsch (Bruchsal)

Zuschauer: 1538

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