“Es geht nicht um Sieg oder Niederlage!”

Nach mehreren Anläufen und jahrelanger Debatte hat der Stadtrat am Donnerstagabend die Fortschreibung des städtischen Schulentwicklungskonzepts beschlossen. Erwartungsgemäß fand ein gemeinsamer Änderungsantrag von CDU, SPD, Grünen und FDP eine große Mehrheit. Wurde damit nun eine “größtmögliche Übereinkunft” (Dorothee Bohr, CDU) erzielt, oder doch eher ein “fauler Kompromiss” (Tobias Schneider, FDP) gefunden? Die Debatte um die Schulpolitik scheint jedenfalls nicht beendet. So machte OB Klaus Jensen (SPD) deutlich, dass die Verwaltung eine Reihe von Einzelentscheidungen für kaum realisierbar hält – etwa den Aufbau eines Schulzentrums Trier-West. Auch die Grundschule Kürenz, deren Ende nun faktisch beschlossen ist, dürfte weiter für Diskussionen sorgen. FWG-Chef Hermann Kleber prophezeite, am Ende würden auch Schulen geschlossen, “die jetzt glauben, noch einmal davon gekommen zu sein”.

TRIER. Kinder und Eltern, Erzieherinnen und Lehrer drängten sich im Besucherbereich des großen Rathaussaals. Ein weiteres Mal zeigten sie Präsenz. “In Schulkinder sollte man heute investieren, denn davon werden wir morgen profitieren“, stand auf einem Plakat geschrieben, “Schule im Maar? Wunderbar!” auf einem anderen. Ein “Ja-Wort für den Hort” wurde gefordert, wobei der Hort von Heiligkreuz gemeint war. Die Besucher der Ratssitzung mussten es beim Hochhalten ihrer Forderungen belassen, so schreibt es die Geschäftsordnung vor. Missfallens- und Beifallsbekundungen müssten unterbleiben, klärte Sitzungsleiter Klaus Jensen zu Beginn auf, “maximal durch Mienenspiel” dürften die Zuhörer ausdrücken, was sie von den einzelnen Redebeiträgen hielten.

Doch bevor die Ratsmitglieder das Wort ergriffen, stellte Jensen auch klar, dass die Debatte nach einem Ratsbeschluss erst einmal beendet sein werde. Schließlich sei der Entscheidung ein “umfangreiches Beteiligungsverfahren” vorausgegangen, in einem “mehrmonatigen Abwägungs- und Prüfprozess” habe die Verwaltung alle ins Feld geführten Argumente berücksichtigt. Man werde sich deshalb mit weiteren Petitionen nicht mehr befassen, so Jensen.

War es das? Wohl kaum, wie die anschließende Debatte rasch zeigte. Die über Fraktionsgrenzen hinaus für ihre sachliche Art geschätzte Dorothee Bohr (CDU) hatte die jahrelange Debatte kurz Revue passieren lassen, um dann OB und Schuldezernat ein Lob zu zollen. Erst die Vorlage des Stadtvorstands habe allen klar gemacht, dass es “zum Schwur kommen würde”. Bohr erinnerte daran, dass “ein Gesamtplan, in sich schlüssig” anfangs das Ziel aller Beteiligten gewesen sei. Den Änderungsantrag von CDU, SPD, Grünen und FDP verteidigte sie vor dem Hintergrund der zum Teil sehr unterschiedlichen Positionen als “größtmögliche Übereinkunft”. Konkret hob Bohr die Forderung hervor, eine Gesamtplanung für die Betreuung von Kindern in Ganztagsschulen und Horts zu erarbeiten. Vorher dürfe es keine Verlagerungen von Standorten geben. Auch die Aufwertung des Schulstandorts Kurfürst-Balduin-Realschule plus, wo nach dem Willen der vier Fraktionen auch die Grundschulen Pallien und Reichertsberg zusammengeführt werden sollen, bezeichnete Bohr als Erfolg. Die Entscheidung für eine Zusammenlegung der Grundschulen Ehrang und Quint sei ihrer Fraktion hingegen “nicht leicht” gefallen. Alle hätten Zugeständnisse machen müssen, denn “wir haben schon zu viel Zeit verloren, es darf nicht wieder zum Stillstand kommen”.

Dahm: Politisches Himmelfahrtskommando 

Ähnlich argumentierte Dr. Regina Bux (SPD). Die Alternative sei gewesen, die Verwaltungsvorlage scheitern zu lassen. Doch nach den Erfahrungen mit dem Schulentwicklungskonzept unter dem seinerzeitigen Dezernenten Ulrich Holkenbrink (CDU), das im Vorfeld der letzten Kommunalwahl auf Eis gelegt worden war, habe man hinzugelernt, gab die Sozialdemokratin zu bedenken. Denn “alle danach getroffenen Entscheidungen waren Einzelentscheidungen, die sich oft nach kurzer Zeit als nicht praktikabel erwiesen”, so Bux. Für ihre Fraktion sei klar, dass vor allem in punkto Reichertsberg schnell Abhilfe geschaffen werden müsse. Dass man nun für den Erhalt der Martin-Grundschule eintrete, sei eines der Zugeständnisse ihrer Fraktion gewesen. Bux verhehlte denn auch nicht, dass sie Ambrosius für den Standort der Zukunft im Trierer Norden hält. Sie sei sicher, dass der hervorragende bauliche Zustand und das “gute pädagogische Konzept” dazu führten, dass Ambrosius über die Schulbezirksgrenzen hinaus eine starke Nachfrage verzeichnen werde. Offen räumte die Genossin ein: “Der Prozess ist nicht abgeschlossen, weil es noch eine Vielzahl von Fragen zu klären gibt.”

Das sieht auch Gerd Dahm so, doch der Grüne machte auch deutlich, dass das “planlose Gewurschtel” in der Schulpolitik ein Ende haben müsse. Zwei Dezernenten seien schon daran gescheitert, eine abstimmungsfähige Vorlage zu erarbeiten. Deshalb sei es eine “durchaus anerkennenswerte Leistung der Dezernentin und der Verwaltung, einen unumkehrbaren Prozess angestoßen zu haben”, so Dahm. Birk habe Mut bewiesen, weil sie “dieses politische Himmelfahrtskommando” auf sich genommen habe. Auch Dahm unterstrich, dass alle Abstriche machen mussten – aber “eine knappe Mehrheit wäre ein Pyrrhussieg gewesen”. Die Entscheidungen seien “Zwängen geschuldet, die aus einer dauerhaften Unterfinanzierung des Schulhaushalts” herrührten. Die Reduzierung der Grundschulstandorte sei zwar “schmerzhaft, aber nicht zu vermeiden”, so Dahm, und “Ambrosius wird wachsen und wir sollten ihr eine Chance geben”. Der Grüne weiter: “Es geht nicht um Sieg und Niederlage, wir alle hätten am liebsten unsere Schule erhalten”. Scharfe Kritik übte er an Ortsbeiräten, die als Argument für den Erhalt von Schulen die aus den 1960ern stammenden Eingemeindungsverträge ins Feld geführt hatten: “Das ist anachronistisch und zeugt nicht von gelebter Stadtgemeinschaft”.

Die Freien Wähler waren in die Kompromisssuche der anderen Fraktionen erst gar nicht mit eingebunden. Ein Umstand, den Hans-Alwin Schmitz heftig beklagte, gebe es doch eine Reihe von Punkten, die seine Fraktion durchaus mittrage. Dann holte der Eurener zum Rundumschlag aus: “Leider wurde bei der Erarbeitung des Konzepts kaum das soziale Gefüge mit berücksichtigt”. Auch habe eine systematische Einbindung der Jugendhilfeplanung gefehlt. Mit den Freien Wählern werde es keine Grundschulschließungen geben, abgesehen von einer Zusammenlegung von Pallien und Reichertsberg. “Wir haben seit 20 Jahren hierzu eine Meinung”, so Schmitz, und diese habe sich nicht geändert. Denn Grundschulen seien oft der Grund dafür, dass Familien in einen Stadtteil zögen. “Wer soll denn jetzt noch nach Quint ziehen? Man nimmt ihnen erst die Kirche, schließt den Bolzplatz und jetzt auch noch die Schule”.

Für die Liberalen verteidigte Joachim Gilles den gemeinsamen Änderungsantrag: “Ein Kompromiss ist ein Kompromiss”, ließ Gilles durchblicken, dass das Papier auch aus seiner Sicht nicht der große Wurf ist. “Aber die Alternative wäre Stillstand gewesen und wir hätten nicht gewusst, in welche Gebäude wir künftig investieren sollten.” Martin bezeichnete Gilles als “eine Art von Betriebsgrundschule des Brüderkrankenhauses”, deren Erhalt gerade angesichts des gesellschaftspolitischen Ziels, Beruf und Familie besser zu vereinbaren, wichtig sei. Die Fusion von Ehrang und Quint sei das Zugeständnis der Liberalen gewesen, ebenso sei seiner Fraktion die Aufgabe der Grundschule Kürenz nicht leicht gefallen. Später sollte dann Gilles’ Parteifreund Tobias Schneider das Wort ergreifen – und heftig gegen die Vier-Fraktionen-Linie wettern: “Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich mich mit der Vorlage der Verwaltung anfreunden können”. Der Änderungsantrag sei ein “fauler Kompromiss”, so Schneider, und es sei grotesk, nun ausgerechnet “die einzige Schule zu schließen, die in einem guten baulichen Zustand ist” – womit der Freidemokrat Kürenz meinte. “Dieses Konzept wird uns um die Ohren fliegen”, sagte der FDP-Kreischef voraus.

FWG: Wer will jetzt noch nach Quint ziehen?

Ins selbe Horn stieß Bernd Michels, der Ortsvorsteher von Kürenz: “Diese Schule ist im wahrsten Sinne Bauernopfer”, echauffierte sich der Christdemokrat, “es musste eben eine Schule dran glauben.” Die Enttäuschung in seinem Stadtteil sei “riesengroß”, er könne das gut verstehen. Denn es sei nicht zumutbar, ein Grundschulkind durch die Unterführung im Wasserweg nach Ambrosius zu schicken. Katrin Werner beklagte, dass die Verwaltungsvorlage erst seit Anfang März habe öffentlich diskutiert werden können. Den vier Fraktionen warf sie vor, ihre Linie quasi im Hinterzimmer ausgeheckt zu haben. “Die gesamte Debatte wurde nie unter qualitativen Kriterien geführt, die Frage nach Inklusion wurde nicht beantwortet”, kritisierte die Linke weiter; “wenn wir eine gute Schulpolitik machen wollen, dann brauchen wir den Erhalt aller Schulen”, verlangte sie.

Andreas Wirtz, Sprecher der AG Schulen des Jugendparlaments, hatte hingegen erklärt: “Natürlich würden auch wir am liebsten alle Schulstandorte behalten, allerdings entspricht dies nicht den real umsetzbaren Möglichkeiten”. Um bildungspolitische Idealvorstellung umsetzen zu können, seien “einzelne harte Entscheidungen unumgänglich. Die in den drei Vorlagen vorgesehenen Einschnitte sind nicht so drastisch, wie es von Birregio empfohlen wurde, allerdings mussten wir zunächst mitansehen, wie in den letzten Wochen die Vorlage des Stadtvorstands von den Fraktionen regelrecht weichgespült wurde”, kritisiert wurde.

Was von dem nun beschlossenen Kompromiss tatsächlich umgesetzt werden kann, scheint ohnehin weitgehend offen. Denn auch wenn sowohl Bildungsdezernentin Angelika Birk (B90/Die Grünen) als auch der OB am Donnerstagabend versicherten, dass die Verwaltung sich dem Ratsbeschluss verpflichtet fühle und entsprechend agieren werde, so machte doch vor allem Jensen deutlich, dass sich aus seiner Sicht manches kaum umsetzen lässt. Er sei “unterm Strich” dankbar, dass die Fraktionen einen Kompromiss gefunden hätten, so der OB; das sei auch ein “Stück politischer Kultur”, die der Stadtrat bewiesen habe. Doch er müsse auch darauf hinweisen, dass allein die geforderten Maßnahmen für Trier-West “nicht unter 10 Millionen Euro” zu haben seien. Dass der Stadtrat mit Ambrosius eine vierzügige Grundschule beschlossen habe, die nun eventuell nur zweizügig gefahren werde, könne Rückforderungen von Landesmitteln nach sich ziehen, warnte Jensen. Und Birk erklärte auf eine dringliche Anfrage der Linksfraktion, dass der Änderungsantrag der vier Fraktionen “auf jeden Fall” dazu führen werde, dass sich die Bausumme “beträchtlich erhöhen” werde.

“Natürlich ist das eine erste Etappe”, kommentierte der OB den gestrigen Beschluss, und in der Tat: Jede Einzelmaßnahme wird den Stadtrat erneut beschäftigen, dann wird sich zeigen, ob der Kompromiss hält. Für den stimmten am Donnerstag die vier Fraktionen. Berti Adams (CDU) und Tobias Schneider (FDP) stimmten dagegen, ebenso die FWG sowie die Linke. Bernd Michels enthielt sich.

(Anm. d. Red.: Anders als von uns zunächst berichtet, hat CDU-Ratsmitglied Birgit Falk sich bei der Abstimmung nicht enthalten, sondern ebenfalls für den Änderungsantrag der vier Fraktionen gestimmt.)

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18 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Sven Sturm schreibt:

    es ist unglaublich aber da muss ich all meine hoffnungen in die add setzen, dass diese diesen irrsinns entschluss nun stoppt. also wenn schon schulen geopfert werden, dann aber auch bitte so dass es was bringt.

    wenn die stadt trier nun die fördergelder die für den 4 zügigen ausbau von ambrosius geflossen sind zurück zahlen muss, weil die schule nie und nimmer NEBEN martin 4 zügig werden kann (Frau Birk das können sie sich doch nicht ernsthaft schönreden) dann wird dieser entschluss mehr geld kosten als einsparen, ach ja stimmt ja geht ja nicht um geld … worum ging es eigentlich nochmal genau ?!?!

    ach ja die spd will unbedingt opfern und die christdemokraten wollen sich vom bkt benutzern lassen ….

    wenn wir schon geopfert werden, dann doch bitte nicht sinnlos …

    also schule im maar …. einst dort war !!!!

    alles andere ist vollkommener quatsch und lässt mich ernsthaft zweifeln wer hier wie in unserer schönen stadt politik macht !

  2. Tamara Stazic-Wendt schreibt:

    Lieber Herr Sturm,

    sie werfen den lokalen Politkern eine unsachliche Argumentation und “Irrsinn” vor. Aber mit Ihren Kommentaren und vor allem den ständigen Querschüssen gegen Martin bewegen Sie sich auf dem gleichen Niveau, das sie so vehement beklagen!
    Ich kann nachvollziehen, dass Sie als Kürenzer mit der aktuellen Entscheidung nicht zufrieden sind, aber zügeln Sie doch bitte Ihre Häme: Martin ist kein Vorhof des Brüder-Krankenhauses, hier geht es genauso wie in anderen Schulen auch um die Zukunft von Kindern (!), welche ihre Häme und verbalen Entgleisungen nicht verdient haben – übrigens genauso wenig wie die Ambrosius-Kinder, gegen die sich Frau Wilhelmi gestern im TV in Stellung gebracht hat!

  3. Chris Steil schreibt:

    Die Birk hat Mut bewiesen….ich lach´mich schlapp…..was nimmt der Dahm, das will ich auch.
    Wie lange kennt Frau Birk die Situation ?
    Es ist jetzt 2013 !!!!!!
    Eins kann ich ihr aber sicherlich bescheinigen: Sie kennt die Gepflogenheiten auf dem politischen Parkett, und wußte daher auch im Vorfeld, dass da so ein fauler Kompromiss rauskommt. Sie kann jetzt jederzeit Ihre Hände in Unschuld waschen und darauf verweisen, dass Sie ja was getan hat. Was auch immer !!! So agiert der Großteil des Stadtvorstande seit Beginn seiner Arbeit. Wir gehen in Trier unter, und keiner merkts, selbst die Schlaumeier im Rat nicht.

  4. rüdiger Rauls schreibt:

    Nach Beginn der Stadtratsitzung bröckelte die Zahl der Protestierer immer mehr ab. Das bekannte Ritual von Kinderplakaten, hochgehalten von Elternhand, täuscht nicht hinweg über die Ratlosigkeit. Für die Probleme mancher Eltern hatte der Rat keinen Rat. Denn der Rat hat andere Probleme. Er muss die drohende Pleite abwenden. Und das geht am besten, wenn die Bürger möglichst wenig Probleme bereiten.
    So macht man denn da Hoffnung, wo der Protest am stärksten ist. Das sind im Moment Heiligkreuz und Egbert. Aber das muss nicht so bleiben. Schwillt der Unmut an anderer Stelle an, können die das Nachsehen haben, die sich bisher als die Sieger fühlten. So werden die einen gegen die anderen ausgespielt. Aber was tun?
    Wichtig wäre, wenn Eltern von allen bedrohten Schulen und Einrichtungen zusammenfinden und ein übergeordnetes Komitée bilden zur Wahrung ihrer Interessen, damit das Ausspielen der einen gegen die anderen ein Ende hat. Diese Gruppe sollte sich mit nur zwei Fragen beschäftigen:
    Welches ist unser GEMEINSAMES Interesse und wie können wir es durchsetzen. Der Erfolg wird in erster Linie abhängen von der Unterstützung aus der Elternschaft. Darauf sollte sich alle Kraft konzentrieren, Druck aufzubauen über die Öffentlichkeit. Sich als Bittsteller an die Kräfte zu wenden, die die Schließung der Schulen betreiben, ist nur Ausdruck eigener Schwäche. Es gilt, die EIGENE Kraft zu entwickeln zur Durchsetzung der EIGENEN Interessen. Das ist eine der Voraussetzungen für den Erfolg.

  5. Tanja Wilhelm schreibt:

    Liebe Frau Stazic-Wendt,als erstes mein Name ist Wilhelm nur ums richtig zu stellen. Um eins klar zu stellen zu meiner Meinung Ambrosius ist ein Sozialerbrennpunkt stehe ich, aber ich habe in keinster weiße damit die Kinder gemeint. Auch ich weiß, durch einige Kommunionsvorbereitungen und anderen gemeinschaftlichen Aktivitäten unserer zwei Pfarreien, dass es sehr liebenswerte Kinder in Ambrosius gibt. Wie kommt es dann aber das selbst die Rektorin, auch wenn´s 2008 war in einem Zeitungsbericht vom sozialen Brennpunkt Trier Nord spricht?Seit der Diskussion ums Schulkonzept bekommen wir seitens der Stadt erklärt Ambrosius als 4 Zügige Grundschule wird nur über eine Durchmischung mit Martin und Kürenz funktionieren. Vielleicht wissen sie die Antwort, wie findet denn jetzt eine Durchmischung statt da Martin nicht mehr dazu gehört.Sie freuen sich das Martin erhalten bleibt, gehen Ihre Kinder dort zur Schule und wenn ja warum denn nicht in Ambrosius wenn ich fragen darf. Wir sind enttäuscht ja, aber sind jeder Zeit zu Gesprächen bereit, den Eltern sind das Fundament einer guten Schule. Aber sie wissen schon dass das Schulkonzept nur eine Vorlage für die ADD ist, und wer weiß wer da an den Stellschrauben dreht. Und auf einmal sind Schulen zu, die gestern noch gejubelt haben, und sich dann so fühlen wie wir jetzt.Nichts desto trotz liegt viel Arbeit vor uns um den betroffenen Kinder das Ganze zu erleichtern, auch wenn wir es nicht verstehen können. Und es sollte jeder verstehen dass man manchmal ein Ventil braucht um sich Luft zu verschaffen den die die es hören sollten hören einem nicht zu.

  6. V.Clemens schreibt:

    Toll. Es solte diskutiert werden. Wie denn? Es haben doch nie belastbare , exakte zahlen vorgelegen.
    Und die genauigkeit, mit der die Verwaltung rechnet….
    Ich sag nur Loebstraße/Theater/Kita Alt-Tarforst/ Schule Wolfsberg usw usw.
    Viele , die sich jetz freuen, das “Ihre ” Schule gertettet ist, sei gesagt: In 2014 sind wahlen und dannach kann man ganz gemütlich drangehen, alles umzuschmeißen.
    Ich kenne jetzt schon die Argumente um z.B. Martin/Egbert/Pfalzel zu schließen: Die Kosten für eine Sanierung sind weit höher, als wir uns das je vorgestellt haben.
    Nur das dann die anderen schulen längst verkauft und abgerissen sind.

  7. Tamara Stazic-Wendt schreibt:

    Liebe Frau Wilhelm,

    ich verstehe Ihre Enttäuschung und Wut, aber das habe ich, wenn Sie genau lesen, auch oben schon geschrieben. Was mich stört, ist der zunehmend rüde Ton in der Debatte und die unfairen Seitenhiebe gegen andere Schulen – und damit auch gegen die Kinder dieser Schulen, denn beides lässt sich ja kaum fein säuberlich trennen. Das gilt übrigens auch für das Etikett “sozialer Brennpunkt”, auch in Trier-Nord wird Zeitung gelesen… Wie würde es Ihnen gehen, wenn so über Ihre Kinder gesprochen würde? Damit sind wir mitten drin im Prozess des Gegeneinander-Ausspielens, vor dem Rüdiger Rauls zu recht warnt …

    Also, verschaffen Sie sich sprachlich Luft, Ich kann Sie gut verstehen, aber lassen Sie die Stigmatisierungen und Seitenhiebe sein!

  8. Tanja Wilhelm schreibt:

    Liebe Frau Stazic-Wendt,
    ich sag’s normal ich rede nicht von den Kindern sondern vom Umfeld in dem sich die Schule befindet. Sie sollten vielleicht wirklich mal den Artikel von 2008 lesen. Aber schade dass sie meine Frage nicht beantwortet haben. Um ihnen einmal einen kurzen Einblick zu vermitteln wie wir uns fühlen, hier mal einige Ängste die wir/ich haben. Ja ich habe Angst vor dem Ungewissen. Ja ich habe Angst dass mein Kind morgens um viertel nach sieben einen solchen Schulweg bewältigen muss im Sommer wie im Winter. Ja ich habe Angst dass mein Kind in eine Ganztagsschule muss, gegen die wir uns bewusst entschieden haben. Ja ich habe Angst das mein Kind in einer solch Großen Schule Untergeht. Ja ich habe Angst dass unser Ortsteil ausblutet. Ja ich habe Angst das ich jetzt einen riesen Neubau vor die Nase gesetzt bekomme wo bis jetzt meine Kinder gespielt haben. Ja ich habe Angst dass unsere tolle flexible Betreuung aufgegeben wird. Und so wie mir geht es vielen, aber jetzt gilt es eine Lösung zu finden, in die auch die Eltern mit einbezogen werden, und endlich diese Ängste aus der Welt geschaffen werden. Denn diese Ängste sind schuld daran das so wenige Eltern hinter Ihrer Schule stehen, und die Kinder leider in anderen Ortsteilen Anmelden. Aber eins ist sicher meine Kinder werden nach Ambrosius gehen und nicht Ihre, deswegen möchte ich einfach mir das recht rausnehmen mich zu äußern, und richtig verstanden zu werden. Und wenn meine Kinder nach Ambrosius gehen werde ich genauso hinter dieser Schule stehen wie ich es jetzt in Kürenz tue

  9. Tamara Stazic-Wendt schreibt:

    Guten Morgen Frau Wilhelm,

    leider reden wir aneinander vorbei. Natürlich haben Sie das Recht, sich zu äußern und wütend zu sein. Das schreibe ich in beiden Kommentaren – bitte fair lesen! Ich habe nur dafür plädiert, die Seitenhiebe gegen andere Schulen und die Stigmatisierung von Ambrosius sein zu lassen. Das “Umfeld” zum “Problem” zu machen und dann denken, dass würde nicht auf die Kinder abfärben, die dort leben – tut mir leid – aber das funktioniert nicht einmal in der Theorie!

    Übrigens: Die Ängste vor einer großen Innenstadtgrundschule, die pädagogisch keinerlei Sinn macht, vor der Zerstörung sozialer Netze im Viertel etc. – das alles kenne ich sehr gut. Denn noch bis vor wenigen Tagen war nicht klar, ob unsere Schule erhalten bleibt. Damit bin ich bei Ihrer Frage: Unser Sohn geht auf Martin, weil wir im Martin-Schulbezirk wohnen. Auch wenn mein Kind nicht nach Ambrosius geht, so kann ich mich doch gegen die Stigmatisierung von Trier-Nord, wo ich seit über 15 Jahren (gerne!) lebe, wenden.

    Ich hoffe ganz ehrlich, dass die Eltern der Schulen, die geschlossen werden sollen, richtig einbezogen werden, wenn es um die praktische Umsetzung geht (denn hier geht es ans Eingemachte), dass endlich (schul-)pädagogische Fragen diskutiert werden und v.a. dass die ADD die entsprechenden Ressourcen zur Verfügung stellt, damit “gute Schule” gelingen kann. Ein neues Gebäude ist ein erster Schritt, mehr nicht.
    Das ist mein 3. Beitrag, ich bin damit raus – alles Gute!

  10. rüdiger Rauls schreibt:

    Diese Form der Auseinandersetzung, wie sie oben demonstriert wird, ist genau das, was dabei herauskommt, wenn einer sein Heil auf Kosten des anderen sucht. Keine von denen, die sich da streiten, hat irgendeinen Einfluss auf die Entscheidung, weil nicht sie die Entscheider sind. Wer in der Elternmitverwaltungsbürokratie mitreden darf, Frau Wilhelm, darf noch lange nicht mitentscheiden. Das sind alles Zugeständnisse an die kleinen Leute, die froh sind an den Tischen der Großen dabei sitzen zu dürfen und sich wichtig fühlen.
    Anstatt sich hier auf dieser Seite gegenseitig an die Gurgel zu gehen, wäre es sinnvoll, diesen Raum zu nutzen, um zu Absprachen zu kommen, wie ein GEMEINSAMER Kampf angegangen werden kann. Vorschläge dazu habe ich gemacht und bin auch zur Mitarbeit bereit. REchthaberei, Besserwisserei und gegenseitige Vorwürfe führen nur dazu, dass nachher alle, auch die Besserwisser mit den tollen Argumenten und Modellen die Verlierer sind.
    Aber wirkliche Macht haben sie keine. Die Macht sitzt im Rat. Die Eltern haben nur dann Macht, wenn sie ihre GEMEINSAMEN Interessen auch GEMEINSAM vertreten. Alles andere ist Pippifax und führt zu dem, was wir hier gerade erleben. Die Verzweifelten gehen sich gegenseitig an den Hals, weil sie nicht bekommen, was ihnen nach ihrer Meinung zusteht. Aber es steht Ihnen nur zu, wofür sie sich selbst einsetzen. Alles andere ist TRaumtänzerei. Es werden keine Geschenke mehr verteilt. Das ist die Politik der fetten Jahre. Die sind vorbei.

  11. Christian Gerteis schreibt:

    Teil 1

    Guten Abend!

    Für die, die meinen Namen nicht kennen: Ich bin der Schulleiter der Martin-Grundschule. An der Diskussion hier wollte ich mich bisher nicht beteiligen und werde es auch jetzt nicht tun.

    Ich möchte Sie alle – die hier Schreibenden und die hier Lesenden – um Ihre Mithilfe bitten. Der Hintergrund meiner Bitte ist, dass gestern und heute zwei meiner Schülereltern von anderen beim Einkaufen unangemessen angesprochen wurden. In beiden Gesprächen – oder nennen wir es lieber richtig: In beiden Beschimpfungen wurde den beiden Schülereltern meiner Schule ganz persönlich die Schuld an der Schließung der Kürenzer Grundschule zugesprochen. Auch ist dubios mit sinngemäß “Sie werden noch sehen, was das für Folgen hat!” Unsicherheit verbreitet worden. Ob es sich hierbei um eine Drohung handelt ähnlich wie “Wir wissen, wo dein Auto steht!” sollen andere entscheiden. Die Wirkung war aber großes Unwohlsein bis hin zu Angst. Im heutigen Fall mussten sogar andere Passanten den Aggressor beruhigen.

    Ich denke, dass hier zwei Einzelpersonen in keinster Weise korrekt gehandelt haben. Dieses Vorgehen verurteile ich. Die Grenze einer emotionalen Auseinandersetzung hin zu einer Beleidigung und Einschüchterung ist hier überschritten worden.

  12. Christian Gerteis schreibt:

    Teil 2

    Nun zu meiner Bitte an alle Mitlesenden: Wenn Sie mitbekommen, wie in Ihrer Umgebung derartig scharf geschossen wird, beziehen Sie bitte eine eindeutige Position und distanzieren Sie sich bitte von derartigen Handlungen.

    An die beiden Aggressoren: Persönliche Enttäsuchung kann ich verstehen. Auch emotional geführte Diskussionen können in Maßen akzeptiert werden. Kein Verständnis habe ich für Einschüchterungen!

    Hinzu kommt, dass Sie mich als Schulleiter der nun von Ihnen kritiserten Schule im Vorfeld der politischen Entscheidung nicht kontaktiert haben. Ich hatte keinen Anruf auf dem Anrufbeantworter, Emails habe ich nicht von Ihnen erhalten und auch während einer der Demonstrationen haben Sie mich nicht angesprochen. Wo waren Sie vor der Entscheidung des Stadtrates? Wo haben Sie im Vorfeld Ihre Kritik an der Martin-Grundschule mir gegenüber geäußert?

    Mein Angebot: Kommen Sie, wenn Sie Zeit haben, Montag um 8.00 Uhr zu mir in die Schule und wir besprechen Ihre Kritik. Sie können mich auch in der Schule anrufen und einen anderen Termin vereinbaren. Bedenken Sie aber: Bisher haben Sie gar keine Kritik geäußert. Sie haben lediglich zwei Privatpersonen beschimpft!

  13. V.Clemens schreibt:

    @Herr Gerteis: So ein Verhalten ist Falsch und kurzsichtig und deshalb scharf zu verurteilen.
    Die martin-GS hatte Glück. Glück, weil ihre Schließung erst zu einem späteren Zeitpunkt beschlossen und Umgesetzt wird.(Stichwort:Kommunalwahl 2014)
    Oder glauben Sie wirklich, das es Ihre schule in 10 jahren noch geben wird? Ich nicht.
    Von daher sitzen die Kinder und Eltern vom Martin/Kürenz/Quint/heiligkreuz/Pfalzel/Egbert alle im selben Boot. Die Kürenzer hatten halt das Pech, das sie ganz untem im lecken Kahn saßen.

  14. Dietmar Laudor schreibt:

    Das die Entscheidung so fällt, wie sie gefallen ist, war leider vorhersehbar. Wie immer haben Trier-West und Ehrang-Quint faktisch keine Lobby im Stadtrat und deshalb wurde hier reduziert. Ein Blick auf die Verteilung der Stadtratsmitglieder in der Stadt, erklärt den gefundenen “Kompromiss” letztlich vor allem mit der Besitzstandswahrung. Die Mehrheit der Stadträte wollte die eigenen Wahlkreise bzw. Wohnstadtteile möglichst wenig oder gar nicht belasten. Gegen die Übermacht der Stadträte aus der eigentlichen Stadt und den Höhenstadtteilen richten z.B. 2 Stadträte aus Ehrang-Quint nichts aus, zumal wenn die SPD-Vertreterin auch noch zustimmt. Nachvollziehbare, allgemein gültige Richtlinien auf der Grundlage von objektiven Zahlen und Daten gibt es nicht. Entsprechend ungerecht behandelt fühlen sich die betroffenen Kinder, Eltern, Lehrer und Stadtteile. Und dies zu Recht.
    In dieser Art und Weise getroffene Entscheidungen werden dem Stadtvorstand, der Verwaltung und dem Rat nicht die erhoffte Ruhe bringen. Die vorangegangene Diskussion, wenn den mal jemand aus dem Stadtrat sich nach Ehrang-Quint verlaufen hatte, beruhte auf anderen Vorschlägen. Faktisch wurde der “Kompromiss” am Montag öffentlich und im Schweinsgalopp am Donnerstag verabschiedet.
    Nach dem Schock geht der Kampf weiter, allein oder mit anderen. Den eins sollte allen klar sein: in den nächsten Jahren wird es noch einige Schulen treffen. Wer sich jetzt zurück lehnt und glaubt gerettet zu sein, hat schon verloren!

  15. Bernd Michels, Ortsvorsteher schreibt:

    Mit großem Interesse habe ich die Kommentare und Darstellungen zum Schulentwicklungplan als Mitglied des Stadtrates und als Ortsvorsteher in Kürenz mit verfolgt.
    Die Bewertung des Redakteurs, Marcus Stölb, dass ich mich bei meiner Stadtratsrede “echaffierte” ist für mich nicht akzeptabel. Damit wird unterstellt, dass ich mich ohne jeglichen Grund “empört/entrüstet/ereifert oder erregt hätte.
    Es ist Aufgabe und Verpflichtung eines Ortsvorstehers sich für seinen Stadtteil einzusezten.

    Leider reicht der Raum nicht aus meine Ausführungen insgesamt zu veröffentlichen, deshalb nur einige wesentliche Auszüge:

    Viele Entscheidungen und insbesondere die Entscheidung zu Kürenz werden zu Recht kritisch hinterfragt. Die Menschen und insbesondere die Betroffenen haben für manche Dinge kein Verständnis.
    Der gute bauliche Zustand der Schule ist bekannt. Diese Dinge spielen und spielten keine Rolle. Es musste, koste es was es wolle, eine Schule dran glauben.
    Die Ziele, die die Verwaltung gemeinsam mit den Fraktionen sich einmal gesetzt hatte – wir sollten uns nichts vormachen – sie spielten keine Rolle mehr.

    (Weitere Ausführungen folgen, die aus Platzgründen nicht mehr dargestellt werden können)

    Abschließend:
    Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
    verehrte Kolleginnen und Kollegen,
    gehen sie davon aus, dass ich gemeinsam mit dem Ortsbeirat alles unternehmen werde, um die die Enttäuschung der Eltern, des Elternbeirates und des Fördervereins wenigstens irgendwie aufzufangen.

  16. Anja Sturm schreibt:

    Sehr geehrter Herr Gerteis,

    ich kann Ihnen versichern, dass die beiden Aggressoren ganz bestimmt nicht zum Kreis
    derjenigen gehören, die sich im Vorfeld mit fairen Mitteln – das wird Ihnen so auch Frau Birk bestätigen – für den Erhalt der Kürenzer Schule eingesetzt haben. Ein solches Verhalten ist zu verurteilen, keine Frage. Aber solche Einzelpersonen finden sich schließlich in jedem Stadtteil, mit Sicherheit auch in ihrem Schulbezirk ;-)
    Die meisten Kürenzer – zumindest die, die ich kenne – sind jedenfalls außerordentlich liebenswürdige und friedfertige Personen, die vielleicht an der ein oder anderen Stelle Dinge gesagt haben, die man so nicht unbedingt öffentlich kundtun muss, die jedoch niemanden bedrohen würden und erst Recht niemandem Schaden zufügen würden!

    Herrn Michels kann ich nur Recht geben. Es wäre in der Tat sehr traurig gewesen, wenn er in der Stadtratsitzung als Ortsvorsteher keine Stellung bezogen hätte, wo die Sache ja nun wirklich offensichtlich war… Schön fand ich, dass er nicht der Einzige war, der in diesem Zusammenhang deutliche Worte gefunden hat…

  17. V.Clemens schreibt:

    Kürenz hat den Luxus, von 3 MDBs vertreten zu werden(Werner/Wohnt da, Kaster/wohnt da, Nink/da geboren+aufgewachsen + Arbeitsplatz da).
    Leider hat sich nur frau Werner für den Erhalt der GS ausgesprochen(Weil wohl auch selbst als Mutter betroffen).
    Von den anderen beiden war gar nichts zu dem thema zu hören/lesen.
    Würden wir jetzt die schule zu einem Bahnhof umbauen….

  18. Sven Sturm schreibt:

    Nur der Korrektheit halber: Frau Werner wohnt nicht (mehr) in Kürenz von daher ist auch das was in Klammern steht zu streichen !

    Umso schlechter sieht es damit natürlich für Nink (von Teubers Opferpartei) und für Kaster von der MAV des BKT (-: aus …

    Ach ja und die im TV gezeigten und von Hernn Dahm erwähnten Plakate waren doch schon etwas älter, gelle …

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