“Es muss zu einer Einigung kommen!”

In zwei Wochen soll der Stadtrat über das Schulentwicklungskonzept entscheiden. Nachdem die Stellungnahmen der meisten Fraktionen vorliegen, scheint bislang kaum vorstellbar, wie die unterschiedlichen Positionen unter einen Hut gebracht werden sollen. Von einer “schwierigen Situation” sprechen OB Klaus Jensen (SPD) und Bürgermeisterin Angelika Birk (B90/Die Grünen) gegenüber 16vor, betonen aber zugleich, dass sie am Fahrplan festhalten wollen: “Es muss zu einer Einigung kommen”. Das sagen auch die Grünen, die allerdings alle Entscheider so lange an einen Tisch setzen wollen, “bis weißer Rauch aufsteigt”. Unterdessen üben die Schulelternbeiräte von Egbert und Kürenz einen ungewöhnlichen Schulterschluss, um beide Standorte zu retten, und in Heiligkreuz sorgt man sich um die Zukunft des seit 37 Jahren funktionieren Hortangebots.

TRIER. Soweit ist es schon – ausgerechnet die Grünen nehmen Anleihen im Vatikan, bemühen das anstehende Konklave, um metaphorisch den Ernst der Lage zu beschreiben: “Alle Fraktionen sowie die Schul- und Bauverwaltung müssen sich jetzt an einem Tisch zusammensetzten und ihn erst wieder verlassen, wenn weißer Rauch aufsteigt”, verlangte Fraktionschefin Petra Kewes am Dienstag kategorisch und ergänzte: “Aus pädagogischer und finanzieller Sicht und auch in Hinsicht auf unsere Verantwortung den Schülern und Eltern gegenüber müssen jetzt tragfähige Entscheidungen getroffen werden.” Kein Schulkonzept sei auch keine Lösung. Fraktionskollege Gerd Dahm gibt zu bedenken: “Wir brauchen für ein Schulentwicklungskonzept eine breite Mehrheit, damit es auch bei veränderter Zusammensetzung des Rates in Zukunft Bestand haben wird”. Es sei “schade, dass die anderen Fraktionen erst so spät in die Debatte eingestiegen sind”, so Dahm, der an die eigene Stellungnahme vom August letzten Jahres erinnerte. Dennoch seien die Grünen nun bereit, “einen offenen Dialog zu führen, damit die Knackpunkte wie zum Beispiel die Grundschulen in Trier-Nord, die Zukunft der Realschulen Plus und die Kosten für die Schulentwicklung gelöst werden können”.

Das sind indes nicht die einzigen Knackpunkte, die es momentan unwahrscheinlich erscheinen lassen, dass sich am Ende die von Dahm geforderte breite Mehrheit finden lässt. Denn sowohl SPD als auch CDU weichen in ihren Positionspapieren zum Teil deutlich von dem ab, was der Stadtvorstand fordert; und kleine Fraktionen wie FWG und Linke haben wiederholt deutlich gemacht, dass sie die Schließung von Grundschulen generell ablehnten. Diesen Standpunkt behalte man auch weiter bei, versicherte FWG-Fraktionschefin Christiane Probst.

Im Rathaus macht man sich keine Illusionen, spricht von einer “schwierigen Situation”. Doch verweisen der Oberbürgermeister und die Bildungsdezernentin auch darauf, dass CDU, SPD und Grüne Gesprächsbereitschaft signalisiert hätten: “Es muss zu einer Einigung kommen”, betonten Klaus Jensen (SPD) und Angelika Birk (B90/Die Grünen) am Dienstag gegenüber 16vor. Die Frage, ob sie daran festhielten, den Stadtrat am 14. März über das Schulentwicklungskonzept abstimmen zu lassen, beantworteten die Beiden kurz und knapp mit einem “Ja”. Zu einzelnen Vorschlägen, etwa vonseiten der Christ- und der Sozialdemokraten, wollen Jensen und Birk während der laufenden Diskussionen in den Gremien keine Stellung beziehen. Nur so viel: “Es liegt in der Natur der Sache und ist nicht verwunderlich, dass es bei einer so komplexen Thematik im Einzelnen Alternativen gibt.”

Egbert und Kürenz Hand in Hand

Mehrere Alternativen sind inzwischen für die Egbert-Schule im Gespräch – von deren Verlagerung nach Olewig oder in die Kaiserstraße bis hin zum Ausbau am bestehenden Standort. Im benachbarten Kürenz schienen die Tage für die Grundschule schon gezählt, doch jetzt schalteten sich die Fördervereine und Elternbeiräte beider Schulen mit einer gemeinsamen Stellungnahme ein. Kern ihres Kompromissvorschlags: Das Egbert-Gebäude soll so ausgebaut und saniert werden, dass es für eine Zweizügigkeit taugt. Ein dreizügiger Neubau wird abgelehnt, stattdessen soll das erst kürzlich sanierte Schulgebäude in Kürenz erhalten und weitergenutzt werden, und zwar einzügig. Beide Schulen sollen zusammenarbeiten und so beispielsweise bei den Verwaltungskosten sparen, heißt es weiter in dem Vorschlag. Dann, so die Autoren des Papiers, könnten die “etablierten und verwurzelten pädagogischen Konzepte weitergeführt” werden. Die Schülerzahlen ließen sich zudem durch neue Schulbezirksgrenzen ausgleichen.

Eine Verlagerung der Egbert-Schule nach Olewig, wie von CDU und SPD ins Gespräch gebracht, lehne man ebenso ab wie eine vierzügige Ambrosius-Grundschule. Überhaupt sei der Baubeschluss für die Sanierung der Ambrosius-Grundschule seinerzeit vor dem Hintergrund gefallen, dass man in Trier-Nord eine weitere Realschule Plus ansiedeln wollte. Als diese Pläne vom Tisch waren, seien die vorgesehenen Mittel dann einfach in den Ausbau der Grundschule geflossen. Von einer “eklatanten Fehlplanung seitens der Stadtverwaltung” ist in dem gemeinsamen Papier der Elternbeiräte und Fördervereine die Rede.

Eine Fehlplanung fürchten Eltern und Pädagogen auch für Heiligkreuz. Dort existiert seit mittlerweile 37 Jahren ein Hortangebot in dem mehr als 100 Jahre alten Schulgebäude. 45 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren, vor allem von alleinerziehenden und berufstätigen Eltern, sind dort untergebracht. Das kostenpflichtige Angebot bietet eine Betreuung, die abends bis 17.30 oder sogar 18 Uhr reicht, zudem hat der Hort während des Sommers nur drei Wochen geschlossen. Der Stadtvorstand hegt Pläne, die betreuende Grundschule mit einem Ganztagsangebot auszubauen, doch müsste hierfür der Hort weichen. “Warum werden Einrichtungen, die sich etabliert haben und über Jahre gut funktionieren, abgeschafft zugunsten einer Ganztagsschule, die dem individuellen Bedarf von Eltern und vor allem dem von Kindern nicht gerecht wird?”, fragt Hortleiterin Marion Heintz in einem Brandbrief die Ratsmitglieder.

Nachfrage im Rathaus: Welche Bedeutung für die Ganztagsbetreuung von Schülern denn künftig die Bereitstellung von Hortplätzen haben solle? Die beitragsfreie Ganztagsschule in Angebotsform, die das Bildungsministerium auf Antrag des Schulträgers genehmige, konzeptionell verantworte und finanziere, und der für Eltern kostenpflichtige Hort, den das Jugendamt genehmige und pädagogisch verantworte, seien “zwei verschiedene pädagogische Angebote, die sich sowohl in Betreuungsumfang als auch in der Qualität und Zielsetzung unterscheiden”, so Birk. Wie in anderen Städten auch reichten in Trier bisher aber weder die Ganztagsschulangebote noch die Hortplätze aus, räumte sie ein.

Die Vorlage des Stadtvorstands sehe deshalb mehrere Beschlussvorschläge vor, die das Angebot an Ganztagsschulplätzen “deutlich erhöhen” sollen. “Gleichzeitig sieht der Kindertagesstättenbedarfsplan von 2012 für die kommenden Jahre den Ausbau von Hortplätzen vor, wenn auch in geringerem Maße als früher, da der Ausbau der Kindertagesbetreuung für unter Dreijährige und der Ausbau der Ganztagsschulangebote Vorrang haben”, erläutert die Bildungsdezernentin. Was nun den Standort Heiligkreuz anbelangt: Hier sei damit zu rechnen, dass die Grundschule in den nächsten Schuljahren ein zusätzliches Klassenraumangebot benötige – “und zwar völlig unabhängig davon, ob für diese Schule in den nächsten Jahren eine schulische Ganztagsbetreuung beim Ministerium beantragt und genehmigt wird.” Ob deshalb die Räume des Hortes wieder in Klassenräume umgewandelt oder als “Mobilteile” vom Schulträger zur Verfügung gestellt würden, müsse zunächst noch im Rahmen des Schulentwicklungsplanes entschieden werden, tritt Birk dem Eindruck entgegen, die Sache sei schon gelaufen.

Heiligkreuzer Hort vor dem Aus?

Dann jedoch ergänzt sie: “Mindestens solange es kein schulisches Ganztagsangebot an der Grundschule Heiligkreuz gibt, werden Hortplätze am Ort gebraucht”. Ob aber über die Ganztagsschule hinaus der Hort in der Schule verbleibe, sei im Rahmen des Schulentwicklungsplanes zu entscheiden. “Derzeit wird von der Verwaltung für das kommende Schuljahr 2013/14 eine Übergangslösung für den zusätzlichen Raumbedarf des Schulbetriebs erarbeitet”, bestätigt sie. Laut Rathaus gibt es derzeit 511 Plätze für Schüler in 19 verschiedenen Kindertagesstätten. Ab dem kommenden Schuljahr werde es zudem eine Hortgruppe mit 20 Plätzen im Montessori-Kinderhaus Petrisberg geben, sodass sich das Angebot für Kinder im Schulalter in Kindertagesstätten dann auf 531 Plätze erhöhe.

Aus Sicht der Stadt bergen Ganztagsschulen einige Vorzüge gegenüber Hortplätzen: Erstere seien für die Nutzer und den Schulträger, sprich die Stadt, von montags bis donnerstags von 8 bis 16 und freitags bis 13 Uhr kostenlos. Zudem seien die Räume, die zur Verfügung gestellt und bewirtschaftet werden müssten, “in ihrer Zahl geringer als die des Hortangebotes”. In den Schulen, in denen es gelinge, dass alle Schüler einer Klasse das Ganztagsangebot nutzten, sei “ein großzügiger Ganztagsrhythmus, in dem sich eine besonders große Vielfalt von Unterrichtsformen realisieren lässt, möglich.” Der Hort wiederum könne den Kindern “mehr persönlichen Freiraum lassen” und lege “mehr Wert auf Erziehung und Beziehung der Kinder untereinander und zu den Erziehungskräften. Dies drückt sich auch in seinem Personalschlüssel aus”, erklärt die Stadt. Insbesondere in Familien, in denen Eltern sich nachmittags ihren Kindern “nicht hinreichend widmen können, hat der Hort einen zentralen pädagogischen Auftrag”, weiß auch die Verwaltung und bedauert: “Es gibt bisher landesweit keine gesetzliche Grundlage für Regelangebote, die die Vorzüge der freiwilligen Ganztagsschule und der Horte miteinander verzahnen”.

Marion Heintz und ihre sieben pädagogischen Fachkräfte sowie die Eltern verlangen derweil eine klare Ansage: “Ich vermisse eine gewisse Wertschätzung und Achtung gegenüber unserer Einrichtung, welche die Stadt über so viele Jahre benötigt hat. Und ich vermisse eine deutliche Aussage: Wir wollen den Hort erhalten und finden für ihn Räume”.

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18 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Tanja Wilhelm schreibt:

    Nur eine Kurze Anmerkung.

    Kürenz strebt trotz allem eine gesunde Zweizügigkeit an, was durchaus zu erreichen ist, und zwar mit erweiterten Schulbezirksgrenzen in Richtung Egbert.

    Zudem sind wir sehr froh, mit den verantwortlichen an einem Tisch gesessen zu haben, und eine für beide Schulen gute Lösung gefunden zu haben . Jetzt muss nur noch der Stadtrat es auch so sehen ………….

    Schulelternsprecherin Tanja Wilhelm

  2. Peter Spang schreibt:

    Auch von mir eine kurze Anmerkung: Die Freien Wähler sind für den Erhalt sämtlicher Grundschulen – mit Ausnahme der Standorte Reichertsberg und Pallien, die zugunsten eines Grundschul-Neubaus in einem Schulzentrum Trier-West aufgegeben werden sollen.

    Die bestens funktionierende und gut nachgefragte Kurfürst-Balduin-Realschule plus soll ausgebaut werden: Die Freien Wähler schlagen vor, hier den “absehbaren Bedarf einer dreizügigen Realschule plus” mit der neuen, mehrzügigen Grundschule im Trierer Westen zusammenzuführen. Die Nelson-Mandela-Realschule plus soll ebenfalls erhalten bleiben. Der Standort Ehrang dagegen soll nach Ansicht der FWG beobachtet werden, ob er “angesichts der Konkurrenz durch das G8-Gymnasium und das Angebot in Schweich überlebensfähig ist”.

  3. Sabine Pfeifer schreibt:

    Aus Sicht der Eltern sehr geehrte Frau Birk birgt ein gut funktionierendes “System Hort” einige ganze Menge mehr Vorteile gegenüber von Ganztagsschulen:
    verlässliche Öffnungszeiten bis 18:00 Uhr
    10-stündige (8-18:00 Uhr) Betreuung, dadurch hohe Flexibilität im Job möglich und keine Zweitbetreuung zur GTS notwendig
    pädagogisches Profil in familiärer Atmosphäre
    qualif. Betreuung durch staatl. anerkannte pädagog. Fachkräfte
    kleine Gruppenstärken
    verlässl. soziale Beziehungen zu den Erziehern
    freie Spielmöglichkeiten, spielerisches Lernen
    Angebote für Kinder > 10 Jahre
    keine Schuldominanz im Leben der Kinder (sondern fam. Atmosphäre)
    qualifiz. Hausaufgabenbetreuung
    abwechslungsreiche Ferien- und Freizeitgestaltung (nur im Sommer ist der Hort für 3 ! Wochen geschlossen)
    täglich frisch gekochte und gesunde Mahlzeiten, keine Großküchenkost
    behagliche Atmoshäre mit Rückzugsmöglichkeiten zum baumeln lassen der Seele
    Schulnähe des Hortes, nach dem Motto “kurze Beine- kurze Wege”
    politisch erklärtes Ziel ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf herzustellen, durch einen Hortplatz ist das Ziel voll erreichbar !!!!
    Resümee: Ausbau von Hortplätzen fördern!!!!
    Standpunkt einer “Hortmami” Trier- Heiligkreuz

  4. Holger Gippert schreibt:

    Bleibt zu hoffen, dass die Entscheidungsträger am 14.03. bei allem zu erwartenden Rauch (gleich welcher – parteipolitischen – Farbe) nicht ganz vernebelt werden und immer noch offen für Alternativen sind. So haben offensichtlich Personen, die wissen wovon sie sprechen – frei von Fraktionszwängen, ein tragbares Konzept für Egbert und Kürenz erarbeitet, das endlich das viel beschworene „Wohl der Kinder“ in Einklang mit verständlichen Kostenzwängen bringt. Damit könnten die Kinder (um bei der gewählten Metapher zu bleiben) in Kürenz und Trier-Ost in zwei Wochen ein erleichtertes „Habemus Scholam” ausstoßen.

  5. Carolin Hubertz schreibt:

    Ein Hort ist nach einem Schultag das “erste” Zuhause für die Kinder! Sie können sich am Buffet ein frisch zubereitetes und ausgewogenes Mittagessen aussuchen! Danach werden sie in kleinen Gruppen von professionell ausgebildeten Erzieherinnen in einer leisen Atmosphäre während der Hausafgaben betreut! Danach bleibt Zeit zum Spielen! Entweder mehmen die Kinder an einem frei gewählten pädagogischen Angebot teil oder sie haben die Möglichkeit mit ihren Freunden das Außengelände zu nutzen oder sich auf einer der Hochetagen zum Ruhen zurückzuziehen! An jedem einzelnen Tag ist für jedes Kind das Passende zum Wohlfühlen dabei!Wenn ich um 18 Uhr als berufstätige Mutter meine Kinder abhole, habe ich ein gutes Gefühl, weil ich jeden Tag erlebe, dass meine Kinder selbstbestimmt heranwachsen und ihre Kindheit genießen können!Ich bin selbst Erzieherin und betreue Kinder in einer Kita! Ich könnte meinen Dienst nicht mehr leisten ohne den Hort, da in der Betreuungszeit einer Ganztagsschule der Bedarf bei weitem nicht gedeckt ist! Was ist freitags, wenn ich fremde Kinder bis 17 Uhr betreue? Sollen meine eigenen Kinder auf der Straße sein? Wie soll ich das verantworten und meinen Kindern erklären? Was ist mit all den Ferien, in denen meine Einrichtung geöffnet hat und mein Urlaub niemals ausreicht um die Tage abzudecken? Wo gehen die Kinder hin, wenn die Schule unplanmäßig an einem Tag ausfällt? Bisher hat der Hort die Kinder aufgefangen!Die Ganztagsschule ist keine Alternative zum HORT!!!!

  6. Antonio Vicente schreibt:

    Warum will die Stadt Trier ein gut funktionierendes System, wie den Kinderhort Heiligkreuz zerstören. Unsere Tochter geht in die erste Klasse der Grundschule Heiligkreuz und wird ab 12.ooUhr in Ihrer Kinderhortfamilie (Kinderhort Heiligkreuz) empfangen und bis 18.00Uhr betreut. Da wir biede einen Vollzeitjob ausüben und auf dieses Betreuungsangebot angewiesen sind, waren wir überglücklich, als die Hortleiterin uns die Zusage für einen Betreuungsplatz für unsere Tochter in dieser tollen familiären Atmosphäre machte. Meine Frau brach in Freudentränen aus, weil wir uns diesen Betreuungsplatz für unsere Tochter sehr gewünscht haben. Und noch eines möchte ich sagen: Wenn der Stadtrat am 14.03.2013 über die Zukunft unserer Kinder (der Hortkinder) entscheiden muss, dann bin ich der Meinung, dass jedes Stadtratmitglied sich schnellstens auf den Weg macht und sich die Einrichtung persönlich ansieht um eine Fehlentscheidung zu vermeiden!!!!!!!

    Antonio Vicente, Vater einer 6-jährigen Tochter

  7. Anne Morrison schreibt:

    Sehr geehrte Leser,

    ich zitiere Frau Birk: “… zwei verschiedene pädagogische Angebote, die sich sowohl in Betreuungsumfang als auch in der Qualität und Zielsetzung unterscheiden…”

    Ob sich die geplante Ganztagsschule und der Hort in der Qualität unterscheiden, sei dahingestellt. Fakt ist, dass der Hort Heiligkreuz mit seinen bewährten Angeboten eine andere Nische abdeckt als die geplante Ganztagsschule. Dazu gehören u. a. eine zuverlässige Ferienbetreuung, berufsorientierte Öffnungszeiten bis 18:00, ein Betreuungsangebot für alleinerziehende Berufstätige und ein Angebot für Familien, in denen beide Elternteile durch die gegebene wirtschaftliche Situation, einem Beruf nachgehen müssen etc.

    Viele ausschlaggebende Gründe, um über Lösungen für das weitere Bestehen des Hortes nachzudenken, ohne das Ganztagsschulkonzept auszuschliessen.

    Bei diesen Überlegungen sollten die Hortbetreuung und die betroffenen Eltern mit einbezogen werden, statt über deren Köpfe hinweg zuentscheiden.

    Anne Morrison

  8. Anke Hansen schreibt:

    Hier wird immer nur geschrieben Heiligkreuz ist NOCH keine Ganztagsschule und der Hort muss NOCH nicht weichen… Aber irgendwann fällt die Entscheidung! Ich bin alleinerziehend und ganztags berufstätig. Leider habe ich keine zwölf Wochen Urlaub im Jahr und habe die Vorteile des Hortes u.a. auch besonders in den Ferienzeiten genießen können. Mein Kind ist super betreut, hat die Hausaufgaben ordentlich und auf Richtigkeit geprüft gemacht und noch sehr viel Zeit zum spielen. Ich kann ohne schlechtes Gewissen arbeiten gehen und weiß, das meine Tochter in familiärer Umgebung gut aufgehoben ist. Man sollte sich mal über die Vorzüge von diesem Hort informieren, bevor man die Zukunft des Hortes gefährdet!!!

  9. Alexandra Sedmenjuk schreibt:

    Zum Hort in Heiligkreuz:

    Mein Lebensgefährte und ich arbeiten beide in Vollzeit. Die Schließung des Horts würde für uns und unseren Sohn, der den Hort besucht viele unwillkommene Umstände bedeuten.

    Nicht nur, dass es für einen Menschen der Vollzeit arbeitet unmöglich ist sein Kind um 16.00 Uhr von der Schule abzuholen, das aller größte Problem stellt doch ebenfalls die Ferienzeit dar, die mein Lebensgefährte und ich nicht einmal überbrücken könnten im Laufe des Jahres, sogar wenn wir beide unseren vollen Urlaub einlösen. Also was ist die Lösung? Das Geld, dass wir an einem Ende sparen mit dem Konzept der Ganztagsschule am anderen Ende ausgeben für diverse Ferienbetreuungen?Oder muss ich auf einer Seite im Job kürzer treten um dem Staat (wozu ich dann gezwungen sein werde) auf der anderen Seite zur Last zu fallen?

    Eine Ganztagsschule kann nicht einmal annähernd die Werte vermitteln, die unserem Sohn im Hort vermittelt werden. Und was Hausaufgaben betrifft ist er im Hort in Heiligkreuz mehr als gut versorgt. Mit dem Programm des Hortes in Heiligkreuz, der wirklich ausgezeichnete Arbeit leistet, ist das Konzept einer Ganztagsschule nicht zu vergleichen. Unser Sohn besucht den Hort sehr gerne und fühlt sich dort sehr wohl.

    Wir hoffen von ganzem Herzen, dass uns der Hort in Heiligkreuz erhalten bleibt und die Stadt nicht einfach ganz stur gegen den Willen vieler Eltern und vor Allem gegen den Willen der Kinder ihren Kopf durchsetzen möchte.

    Alexandra Semenjuk

  10. Christoph Webel schreibt:

    Hort Heiligkreuz,

    hier ein paar Textzeilen aus dem Koalitionsvertag der Rot/Grünen Landesregierung.
    Daraus sehe ich nicht # Horte abschaffen #,sondern die Forderung nach mehr Flexibilität
    und Kooperation.

    Folgendes: Wir setzten uns dafür ein , dass die Sicherstellung der Betreuungsmöglichkeiten in den Ferien in der Praxis wohnortnah und den Bedürfnissen der Familien und Kindern entsprechend umgesetzt wird! ( Paragraf 22a Sozialgesetzbuch VIII).

    Die zwischen GTS und außerschulischen Partnern gelebte Kooperation wollen wir weiter ausbauen. Eine noch engere Kooperation von Jugendhilfe und Schule soll erweiterte Angebote ,auch in den Ferien, ermöglichen. Dabei geht es vor allem um eine bessere Verzahnung mit # HORTEN # und den Angeboten der betreuenden Grundschule !!

    Der Hort Heiligkreuz ist ein ganz wichtiger Bestandteil für die Kinder,Eltern,Schule,Erzieherinen und die Stadt Trier dessen hervorrangendes Konzept im Stadtteil Heiligkreuz auch für die Zukunft erhalten bleiben muß!!

    Christoph Webel

  11. Stephanie Zirbes schreibt:

    Als Mutter einer Tochter die den Hort Heiligkreuz bereits seit 4 Jahren besucht, möchte ich vor der Entscheidung am 14.3. auch noch etwas sagen.
    Ohne die umfangreiche und flexible Betreuung des Hortes wäre ich nicht in der Lage gewesen mein Studium durchzuführen. Eine Ganztagsschule würde den Betreuungsbedarf bei weitem nicht decken!! Insbesondere die Ferienbetreuung ist eine unglaubliche Entlastung.
    Die Kinder haben dank des Horts die Möglichkeit, trotz Berufstätigkeit der Eltern die von der Politik auch immerwieder angeblich erleichter werden soll, eine schöne Kindheit zu verleben die nicht aus täglich ACHT Stunden Schule besteht.
    Frisch gekochtes Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung in kleinen Gruppen und insbesonder der Freiraum einfach mal Kind zu sein und selbst zu entscheiden ob gespielt, geruht oder Quatsch gemacht wird, sind meiner Meinung nach Möglichkeiten die viel zu wenige Kinder haben und die durch die Abschaffung des Horts, der zweiten Famile, auch für meine Tochter der Vergangenheit angehören würden. Ich möchte nicht das meine Tochter in der Schule verwahrt wird weil dies für die Stadt günstiger wäre!
    Und mal ganz ehrlich, wer an seine Kindheit zurückdenkt könnte sich wahrscheinlich nicht vorstellen wie grauenhaft es sein muss, bereits mit 6 Jahren, den grössten Teil des Tages in der Schule zu verbringen und keine Möglichkeit auf freie Freizeitgestaltung zu haben.
    Die Schließung des Horts wäre für uns ein unglaublich großer Verlust und Skandal!

  12. Anne Morrison schreibt:

    Sehr geehrte Befürworter des Hortes, sehr geehrte Politiker,

    ich möchte darauf hinweisen, dass es in dieser jetzt geführten Diskussion NICHT um ein FÜR den Hort und ein GEGEN die Ganztagsschule geht.

    Beide Institutionen sind wichtig.

    Mit ihren unterschiedlichen Konzepten unterstützen beide Einrichtungen die Familien und betreuen unsere Kinder. Siehe auch mein letzter Kommentar vom 27.02.2013

    Anne Morrison, Mutter von hortbetreuten Zwillingen

  13. Kari Werners schreibt:

    Das passiert, wenn merkelscher Sparwahn auf die Realität trifft. Liebe Eltern, statt die Rolle von Frau Birk (spielt ja auch nur die Hobby-Sparkommissarin, mit begrenztem Einfluss) so herauszustellen, solltet ihr euch mal ersthaft überlegen, wen ihr im September wählen wollt. Vielleicht protestieren die Südeuropäer ja doch nicht ohne Grund gegen deutsche Sparwut?

  14. Sven Teuber schreibt:

    Frau Morrisson möchte ich ausdrücklich zustimmen. Auch wir in der SPD Fraktion sehen keine Konkurrenz zwischen einem Hort und einer künftigen GTS in Heiligkreuz. Vielmehr können sich der Hort und eine Ganztagsschule, wie an vielen Standorten in Trier bereits schön zu sehen ist, sehr gut ergänzen und bieten den Eltern eine breite Wahlmöglichkeit und für die Kinder verschiedene Formen. Daher steht die SPD zum Hort wie zur Ganztagsgrundschule.

    Sven Teuber
    SPD Fraktionsvorsitzender

  15. Christine Schnatmeyer schreibt:

    Warum soll eine hervorragend funktionierende, voll ausgelastete Einrichtung wie der Kinderhort Heiligkreuz geschlossen werden? Man findet die Antwort wohl im Schulentwicklungskonzept der Stadt Trier: Von einer geplanten Ganztagsschule in Heiligkreuz und der damit verbundenen Schließung des Hortes ist zwar nichts zu finden, sehr wohl gibt es aber die Empfehlung die Schülerzahlen zwischen den Bezirken zu lenken und für die verschiedenen Standorte „die systemische Frage Hort oder Ganztag zu klären“.
    Die Prognose für die Schülerzahlen in der zweizügigen Grundschule Heiligkreuz ist bis 2017/18 fast konstant, sie schlittert immer an der Grenze zur Dreizügigkeit entlang und verursacht in jedem Jahr, indem die Dreizügigkeit erreicht wird unerwünschte Kosten (drei „kleine“ Klassen). Wieso schreibt Frau Birk auf der Homepage des Rathauses von einer geplanten Dreizügigkeit? Weil Kinder aus anderen Stadtteilen (z.B. Feyen) nach Heiligkreuz gelenkt werden sollen? Ohne die Kinder aus anderen Stadtteilen kann eine Dreizügigkeit nach der Prognose nicht in jedem Jahr erreicht werden. Für die Dreizügigkeit in Heiligkreuz werden Räume benötigt. Die sollen im Hort gefunden werden … Wie so oft, geht es nur ums Geld. Die Sorgen der betroffenen Familien und Erzieher bleiben völlig unbeachtet.
    Wir haben das Glück, dass unsere drei Kinder den Hort Heiligkreuz besuchen konnten und können und wünschen uns, dass diese Möglichkeit uns und den kommenden Jahrgängen uneingeschränkt erhalten bleibt!

  16. Ines Kopatz schreibt:

    Guten Tag Herr Teuber, natürlich stellt keiner in Abrede, dass die SPD zur GTS und zum Hort steht. Bisher haben wir jedoch noch nichts Konkretes gelesen, wie die Alternative zur Weiterführung des Hortes aussehen soll. Die Informationen überholen sich selbst, keiner weiß was Genaues und das führt zu Unsicherheit und Spekulationen, die niemanden dienlich sind. Vielleicht ist ja mein Kenntnisstand schon wieder überholt, aber meines Wissens war noch niemand von der SPD im Hort Heiligkreuz, der sich ein Bild über die Situation/Bedürfnisse gemacht hat. Ich weiß nicht, ob Sie wissen, dass bereits Anmeldungen im Hort Heiligkreuz für das Schuljahr 2019/2020 vorliegen. Viele Eltern sind auf diese Betreuungsmöglichkeit angewiesen um Ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Ich bin vor Jahren extra nach Heiligkreuz gezogen, damit die Möglichkeit besteht in der GS Heiligkreuz einen Schulplatz und einen Hortplatz zu bekommen. Mir ist bekannt, dass diese Entscheidungskriterien auch für andere Eltern eine Rolle spielten und deswegen Ihren Lebensmittelpunkt nach Heiligkreuz verlegten. Teil 2 folgt

  17. Ines Kopatz schreibt:

    2. Teil
    Als wir damals die Zusage zum Hortplatz erhalten haben, waren meine Worte „… das ist wie ein Sechser im Lotto“. Ich habe keine Verwandten in der Umgebung, die einen Schulschuss freitags um 13 Uhr auffangen könnten oder gar die Ferienbetreuung. Ich kenne Mütter, die arbeiten in öffentlichen Betreuungseinrichtungen für die Stadt Trier und können ihren Beruf nur in Teilzeit ausüben, weil sie keine Betreuung bis 18 Uhr für ihre schulpflichtigen Kinder sicherstellen können; von den Ferien ganz zu schweigen. Helfen Sie mit, Herr Teuber, einen vernünftigen Weg zu finden. Ganztagsschule ist wichtig, der Hort Heiligkreuz auch.

  18. Chris Steil schreibt:

    Auch in Tarforst hat Frau Birk eine super funktionierendes Betreuungssystem, dass durch Eltern getragen wurde, gegen eine GTS eingetauscht. Ohne jegliche Not. Ihre Begründung war: 1) Wir bekommen Gelder vom Land. 2) Damit lösen wir das Platzproblem. Alles Kokolores, denn dem Steuerzahler ist es wurscht, von welcher Stelle “seine” Gelder ausgegeben werden, und zweitens ist es keine Platzvergrößerung, denn mittlerweile spricht sie doch wieder von Verschickung nach Olewig.
    In Tarforst bestimmen nun ca. 20% der Schüler, dass 100% nun eine GTS akzeptieren müßen. Das nenne ich doch Demokratie !!!!!
    Danke an rot und grün.
    Wir hätten ausreichend Gelder für den Erhalt aller Standorte, wenn die Handelnden (Stadtvorstand, Stadtrat) nicht einiges verblasen würden. Ich wiederhole mich zwar, aber dennoch:
    Der Umbau der alten GS Tarforst kostet mittlerweile “Milliunen” mehr. Das interessiert aber niemanden. Nein, vielmehr winkt der Rat das einfach durch. Ausführender: Ein bekanntes Ratsmitglied. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

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