“Fragwürdige Weichenstellungen”

TRIER. Die IHK Trier prognostiziert eine Beschleunigung der wirtschaftlichen Wachstumsgeschwindigkeit. Laut ihrer aktuellen Konjunkturumfrage rechnen 30 Prozent der Befragten für das neue Jahr mit besseren Geschäften. Kritik übt die Kammer an der neuen Bundesregierung.

Lediglich zwölf Prozent befürchten demnach eine Eintrübung ihrer Betriebskonjunktur. Dies sei eine Verbesserung gegenüber dem vergangenen Herbst, als 25 Prozent Optimisten 15 Prozent Pessimisten gegenüber standen, so die IHK. Auch mit ihrer aktuellen Geschäftslage zeigten sich die regionalen Betriebe überwiegend zufrieden: 38 Prozent berichten von guten, 54 Prozent von befriedigenden und nur acht Prozent von schlechten Geschäften.

Der IHK-Konjunkturklima-Indikator, in den die Angaben von 135 Unternehmen mit mehr als 14 000 Beschäftigten eingehen, ist in den vergangenen Monaten von 120 auf 124 Punkte gestiegen – der beste Wert seit dem Frühjahr 2012. Werte über 100 signalisieren ein positives Konjunkturklima. “Die Investitionsneigung der regionalen Betriebe hat sich seit dem Herbst nochmals verbessert. Aktuell planen 36 Prozent der Befragten mehr und nur 15 Prozent weniger Investitionen. Das stimmt uns für die Konjunktur sehr zuversichtlich”, erläutert IHK-Chefvolkswirt Matthias Schmitt die Umfragedaten.

Die unternehmerischen Beschäftigungsplanungen folgen den Investitionsabsichten diesmal allerdings nicht. Bekundeten im Herbst 2013 noch 21 Prozent der Befragten, mehr Personal einstellen zu wollen, so sind es derzeit mit elf Prozent nur noch etwa halb so viele. “Unsere Befürchtung, dass die Vereinbarungen des Koalitionsvertrags zumindest keine positiven Impulse für die Beschäftigung auslösen, scheint sich zu bewahrheiten”, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Glockauer die regionalen Arbeitsmarktperspektiven. An die Spitze des Konjunkturzugs hat sich das Dienstleistungsgewerbe gesetzt. In dieser Branche berichten 46 Prozent der Befragten von guten und weitere 48 Prozent von befriedigenden Geschäften. 37 Prozent der Dienstleister erwarten zudem im Jahresverlauf eine weitere Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation.

Aber auch in Industrie und Handel herrsche ein positives Konjunkturklima, so die Kammer. Das produzierende Gewerbe vermelde überdurchschnittliche Auslastungsgrade seiner Produktionskapazitäten und steigende Auftragseingänge im Jahresendquartal 2013. Die aktuellen Auftragsbestände liegen im guten saisonalen Durchschnitt. Großer Optimismus herrscht hinsichtlich der mittelfristigen Exportperspektiven: 42 Prozent der Industriefirmen erwarten, 2014 mehr Waren ins Ausland abzusetzen. Nur neun Prozent befürchten Ausfuhrrückgänge.

“2014 wird voraussichtlich ein gutes Jahr für die regionale Wirtschaft werden. Die hohen Energiepreise, die angespannte Fachkräftesituation und die fragwürdigen wirtschaftspolitischen Weichenstellungen auf Bundesebene drohen sich allerdings dämpfend auf die ökonomische Aktivität und die Beschäftigungsdynamik auszuwirken”, erklärt IHK-Konjunkturexperte Matthias Schmitt.

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