Frauen in Gewahrsam

TRIER. Eine Polizeistreife hat vergangene Nacht in der Innenstadt zwei Frauen aufgegriffen, die zuvor in einer Kneipe Gäste angepöbelt hatten und daraufhin vom Wirt vor die Tür gesetzt worden waren. Beide leisteten massiven Widerstand gegen die Polizisten.

Eine der Frauen lag, bei einer Außentemperatur von minus 1 Grad, leicht bekleidet auf dem Boden in der Neustraße, während ihre Begleiterin dort umhertorkelte. In der Absicht, zu helfen, sprachen die Beamten sie an und verständigten vorsorglich einen Rettungswagen. Beide Frauen hätten sich allerdings von Beginn an sehr aggressiv gezeigt und die notwendige Hilfe abgelehnt, so die Polizei. Zudem verweigerten sie Angaben zu ihren Personalien und versuchten sogar, auf die Beamten einzuschlagen.

Letztlich musste der Rettungswagen unverrichteter Dinge wieder abziehen, während die beiden immer aggressiver werdenden Frauen in Gewahrsam genommen wurden. Auf der Fahrt zur Dienststelle leisteten sie Widerstand, indem sie nach den eingesetzten Beamten traten und schlugen. Das gleiche Verhalten setzte sich auf der Dienststelle fort; einem der eingesetzten Beamten wurde sogar ins Gesicht gespuckt. Atemalkoholtests ergaben Werte weit über 2 Promille. Entsprechende Strafanzeigen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Körperverletzung wurden gefertigt. Bis zur Ausnüchterung verblieben die beiden Frauen in Gewahrsam.

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5 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Sabine Schnitzler schreibt:

    Schon komisch, dass der Berufsstatus der beiden Frauen für diesen Artikel von Bedeutung ist. Oder wurde beim Verfassen wieder unreflektiert auf die Klicks geschielt? Schade, dass hier ein Bild von Prostituierten gezeichnet wird, welches wieder mal das Klischee der Assozialen bedient.
    Um das auszugleichen würde ich mir bei ähnlichen Fällen Überschriften wie diese wünschen “Bürokauffrauen in Gewahrsam” oder “Bäckereifachverkäuferinnen machen Randale” (Das Publikum wäre Ihnen sicher!)
    Oder Sie lassen den Berufsstatus einfach weg?

  2. A.Overath schreibt:

    In der Tat wirkt die Überschrift diskriminierend. Warum macht Ihr das? Ich habe noch nie auf 16vor bei einer Polizeimeldung den Beruf des oder der Täter/innen gelesen.

  3. V.Clemens schreibt:

    @ S. Schnitzler: Ja, da haben sie wohl recht.
    Aber es scheint sich bei dem Bericht um die Wortwörtliche Polizeimeldung zu handeln.
    Das ist bei vielen Medien in der Region zu beobachten, das die Polizeiberichte 1 zu 1 (Copy+paste) übernommen werden.
    Inklusive aller Fehler.

  4. Stephan Jäger schreibt:

    „es scheint sich bei dem Bericht um die Wortwörtliche Polizeimeldung zu handeln.“

    …und die Trierer Polizei schafft es eben nicht immer, die eigene Wertung aus dem Meldungstext herauszuhalten. Da komen dann so Sachen bei raus, wie „Dunkel gekleideter Radfahrer von PKW erfasst“.

    Sind halt auch nur Trierer.

  5. Sascha Rachow schreibt:

    Ich frage mich wo die Informationen herkommt, dass es sich um Prostituierte handelt? In der Pressemitteilung der Polizei steht dies so nicht.

    http://www.polizei.rlp.de/internet/nav/10a/presse.jsp?uMen=10a70d73-c9a2-b001-be59-2680a525fe06&_ic_uCon=1d5606b4-6924-bc31-c5ec-3f1f282c266d&page=1&pagesize=10

    Die Angabe des angeblichen Berufes dieser Frauen in diesem Artikel ist absolut unnötig und zeigt, dass 16vor aus der sexismusdebatte nichts gelernt hat. Selbst der Volksfreund hat dies nicht nötig. Guter Journalismus kommt ohne Sexismus aus. Ich dachte bislang immer das 16vor ein Qulitätsanspruch hatte. Diese Überschrift ist aber leider nur Bildzeitungs Niveau.

    (Anm. d. Red.: Liebe Leserinnen und Leser, besten Dank für Ihre Zuschriften. Wir räumen ein, dass der ursprünglich von uns gewählte Titel “Prostituierte in Gewahrsam” den Eindruck erwecken musste, zwischen dem Vorfall und der beruflichen Tätigkeit der Frauen habe ein Zusammenhang bestanden. Dies ist nicht der Fall, zumindest ergibt sich dieser Zusammenhang nicht aus dem von der Polizei in ihrer ursprünglichen Mitteilung geschilderten Hergang des Geschehens. @Herr Rachow: Die Information, dass es sich um Prostituierte handelte, ist der direkt an die Medien gegangenen Pressemitteilung zu entnehmen. Das wiederum ändert nichts daran, dass diese Information für den geschilderten Sachverhalt nicht von Belang war und wir im konkreten Fall unseren eigenen Qualitätsansprüchen nicht gerecht geworden sind, weshalb wir die Meldung nun entsprechend überarbeitet haben.)

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