“Gefährliche Entwicklung”

TRIER. Nach Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) muss jeder vierte Vollzeitbeschäftigte in der Stadt Trier künftig mindestens 47 Jahre lang arbeiten, um eine Rente zu bekommen, die knapp oberhalb der Grundsicherung liegt.

Das teilte der Gewerkschaftsbund am Freitag mit. Der DGB führt für diese “dramatische Entwicklung” zwei Gründe an: So arbeiteten in Trier 24 Prozent der Vollzeitbeschäftigten, knapp 8.300 Menschen, zu einem Lohn unterhalb der Niedriglohnschwelle von 1.890 Euro im Monat. Zudem werde das Rentenniveau nach den Plänen der Bundesregierung von heute knapp 50 bis auf 43 Prozent sinken.

“Altersarmut wird dadurch auch eine Gefahr für Normalverdienende”. Die Durchschnittsrente lag laut DGB im Zugangsjahr 2012 in der Region Trier bei 881 Euro (Männer) beziehungsweise 427 Euro (Frauen). Wenn das Rentenniveau von 43 Prozent schon heute gelten würde, läge die durchschnittliche Rente nur noch bei rund 757 Euro (Männer) beziehungsweise 367 Euro (Frauen), prognostiziert der Gewerkschaftsbund.

“Eine gefährliche Entwicklung”, warnt Dr. Christian Schmitz, Geschäftsführer der DGB-Region Trier: “Es ist ein Skandal, dass ein Viertel der Vollzeitbeschäftigten in Trier mit Niedriglöhnen abgespeist wird. Genauso unverantwortlich ist die Senkung des Rentenniveaus, weil nicht nur Geringverdienende, sondern auch Normalverdienende dadurch in die Altersarmut abrutschen.” Nach Angaben des DGB würde bei einem Rentenniveau von 43 Prozent die Durchschnittsrente in der Region deutlich unter der Grundsicherung landen. Ein “solcher Sturzflug der Rente” könne und müsse aber verhindert werden. “Wir brauchen dringend einen Politikwechsel, um eine Welle von Altersarmut zu vermeiden”, so der sozialdemokratische Gewerkschaftssekretär. “Wir fordern deshalb eine neue Ordnung am Arbeitsmarkt mit einem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro, eine stärkere Tarifbindung und zumindest eine Stabilisierung des Rentenniveaus.” Dies sei dringend notwendig, denn in der Stadt Trier seien nur 29,6 Prozent der 60- bis 64-Jährigen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, beziffert der DGB-Mann.

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1 Leserbrief | RSS-Abo

  1. P. Baumbach schreibt:

    Ach laut dem letzten Armuts/Reichtumbericht und anderen Aussagen unserer Politiker haben wir kein Problem mit Altersarmut und co und kommen würde diese auch nicht und ein Mindestlohn ist doch auch nich von nöten laut ihrer Meinung Fips Rössler vorne weg .
    War halt schon immer ein Problem wenn die Realität der Politiker eine andere ist als die in der der Großteil der Bevolkerung lebt.

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