H&M entsorgt Unterschriften

TRIER. Gewerkschafter und Mitglieder des Betriebsrats am Trierer Standort von Hennes & Mauritz haben heute Vormittag Listen mit Unterschriften gegen die beabsichtigte Kündigung eines Arbeitnehmervertreters “überreicht”.

Die schwedische Modekette hat Damiano Quinto mittlerweile die fünfte Kündigung zukommen lassen, außerdem hat das Unternehmen das Trierer Arbeitsgericht angerufen um so zu erreichen, dass der Betriebsrat dem Kündigungsbegehren der Geschäftsführung gegen den Vorsitzenden der Arbeitnehmervertretung doch noch zustimmen muss (wir berichteten). Der Fall wurde am Mittag verhandelt, ob es heute schon eine Entscheidung geben wird, ist allerdings noch ungewiss.

In den vergangenen Wochen hatten Mitglieder der Gewerkschaft Ver.di sowie des Trierer Betriebsrats von H&M in der Fußgängerzone die Unterschriften gesammelt. Nach Gewerkschaftsangaben unterzeichneten hierbei insgesamt mehr als 6.000 Menschen. Am Dienstagmorgen klebten Listen vor dem Eingangsbereich der Filiale am Hauptmarkt auf dem Boden, auch an Schaufenstern fanden sich Exemplare. Der Filialleiter reagierte umgehend, sammelte gemeinsam mit zwei Mitarbeitern die Listen ein und entsorgte sie noch vor Ort.

“Ich hätte nicht damit gerechnet, dass die das alles nur wegwerfen und nicht mal einen Blick auf die Listen werfen”, erklärte Marina Frauenhoffer, stellvertretende Betriebsratschefin gegenüber 16vor. Sie sei enttäuscht über das Vorgehen der Verantwortlichen. Dass die Listen nicht wie sonst üblich schlicht übergeben, sondern der Eingangsbereich mit ihnen gepflastert wurde, begründete Jürgen Rinke-Oster von Ver.di mit der größeren Wirkung der Aktion: “Wir wollten einfach deutlich machen, wie viele Unterschriften zusammenkamen und wie groß damit auch die Unterstützung für unser Anliegen ist”. Der Filialleiter von H&M in Trier wollte sich nicht zu der Aktion äußern.

Einen ausführlichen Bericht über die Hintergründe des Konflikts finden Sie hier: “Ich befinde mich in einer Abwehrschlacht”

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3 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Markus Pflüger schreibt:

    Da muss H&M bzw. auch der hiesige Filialleiter wohl noch lernen wie man einen Imageschaden abwendet statt ihn zu vergrößern. In Zulieferbetrieben der Textilindustrie wie C&A, KIK, H&M sterben Tauswende wegen der miesesten Arbeitsbedigungen, und Brandschutzabkommen sind noch keine Einhaltung von Sozialstandards sondern nur ein kleiner Anfang – so stehen auch noch die Entschädigungszahlungen für die Opferangehörigen aus.
    In Trier wird ein Betriebsrat entlassen und die Meinung von 6000 Menschen “entsorgt” – H&M steht scheinbar für knallhartes Management auf Kosten der Menschen hier und anderswo. Zum Glücl gibt es Alternativen solange sich hier nichts ändert.
    Ideen was Verbraucher tun können, stehen z.B. bei der Kampagne für saubere Kleidung: http://www.sauberekleidung.de

  2. Sven Dahmen schreibt:

    Wenn verdi nichts Besseres zu tun hat, als Unterschriftenlisten auf die Straße zu werfen und an außen an die Scheiben zu kleben…soll der Ladeninhaber sie dann aufsammeln, bügeln und einrahmen lassen?

  3. Yogi Klawe schreibt:

    Also ich hab da das letzte Mal was gekauft! Der Laden ist ab jetzt für mich tabu!

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