“Männer wie wir”

TRIER. Die AIDS-Hilfe Trier e.V. nimmt gemeinsam mit dem SCHMIT-Z e.V. die olympischen Winterspiele in Sotschi zum Anlass, um auf die Situation schwuler Männer und lesbischer Frauen in Russland aufmerksam zu machen.

Dazu zeigen die Vereine ab Freitag um 20 Uhr eine Fotoausstellung, die von der russischen HIV-Präventionsorganisation “LaSky” ins Leben gerufen und von drei russischen Starfotografen umgesetzt wurde. Sie soll ein Zeichen setzen für mehr Offenheit und Toleranz und gegen Homophobie.

Wer in Russland offen homosexuell lebt oder sich öffentlich dafür einsetzt, lebt gefährlich. Die Lage hat sich noch verschärft, seit ein Gesetz die “Propaganda von nicht-traditionellen sexuellen Beziehungen gegenüber Minderjährigen” unter Strafe stellt. Als “nicht-traditionell” gelten vor allem homosexuelle Beziehungen. Mit dem Verweis auf das Kindes- und Jugendwohl ist seitdem jede positive Äußerung über Homosexualität in der Öffentlichkeit und im Internet verboten. Veranstaltungen und Demonstrationen werden gewaltsam von der Polizei aufgelöst. Schwule und Lesben, die die Beachtung ihrer Menschenrechte einfordern, müssen Angst haben vor Geldbußen, Haftstrafen und staatlicher Gewalt. Selbst die HIV-Präventionsarbeit für schwule Männer wird durch das Gesetz massiv behindert.

Dennoch setzen sich russische Organisationen wie die Schwulen- und HIV-Beratungsstelle “LaSky” in Sankt Petersburg auch weiterhin für die gesellschaftliche Normalisierung von Homosexualität in Russland ein. “LaSky”, deren “Regenbogencafé” im November 2013 selbst Opfer eines brutalen Überfalls wurde, hat zusammen mit den russischen Fotografen Alex Bego, Sergei Wassiljew und Seva Galkin eine Fotoausstellung mit dem Titel “Männer wie wir. Es lohnt sich zu leben!” konzipiert. Durch eine Kooperation mit dem “Ich weiss was ich tu”-Projekt der Deutschen AIDS-Hilfe kam ein Teil der Ausstellung nach Deutschland und wird nun in Trier präsentiert.

“Zur Zeit der olympischen Spiele in Sotschi schaut die ganze Welt nach Russland”, erklärt Bernd Geller, Mitarbeiter der AIDS-Hilfe Trier und Mitorganisator der Ausstellung. “Wir möchten damit auch in Trier den Blick auf die dortige Lage der Menschenrechte von Schwulen, Leben, Bisexuellen, Transidenten und Intersexuellen lenken.”

Die Bilder sind Aktfotografien russischer Männer, die sowohl homo- als auch heterosexuell sowie HIV-positiv und -negativ sein können. Die Modelle zeigen sich stark und selbstbewusst, sie lieben sich und sie lieben einander. Das Besondere dabei ist, dass eine Zuordnung der Modelle in die Kategorien “homo – hetero”, “HIV-positiv – HIV-negativ” nicht erfolgt und der Vorstellung des Betrachters überlassen bleibt. Egal ob schwul oder HIV-infiziert – die abgebildeten Personen sind “Männer wie wir”, lautet die Botschaft.

Die Ausstellung dauert von Freitag (Vernissage: 20 Uhr) bis 1. Juni und kann während der Café- und Beratungszeiten des SCHMIT-Z (Mustorstr. 4) besucht werden.

Weitere Informationen unter http://www.trier.aidshilfe.de.

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