“Ich verwahre mich gegen diesen Vorwurf”

Ein Jahr nach seiner Verabschiedung sind weite Teile des Schulentwicklungsplans Makulatur. Diesen Schluss legen die Antworten auf zwei Anfragen von SPD und Linken nahe. Auf Wunsch der Fraktionen nahm Bürgermeisterin Angelika Birk am Donnerstagabend im Stadtrat ausführlich Stellung zum Stand der Umsetzung des Konzepts, und hierbei präsentierte die Grüne so manche Überraschung. So erteilt die ADD einer Fusion der Grundschulen Ehrang und Quint ebenso eine Absage, wie einem Neubau außerhalb des Ortskerns. Der mögliche Neubau von Grundschulen im Osten und Westen der Stadt hat laut Birk womöglich wenig Aussicht auf Landesförderung, auch lehne die ADD die vom Stadtrat beschlossene Aufgabe des Robert-Schuman-Gebäudes ab. Birk wies Darstellungen der SPD zurück, sie missachte Stadtratsbeschlüsse: “Ich verwahre mich gegen diesen Vorwurf”. Einstimmig beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, zu prüfen, wie der akute Raummangel an den Gymnasien behoben werden könnte.

TRIER. “Mit Windhundprinzip oder Windhundverfahren bezeichnet man ein Verfahren, bei dem der Zugang zu einer nur begrenzt vorhandenen Ressource von der ressourcenverwaltenden Stelle nur nach der zeitlichen Reihenfolge der Bedarfsanmeldungen, nicht jedoch nach anderen Kriterien freigegeben wird”, heißt es im Online-Lexikon Wikipedia. Es dürfe nicht sein, dass “auch weiterhin nach dem Windhundprinzip durch das Schuldezernat Maßnahmen zur Umsetzung beauftragt werden oder ein reines Abarbeiten überfälliger Baustellen erfolgt”, hieß es in der Anfrage der SPD für die gestrige Sitzung des Stadtrats. Die Adressatin war nicht amüsiert über den Ton, den die Genossen anschlugen, und so verschärfte sie auch ihrerseits die Tonlage und wies vor der Beantwortung der zahlreichen Fragen den Vorwurf zurück. Die Aufgaben würden “entlang der vor einem Jahr gefassten Beschlüsse bearbeitet”, erklärte Birk. Und was Arbeiten angehe, die nicht durch den Schulentwicklungsplan abgedeckt waren, habe man “angesichts sehr knapper Ressourcen beim Dezernat IV (dem Baudezernat; Anm. d. Red.) um Unterstützung für diejenigen Vorhaben gebeten, die mit guten Gründen nach Auffassung von Stadtvorstand und Stadtrat eine besondere Dringlichkeit haben”. Birk weiter: “Ich verwahre mich gegen den Vorwurf, dass das Dezernat II Beschlüsse des Stadtrats missachtet”.

Birk ist es erkennbar leid, für sämtliche Entscheidungen in Sachen Schulpolitik und deren Umsetzung verantwortlich gemacht zu werden. Auch deshalb nutzte sie die letzte Ratssitzung vor der Wahl, um sich auf Anfrage von SPD und Linken ausführlich zu erklären. Hierbei verwies sie zunächst auf zwei Großbaustellen, die schon vor dem Beschluss vom März letzten Jahres auf den Weg gebracht wurden: den Ausbau und die Sanierung von AVG und IGS. In diese beiden Vorhaben flössen die personellen und finanziellen Ressourcen für den Schulbau “derzeit an erster Stelle” – und an zweiter Stelle “ebenfalls mit Millionenbeträgen in unaufschiebbare Brandschutzmaßnahmen, die aufgrund verschärfter Vorschriften nach den Sicherheitsbegehungen fast an jeder Schule mit engen Umsetzungsfristen erforderlich werden”. Auf rund 63 Millionen Euro wurden die Sanierungs- und Entwicklungskosten an Schulgebäuden veranschlagt, die Maßnahmen für den Brandschutz kommen noch hinzu. Zusätzlich muss die Verwaltung permanent auf “gravierende akute Gebäudeschäden” reagieren.

Dass die Umsetzung des Schulkonzepts vor diesem Hintergrund auf der Stelle trete, sei aber nicht der Fall, so Birk. Im Gegenteil: Die vom Stadtrat beschlossenen “dringlichsten Maßnahmen” wie etwa die Erweiterung der Grundschule in Tarforst sowie den Ausbau und die Sanierung der Grundschule Feyen seien in der Mache. Doch beschloss der Stadtrat im vergangenen Jahr auch mit großer Mehrheit, dass die Grundschulen Ehrang und Quint “schnellstmöglich” zusammengelegt werden sollten – entweder am Standort des Schulzentrums Mäusheckerweg oder aber in einem Neubau im Bereich des Marienkrankenhauses. Die Verwaltung sollte beide Optionen prüfen, bis zum Ende des vergangenen Jahres wollte der Stadtrat dann entscheiden, welchen Standort eine fusionierte Grundschule bekommen sollte. Doch dazu kam es nicht und wird es auf absehbare Zeit wohl auch nicht kommen. Denn Birk teilte am Donnerstagabend mit, dass die ADD “aus verschiedenen Gründen weder eine Genehmigungsgrundlage für eine Zusammenlegung der beiden Grundschulen Ehrang und Quint am Standort Mäusheckerweg, noch für einen Neubau außerhalb des bisherigen Ortskernes” sehe. Allenfalls sei die Kommunalaufsicht bereit, “bei möglichen zukünftigen abnehmenden Schülerzahlen in Quint und einem wahrnehmbaren schulischen Bedürfnis” zu prüfen, die Grundschule Quint in der Grundschule Ehrang “an deren jetzigem Standort auslaufen zu lassen”.

Ein weiterer Baustein des Ratsbeschlusses steht offenbar auch auf der Kippe: “Die ADD zieht in Zweifel, dass sowohl der Ausbau der Kurfürst Balduin Realschule plus als auch der Neubau der neuen Grundschule auf dem vorhandenen Gelände (…) räumlich umsetzbar ist”. Der Stadtrat hatte mit den Stimmen von CDU, SPD, Grünen und FDP beschlossen, an diesem Standort die Grundschulen Pallien und Reichertsberg zu fusionieren, bis zum Schuljahr 2018/2019 sollte der Erweiterungsbau stehen.  Generell steht die Kommunalaufsicht möglichen Schulneubauten kritisch bis ablehnend gegenüber, wie aus mehreren Antworten Birks auf die Anfragen von SPD und Linken deutlich wird. So lehne die ADD auch die vom Stadtrat beschlossene Aufgabe des Gebäudes der ehemaligen Robert-Schuman-Realschule in der Kaiserstraße ab. Diese hatte der von der Verwaltung beauftragte Gutachter Wolf Krämer-Mandeau als neuen Standort für eine Fusion aus den Grundschulen Barbara und Egbert vorgeschlagen. Weil aber die zwischenzeitlich wegen Schimmelschäden in die im vergangenen Jahr geschlossene Kürenzer Grundschule verlagerte Egbert-Schule erhalten bleiben soll, gibt es für das Schuman-Gebäude aktuell keine Verwendung. Doch rasch veräußern dürfe die Stadt die Immobilie nicht, berichtete die Bürgermeisterin am Donnerstagabend. Denn das werde die ADD nicht akzeptieren, wenn “neue Baumaßnahmen mit Landeszuschüssen aus der Aufgabe abgeleitet werden”. Würde das Schuman-Gebäude für eine schulische Nutzung aufgegeben und in Trier-West ein Anbau für die Kurfürst-Balduin-Schule erforderlich, sei mit Geld aus Mainz kaum mehr zu rechnen. Und das gelte auch für die Geschwister-Scholl-Schule, welche die Stadt mittelfristig verkaufen wollte, um Platz für eine Wohnbebauung zu schaffen. Für die ADD gelte die Immobilie jedoch nach wie vor als “vorhandenes sanierungsbedürftiges Schulgebäude”.

“Extrem sanierungsbedürftig”, so Birk, ist auch die Grundschule Martin, deren Erhalt wie der von Egbert ebenfalls Teil des Vier-Fraktionen-Ergänzungsantrags vom vergangenen Jahr war. Bestanden die Grünen auf einer Garantie der Ost-Grundschule, wollten die Christdemokraten die von St. Martin nicht preisgeben. Doch für diese sei bislang noch keine Sanierung in Vorbereitung – “mangels Personal- und Finanzkapazitäten”, so Birk. Im Klartext: Eine ganze Reihe von Beschlüssen, welche auf den fraktionsübergreifenden Kompromiss von Union, Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen zurückgeht, ist offenbar schon jetzt Makulatur oder steht zumindest auf der Kippe. “Die Bedenken und Anregungen der ADD laufen dem Beschluss des Stadtrats diametral entgegen”, kommentierte Grünen-Ratsmitglied Gerd Dahm die Ausführungen Birks. Das dies so kommen würde, hatten manche indes prognostiziert. Unter anderem OB Klaus Jensen und auch Birk, die bereits vor der Entscheidung des Rats für das Kompromiss-Konzept deutlich gemacht hatten, dass manche der Einzelbeschlüsse kaum umsetzbar seien.

Druck wollen nun sämtliche Fraktionen auch in punkto Raummangel in den Gymnasien machen. Deren Situation war im Zuge der Schuldiskussion stark in den Hintergrund gerückt, die Debatte drehte sich fast ausschließlich um Grundschulen, deren Schließung drohte, und die künftige Entwicklung der Realschulen plus. Nun beschloss der Stadtrat einstimmig, dass die Verwaltung prüfen muss, wie der Mangel behoben und “mit welchem Planungskonzept der Raumbedarf ab dem Schuljahr 2015/2016 gedeckt werden kann”.  Allein dem HGT fehlen 14 Klassen.

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16 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Sven Sturm schreibt:

    wie, bleibt die egbert schimmelschule nun doch erhalten und wird saniert ? für schätzungsweise 3 mio … (inkl. der sachen die sonst bewusst nie in einem atemzug mit der schimmelsanierung genannt werden). das sollte doch angeblich noch entschieden werden wenn mal ein exakter kostenplan aufgestellt wird …

    was genau hat denn die umsetzung des “konzepts” eigentlich gebracht? was genau wurde denn nun überhaupt umgesetzt ? ausser dass eine 4zügige grundschule mit aller gewalt auf den weg gebracht wurde oder irgendwelche anderen illusionen in die welt gesetzt wurden …

    (ach ja ich vergesse die EINSEITIGE “schulwegsicherung” für 95.000 € im bereich metternichstrasse, da wird mir jedes mal ganz schlecht wenn ich dran vorbei fahre und sehen muss wie unsinnig geld zum fenster raus geworfen wird !!!!)

    jetzt wird sicherlich martin als nächstes geschlossen weil man jetzt so langsam anfängt zu verstehen dass ambrosius nur unter verwendung von martin 4 zügig werden kann … guten morgen !

    hätte man nicht besser direkt alle 3 schulen dicht gemacht, dann hätte es wenigstens den eindruck hinterlassen dass “schulentwicklungskonzept” würde in irgendeiner form berücksichtigung finden…

    ist halt schade dass gerade in sachen schulen instanzen zusammenarbeiten müssen, die sich scheinbar gegenseitig nicht so gut vor den augen sehen können …

    wenn dem hgt noch 14 klassen fehlen können die ja dann das robert schuhmann gebäude nutzen oder aber am besten ins rathaus auswandern !

  2. Bernd Reifenberg schreibt:

    Eigentlich ist das ein Armutszeugnis.
    Für Alle.
    Die Verwaltung verwaltet eben nur noch, schiebt hier hin und dorthin,
    stopft hier ein Loch und dort das nächste, kommt aber immer zu spät.
    Der Rat kann nur zähneknirschend zusehen,
    einstige Perspektiven werden zu Makulatur.
    Die ADD sowie das Land mischen auch kräftig mit.

    Und die Eltern? Lehrer? Schüler?
    Müssen das Ganze ausbaden.

    Aber wie kann das Problem gelöst werden?
    Wer wirft mal eben 100 Mio für die Trierer Schulen vom Himmel herab?
    Oder sollte sich die Stadt beim EuroLotto beteiligen?
    56 Mio sind auch nicht ohne …

  3. Raimund Scholzen schreibt:

    “Allein dem HGT fehlen 14 Klassen.” Die Robert-Schuman-Schule liegt in unmittelbarer Nähe, und es wäre im wahrsten Sinne des Wortes “naheliegend”, hier wenigstens einen Teilbedarf des HGT zu decken, anstatt das Gebäude leerstehen zu lassen oder zu veräußern.

  4. Johannes Schölch-Mundorf schreibt:

    Das HGT wird dieses Jahr wieder 4-zügig. Die Raumsituation ist katastrophal, weswegen die Elternschaft auch das Gespräch mit den Fraktionen suchte. Schüler(innen) sind z.B. auf den Fluren, wenn die Arena wegen (der Vorbereitung von) Veranstaltungen gesperrt ist, was sehr häufig vorkommt und dann kein Spoortunterricht stattfinden kann. Im Gebäude der ehemaligen Robert-Schuman Realschule in der Kaiserstraße wären auch Fachräume vorhanden, kurz, das Schulgebäude wäre ideal, wie die Elternschaft betont. um die gesamte Oberstufe auszugliedern (Kl. 11-13). Das Gebäude wird zum übernächsten Schuljahr komplett frei und das HGT müsste nicht mehr vier Klassenräume der Barbara-Grundschule nutzen.

  5. V.Clemens schreibt:

    Her J. Schölch-Mundorf: Was soll die Arena mit dem HGT zu tun haben?
    Das soll sich doch nun wirklich nicht tangieren.

  6. Raimund Scholzen schreibt:

    Danke, Johannes Schölch-Mundorf. “Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute ist so nah?” Oder “Vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen.” Datgittetdochnit!

  7. Johannes Schölch-Mundorf schreibt:

    @V. Clemens: In der Arena findet regulär der Sportunterricht des HGT statt.
    @ Raimund Scholzen: Das sehe ich auch so!

  8. Peter Jung schreibt:

    “für schätzungsweise 3 mio” saniert.
    Haben Sie Herr Sturm aktuelle Zahlen oder sind das Kürenzer Zahlen, die Herr Maximini aus dem Hut gezaubert hat?

    Wie geht es mit Egbert weiter? Liegt endlich ein Sanierungskonzept vor, oder streiten sich Birk und KT um Zuständigkeiten und “Kompetenzen”?
    Wieso werden wir nicht informiert?
    Mittlerweile glaube nicht nur ich an böswillige Vertuschung.

    In Schilda wird nun wohl erst die Schule in Kürenz provisorisch teuer saniert, Brandschutzmängel beseitigt und dann geschlossen.

    Beim Informationsabend vor Wochen sah es doch noch nach vernünftigen Lösungen aus. Was genau tut hier Herr Heinrich? Abwarten, bis die Kommunalwahl vorbei ist und er sich die Hände nicht schmutzig macht?

  9. Jörg Hennefeld schreibt:

    So ist es Herr Jung… Vor der Kommunalwahl wird sich keiner wagen, dieses Thema anzupacken. Es gilt jetzt sich zu positonieren und sich ja nicht die Finger zu verbrennen.
    Auf ein Sanierungskonzept werden Sie lange warten müssen. Die Kinder aus Egbert werden weiterhin die Kürenzer Schule besuchen müssen. Die Kinder aus Kürenz dürfen dann nach den Sommerferien den für 95.000 € gesicherten Schulweg nutzen. Ist doch auch schon was. Wenn wir schon kein Geld haben, blasen wir den Rest auch noch aus dem Fenster.
    Und was wird passieren? Die Anmeldezahlen in Egbert werden zurück gehen und das Problem erledigt sich für die Stadt Trier von alleine. So hat man es mit Kürenz gemacht, so wird man es mit Egbert machen und weitere Schulen werden folgen.
    Forderungen stellen, das können sämtliche Parteien. Verantwortung übernehmen, dass kann keine einzige Partei!
    Was den Eltern hier in Sachen Schulentwicklungskonzept vorgelegt wird, ist deutschlandweit einzigartig.
    Und von welcher vernünftigen Lösung beim Informationsabend sprechen Sie?
    Lassen Sie sich nicht blenden von dem was Politiker fordern, erzählen oder sogar versprechen.
    Wo wir dann wieder bei den anstehenden Kommunalwahl angelangt wären…..
    Es gilt sich in Position zu bringen….

  10. Dominik Heinrich schreibt:

    Wenn Peter Jung vermutet, ich würde “abwarten, bis die Kommunalwahl vorbei sei um mir die Hände nicht schmutzig zu machen”, täuscht er sich gewaltig. Ich sage deutlich, wöfür ich eintrete. Vor den Wahlen, nach den Wahlen, in öffentlichen und nicht öffentlichen Sitzungen. Da gibt es keine gegenteiligen Äußerungen.

    Beim Informationsabend des Elternbeirates der Egbert-Grundschule haben sich die Vertreter der Stadtverwaltung, der Stadtratsfraktionen von CDU und SPD leider bedeckt gehalten. Konkrete “vernünftige Lösungen” gab es an diesem Abend keine – eher die Ungewissheit, wie und wann es mit der Egbert-Grundschule weitergeht. Und die Frage, die viel wichtiger ist: steht der Stadtratsbeschluss zum Schulentwicklungskonzept noch oder wird er von CDU und SPD in Wahlkampfzeiten bewußt aufgeweicht – aus Angst Wähler zu verlieren?

    Die Diskussion um ein schlüssiges und verbindliches Schulentwicklungskonzept läuft schon seit fast 20 Jahren. Soll sich der Stadtrat weiterhin vor Entscheidungen drücken? Können wir weiterhin zuschauen, wie sich der Bauzustand unser Schulen verschlechtert, der Unterricht unter fehlenden Raumkapazitäten leidet, Eltern und Lehrer verunsichert werden? Nein!

  11. Sven Sturm schreibt:

    nein herr heinrich nicht drücken, aber bitte sinnvoll entscheiden …

    denn das einzige was nun wirklich klar ist beim bisherigen “konzept” (wie kann man ohne gescheite alternativen am start zu haben überhaupt von konzept sprechen !!) dass die sinnloseste und teuerste aller varianten beschlossen wurde weil man:

    a) entweder reine lobbypolitik betreibt oder die eigenen interessen verfolgt
    b) vollkommen beratungsresistent ist
    c) fehl am platz ist !

    das allein frau birk und KT in die schuhe zu schieben ist schön einfach, oder etwa nicht ? und jetzt auch nur die cdu und spd zu zitieren sicherlich auch …

    sie wurden ebenfalls genannt als hinter verschlossenen türen was ausgekaspert und an den mann gebracht wurde !

    von daher sind sie und die ostgrünen an der jetzigen situation genau so mit schuld wie die beiden anderen !

    wie gesagt vom zustand her wurde die schlechteste aller schulen mit aller gewalt hochgehalten, dass kann ihnen herr heinrich als fachmann doch nicht entgangen sein, oder etwa doch ?

    die 3 mio herr jung sind geschätzt … rein spekulativ in den raum geworfen … aber ich denke nicht vollkommen aus der luft gegriffen … es wurde ja am “info”abend nur von den sanierungskosten gesprochen … vom anstehenden investitionsstau für dachstuhl etc war ja noch keine rede von daher lieber ein bisschen mehr annehmen … man hat ja nach den letzten öffenlich durchgeführten projekten so ein gefühl (-:

  12. Pablo Gándara schreibt:

    Es ist immer wieder mühsam bei diskreditierenden Diskussionen etwas zu schreiben. Dennoch versuche ich es mit einem Beitrag zur Sachlichkeit:

    1) Die Entscheidung vom Stadtrat für die Egbert-Schule fiel v.a. wegen der hohen Anmeldungszahlen, die auf eines der kinderreichsten und attraktivsten Vierteln für junge Familien zurückzuführen ist (Zunahme der Schülerzahlen seit 1995 um 54% – höchster Wert in Trier außer Tarforst, der nicht zählen kann, da neu gebaut – s. Gutachten S. 25).

    2) Bis Oktober 2013 hat es in der Egbert-Schule keine Schimmelbelastung gegeben. Und auch in den Messungen von Oktober 2013 wurden lediglich erhöhte Konzentrationen von Schimmelsporen in einigen Räumen festgestellt nur eines davon war übrigens ein Klassenraum. Es ist festzustellen, daß das Gebäude nicht maroder wird weil es kaputt geredet, sondern weil es nicht instandgehalten wurde und wird. Beispielsweise darf man die Frage stellen, warum der Regenwasserkanal (Fallrohr) direkt aufs das Mauerwerk vom Gebäude fällt und nicht umgeleitet wird. Ich bin zwar nicht vom Fach, aber meines Erachtens befeuchtet das die Grundmauer und begünstigst somit die Schimmelbildung.

    3) Die Verlagerung nach Kürenz vom Oktober 2013 wurde neben den positiven Schimmelmessungen vor allem wegen Geruchsbelästigungen veranlaßt, die das Lehrkollegium nicht mittragen wollte. Nach meiner Information war dies war u.a. auf verstopfte Kanäle zurückzuführen, die nicht regelmäßig gereinigt wurden.

    (siehe Fortsetzung)

  13. Pablo Gándara schreibt:

    4) Die vom Stadtvorstand Anfang März genannten Zahlen (von 1,3 Mio bis 3 Mio €) sind aus Sicht vieler involvierter Eltern stark zu hinterfragen. Deshalb haben wir (ich bin auch Vater von zwei Egbert-Kindern) über den Schulelternbeirat versucht, Einsicht in das Gutachten zu bekommen, das die Sanierungskosten des Gebäudes beziffern soll. Leider ist dies uns bisher verwehrt worden – trotz Informationsfreiheitsgesetz und einem allgemeinen Transparenzgebot mit öffentlichen Eigentum. Wir haben Grund zu der Annahme, daß hier noch einiges zu klären ist, vor allem hinsichtlich der Aufsichts- und Pflegepflicht des Staates von schulischen Einrichtungen. Für uns Eltern – viele von denen vom Fach sind – ist es nicht nachvollziehbar, daß so hohe Kosten für eine einfache Rückkehr an das Gebäude genannt werden. Als Eltern haben wir nie eine Generalsanierung des Gebäudes gefordert.

    5) Bei vielen Anwohnern ist seit Jahren vox populi, daß das große Grundstück an der Olewiger Straße 15 – einer des besten Lagen der Stadt – viele Begehrlichkeiten weckt. Dabei werden immer wieder starke kommerzielle Interessen seitens großer Bauunternehmen unterstellt.

    MfG,

    Pablo Gándara

  14. Sven Sturm schreibt:

    ja klar jetzt kommt mal wieder das argument mit den vielen anmeldezahlen … sei doch so gut und vergleiche doch bitte auch die fläche die die schulgrenzen mit sich bringen … wenn kinder die an der porta wohnen nach egbert müssen ist es nicht verwunderlich dass die meisten anmeldezahlen vorgwiessen werden … augenwischerei !!! zieh doch bitte ebenfalls mal die kinder raus die vom petrisberg oder sonstwo in egbert landen dann hat sich das auch relativiert und wenn die stadt die eltern über den weiteren verbleib einer schule im ungewissen lässt sinken die teilnehmerzahlen automatisch. das wird man in egbert dann auch noch feststellen denn bis 2018 soll ja erstmal nix passieren …

    ich lasse die messungen mal weg, denn die spielen dann ja wohl eher eine untergeordnete rolle und frage wie lange riecht es denn in der schule schon so modrig ? erst seit 2013 ??? nein eher nicht … also ich kenne genügend eltern und ehemalige kinder aus egbert die diese problematiken ebenfalls kennen …

    ich habe mal gehört dass die stadt gar nicht über das grundstück verfügen kann, sondern dass dies eher im hoheitsgebiet des landes ist … und eines der besten lagen der stadt ist halt an der stelle auch mal ansichtssache … woran machst du das dingfest … sicherlich nciht an den grundstückpreisen …. und diese befürchtung hat glaube ich jeder trierer erst einmal wenn ein öffentliches gebäude geschlossen wird und die weitere nutzung nicht klar ist.

  15. Christian Weber schreibt:

    Herrlich.
    Es fehlt nur noch Stephan Jäger mit der Forderung nach Fahrrad-Tiefgarage in den Grundschulen und Rüdiger Rauls mit seiner (allerdings wohl sehr richtigen) Dauerforderung zusammen auf die Barrikaden zu gehen, anstatt sich gegenseitig zu zerfleischen.
    Sven Sturm hat seine Gegner ja schon ausgemacht. Sie sitzen in Trier-Ost und fressen den Kürenzern die wohlschmecke Suppe weg bzw. spucken in die Versalzene.
    Pablo Gándara versucht es mit Sachlichkeit und geriert sich aber als Besserwisser und mit latenter Überheblichkeit (wir wissen es besser; bei uns sitzen auch Fachleute)
    In Kürenz laufen Sie immer noch den Halbwahrheiten eines Politrentners hinterher.
    Peter Jung ist zornig, trifft aber durchaus den Kern. Man hört und sieht nichts mehr. 16vor ist ruhig, TV ist ruhig und mehr haben wir ja nicht.
    Um was geht es eigentlich:
    Um eine Schule, in der es seit Jahren stinkt. Um eine Schule, in der man Schimmel findet (in welcher nicht). Um eine Schule, in der über Jahre soviel Geld für Instandhaltung gespart wurde, dass der (fiktive) Sparstrumpf bei der Stadt (für diese Schule) mittlerweile so voll ist, dass ohne Probleme saniert werden kann.
    Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts postulierte man in der ersten Hygiene-Vorschrift (dem Vorgänger der Din 4108 – der Hygiene-Wärmeschutznorm) „Wenn es in Deinem Heim stinket, so sollst Du lüften und den Misthaufen entfernen“ (anstatt um den Misthaufen zu diskutieren).
    16vor: am Ball bleiben!

  16. Pablo Gándara schreibt:

    das war ein inspirierender Beitrag, Herr Weber.

    Falls ich überheblich rüberkam, bitte ich um Nachsicht – ich habe klargestellt, daß ich nicht vom Fach bin.

    Hier geht es viel mehr um die offensichtlich, permanente Vernachläßigung des Schulgebäudes Egbert, das kaputt geredet und deren Instandsetzung (nicht Sanierung) mit exorbitanten Zahlen als unrealistisch präsentiert wird.

    Der aktuelle Zustand (alle Kinder werden in der kürzlich geschlossene Kürenzer GS unterrichtet) ist in jeder Hinsicht unzumutbar. Ich teile Jörgs Einschätzung, daß dadurch Eltern verunsichert werden, wodurch die Anmeldezahlen zurückgehen werden. Ein langsames Ausbluten der EGS ist somit vorprogrammiert. Kalkül?

    @Sven Sturm: Ich habe gute Freunde in Kürenz mit Kindern im Grundschulalter und kann die mißliche Lage absolut teilen. Wir haben vor einem Jahr zusammen mit Kürenz für den Erhalt beider GS durch Zusammenführung gekämpft und haben diverse Vorschläge gemacht. Leider wollte die Mehrheit im Rat Grundschulen mit aller Gewalt schließen, um Kapazitäten zu füllen, die nicht dafür geplant waren. Das ist weder sozial noch konservativ noch liberal noch nachhaltig grün – es ist einfach kurzfristig, billig und dumm. Wir haben die Chance am 25.5 ein Zeichen für mehr Weitsicht zu setzen. Es gibt wenige Bereiche, die uns Bürger so direkt treffen wir gute, wohnnahe Schulen. Da geht es nicht um “unvernünftige Grundschullobbyisten” (Zitat D.Linz im TV vor ein paar Tagen – erbärmlich), sondern um unsere Kinder.

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