IGS bleibt auf dem Berg

TRIER. Die Integrierte Gesamtschule soll in den kommenden Jahren für insgesamt rund 18,5 Millionen Euro saniert und ausgebaut werden. Für eine Verlagerung des IGS-Standorts nach Ehrang gibt es im Stadtrat keine Fürsprecher mehr.

Nachdem bekannt geworden war, dass statt der ursprünglich veranschlagten rund 11 Millionen inzwischen mindestens 18,5 Millionen Euro für das Vorhaben benötigt werden, hatte CDU-Fraktionschef Dr. Ulrich Dempfle vergangene Woche eine Verlagerung der IGS ins Schulzentrum Mäusheckerweg ins Gespräch gebracht – und damit eine frühere Idee der Grünen aufgegriffen (wir berichteten). Doch in der Ratssitzung wollten weder Union noch Grüne oder eine andere Fraktion diese Option beraten.

“Wir stehen zu dem Konzept der IGS, wir wollen in dieser Stadt eine breite Palette verschiedenster Schulformen”, erklärte Dempfle. Angesichts der Kostenexplosion sei es seiner Fraktion “äußerst schwer gefallen, dieser Vorlage zuzustimmen”. Regina Bux (SPD) sagte, schon bei der Ansiedlung der IGS hätten alle gewusst, “dass die Gebäude nicht im besten Zustand sind”. Inklusion und ganzheitliches Lernen brauche eine entsprechende räumliche Struktur, so Bux weiter. “Sie braucht aber jetzt auch die Perspektive und Sicherheit, dass die vollständige Sanierung kommt”, verlangte die Sozialdemokratin.

Corinna Rüffer lobte das “wahnsinnig engagierte Team” der IGS. “Wir waren von Anfang an für IGS, aber nicht unbedingt auf dem Wolfsberg”,erklärte die Grüne und erinnerte daran, dass ihre Fraktion sich ursprünglich eine Ansiedlung in der Innenstadt gewünscht hatte. Die Kostenentwicklung “überrascht uns nicht weiter”, so Rüffer weiter; “wir sehen aber, dass es mittlerweile zu spät ist, die Schule mit ihren Wurzeln zu verlagern”. Die IGS brauche nun Stabilität. “Wir stehen zum Grundsatzbeschluss”, stellte FWG-Chef Professor Hermann Kleber klar. Seine Fraktion beantragte jedoch, erst dann über das Vorhaben zu entscheiden, wenn eine Prioritätenliste für die gesamten anstehenden Schulbautenmaßnahme vorliege. Der Antrag fand im Rat kaum Unterstützung. FDP-Fraktionschef Dr. Karl-Josef Gilles erklärte, die Liberalen seien über die  Kostensteigerung “sehr erstaunt”. Man wünsche sich von der Stadt zu prüfen, “inwiefern eine einfachere und billigere Lösung möglich ist”. Katrin Werner (Linke) nannte die Debatte “relativ schräg” und wies den FWG-Antrag zurück: “Wenn wir auf eine Prioritätenliste setzen, ist nichts gewonnen”.

Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani (CDU) warnte ebenfalls davor, die Entscheidung aufzuschieben: “Der Zeitplan ist schon sehr ambitioniert, da darf nichts passieren”. Bildungsdezernentin Angelika Birk verwies darauf, dass der “größte Teil der Kosten” aus der Umsetzung der Energieeinsparverordnung herrühre.  An den Rat appellierte sie: “Geben Sie der IGS auch baulich einen Startschuss”. Den gab es dann: Mit großer Mehrheit votierte der Rat für die Sanierung und den Ausbau der IGS.

Zum selben Thema: Kostenexplosion auf dem Wolfsberg

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