In eigener Sache: 16 VOR geht in Druck

Die erste Printausgabe ist in Arbeit: Ab 10. Mai erscheint 16 VOR monatlich in gedruckter Form. Foto: Teresa HabildMarcus Stölb hat am vergangenen Dienstag seinen letzten Artikel auf dieser Seite veröffentlicht und damit seine Tätigkeit bei 16 VOR beendet. Die Entscheidung des Mitbegründers, nach über sieben Jahren die Redaktion zu verlassen, hat Fragen nach der Zukunft dieses schönen Portals aufgeworfen. Die schlechte Nachricht ist: Das Magazin wird es in dieser Form bald nicht mehr geben. Die gute: 16 VOR bleibt weiter bestehen.

TRIER. Ein halbes Jahr nach der Gründung des Online-Magazins verblüffte ich in einem Interview in der Sendung “Markt und Medien” im Deutschlandfunk (22. September 2007) die Redakteurin mit der Aussage, dass 16 VOR irgendwann einmal in gedruckter Form erscheinen soll – auch heute noch ist der umgekehrte Weg verbreiteter. Vor wenigen Monaten bekräftigte ich in einem Gespräch für eine SR2-Sendung noch einmal diesen Wunsch, ohne zu wissen, dass er schon bald Realität werden würde.

Ab dem 10. Mai erscheint 16 VOR als kostenloses, monatliches Printmagazin. In einer Auflage von 10.000 Exemplaren wird es an mehreren hundert Stellen (Gastronomie, Geschäfte, etc.) in Trier und Umgebung ausgelegt werden.

Die Gründe für diese Umstellung sind vielfältig. Der Hauptgrund ist, dass sich 16 VOR ohne einen weiteren Vollzeit-Redakteur in dieser Form nicht fortführen lässt. Die Kommunalpolitik, die es abzudecken gälte, ist ein Bereich, für den leider nicht viele Journalisten eine Leidenschaft empfinden. Von den Dutzenden Freien Mitarbeitern, die bisher für uns geschrieben haben, gab es nur ganz wenige, die sich für das politische Geschehen in der Stadt interessierten. Davon waren leider die meisten in einer Partei aktiv und dadurch ungeeignet, in diesem Ressort zu arbeiten.

In den vergangenen Jahren ist es zudem immer schwieriger geworden, gute Mitarbeiter zu finden, die zeitlich in der Lage sind, mehrere Artikel im Monat zu verfassen. Durch diese Entwicklung bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass 16 VOR nicht wie bisher weitergeführt werden kann. Täglich mindestens einen neuen Hauptartikel und mehrere Meldungen zu produzieren, ist unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr möglich, ohne dass die Qualität darunter leidet.

Weil mir aber viel am Erhalt dieser Marke und der Fortführung eines anspruchsvollen journalistischen Angebots für Trier liegt, habe ich mich entschlossen, 16 VOR mit einem starkem Team in einem zukunftssicheren Format weiterzuführen, das für eine geringere Anzahl veröffentlichungswürdiger Beiträge geeigneter ist: ein gedrucktes Monatsmagazin. Das Heft wird über Anzeigen finanziert, ist also auf Werbung angewiesen (die Anzeigenpreise können über cjoericke@16vor.de angefordert werden). Dafür wird es kostenlos sein.

Inhaltlich bietet es das Beste der Online-Version und noch Einiges darüber hinaus: Spannende Interviews, interessante Artikel, die beliebte Reihe “Kennen Sie Trier?” von Bettina Leuchtenberg, eine Kolumne vom Meyer Frank, Cartoons von Jimi Berlin, einen großen Veranstaltungskalender und Vieles mehr. Nach über sieben Jahren hat 16 VOR sein Ziel erreicht: es erscheint auf Papier.

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27 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Ulla Meyer schreibt:

    Schade schade schade … dann wird vieles veraltet und nicht mehr so aktuell wie jetzt sein …

  2. Thomas Dreyer schreibt:

    Sehr Schade, habe eure Artikel immer sehr gerne gelesen. Kann die Argumentation aber auch nachvollziehen, wenn Ihr nicht mehr genug Personal für diese Art der Tagesaktuellen Berichterstattung habt.

    Papier ist aber leider nicht mehr mein Medium.

  3. Peter Musti schreibt:

    Bedauerlich!
    Immerhin geht es weiter!
    Die Stadt braucht alternative Meinungen als Ergänzung zu den etablierten Medien.
    Ich wünsche Jöricke und Co. viel Erfolg!
    @ Ulla Meyer
    Erinnern Sie sich an die Katz?
    Da war nichts veraltet?
    Sie war hochaktuell und spannend.

  4. Thomas Lenz schreibt:

    Ich find`s großartig, freue mich auf ein schönes Magazin und wünsche dem Team um Christian Jöricke viel Erfolg!

  5. Tom Rüdell schreibt:

    Schade schade schade… dann wird es immer noch in Trier erscheinen, einer Stadt, die jeder Veränderung, gleich welcher, zunächst mal ablehnend gegenüber steht. Ulla Meyers Kommentar macht dieser Eigenschaft, die Trierischer ist als Alt Zelawen, leider alle Ehre. Wir wissen nicht so genau, was der Jöricke da schon wieder vorhat, aber wir sind uns jetzt schon sicher, dass es uns nicht gefallen wird. Und sehr wahrscheinlich brauchen wir es auch nicht.

    Ja, Mensch. 16 vor macht nach sieben harten Jahren mal was Neues. Schade schade schade.

  6. Michael Nuss schreibt:

    Schade
    Aber Walk on…
    Es geht ja weiter – nur anders :-)
    viel erfolg

  7. J. Schieder schreibt:

    Ein klarer Rückschritt leider, da die Zukunft nur im Netz liegen kann. Papier ist zwar geduldig, aber genauso langweilig, weil es die Bedürfnisse der nachwachsenden Generationen nicht mehr befriedigt. Printerzeugnisse halten sich doch nur noch, weil sie von der Generation 70plus (noch) gestützt werden.
    Ich denke, dass man 16 vor durch eine leichte Modifikation des Konzepts wiederbeleben und weiterleben hätte lassen können.
    Trotzdem viel Erfolg bei dem neuen Vorhaben.

  8. Birgit Reinhardt schreibt:

    Die falsche Ebtscheidung, aber auf jeden Fall alles Gute!

  9. Simon Stratmann schreibt:

    Ich wünsche Jöricke und Co alles Gute für den weiteren Weg!
    Aber ihr solltet dringend eine Leserbriefspalte einbauen, sonst kriegen manche der treuen LeserInnen noch Entzugserscheinungen. Oder ihr baut ein Internet-Forum als Ergänzung auf, in dem sich die üblichen Verdächtigen dann richtig schön austoben dürfen und weiterhin die Möglichkeit besteht, die täglichen Wortgefechte zum Trierer Stadtgeschehen verfolgen zu können ;-)

  10. Norbert Damm schreibt:

    Auch ich find´s schade. – Besonders als ehemaliger Mitarbeiter der KATZ. Vom Monatsblatt zum Jahrbuch. Das war der Weg. Und das Ende. – “Ein kostenlos ausgelegtes Printmedium” oder auch im Verkauf ist nicht zu vergleichen mit einer Internetzeitung. – Nicht schon wieder . Meine Papiertonne läuft sowieso schon über. Und dann noch irgendwo abholen. Nein, toll ist es, spontan auf Artikel reagieren zu können und Leserbriefe sind wenig später zu lesen. Meine langjährige Erfahrung mit dem Platzhirsch TV ist ernüchternd. Bei “16vor” war das frei. Soweit es eben ging.
    Christian, mach einen Vorschlag, die Internetzeitung “16v0r” zu erhalten. Was braucht ihr? Was sind die Vorraussetzungen? Vielleicht findet sich Hilfe und Unterstüzung.

  11. Stephan Jäger schreibt:

    @Tom

    „Meyers Kommentar macht dieser Eigenschaft, die Trierischer ist als Alt Zelawen, leider alle Ehre.“

    Man könnte jetzt sagen „Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.“ Aber die Trierer sind natürlich ja keine Bauern!

  12. Norbert Damm schreibt:

    Quasi eine “16vor.de” Initiative. Vielleicht auch eine entsprechende Bürgerinitiative: “16vor” – . Lieber 16€ im Monat für euch, als 30 € für den TV.
    “Nach über 7 Jahren hat 16VOR sein Ziel erreicht: es erscheint auf Papier.
    Christian, das nimmt dir niemand ab. – Denk noch mal nach.

  13. Luise Glauert schreibt:

    Ich wünsche euch viel Erfolg! 16 vor als Print ist eine super Idee!

  14. A.Overath schreibt:

    Ein alternatives Printmedium ist eine gute Idee.
    Lesen statt surfen!

  15. Thomas Lenz schreibt:

    Wer 16vor (jenseits von kostenfreien Lippenbekenntnissen) unterstützen möchte, kann das jederzeit tun: Entweder Mitglied beim Unterstützerverein (www.16vorliebe.de) werden, spenden oder eine Anzeige schalten. Es gibt ja bekanntermaßen nichts Gutes, außer man tut es…

  16. Karl-Peter Eisenach schreibt:

    Diese Entwicklung finde ich sehr bedauerlich. Als gebürtiger Trierer und seit etwa 40 Jahren in Darmstadt lebender bin ich nach wie vor an Allem interessiert, was in Trier vor sich geht. Seit ich vor drei oder vier Jahren die Seite zufällig entdeckt habe, ist mir 16 vor eine willkommene und sympathische Ergänzung zum TV, dessen lokale Berichterstattung nach meinem Empfinden sowohl in Quantität als auch in Qualität doch ziemlich abgenommen hat.
    Trotzdem: Viel Erfolg! Vielleicht kann man die Druckversion ja abonnieren.

  17. Andreas Wagner schreibt:

    Qualität ist unabhängig vom Medium.
    Gib Gas Christian !
    Oder um es mit einer alten Weisheit zu sagen: “Geh Deinen Weg und lass die Leute reden.”

  18. Jean Klein schreibt:

    Bleibt denn die Internetpräsenz bestehen ? Es wäre schade wenn 16vor nur noch als Print und PDF Ausgabe bestehen bleiben würde! Jedenfalls ein mutiger Schritt von Online zurück zu Print, bin gespannt wie das ausgeht!

    Viel Glück bei diesem Unterfangen

  19. Michael Merten schreibt:

    Zunächst mal danke für 7 gute Jahre!
    Die Argumentation: Der Trierer ist eh gegen alle Veränderungen, greift hier m.E. nicht. Denn es geht ja nicht darum, daß die Leute das neue Print-16vor ablehnen würden. Das wird mit Sicherheit ein lesenswertes Heft sein, das ich mir gerne besorge.
    Aber man kann es doch, wie Ulla Meyer, bedauern, daß eine wesentliche Komponente künftig wegfällt: Das Korrektiv zur Zeitung, die alternative tagesaktuelle politische Berichterstattung. Das zu bedauern, ist kein Angriff auf das neue Vorhaben – im Gegenteil, es wäre ja bedauerlich, wenn keiner dieser Seite in ihrer bisherigen Form nachtrauern würde.

    Ich blicke also gespannt auf dieses neue Magazin, bin aber zugleich traurig, daß es das altbewährte 16vor in dieser Form nicht mehr geben wird.

    PS: Bevor jetzt jemand sagt, jammer nicht, hättest du mal besser früher was getan – ich habe als Vorliebe-Mitglied meinen Beitrag geleistet.

  20. andreas arens schreibt:

    Einfach nur – schade!
    Ich danke für eine stets gute Zusammenarbeit, denke aber, dass wir auch nach dem 10. Mai journalitische Schnittmengen haben?

  21. Johannes Schölch-Mundorf schreibt:

    “16vor” steigt auf Papier um und der TV sucht seit heute zusätzliches Personal für seine Online-Redaktion. Verrückte Welt? Unser Trier. Trotzdem drück ich die Daumen, denn Trier braucht dringend eine gute journalistische Alternative zum TV.

  22. Dirk Kranz schreibt:

    Vielen Dank für http://www.16vor.de. Ihr wart – alles in allem – höchst informativ und innovativ (letzteres weit über Trier hinaus). Und großes Bedauern über dieses plötzliche Ende (das mit Schrecken freilich besser zu ertragen ist als der umgekehrte Fall).

    Sehr schade auch, dass Werbeeinnahmen und 16vorliebe offensichtlich nicht ausreichten, Euch existentiell abzusichern. Die Zeit scheint nicht in jeder Hinsicht reif für eine lokale Online-Zeitung (selbst wenn diese eine echte Alternative zum gedruckten Platzhirsch darstellt).

    Bin gespannt auf die monatliche Print-Ausgabe (werde die aber nicht mit dem Online-Format vergleichen; wäre wohl ein Kategorienfehler). Der (alten) 16vor-Redaktion alles Gute für die Zukunft!

  23. Stephan Jäger schreibt:

    @Johannes Schölch-Mundorf

    „…und der TV sucht seit heute zusätzliches Personal für seine Online-Redaktion.“

    Naja, es gibt Personalbedarf, der sich einem täglich auf den ersten Blick erschließt.

    Das Problem ist halt, dass Leute, die was können (z.B. Schriftdeutsch), ungerne (fast) umsonst arbeiten.

  24. Michael Mainz schreibt:

    Nach dem Studium habe ich Trier verlassen. In der Ferne war ich besser über Unfälle, Überfälle und die Stadtpolitik informiert als während meiner Zeit als Zwangserstwohnsitztrierer. Jetzt bleibt wohl bald mein Feedreaderordner Trier leer. Danke Euch für tausend gute Meldungen. Ciao Trier, ich mach Schluss mit Dir jetzt. Endlich.

  25. Miri Piroschka schreibt:

    Hallo zusammen.

    Oh Mann. Das ist wirklich, wirklich schade. 16vor ist mein Medium No 1 für alles, was Trier betrifft. Danke für die gute Zeit! Das Printmagazin werde ich mir auf jeden Fall vornehmen. Aber den morgendlichen Check im Netz wird es kaum ersetzen können. Danke für die letzten Jahre.

    Miri und Horst Haller

  26. Erik Thees schreibt:

    Jede Stadt bekommt (offensichtlich…) die Medienlandschaft, die sie verdient :-(
    16vor war und ist gut, wir Nutzer waren nicht “gut” (=”zahl”reich) genug.

    Ohne Kommunalpolitik wird es ein herber herber Verlust; machen wir uns doch da nichts vor.
    Ich hoffe, die Artikel erscheinen auch online und die Kommentarfunktionen bleiben es auch – sonst wird Dieter Lintz wieder gänzlich die alleinige Deutungshoheit über Trier erhalten…

  27. Helge Klaus Rieder schreibt:

    Schade schade – ich hätte lieber sporadisch Artikel im Web als eine Printversion die schon veraltet ist wenn sie erscheint. Das hat keine Zukunft.

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