Kontra Lustfeindlichkeit
LOSHEIM. Die “Aktion 3.Welt Saar” fordert Hilfsorganisationen auf, den Appell ‘Brot statt Böller’ einzustellen. Der Aufruf trage eine “gehörige Portion Lustfeindlichkeit zur Schau”. Mit seinem Appell an das schlechte Gewissen richtet er zudem “politischen Flurschaden an”, so Roland Röder, Geschäftsführer der “Aktion 3.Welt Saar”. Der damit unterstellte Zusammenhang zwischen dem Sylvesterfeuerwerk sowie Hunger und Armut in der Welt sei beliebig gewählt und existiere nicht.
Genauso gut könne man dazu aufrufen, keine Weihnachtsbäume, Kühlschränke und Bücher zu kaufen oder Fußball-Hallenturniere ausfallen zu lassen, heißt es weiter in Erklärung. “Der Einsatz für Gerechtigkeit und Solidarität führt ins Leere, wenn er mit einer Leidensmine und dem moralischen Zeigefinger einher geht”, so Röder. Zum Wesen des Menschen gehöre in allen Kulturen “das Feiern, der Rausch, die Verausgabung – für manche eben auch die Freude am Sylvesterfeuerwerk”. Der Aufruf ‘Brot statt Böller’ sei ungeeignet, um den Spendenrückgang bei Hilfsorganisationen aufzufangen.
von 16vor


