“Das wäre ein herber Rückschlag”

Die Regelungen des rheinland-pfälzischen Nichtraucherschutzgesetzes greifen zu kurz. Das zumindest behauptet Stephan Kaut, Trierer Sprecher des Forum Rauchfrei. Im Gespräch mit 16vor warnt er die Wirte davor, sich über das Urteil des Koblenzer Verfassungsgerichtshofs zu früh zu freuen. Kaut fordert, dass sämtliche Ausnahmen im Gesetz gestrichen werden und in allen öffentlich zugänglichen Räumen künftig absolutes Rauchverbot herrscht.

16vor: Herr Kaut, habe Sie eigentlich auch ein Laster? Und wenn ja, welches?

Stephan Kaut: Spielen Sie darauf an, dass Rauchen auch von Journalisten gerne verharmlost wird? Im Ernst: Rauchen ist eine chronische Suchterkrankung und führt bei über der Hälfte der Konsumenten zum Tode. Eine aktuelle Studie von Professor Adams von der Uni Hamburg zeigt, dass Tabakkonsum die deutsche Volkswirtschaft nach Verrechnung der Tabaksteuern mit 40 Milliarden Euro Folgekosten pro Jahr belastet. Rauchen ist also alles andere als ein folgenloses Laster oder reines Privatvergnügen!

16vor: Nun hat der Verfassungsgerichtshof entschieden, dass in inhabergeführten Einraumkneipen vorerst weiter geraucht werden darf. Sind Sie enttäuscht?

Kaut: Das Verfassungsgericht hat mit der Aussetzung des Rauchverbots lediglich eine Schnaufpause für Raucher eingeräumt. Deswegen handelt es sich auch nur um einen Sturm im Wasserglas. Im Hauptverfahren erwartet das “Forum Rauchfrei” eine eindeutige Bestätigung des Gesetzes. Im Übrigen wäre die Zulassung von Rauchereckkneipen ein herber Rückschlag für den Kampf gegen das Passivrauchen. Es wäre eine Diskriminierung von Nichtrauchern, die um die Kneipe in ihrer Nachbarschaft einen Bogen machen müssten, nur weil der Wirt sein Lokal zur Raucherkneipe ernannt hat. Die betroffenen Wirte sollten also nicht zu früh lachen. Die Beispiele Irland oder auch Bayern zeigen, dass Nichtraucherschutzgesetze ohne Ausnahmen die einzig sinnvolle Lösung darstellen.

“Das hat nichts mit Intoleranz zu tun!”

16vor: Viele Raucher beklagen, dass Nichtraucher zu wenig tolerant seien. Was entgegen Sie denen?

Kaut: Es ist der Tabakindustrie seit den 70er Jahren gelungen, die Gesellschaft über die wahren Auswirkungen des Rauchens und Passivrauchens zu täuschen und zu verunsichern. Es geht jetzt endlich um politische Konsequenzen aus längst erwiesenen Tatsachen. Schließlich sterben in Deutschland, einer konservativen Schätzung zufolge, jährlich 140.000 Menschen an den Folgen des Rauchens und 3.300 Menschen an den Folgen von Passivrauchen. Das Eintreten für eine rauchfreie Umwelt hat also nichts mit Intoleranz zu tun, sehr wohl aber mit dem Abschiednehmen von liebgewordenen, aber gesundheitlich unverträglichen
Gewohnheiten.

16vor: Aber glauben Sie eigentlich nicht auch, dass vielen Rauchern mit Unterstützung mehr geholfen wäre als mit Verboten?

Kaut: Raucherentwöhnung ist wegen der hohen Rückfallquote ein riesengroßes, ziemlich absurdes Fass ohne Boden. Sie ist allerdings deutlich wirkungsvoller, wenn sie von konsequenten und flächendeckenden Maßnahmen des Nichtraucherschutzes und der Tabakkontrolle begleitet wird. Erfahrungen aus dem Ausland zeigen, dass erst dann der Zigarettenkonsum deutlich gesenkt und die Gesundheit der Bevölkerung verbessert wird – auf Grund der geringeren Raucherrate und der fehlenden Tabakrauchbelastung. Übrigens ist die Tatsache, dass sich gesetzliche Rauchverbote in Umfragen einer zunehmenden Akzeptanz erfreuen, vor allem auf die wachsende Zahl von Rauchern zurückzuführen, die diese befürworten.

16vor: Wenn Sie das Nichtraucherschutzgesetz für Rheinland-Pfalz betrachten: erfüllt es aus Ihrer Sicht die Anforderungen für einen wirksamen Nichtraucherschutz?

Kaut: Eindeutig nicht! Überall, wo es Raucherräume geben wird, werden Beschäftigte und Nichtraucher wegen der Luftzirkulation und offen stehender Türen weiterhin dem Tabakrauch ausgesetzt sein. Die im Passivrauch enthaltenen Substanzen sind erwiesenermaßen krebserregend, erbgutverändernd und fruchtschädigend – und zwar nach einhelliger Meinung von Toxikologen auch in der allerkleinsten Dosis! Es ist Aufgabe des Gesetzgebers, die Bürger ohne Wenn und Aber vor diesem hochtoxischen Schadstoffgemisch zu schützen.

16vor: Wie müsste denn ein wirksamer Nichtraucherschutz aus Ihrer Sicht ausschauen?

“Die Landesregierung handelt halbherzig”

Kaut: Ein Bundesgesetz über die Arbeitsstättenverordnung, ohne Ausnahmeregelungen, wäre besser gewesen, denn alle vorgesehenen Regelungsbereiche sind auch Arbeitsplätze. Die Umsetzungs- und Ausführungsbestimmungen sind unklar gefasst, auch die Geldbußen. Es sollten klare Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass Gesetzesverstöße geahndet werden. Eine ausführliche und engagierte Informations- und Aufklärungskampagne und weniger Zögerlichkeit seitens der Landesregierung würden die Akzeptanz und die Befolgung des Gesetzes erhöhen.

16vor: Aber was spricht dagegen, es den einzelnen Gastwirten selbst zu überlassen, ob sie ihre Räume rauchfrei halten? Das könnte doch auch ein gutes Alleinstellungsmerkmal sein, wenn Cafés oder Restaurants mit “völlig rauchfrei” werben.

Kaut: Gegen freiwillige Vereinbarungen spricht die Erfahrung, dass sie nicht funktionieren. Sie dienen der Beruhigung von Kritikern und der Verhinderung effektiver gesetzlicher Regelungen. Ihr Vorschlag bedeutet gleichzeitig, dass in anderen Lokalen mit dem Rauchen geworben werden darf, was einer Suchtreklame gleichkommt, und weiterhin den Ausschluss derjenigen bedeutet, die nicht zwangsweise mitrauchen wollen. Das Recht auf gesundheitlichen Schutz aller sollte in unserem Rechtsempfinden höher angesiedelt sein als das Recht auf selbstschädigendes und die Allgemeinheit belastendes Suchtverhalten.

16vor: Können Sie denn zumindest die Argumentation von Kneipenwirten verstehen, die Umsatzeinbußen oder gar um ihre Existenz fürchten?

Kaut: Ich kann ihre Besorgnis verstehen, nicht aber die Schlussfolgerungen, die sie daraus ziehen. Sollten kleine Kneipen gegenüber Großen mit Raucherräumen benachteiligt sein, so haben sie dies der inkonsequenten und halbherzigen Haltung der SPD zu verdanken. Wenn die Raucher nicht die Möglichkeit hätten, in Kneipen auszuweichen, wo sie rauchen dürfen, würden sie auf das Rauchen verzichten oder dafür vor die Tür gehen. Das Forum Rauchfrei fordert deshalb die Streichung der Ausnahmeregelungen aus dem Gesetz – wie in Bayern, Irland und Italien.

16vor: Aber in den von Ihnen genannten Ländern gab beziehungsweise gibt es doch auch Umsatzeinbußen!

Kaut: Umsatzeinbußen betreffen in diesen Fällen die Umstellungsphase und sind vorübergehend. In Irland, wo die Resultate des Rauchverbots am besten dokumentiert sind, nahm der Umsatz in den Pubs zunächst um 4,5 Prozent ab und stieg dann wieder auf das vorherige Niveau an. In Restaurants und Hotels wurden etwa 2.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. In Irland und Italien verlief die Einführung des Rauchverbots weitgehend problemlos, weil es dort eine einheitliche Gesetzgebung gibt mit klaren Sanktionen und Kontrollen und einer aktiven, umfassenden Informationspolitik seitens der Regierungen.

16vor: Gesetzliche Rauchverbote dienen aus Ihrer Sicht nicht nur dem Nichtraucherschutz, sondern auch der Tabakkontrolle. Welche weiteren tabakpolitischen Maßnahmen fordern Sie von der Bundesregierung, um den Tabakkonsum zu senken?

Kaut: Wir fordern ein generelles Tabakwerbeverbot, spitzenmäßige und gleiche Besteuerung aller Tabakprodukte sowie deren ausschließlichen Verkauf in lizenzierten Geschäften, wie es beispielsweise in Frankreich und Spanien der Fall ist. Erst ein Mix aus strukturellen Maßnahmen und der von Ihnen angedeuteten Verhaltensprävention hat wirkliche Erfolgschancen. Über ihr Sprachrohr, die deutsche Bundesregierung, blockiert die Tabakindustrie zur Zeit noch diese Maßnahmen, auch in der EU. Deshalb fordern wir die Bundesregierung auf, endlich auf Distanz zur Tabakindustrie zu gehen und sich in der Tabakpolitik dem Gemeinwohl zu verpflichten.

von Marcus Stölb

52 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. pressling schreibt:

    Herr kaut hat wohl den Knall nicht gehört!!!

  2. peter stablo schreibt:

    Vorweg: Rauchen ist gesundheitsschädlich!

    Aber falls die Zahlen von Herrn Kaut stimmen, wäre jede in Deutschland offiziell gerauchte Zigarette mit etwas mehr als 50 Cent für Folgekosten belastet.
    Und jeder Einwohner der Republik müßte dafür etwa 630 Euro bezahlen. Kommt mir etwas hoch vor..
    Wenn über die Hälfte der Raucher an den Folgen ihres Lasters stirbt und später die Zahl 140 000 genannt wird und insgesamt pro Jahr etwa 850 000 Menschen in D sterben, bedeutet dies doch im Umkehrschluss, daß in einem Nichtraucherdeutschland dann bald nur noch 700 000 Menschen sterben..?? Nein natürlich nicht, aber daß ist die bizarre Logik von fundamentalistischen Nichtrauchern.
    Statistisch betrachtet haben Raucher 10% weniger Lebenszeit, was wiederum im Umkehrschluss bedeutet: Ein männlicher Raucher wird statistisch schlappe 67 bzw 68 Jahre alt, aha (wär ja gut für die Renetnkasse..ok war fies.) Jeder von uns kennt jedoch viele erheblich ältere Herren, die gequalmt haben, oder noch qualmen..
    Ja jetzt kommt gleich das Argument : Einzelfälle, natürlich genau das ist das Problem einer jeglichen Staistik, daß niemals individuelle Leebensumstände erfasst werdem…
    Nochmal Rauchen ist schädlich mit Sicherheit auch Passivrauchen!
    Bezüglich der Sterbeqoute bei Passivrauchern existieren Zahlen von 500 bis 4000, da es nunmal Schätzwerte sind…!!
    Ich sehe das Kernproblem in den jeweils pauschalisieretn Argumentationsketten.
    Nichtraucher müßen geschützt werden! Aber jeder entscheidet selbst, ob er in eine kleine Eckkneipe geht oder nicht, aber der Staat darf nicht entscheiden, ob dieselbe Konkurs geht!!!
    Restaurants, Clubs und alle Großgastros sind was vollkommen anderes! Da ist das Gesetz gut, aber nicht in den kleinen Läden, die Tag für Tag um ihre Existenz kämpfen!!
    Zu Irland: Warum gab es durch das Rauchverbot einen Anstieg der Beschäftigten auch in der Hotelbranche– sind Nichtraucher etwa schneller müde? Oder liegt es an der bei Nichtrauchern angeblich stärkeren Libido??
    Und wie verhält sich eigentlich das Sterben der ländlichen Pubs zur statistischen Umsatzsteigerung??

    Also: Nichtraucherschutzgesetze sind gut und wichtig, aber mit Augenmaß und dem Basieren auf richtigen Argumenten.

    Wenn das Rauchen so verheerend ist, wie es manche darstellen, so bliebe doch nur eines übrig: Nikotin ab sofort als illegales Betäubungsmittel behandeln;-))
    und nebenbei: Wieveile Menschen sterben an den Folgenm von Alkoholkonsum? Wieviele durch den Starßenverkehr? Wieviel durch ärztliche Kunstfehler ? Wieviele durch deutsche Waffen? Wieviele durch die Außenpolitik von Hegemonialmächten ? Wieviele durch Armut ? Wieviele durch Dummheit ? Ganz zu schweigen von den fast 10 000 Selbstmördern pro Jahr in D (sofort Bußgeld postmortem! ,-))
    Ich weiß, ich pointiere, aber daß passiert eben leider zur Zeit zu sehr eben auch von der Seite der “Anderen” (sag ich mal als Aktivraucher )

    Zu Letzt wiederhole ich mich nochmal: Nichtraucherschutzgesetze und Rauchverbote sind gut und wichtig, aber mit Augenmaß und dem Basieren auf richtigen Argumenten und eben nicht auf Kosten kleiner Gastromen, die vielleicht sogar mit ALG II mehr hätten, aber eben keine Selbstbestimmung mehr!

  3. Sven Heidemann schreibt:

    Viel Dank Herr Stablo für Ihre Antwort.
    In der Tat ist rauchen schädlich, aber dennoch rauche ich gerne. Ich nehme die Folgen bewusst in kauf. Das mir persönlich dadurch nun Nachtiele entstehen werden nehme ich auch hin. Aber es kann und darf nicht sein das durch ein Gesetz Leute in den Konkurs getrieben werden. Es ist und bleibt ja jedem Bürger frei gestellt in eine Kneipe zu gehen oder nicht. Genauso muss ich mich ja in Zukunft als Raucher entscheiden, gehe ich in die Kneipe oder nicht? Will ich rauchen oder nicht? Wir sollten doch vielmehr auf eine gemeinsame Kommunikation hinarbeiten anstatt alles von Verboten regeln zu lassen. Sind wir denn wirklich schon so weit das wir uns alle freiwillig “entmündigen” lassen wollen?
    Ja natürlich gibt es auch heute noch Raucher welche nicht kommunikationsbereit sind und auf einen Kompromiss keinen Wert legen, aber wenn ich einfach mal so 15 Jahre zurücksehe, so waren es wesentlich mehr Raucher die damals keinerlei Rücksicht genommen haben. Schaue ich mir das heute an, so sehe ich, und da werde ich von vielen Nichtrauchern bestätigt, sind die Raucher im allgemeinen wesentlich Rücksichtsvoller geworden und fragen nach, ob es stört oder ob es ok ist.
    Weiterhin stellt sich mir die Frage wo wollen wir denn mit unserer Gesellschaft noch hin? Heute sind es die Raucher, welche Gruppe ist es morgen? Und wann sind wir ein Volk in dem man nur noch “atmen” darf? Ich persönlich lebe lieber, auch wenn es ungesund ist, mich einige Jahre meines Lebens kostet, aber ich Lebe. Ich kann diskutieren, kompromisse schliessen oder andere Menschen von meiner Meinung überzeugen. Und ich kann auf meine Zigarrette gerne verzichten, wenn man mich freundlich fragt. Wenn man mich allerdings zwingt, so werde ich wahrscheinlich irgendwann keine Kompromissbereitschaft mehr zeigen.

  4. Modus schreibt:

    “Wenn die Raucher nicht die Möglichkeit hätten, in Kneipen auszuweichen, wo sie rauchen dürfen, würden sie auf das Rauchen verzichten oder dafür vor die Tür gehen.”

    So einfach ist die Welt von Herr Kaut. Eher werden Raucher auf die Kneipe verzichten als in eine Kneipe zu gehen, in der sie nicht willkommen sind und die sie hauptsächlich von aussen sehen.
    Erstaunlicherweise verlangt man von Rauchern, dass sie erkennen, wo rauchen verboten ist, während Nichtraucher offenbar nicht in der Lage sind, Kneipen zu erkennen, in denen geraucht wird. Leiden Nichtraucher unter kognitiven Defekten?

  5. Änni schreibt:

    Wie gut, dass Abgase und sonstige industrielle Emissionen nicht Gesundheit schädlich sind – ganz abgesehen mal vom Alkohol. Würde mich ehrlich interessieren welche Folgekosten beipielsweise Alkoholismus für die Gesellschaft verursacht. Dann könnte man Übergewichtigen auch das Essen verbieten, dies zieht schließlich ebenfalls erhebliche gesundheitliche Folgen und Allgemeinkosten nach sich. Vielleicht würde Herr Kaut besser unter einem keimfreien Sauerstoffzelt leben, da gibt es auch bestimmt keine verräucherten Kneipen!

  6. Pankratius Stiefelglanz schreibt:

    Ich bin gegen Rauchen, rauche auch selbst nicht, habe meinen Vater zugrunde gehen sehen.
    Er hat 60 Jahre starke Sachen geraucht und ist an Herzstillstand gestorben. Schon 10 Jahre vor seinem Tod sind ihm die Finger blau geworden, wenn es im Winter auf die NULL GRAD zuging.
    Die Tabakindustrie ist ein riesiger hochprofitabler Bereich, der die Gewinne mit der Gesundheit der Raucher einfährt, die Folgen der Gesundheitsgefährdung allerdings der Allgemeinheit überlässt.
    Da in unserer Kapitalistischen Welt leider alles nur über den Geldbeutel geht, bin ich dafür, dass ein Tabakkonzern noch andere Steuern zahlen muss – meinet wegen Ausgleichsteuern für torpedierte Gesundheiten – und muss alle genehmigten Steuervorteile entzogen bekommen. Gleichzeitig muss die Packung Zigaretten derart teuer werden, dass keiner mehr nachts um 2 zum Automaten läuft.
    Ausserdem ist Sucht ein Thema unserer kaputten Gesellschaft – auch andere Süchte.
    Ich gehe in Räucherstuben erst gar nicht rein und wer in meiner Gegenwart rauchen will, hört entsprechende Worte und muss auf meine Gesellschaft verzichten

  7. Stephan Jäger schreibt:

    @ Modus, Änni und vor allem pressling

    Danke für das übliche Niveau EURER Seite der Diskussion! Jeder halt, so gut er kann.

    Ich bin noch nie fett davon geworden wenn ich neben jemand Übergewichtigem an der Theke gestanden habe oder besoffen neben jemandem, der sich einen Jägermeister nach dem Anderen reinzieht. Das ist eben der feine Unterschied, der vielleicht sogar dir einleuchtet, Änni.

  8. Nichtraucher-Modus schreibt:

    … ah, da sind sie ja wieder: DIE Raucher. Tuen mal wieder so als wären sie die tolerantesten Menschen der Welt!!! Und am Ende sind die Nichtraucher wieder an allem Schuld. (OK wir geben’s ja zu, sämtliche Statistiken, Messungen und Untersuchungen sind natürlich manipuliert. Achtung: Ironie) Das kann und will doch keiner mehr hören.

    Bald wird der letzte Glimmstängel auch in den Eckkneipen erloschen sein. Und in ein paar Jahren wird sich keiner mehr daran erinnern, dass in Kneipen überhaupt mal geraucht werden durfte. Der Anzahl der rauchenden Jugendlichen wird im Laufe der nächsten Jahren ebenfalls rapide zurückgehen. Und das wäre dann dem ach so verhasstem Nichtraucherschutzgesetz zu verdanken.

    Hallo Raucher, bitte endlich aufwachen…die Sucht hat euch immer noch fest im Griff. Ein guter Zeitpunkt um endlich Zeit davon loszukommen oder???

  9. Änni schreibt:

    @ stephan
    wenn hier schon von nieveau die rede ist, solletest du den kommentar vielleicht nochmal richtig durchlesen. scheinbar hast du da was missverstanden!

  10. W.E. schreibt:

    an Nichtraucher-Modus:

    Ich muss Ihnen zustimmen. Je früher man mit dem Rauchverbot anfängt desto besser. Der Umsatz der Kneipen wird sicherlich zunächst sinken, doch mit dieser Initiative wird auch ein neues Kundenpotential erschlossen. Nach einiger Zeit wird sich das wieder einpendeln, ich vermute sogar auf demselben Niveau.

  11. Stephan Jäger schreibt:

    @ Änni

    Was sollte ich denn bitte an dem persönlichen Angriff gegen Herrn Kaut in dumpf gestümperter Möchtegernpolemik missverstanden haben?

  12. RST schreibt:

    Als selbst rauchender Mensch kann ich ein umfassendes Rauchverbot nur begrüßen. Schließlich verbietet mir niemand meine Sucht/meinen Genuss, sondern es wird mir nur untersagt, andere damit mitzuschädigen. Damit kann ich gut leben. In die Zukunft blicken kann niemand, aber es würde mich doch schwer wundern, wenn die Zahl der Raucher nicht zurückginge. Ein begrüßenswerter Zustand, denn mal ehrlich: Ich kenne niemanden, der am Tag 20-30 Zigaretten “mit Genuss” raucht; fast alle Raucher wären doch froh, wenn sie es auf maximal 5 Zigaretten täglich bringen würden.

  13. Stephan Jäger schreibt:

    @ RST

    Schön zu sehen, dass es auch Raucher gibt, die das Thema etwas “sozialverträglicher” sehen können.

    Danke!

  14. Philipp schreibt:

    Am Besten finde ich immer die Äußerung, die man in Diskussionen sehr häufig hört: “Sind die Nichtraucher doch selbst schuld, wenn sie in die Kneipen gehen. Jeder weiß, dass da geraucht wird, und wem das nicht passt, der kann ja daheim bleiben. ” Ähäm. Und jeder weiß, dass es im Sportstadion zu Schlägereien kommen kann. Wer das Risiko nicht eingehen will, kann auch daheim bleiben. Niemand käme aber auf die Idee, deshalb Toleranz für Schläger zu fordern. Entsprechend muss auch in Kneipen ein konsequentes, ausnahmsloses Rauchverbot gelten!
    Und was die Einteilung in Raucher-/Nichtraucherbereiche betrifft: Bekanntlich sind die Trennwände, so war es etwa in den Zügen, so dünn, dass der Rauch durchziehen konnte. Eine Einteilung in Raucher-/Nichtraucherbereiche in Kneipen ist daher etwa so “sinnvoll” wie eine Einteilung in Pinkel-/Nichtpinkelbereiche im Schwimmbecken!

  15. Raucherwirt schreibt:

    @ Philipp:

    Wenn ein Wirt eine Kneipe an den Bedürfnissen seiner rauchenden und getränkekonsumierenden Gäste ausrichtet, darf es kein gesetzliches Verbot geben, insbesondere wenn dieser sein Lokal ordentlich kennzeichnet. (Rauchen ist immer noch eine legale Handlung!)

    Wenn jemand einen Boxring seinen Kunden zum “Schlägern” anbietet, sollte auch dieses nicht verboten werden, damit sich Jedermann (ohne gesundheitliche Gefahren) reinbegeben kann.

    Wenn das Bedürfnis an rauchfreien Gaststätten so groß ist (wie Sie es sich wünschen), wird im Rahmen der freien Marktwirtschaft auch dieses Bedürfnis befriedigt – und von Antis mit der frischesten aller Frischluftschuppen geworben und betrieben. Nur – es gibt halt diesen Bedarf nicht – und er kann auch nicht per Gesetz herbeiverboten werden. Dies ist mho verfassungswidrig!

  16. Raucherwirt schreibt:

    ich meinte nicht Bedarf sondern (korrekter) Mehrbedarf (!) (diesen gibt es nicht).

  17. Modus schreibt:

    “Bekanntlich sind die Trennwände, so war es etwa in den Zügen, so dünn, dass der Rauch durchziehen konnte.”

    Wenn Rauch durch Aluminiumwände ziehen könnte, dann müsste im ganzen Zug bei Tempo 120 ein Orkan herrschen. Selbst vor den lächerlichsten Argumenten wird nicht mehr Halt gemacht.

  18. Modus schreibt:

    “Je früher man mit dem Rauchverbot anfängt desto besser.”
    Es wird niemand gezwungen zu rauchen, zu trinken, in ein Lokal zu gehen, das nicht behagt.
    Ich weiss nicht, woher W.E. sich das Recht nimmt, über den Lebensstil Anderer zu urteilen.

  19. Ralf Marx schreibt:

    Wie sagte letzte Woche ein Gast in einem englischen Pub zu mir: “Früher hat es hier nach Zigarettenqualm gestunken.
    Heute stinkt es hier nach Toilette (er benutzte ein anderes Wort) und Schweiß.”
    Was ich bei all dieser Diskussion um Raucherkneipen nicht verstehe ist die Tatsache, dass sich die Nichtraucher darüber aufregen, nicht in ihre Eckkneipe gehen können, weil dort geraucht wird.
    Da waren sie ja dann folglich noch nie drin. Gehen sie denn jetzt da hin, wenn plötzlich nicht mehr geraucht wird?
    Stehen sie ab 15.2. Gewehr bei Fuß um die Umsatzeinbußen aufzufangen?
    Sicherlich nicht, dann das Ziel ist ja nur, die Möglichkeit zu schaffen, dort hin gehen zu können.
    Lasst doch uns Rauchern auch einen Freiraum.
    Als Mann darf ich ja auch nicht auf die Damentoilette.
    Und nicht jeder Nichtraucher muss plötzlich in die kleine Kneipe an der Ecke gehen, die er im ganzen Leben nicht betreten hat.
    Leben und Leben lassen eben.
    Da haben Herr Heidemann und Herr Stablo mit ihrer Meinung ganz Recht.
    Herr Kaut, nehmen wir mal an, das Rauchergesetz kommt wie geplant. Was kommt denn dann als Nächstes?
    Wovon wollen sie uns, ihre armen, von Lastern geknechteten Mitbürger als Nächstes befreien?
    Forum Alkoholfrei?
    Forum Fettfrei?
    Forum Hirnfrei?

  20. Modus schreibt:

    @Pankratius: “Die Tabakindustrie ist ein riesiger hochprofitabler Bereich,…”

    Was hat denn das mit Rauchen zu tun? Das klingt so, als ob Menschen nicht selbst entscheiden können, wie sie ihr Leben leben wollen.

    @RST: “fast alle Raucher wären doch froh, wenn sie es auf maximal 5 Zigaretten täglich bringen würden.”
    Erstens ist das deren Privatsache, zweitens kenne ich sehr viele Menschen, die nur gelegentlich rauchen. Will RST jetzt eine Quota einführen? Wieviel Wein darf ich trinken, wieviele km im Jahr autofahren, wieviel Flüge buchen?

  21. peter stablo schreibt:

    Also teilweise wird die Gegenargumentaion (also die für ein wohl absolutes! Rauchverbot) nun zur Farce:
    @ Philipp , es gibt in Trier weit über 400 Kneipen und es wäre in Deinen Augen nahe an einem Straftatbestand in die ein oder andere, lassen wir es mal vierzig sein.. nicht rein gehen zu wollen, können weil da geraucht wird??
    Und wo ist das Problem bei einer sauberen Abtrennung mit getrennten Lüftungen ???
    @ stefan, ist dir eigentlich klar wieviele Straftaten tasächlich im Suff paasieren?? Wieveil Schaden das verursacht? Wieviele Manschen sterben, verkrüppelt sind wg Unfällen, wg Körperverletzungen, wieviel Kinder von ihren alkoholkranken Vätern missbraucht werden, wieviele Frauen von ihren enthemmten “Partnern” windelweich gekloppt werden??
    Wieviele Familien am Alkohol zerbrechen?
    Sind das keine Schädigungen der Umwelt?? Gesundheitlich wie auch sozial?? Du redst doch ziemlich unreflektierten .. na ja.. ”
    Warum wird diese ganze “Nichtraucherschutzdiskussion” so polemisch geführt?
    Rauchen ist eine Sucht ,ja, aber es macht vielen Menschen Spass, ist nun mal so! Sind Raucher schlechtere Menschen als Nichtraucher? War der zigarrenrauchende Churchill, der den strikten Nichtraucher und Vegetarier Hitler von Teller der Geschichte fegte ,schwach?
    Ist der Altkanzler Helmut Schmidt, der wohl Hunderten von Menschen das Leben während der Hamburger Flutkastrophe rettete ,schwach ? Mogadischu mal außer Acht gelassen…War Pfeffenraucher Wehner ein labiles Wesen? Oder etwa der ehemalige CDU Landesvorsitzende Christof Böhr ein rücksichtsloser Taugenichts?
    Nein all diese Menschen haben wesentlich zum Gemeinwohl beigetragen, mit Sicherheit mehr als der 0815 Fundamentalnichtraucher, der hier mit teils schon grotesken Atgumenten aufwartet.

    Jawohl ich bin JETZT polemisch!

    Warum kann mir keiner eine konkrete Antwort geben, auf meine obigen Fragen von etwa 24 Stunden vorher?

    Lasst den Rauchern doch einige wenige Rückzugsräume! Lasst den kleinen Wirten doch deren Umsatz.
    Lasst Menschen, die anders sind doch deren Selbstbestimmung!!

    Und warum werden eigentlich permanent alle Raucher, ob die 2,3,4,5, …oder 100 Zigaretten qualmen über einen Kamm geschert?

    Gibt es derzeit keine wichtigeren Themen? Keine brennenderen Probleme?

    Nochmal: Nichtraucher müßen geschützt werden ! Ganz klar! Aber nicht um den Preis der Existenz von Menschen. Lasst die inhabergeführten Kleinstkneipen selber entscheiden! und deren Gäste auch !

  22. RST schreibt:

    @modus: Also bitte, von “Quote” ist doch keine Rede. Wie gesagt, ich bin selber Raucher und ich könnte mir schöneres vorstellen, als bei minus 10 Grad vor die Tür zu müssen, um eine zu rauchen. Aber ich kanns verstehen und akzeptieren, dass es so ist.

    Und nochmal: Die eingeforderte Privatsache wird ja nicht angetastet. NIEMAND verbietet mir, zu rauchen. Wenn ich möchte, könnte ich am Tag 2.000 Zigaretten rauchen… Mir wird nur untersagt, andere ungefragt mitzuschädigen.

  23. Nichtraucher-Modus schreibt:

    Nochmal an alle Raucher, die sich in irgend einer Art und Weise durch das Nichtraucherschutzgesetz gegängelt fühlen:
    Wieso hört ihr nicht einfach auf mit der Qualmerei? Wieso muss man überhaupt rauchen? Welchen Sinn macht das Ganze? Will man in der Jugend einfach nur cool sein?

    Im Großen und Ganzen ist das, was hier einige schreiben, mit dem letzten Sturm im Wasserglas gleichzusetzen. Das hier irgendwelche Existenzen bedroht sind, muss sich erstmal noch zeigen. (In anderen Ländern funktioniert es ja auch. Dort gab’s auch kein Pleitewellen. Also für mich ist das nichts als bewusste Übertreibung, um ein schlechtes Licht auf ein neues Gesetz zu werfen.)
    Falls irgendwelche Gerichte das Nichtraucherschutzgesetz kippen sollten, wird’s im Notfall halt dann demnächst die EU richten, die schon seit Jahren das Thema Nichtraucherschutz in Deutschland intensiv beobachtet und immer wieder wegen der schlechten Schutzgesetze gerügt hat.

  24. Philipp schreibt:

    Lieber Peter und die anderen,
    auf die jüngsten Fragen antworte ich gerne.
    Was die Bemerkung von Modus zu den Zug-Trennwänden betrifft: Ich habe nicht von den Außenwänden der Fahrzeuge gesprochen, sondern von den Trennwänden zwischen den Abteilen, die bekanntlich IM Fahrzeug sind. Das ist ein Unterschied.
    Zu Peter: “Lasst den Rauchern doch einige wenige Rückzugsräume!” Gerne! Unter freiem Himmel ist Rauchen weiterhin gestattet, und was ihr zuhause macht, wo kein anderer mit davon betroffen ist, ist mir auch egal. “Lasst Menschen, die anders sind doch deren Selbstbestimmung!!” – Ebenfalls: Gerne! Das gilt ja hoffentlich auch für die Nichtrauchermehrheit von 76 %, auf die jahrzehntelang nicht der Hauch von Rücksicht genommen wurde. Die brauchen auch Selbstbestimmung!
    “Gibt es derzeit keine wichtigeren Themen? Keine brennenderen Probleme?” Naja, sind denn mehrere tausend tote Passivraucher pro Jahr nicht wichtig? Wahrscheinlich wirst du, Peter, diese Frage nicht mehr stellen, wenn mal jemand, der dir nahe steht, an Lungenkrebs gestorben ist (wovon ich ausdrücklich NICHT hoffe, dass es passiert!).
    Im Übrigen finde ich es von 16vor eine Unverschämtheit, Leserbriefe zu veröffentlichen, in denen Leute, die ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit verteidigen, mit Hirnlosen auf eine Stufe gestellt werden (siehe Beitrag Nummer 19). Was habt ihr denn hier für eine Diskussionskultur auf eurer Seite???

  25. h.hilgenpahl schreibt:

    Das Recht auf gesundheitlichen Schutz aller Menschen ist auch in der Bundesrepublik höher zu bewerten als selbstschädigendes und die Allgemeinheit (Kinder, Jugendliche, Nichtraucher) belastendes Rauchen. Deshalb kann und muß das Bundesverfassungsgericht auch alle Ausnahmeregelungen, wie sie gegenwärtig für Einraumkneipen gefordert werden, streichen. In demokratischen EU-Ländern und jetzt auch in Bayern ist das schon praktische Realität.
    Über die kleinkarierten Diskussionen Nikotinabhängiger in Deutschland lächeln (oder lachen)ausländische Freunde oft und fragen:
    “Warum wollt ihr weiterhin so viele Kinder zum Rauchen verführen?” Ihr seid doch jetzt darin schon Weltmeister!”
    “Gilt bei Euch nicht das Verursacherprinzip? Wollt Ihr überall dürfen?”
    “Warum zeigen bei Euch Raucher gegenüber Nichtrauchern ein so rücksichtsloses, uneinsichtiges Sozialverhalten?”
    “Warum gibt es bei Euch so viele Raucher die gleichzeitig auch Alkoholiker sind?”
    “Warum fühlen sich bei Euch die Raucher in stinkenden Kneipen so wohl?” u. v. a.

    Da antworte ich dann manchmal etwas verschämt:
    “Das hängt nicht nur mit der Sucht, sondern auch mit dem verkorksten Feiheitsgefühl vieler Raucher zusammen, die im Tabakrauchen auch vielleicht noch eine alte kulturelle Handlung sehen. Dass die Tabakmafia mit ihrem immer noch mächtigen Einfluß eben auch noch eine gewaltige Rolle spielt und ihre Gewinne nur über die Förderung der Abhängigkeit bei Rauchern erzielen kann. Dass es vielleicht in Deutschland etwas mehr Zeit braucht, bis in allen Bereichen erkannt wird, welche gesundheitlichen Schäden wir uns alle mit dem uneingeschränkten Rauchen zufügen.”

    Meine ausländischen Freunde nehmen das oft lächelnd oder mit freundlicher Zurückhaltung kommentarlos zur Kenntnis, aber Verständnis oder gar Mitleid haben sie für die scheinfreiheitlichen Argumente bei Rauchern nie geäußert.
    Würde ich ihnen manche Texte von suchtkranken Rauchern bei “16 V” zusenden oder vorlesen, müßte ich mir wohl anhören: “Die Deutschen, die spinnen, wollen immer noch ein paar mitnehmen, wenn sie sich selbst umbringen!”

  26. Stephan Jäger schreibt:

    @ Herr Marx

    Wenn ich diese hochstehenden Argumentationen der Suchtkranken hier aufmerksan verfolge, dann kann ich doch nur feststellen: Hirnfrei haben wir doch bereits.

  27. Stephan Jäger schreibt:

    @ Modus

    Wie du dein Leben führst ist dann deine Privatsache, wenn du führ die Folgen deiner Lebensführung selbst finanziell geradestehst.

    In dem Moment, wo Leute wie ich, die – aufgrund ihrer Lebensführung – seit 25 Jahren keinen Hausarzt mehr brauchen, Monat für Monat die SELBSTVERSCHULDETEN “Zivilisationskrankheiten” von Leuten wie dir mit ein paar hundert Euro subventionieren, ist es die selbstverständliche PFLICHT des Gesetzgebers regulierend einzugreifen.

  28. DS schreibt:

    Raucher sind Opfer, weil sie der Tabaklobby auf den Leim gekrochen sind, und nun ein Leben lang drogensüchtig bleiben. Das ist traurig, aber warum sollen Nichtraucher mitleiden und mitsterben. Es ist ja wohl leichter zum rauchen rauszugehen, als zum atmen.
    Kann man nicht erwarten, dass die drogensüchtige Minderheit ihren Arsch ab und zu hebt, um draussen zu rauchen, statt Gesundheit und lebensqualität der Mehrheit zu zerstören?

  29. Sven Heidemann schreibt:

    Amen.

    Leider scheint es bei diesem Thema doch soweit zu sein, das es zu keinerlei Kompromiss kommen kann. Ok, sowas gibt es immer wieder. Was mich jedoch arg bestürtzt ist, das es sogar zu keinerlei konstruktiven Gesprächen kommt. Das nennt sich dann heutige Demokratie? Na schönen Dank. (Dann rauch ich weiter und rauche mehr, damit ich möglichst bald sterben werde und mir solchen Mist nicht mehr antun muss. Keine Angst ich tu das zu Hause. Achtung: Sarkasmus!)
    Schade aber so scheint es zu sein. Ausdrücklich weise ich nun daraufhin, das auch ich bestimmt nicht der konstruktivste Mensch bin, aber wenn ich das hier so verfolge…, schade aber so ist der Lauf der Zeit. Und alle wissen wir ja: Früher war alles besser und dennoch wird alles gut. Prost Mahlzeit!

  30. Sven Heidemann schreibt:

    edit zur Erklärung: In meinem vorherigen Beitrag erwähnte ich das Wort “Mist”, nur um unnötigen Missverständnissen vorzubeugen, ich habe hiermit NIEMANDEN, ob persönlich oder als Gruppe gemeint. Vielmehr habe ich damit verschiedenste politishce Diskussionen, Gegebenheiten und ähnliches unserer heutigen Zeit gemeint.

  31. peter stablo schreibt:

    Lieber Philipp,
    die Anzahl der “Todesopfer” durch Passivrauchen weiß KEINER! Es sind Schätzungen – klar schlimm genug, daß es überhaupt welche gibt.
    Wenn Du diese Fragestellung mal googelst, dann bekommste sehr unterschiedliche Zahlen, die bei einigen hundert beginnen und bei einigen tausend enden. Im meinem erweiterten Umfeld sind bisher zwei Personen an Lungenkrebs gestorben: eine Nichtraucherin und ein Raucher.
    Beim Nichtraucherschutzgesetz geht es um das das Vermeiden unfreiwillgen Passivrauchens und das ist auch nach dem Richterspruch von Koblenz gewährleistet!
    Bestimmte Kneipen existieren eben nur aufgrund bestimmter Lebensstile, einer davon ist Feierabendbier und Kippchen.
    Diese Gaststätten würden eingehn! Eine Family mit Kids setzt sich wohl nicht abends in ne Eckkneipe , warum auch??
    Bei der Altersgruppe bis 29 Jahre rauchen ünrigens gut 40% !

    Ganz allgemein laufen verschiedenste Statistiken bez. der Umsatzentwicklung in diesen Vorzeigeländern durch die Medien… aber eins ist sicher: Wenn es wieklich so wäre, daß es zu nachhaltigen Umsatzsteigerungen allgemein in der Gastro , irgendwo auf der Welt gekommen wäre, so wären doch die Brauereien die ersten die vor Freude Freibier verschenken würden und das tun se definitiv nicht! Warum wohl?
    In Frankreich wurde zumindest bis Ende letzten Jahres das Rauchverbot flächendeckend nicht akzeptiert. (Eigene Erfahrung)
    Nicht nur in D auch in Belguen gibt es gro0e Widerstände.
    Selbst in Lux gibt es Gaststätten , wo geraucht wird! Es ist also nicht so, daß , wei ein “geneigter” Schreiber schrieb, daß wiedermal nur wir Deutschen..nö..
    Ich glaub das Problem ist, daß viele , zu viele Leute auf “beiden” Seiten pauschalisiern.

    Wenn dieses Gesetz in RLP mit der inhabergeführten Einraumkneipen Regelung so durchkommt ist es für alle gut!

    Nichtraucher werden geschützt.
    Raucher haben ihre kommunikativen Refugien
    und kleine Wirte ihre Existenz.

  32. Alexander schreibt:

    Ähnlich wie Hernn Heidemann wundert es mich auch zunehmend, dass ein vernünftiger Konsens nicht möglich zu sein scheint.

    Wir reden doch bei diesem Urteil von Inhabergeführten Kleinstbetrieben ohne Angestellten und Speisen.

    Ehrlich Frage an alle Leser, wann waren sie zuletzt in einer Kneipe, die auf dieses Kriterium zutrifft?
    Ich musste ne ganze Weile zurückdenken.

    Die Art Gastronomie, von der wir hier reden, ist doch langläufig das, was man gemeinhin (man nehme es mir nicht böse) als Kaschemme bezeichnet. Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Es ist von 2-3% der Betriebe die Rede, von der Gesamtgastronomiefläche ganz zu schweigen, was also im Umkehrschluss heißt, dass 97% aller Restaurants, Bars, Kneipen, Clubs, was auch immer rauchfrei seinw erden. Ganz klar geregelt limitiert.

    und wenn wir jetzt nochmal ehrlich sind, insb. die Befürworter des Rauchverbotes. Würden sie in Zukunft häufiger Läden, wie oben beschrieben besuchen, wenn diese rauchfrei sein werden?

  33. Stephan Jäger schreibt:

    @ Peter Stablo

    Gerne greife ich hier auch noch deinen Diskussionsbeitrag auf:

    Es wäre sicherlich kein Problem eine ebenso lange oder längere Liste hochverdienter Zeitgenossen zu erstellen, die nicht an einer Suchterkrankung leiden (Wobei ich aus deiner Liste der VERDIENTEN Personen des öffentlichen Lebens den Christdemokraten Böhr ausdrücklich ausgenommen wissen möchte. Über dessen “Verdienste” um das Geimeinwohl ließe sich wohl eine ebenso lebhafte eigene Diskussion führen).

    Nun ist es auf der anderen Seite aber leider nicht so, dass sich Nikotinsüchtige grundsätzlich durch exorbitantes Wirken zum Wohle ihrer Mitmenschen auszeichnen. Machen wir doch einmal eine kleine Reise an’s andere Ende der sozialen Leiter.

    Ich denke, man kann unter dem erwachsenen Anteil (gerechnet etwa ab 15 Jahre) der Personen, deren Lebensunterhalt AUSSCHLIESSLICH von Sozialleistungen getragen wird von einem Raucheranteil von irgendwo jenseits der 80% ausgehen. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern jemals im Fernsehen eine dieser Herrschaften das Klagelied von der nicht ausreichenden Quantität der Geschenke oder vom Existenzminimum ohne Fläppe am Hals und Päckchen auf dem Tisch anstimmen gesehen zu haben.

    Diesen Leuten möchte ich zurufen: “Für das, was diese Packung Zigaretten kostet, bekommen Sie wahlweise ein vernünftiges Mittagessen oder bei KIK oder auf eBay eine Kinderjeans. Lösen Sie Ihr Suchtproblem und, wenn’s dann immernoch nicht reicht, können wir uns nochmal über Existenzminimum unterhalten.”

    Wie wär’s also mit “Kein Verkauf von Tabakwaren an Leute, die von Sozialleistungen leben”?

    Ooops, jetzt werde ich polemisch! Sorry.

  34. Olaf schreibt:

    Herr Kaut setzt sich hier anscheinend völlig frei und unverfroren für die globalen Ziele eines Zigarettenkonzerns ein:

    Philip Morris vs. Tabakbranche – eine Übersicht

    “… in der Causa «Philip Morris gegen den Rest der Tabakwelt». Hier noch einmal eine Übersicht über alle Beiträge zum Thema:

    Interview mit Chef Philip Morris Deutschland
    VdC löst sich auf
    Tabaksteuern: EU Konsultationspapier
    Schlangengrube Zigaretten-Strategen – nächster Akt
    Schlangengrube Zigaretten-Strategen (Teil 3)
    Rauchverbot: Das Papier des Wolfes im Schafspelz
    WAMS-Breitseite gegen Zigaretten-Strategen”

    Quelle:http://cigars.kaywa.com/p1223.html

  35. Olaf schreibt:

    Aus der Kolumne Rauchzeichen, der Welt am Sonntag vom 28. März 2007

    “Das Kulturgut Zigarre droht unterzugehen”
    Seit Jahren schreibt der Kolumnist Hans Bewersdorff in der „Welt am Sonntag” über Zigarren. Nun macht sich der Aficionado ernsthaft Sorgen um seine Leidenschaft. Die Anti-Zigaretten-Kampagnen treffen nämlich Zigarrenraucher besonders empfindlich.

    Schon komisch, wie sich die Geschichte wiederholt: Im Jahre 1492 landete ein gewisser Rodrigo de Jerez mit Kolumbus auf Kuba. Er war wohl der erste Europäer, der mit Tabak in Berührung kam und rauchte. Bei seiner Rückkehr nach Spanien wurde er ein Opfer der Anti-Raucher. Weil er öffentlich paffte, wurde er von der Inquisition eingekerkert. Der Tabakgenuss fand immer schon erbitterte Gegner, wurde gesellschaftlich geächtet, mit Steuern belegt, bei Todesstrafe verboten. Dennoch war sein Siegeszug nicht aufzuhalten. Er wurde als Heilmittel verwendet, als Schnupftabak geschnupft, in der Pfeife geraucht, zur Zigarre geformt und schließlich zur Zigarette reduziert. Aber erst die Revolution von 1848 brachte den Bürgern in Deutschland die Freiheit, öffentlich zu rauchen und Bier zu trinken. Wenig später ging es erneut bergab. Heute stehen wir wieder geistig auf der Stufe der Inquisition.
    Selbst die eigenen vier Wände nicht mehr sicher
    Die Verbotswut hat unsere Politiker zu willfährigen Populisten gemacht. Über die Konsequenzen des eigenen Handelns wird nicht mehr nachgedacht. Vor zwei Jahren hätte niemand für möglich gehalten, dass es Forderungen nach Rauchverboten im Auto geben könnte. Inzwischen sind selbst die eigenen vier Wände nicht mehr sicher. Der Irrsinn geht mittlerweile so weit, dass das Kulturgut Zigarre unterzugehen droht. So nutzen kalte Strategen der Zigarettenbranche die Gunst der Stunde und fordern gesetzliche Reglementierungen, die keinem Tabakprodukt außer der Zigarette das Überleben sichern. Eine besonders unrühmliche Rolle spielt dabei seit Langem der Marlboro-Konzern Philip Morris. Deutschland-Chef Jacek Olczak versucht sich mit harten Forderungen gegen die eigene Branche als heimlicher Profiteur in Position zu bringen. Entsprechend dem listigen Philip-Morris-Positionspapier, seit 2004 von langer Hand vorbereitet, fordert er unter anderem eine gleich hohe Besteuerung aller Tabakprodukte. Diese Strategie ist leicht zu durchschauen – nur für unsere Politiker nicht. Eine Maschine spuckt bis zu 12.000 Zigaretten in der Minute aus. Selbst die modernste Zigarrenmaschine schafft gerade 60 in der Zeit. Ganz zu schweigen von einem Longfiller aus Kuba oder Santo Domingo, dafür braucht ein Roller circa fünf Minuten für die reine handwerkliche Fertigung. Kostenvorteil kann man das nicht mehr nennen, es wäre der totale Triumph für die Zigarette. Die Zigarre würde extrem teuer werden, kein Händler könnte sich noch einen ansprechenden Klimaraum leisten, weil gleichzeitig kaum noch etwas daran verdient werden kann.
    Ein vernichtender Schlag
    Daneben werden Forderungen nach umfangreichen Untersuchungspflichten und Handelsbeschränkungen erhoben, die die Produktvielfalt und nicht zuletzt unsere Zigarre auf einen Schlag vernichtend treffen würden. Auch hier ist die Strategie nur allzu durchsichtig: Der Markt hatte sich geöffnet. Anbieter offerierten neue Premium-Zigarren aus der Karibik und Südamerika, die ihre Nische gefunden haben. Der Ruf nach staatlicher Reglementierung würde alle kleineren Zigarrenhersteller in ihrer Existenz bedrohen. Doch trotz dieser massiven Lobbyarbeit mit dem Ziel der Marktbereinigung gibt es noch „MUT“ in der Branche. Schlagworte
    Zigaretten Zigarren Rauchen Nichtraucherschutz So heißt ein Netzwerk mittelständischer Unternehmen aus allen Bereichen der Tabakwirtschaft von der Industrie über den Großhandel bis zum Kiosk. Seit zwei Jahren kämpft man um den Erhalt des Kulturguts Tabak. Dabei geht es um lebenserhaltende Rückzugspositionen. So verteilt MUT in diesen Tagen knapp zwei Millionen Rote Karten. Jeder Kunde kann in seinem Geschäft eine Rote Karte unterschreiben, die an den Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz gerichtet ist, Christian Wulff (CDU). Motto: Nichtraucherschutz bedeutet auch Raucherschutz. Das heißt, MUT tritt für die Wahlfreiheit der Gastronomen ein oder die Möglichkeit, separate Smokers-Lounges einzurichten. Damit könnte jeder Aficionado noch leben, und das ist exakt auch meine Position. Wobei es mir nicht um die Zigarette geht, sondern ausschließlich um die Zigarre. Wir müssen erreichen, dass der klassische Puro aus den Fängen der weißen Suchtstäbchen befreit wird. Die Zigarre sitzt zu Unrecht mit auf der Anklagebank

  36. Peter Schüßler schreibt:

    Ich bin Gelegenheitsraucher. Ich freue mich, dass in Restaurants nicht mehr geraucht werden darf. Das Essen schmeckt einfach besser, wenn der Riechkolben nicht mit Qualm außer Gefexcht gesetzt wird. Man muss sich wohl auch nicht mehr über die gesundheitlichen Folgen streiten, es gibt sie einfach. Ob mehr oder weniger spielt dabei eigentlich keine Rolle. Insofern ist meiner Meinung nach das Rauchverbot eine gute Sache. Aber: Selbstschädigendes (Suizid, Trinken, Rasen wos erlaubt ist, zuviel essen und, und und) Verhalten ist in Deutschland nicht verboten, da hat der Stablo (hallo Peter) völlig recht. Ich hätte auch nicht gerne, dass der Staatsanwalt in alle meine Lebensbereiche eindringen darf, damit ich mir bloss nix schädliches antue. Insofern taugen diese Vergleiche was wohl schlimmer ist, überhaupt nichts.Es geht eigentlich nur um die Toleranz, jeden nach seiner Fasson glücklich sein zu lassen (Friedrich der Große hat das Prinzip mal eingeführt). Deshalb liebe Raucher: Wenn einer eine Kneipe in der Größe eines Wohnzimmers hat, er gerne Leute um sich hat, die dem gleichen Laster verfallen sind, dabei auch noch Bier verkaufen kann und alle dabei glücklich sind, dann lasst sie doch um Himmels willen! In die paar Wohnzimmer, in denen ihr vorher nicht drin wart, braucht ihr doch jetzt auch nicht reinzugehen. Wo ich mich aber vollends abrollen könnte, ist diese schon wirklich bizarre political corectness mancher Beiträge: Angekündigter Sarkasmus ist keiner mehr! Aber daran läßt sich eben auch Toleranz messen…

  37. Ricci Riegelhuth schreibt:

    Eines ist jetzt klar und Herr Kaut bestätigt mir meine Sicht der Dinge:

    Die Technokraten und Bürokraten der WHO, sowie die übrigen Unterstützer der psychologischen Gesellschaftsingenieure zimmern sich ihren Kreuzzug und fundamentieren damit ihren Anpruch auf unabdingbare Weltverbesserung. In dem Fall schlägt Tod, Krankheit sowie die “gerechte” Gesundheit jede bisher bekannte Ideologie. Die Verwalter dieses Kreuzuges werden große Ähnlichkeit mit den “Polititischen Kommisaren” zeigen, denn wie war es nur in den letzten Jahren möglich, dass die Lebenserwartung der Menschen in den Industriestaaten ständig stieg? Um diese Tatsache zu übergehen muss eine gutmeinende Autorität geschaffen werden. In Deutschland erkennt man mit den Personen Lauterbach und Bäzing wohin es gehen soll. Der Typus erscheint schon auf allen Kanälen und alle schauen zu…oder auch weg. Eben, Nannykümmerland anstatt Deutschland, weil alles viel, viel besser werden soll.

    Herr Kaut scheint “gar nixen” dagegen zu haben, daß Gesundheitpolitik und natürlich die Schmuggelprävention massgeblich durch einen Globalen Zigarettenkonzern in der Eu organisiert werden soll.

    Der genialaste Schachzug der Morrisianer:
    Vom Tabakdealer zur obersten Raucherpräventions-Apotheke(Welteroberung ist nun tatsächlich obsolet!) Wirklich fein ausgedacht und die Gutmenschen an die Front schicken; scheint ja auch bei den Medien gut zu funtionieren.

    Ein frohes Wochenende aus Bad Vilbel
    Ricci Riegelhuth

    “Dem Freund das Herz, dem Dappes mei Hernbix!”

  38. Ricci schreibt:

    Wenn wir in unserem Staat und der Gesellschaft wirklich etwas ändern wollen, sollten alle aktzeptieren: Bürger sind nicht THERAPIERBAR1

    „Die Psychoanalyse ist jene Geisteskrankheit, für deren Therapie sie sich hält.“ – 1913 ätzt Karl Kraus diese amüsante Gemeinheit ins literarische Gedächtnis der Welt, inhaltlich für viele ein Beweis seiner Überheblichkeit, formal der Archetypus des gelungenen Aphorismus und ich lese gerade ein sehr aufschlussreiches Buch mit dem Titel:

    LEXIKON DER PSYCHO-IRRTÜMER
    warum der mensch sich nicht therapieren, erziehen und beeinflussen läßt…

    Aus dem Inhalt:

    Mythen der Beeinflussung

    Zum Beispiel diese hier, den Pfusch an der Couch,
    “Psychotherapie hat die Macht, Menschen von seelischen Störungen und Neurosen zu heilen”

    Mythen der Seele

    Die Schminke am Selbstbild,
    “Es ist für die seelische Gesundheit erforderlich, ein aufrichtiges und unverhülltes Bild von sich selbst zu haben.”

    Oder auch das Seelengedrängel,
    “Manche Menschen werden von multiplen Persönlichkeiten übermannt.”

    Ganz erstaunliches Sichtweisen tauchen in dem Buch auf und alle seriös belegt.

    Rolf Degen
    Lexikon der Psycho-Irrtümer
    Eichborn-Verlag

  39. The Cigar Blog - Unheilige Allianz schreibt:

    [...] findet man in den aufgebrachten Kommentaren der Gesundheitsjünger deshalb selten. In den Nachrichten aus Trier kommentiert jetzt aber ein Vertreter der Organisation «Forum rauchfrei» die Wirren um das [...]

  40. Stephan Jäger schreibt:

    @ Ricci

    Ich weiß nicht so genau, was du mit deinem Beitrag sagen willst. Falls dein Apell abermals in die Richtung gehen sollte, dass man doch jeden nach seiner Facon glücklich werden lassen – und Raucher, wo immer sie das möchten rauchen lassen muss, hier noch einmal ganz klar: Man soll nicht!

    Bergründung: Raucher schädigen nicht nur sich, sie schädigen mich und ich bin nicht bereit, das zu akzeptieren.

    1. Ich möchte nicht mit MEINEN Krankenversicherungsbeiträgen (die ich vielleicht zu 0,5% selbst “aufbrauche”) für die Folgen ihrer Selbst- und Fremdschädigung aufkommen.

    2. Ich möchte nicht die Schei…, die sie ausatmen, einatmen.

    Ansonsten kann sich jeder “Nichttherapierbare” gerne in seine Karre setzen und mit 180 gegen eine Betonwand fahren, wenn ihn seine Anverwandten hinterher ohne Kosten für die Allgemeinheit wegkehren.

    Solange mir dadurch jedoch Belastungen entstehen möchte ich gerne, dass es ihm per Gesetz verboten wird.

    Ist das jetzt etwas klar geworden?

  41. Thomas schreibt:

    Was mich an dieser ganzen Diskussion von Anfang an stört, ist daß niemand darauf eingeht, daß Gaststätten keine öffentlichen Gebäude sind.
    Und kein Mensch spricht davon, daß es sich bei Wirten um Unternehmer handelt!
    Die jetzt in einer Art und Weise vorgeschrieben bekommen, wie sie ihr Unternehmen zu führen haben, die über das vertretbare Maß hinaus geht.
    Unternehmer, die ihre Steuern und Abgaben zahlen. Arbeitsplätze bereitstellen. Die ein unternehmerisches Risiko eingehen und denen jetzt ihre freien Gestaltungsmaßnahmen derart eingeschränkt werden.
    Davon spricht niemand.
    Alle jammern und lavieren nur herum und finden irgendwelche Kompromisse gut. Oder arrangieren sich mit abgetrennten Räumen (soweit gesetzlich möglich oder baulich umsetzbar), dem Rauchen an der frischen Luft oder ähnlichem dummen Zeug.

    DAS IST GELABER.

    Das Problem ist die Einschränkung des freien Unternehmertums in unserem Staat.

    Wann wird denn z.B. dem Lebensmitteleinzelhandel vorgeschrieben, einen bestimmten Anteil an biologisch produzierten Produkten anzubieten?

    Wird hoffentlich bald kommen!!!!!!!

    Und es wird sich sicher auch hier jemand finden, der dies gut finden wird.

  42. Michael Wirsing schreibt:

    Wenn Herr Stephan seit 25 Jahren keinen Hausarzt mehr braucht,kann man ihn schon beglückwünschen. Aus therapeutischen Gründen habe ich seit über 30 Jahren keinen Hausarzt mehr aufgesucht. Kommt das daher, daß ich seit fast 60 Jahren leidenschaftlich rauche? Filterlose Zigaretten und Pfeife sind meine tägliche Freude- natürlich neben anderen.
    Die Fetischisierung von Gesundheit ist leider ein massiver Modetrend in unserer westlichen Gesellschaft, und es dauert sicher nicht mehr lange ,bis man Zwangsentwöhnungscamps für die “unbelehrbaren” Raucher einführt.
    Gesundheit ist zweifellos ein hoher Wert, seine Verabsolutierung aber ist Faschismus.
    Denkt denn keiner daran, daß das lückenlose Rauchverbot eines der Ziele des “Führers” nach dem geplanten Endsieg war?

  43. peter stablo schreibt:

    Lieber Staephan Jäger,

    natürlich gibt es sehr viel Nichtraucher, die sich massiv für das gemeinwohl einsetzen!!!
    Das war doch gar nicht die Frage..
    Natürlich kann es sein, daß viele junde Menschen mit wirtschaftlichen und/oder sozialen Problemen sich an der Zigarette “festhalten” (warum wohl?) auch das wird von mir nicht in Frage gestellt.
    Interessant find ich, daß du ankündigst , meinen Diskussionsbeitrag aufzugreifen und dann aber nur auf einen kleinen Teil desselben eingehst… na ja
    Letztendlich geht es für mich bei dieser Diskussion um das, was Peter Schüßler (Gruß nach KO) auf den Punkt brachte:
    Eine minamale Variation des Nichtrauchergestzes von RLP, die gut ist für die kleinen Wirte, so wie es das saarländische Gesetz, welches auch heute in Kraft tritt von vorneherein vorgesehen hat.

  44. Klaus "Ricci" Riegelhuth schreibt:

    @ Stephan Jäger
    Es geht nicht um “Facon” sondern um Lebenszusammenhänge, Bürgerliche Freiheiten und das Recht der KLEINSTEN der Selbständigen ihr Geschäft weiter zu führen.

    Ein Engländer bringt Stimmung und Lage in diesem Artikel aus Novo auf
    den Punkt:

    RAUCHEN VERBOTEN: DIE VERNEBELTE GESELLSCHAFT

    “Der Wald der Antiraucherschilder, der Großbritannien überzieht, steht sinnbildlich für die Ägide des früheren Premierministers Tony Blair. Das auch in Deutschland um sich greifende Rauchverbot weist den Weg in einen sich therapeutisch definierenden Staat. Von Mick Hume
    ——————————————————————————
    Der Nebel des Krieges hebt sich, der lange Kampf um die Rauchverbote ist vorüber, der Widerstand gegen die Verbannung der Raucher aus öffentlichen Orten ist erloschen. Doch bevor wir uns dem flächendeckenden Verbot fügen und uns unserem üblichen Tagewerk widmen, sollten wir noch einmal innehalten und reflektieren, was die Rauchverbote über die Gesellschaft aussagen, in der wir leben.
    Das europaweit sich immer weiter ausbreitende Rauchverbot bedeutet eine beispiellose Beschränkung unserer persönlichen Gewohnheiten durch staatliche Regeln. Regierungen früherer Zeiten hätten solcherlei nicht einmal erwogen. Hier verfestigt sich eine Politik, die sich mehr und mehr der Regulation der persönlichen Lebensführung widmet und sich zur selben Zeit von ihrer ursprünglichen Aufgabe abwendet, so etwas wie eine „gute Gesellschaft“ zu bauen. Zugleich zeigt die öffentliche Reaktion auf die Antirauchergesetze, wie stark die Bereitschaft der Bürger gestiegen ist, das offizielle „Organisieren“ ihrer persönlichen Handlungsfreiheit zu akzeptieren. Viele Menschen stehen dieser Intervention des therapeutischen Staates heute aufgeschlossen gegenüber und sehen das Verhalten ihrer Mitmenschen als Problem, dem durch staatliche Schutznormen Einhalt zu gebieten ist.
    Das Rauchverbot ist eine typische Maßnahme gegenwärtiger westlicher Politik: kleinlich und dennoch weitreichend. New Labours Ehrgeiz etwa, eine sozialistische Gesellschaft zu erschaffen, ist dermaßen geschrumpft, dass das Bestreben, eine Bushaltestelle „rauchfrei“ zu machen, heute als zukunftsweisende Politik deklariert werden kann. Doch zur gleichen Zeit markiert das Rauchverbot einen großen Schritt hin zu einer flächendeckenden Auferlegung gesellschaftlicher Konformität. Das reflektiert sich auch in der sich ausbreitenden Sprache politischer Orthodoxie; das Wort „rauchfrei“, das die Autoritäten erfunden haben, um ein Verbot wie auch seine Folgen zu beschreiben, scheint dem orwellschen Neusprech entlehnt zu sein.
    Wie auch bei anderen Maßnahmen dieser Tage, so handelt es sich bei dem Antirauchergesetz um ein unnötiges Gesetz; es ist weniger eine praktische Maßnahme, mit der man ernsthafte Probleme angeht, als vielmehr eine politisch-moralische Intervention, die darauf ausgerichtet ist, die breitere öffentliche Meinung auf eine Weise zu formen, wie es traditionelle Politik heute nicht mehr vermag. Wenn das Rauchen für den Raucher selbst sicher nicht gesundheitsfördernd ist, so ist es ebenfalls wahr, dass es keine stichhaltigen Beweise dafür gibt, das „Passivrauchen“ ernsthafte Gesundheitsprobleme verursacht. Die Gesundheitseiferer haben das Thema eines angeblich gesundheitsschädlichen Passivrauchens aufgegriffen, um diejenigen Raucher vor sich her zu treiben, die sich von Gesundheitswarnungen und Belehrungen nicht zum Aufhören bewegen lassen.
    In diesem Sinne handelt es sich beim Rauchverbot nicht um eine Operation des ausufernden Wohlfahrtsstaates, den Wirtschaftsliberale vielfach beschwören; vielmehr wirkt hier der neuartige „therapeutische Staat“, der seine Aufgabe darin sieht, einer unwissenden Öffentlichkeit den Weg zu neuer Rechtschaffenheit zu weisen.
    Viele Menschen scheinen es heute zu begrüßen, dass das Rauchen auf eine Weise verboten wird, die man sich noch vor einem Jahrzehnt verbeten hätte. Selbst auch viele derjenigen, die noch rauchen, scheinen sich dem Verbot als einer an sich „guten Sache“ bereitwillig zu fügen. Wo einst die Menschen auf ihrem Recht beharrten, die Angelegenheiten des Rauchens unter sich selbst auszumachen, lassen sich heute nur allzu viele auf die Raucherpolizei ein.
    Diese fügsame Reaktion auf das Rauchverbot spiegelt den Umstand wider, dass unsere Gesellschaft von dem zentralen Wert der Gesundheit besessen zu sein scheint – einer „Gesundheit“, die man heute verstärkt zum eigentlichen Lebensmittelpunkt aufwertet und nicht bloß als eine von mehreren Voraussetzungen für ein erfülltes Leben ansieht. Die endlosen Gesundheitswarnungen und Mahnungen zugunsten eines „Gesundheitsbewusstseins“ haben zu einem weit verbreiteten Selbstbild der eigenen Verletzlichkeit beigetragen. Selbst diejenigen unter uns, die ihr Benehmen nicht wie vorgeschrieben ändern, sind sich heutzutage mehr und mehr ihrer „Sünden“ bewusst und akzeptieren einen dringenden „Handlungsbedarf“.
    Doch hierbei handelt es sich nicht um eine Öffentlichkeit, die sich von einer Regierung „irreführen“ lässt. Vielmehr geht es hier um ein viel grundlegenderes Problem in unserer Gesellschaft verletzlicher, misstrauischer Individuen, in der sich viele herkömmliche Verbindungen zwischen Bürgern und Gemeinschaften aufgelöst haben, ohne durch neue ersetzt zu werden.
    Das Thema „Passivrauchen“ ist zu einem Symbol dieses zerbröselnden Lebenszusammenhangs geworden, zu einer Art Metapher für die Geisteshaltung atomisierter Bürger, die den fremd gewordenen Mitmenschen und sein Benehmen als ein Problem für das eigene Leben ansehen. Es ist nicht nur der Zigarettenrauch, der heute als vergiftet angesehen wird – die Gefahr wird auf „die anderen“ insgesamt übertragen.
    Diese Verinnerlichung der eigenen Verletzlichkeit ist der Grund dafür, dass das Rauchverbot heute ohne ernsthafte Kritik akzeptiert wird. Dies erklärt auch, warum sich der kleinliche Autoritarismus ohne nennenswerten Widerstand in unser Privatleben einschleicht und warum sich die Bürger nun sagen lassen müssen, dass sie keine öffentliche Unterstützung zu erwarten hätten oder keine Kinder adoptieren sollten, wenn sie immer noch in ihren eigenen Wohnungen rauchen sollten.
    In Zeiten der Regentschaften Gordon Browns und Angela Merkels finden wir uns in Gesellschaften wieder, in denen uns Schilder an jeder Weggabelung ermahnen, nicht zu rauchen. In solchen Gesellschaften verkriechen sich die geächteten Raucher wie räudige Hunde in einer „Raucherecke“ und verabreden sich vielleicht obendrein zu einer Suchttherapie. Wo bleiben die Bürgerrechtler, die sonst fortlaufend vor ausufernden Anti-Terror-Gesetzen warnen und die „Zivilgesellschaft“ beschwören?
    Wie man doch einst über große Männer sagte: „Si monumentum requiris, circumspice“ – „Suchst du sein Monument, so schau dich um!“ Nach der Implementierung der Antirauchergesetze werden wir die Monumente Tony Blairs oder Angela Merkels an vielen öffentlichen Orten sehen können.”

    Aus dem Englischen übersetzt von Kai Rogusch.

    Mick Hume ist „Editor-at-large“ des britischen Novo-Partnermagazins Sp!ked, in dem dieser Artikel unter dem Titel „Seeing through the smoking ban “ erschien. In Novo87 beschrieb er in seinem Artikel „Mitgehangen, mitgefangen: der Westen nach Saddam“ die westlichen Reaktionen auf die Hinrichtung von Saddam Hussein.

  45. Ricci Riegelhuth schreibt:

    Und diese Meldung wird schon die ganze Zeit unter den Tisch gekehrt:

    Zwei Drittel der 3.300 “Passivrauch-Toten” älter als 85!

    Mannheim (bgn) “Tabakrauch birgt gesundheitliche Risiken. Aber der große Teil der Grundlagen politischer Entscheidungen für ein Rauchverbot in Gaststätten kann hinterfragt werden!”

    Diese Auffassung vertrat Romano Grieshaber, Präventionsleiter der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten (BGN) und Professor für angewandte Prävention an der Universität Jena anlässlich des Symposiums “Tabakrauch am Arbeitsplatz” am 24. Oktober in Mannheim. Viele der angewandten statistischen Methoden, und damit die ermittelten Daten, seien zumindest diskussionswürdig.

    Keine Hinweise auf erhöhtes Risiko in der Gastronomie

    Vor nationalen und internationalen Fachleuten bezog sich Grieshaber dabei sowohl auf die Zahl von 3.300 jährlichen Toten durch Passivrauch (ETS) in Deutschland wie auch auf Aussagen, nach denen von Passivrauch größere Gesundheitsgefahren ausgingen als von Dieselruß. Grieshaber führte aus, genaueres Hinsehen zeige, dass bei den so oft zitierten 3.300 Toten zwei Drittel der untersuchten Fälle älter als 85 Jahre waren. Da sei es recht schwierig, allein Passivrauch als Todesursache anzunehmen. Auch stürben nach den bisher vorgebrachten Argumenten viermal mehr Frauen über 85 an Passivrauch als Männer, obwohl die berufliche Exposition 10 oder 20 Jahre zurückliege und die ETS-Exposition in diesem Alter unabhängig vom Geschlecht sei. In Deutschland gebe es im Vergleich zu anderen Beschäftigten keine Hinweise auf ein erhöhtes Gesundheitsrisiko im Gaststättenbereich: nicht bei Lungenkarzinomen, nicht bei ischämischen Herzkrankheiten und auch nicht bei chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen. In Irland seien die Todesfälle durch Herzerkrankungen bereits vor dem Rauchverbot rückläufig gewesen. Messungen, nachdem Dieselruß weniger gefährlich sein solle als der Rauch von Zigaretten hätten sich als unhaltbar erwiesen, weil mit falschen Messgeräten gearbeitet wurde.
    Kuriose Aspekte und offene Fragen, die offenbar niemand bisher bemerkt oder diskutiert habe.

    Ähnliche Todeszahlen bei Depressionen und Passivrauch

    “Bei Erforschung der Kausalitätsfragen müssen wir uns der vielfältigen variablen Rahmenbedingungen annehmen”, so Grieshaber. Co-Faktoren, die als Vermittler oder als solche mit gleicher Wirkung in eine Erkrankung eingriffen, müssten beachtet werden und für die Analyse bekannt sein. So finde man bei Depressionen ähnliche Sterberaten wie als Folge aktiven Zigarettenkonsums.

    Grieshaber wies im Hinblick auf die Beschäftigten in der Gastronomie auf die besonderen sozioökologischen Rahmenbedingungen hin, wie sie allgemein in der erwerbstätigen Bevölkerung nicht zu finden seien. Deutliche Unterschiede zu den Gruppen der Normalbevölkerung seien beispielsweise die Altersverteilung, die Vielfalt der vertretenen Nationalitäten, gastronomiespezifische Berufsbildungs- und Tätigkeitsvorgeschichten, Schulbildung und die Besonderheiten wie Samstags-, Sonntags- Nacht- und Schichtarbeit. Wie aus einer im Rahmen des Symposiums vorgestellten Untersuchung des Umweltbundesamtes hervorgehe, seien diese sozioökologisch herausgearbeiteten Gruppen sehr starke Raucher und damit auch mit den bisher schwerpunktmäßig angebotenen Anti-Raucherprogramm nicht anzugehen. Vielmehr werde in Kinder- und Jugendarztkreisen diskutiert, dass ein Verbot das Rauchen aus dem beruflichen Umfeld auch in das private verlagere, mit dem Ergebnis einer Höherbelastung der Kinder durch Passivrauch.

    Praktikable Präventionsmaßnahmen im Blick

    Für reale Präventionszwecke sei eine Behauptung wie “Raumlufttechnik bringt nichts” kontraproduktiv. Sie bezöge sich auf eine “Risikoeliminierung” habe Null-Moleküle an Schadstoffen zum Ziel und ließe sich ganz klar widerlegen. Bei der BGN orientiere man sich, im Interesse und zum Schutz der Versicherten, am Machbaren, an praktikablen Lösungen. Mit Erfolg, wie die Maßnahmen der Risikoverringerung z.B. im Bereich obstruktiver Atemwegserkrankungen zeige.
    Angesichts der Probleme zur Kausalität, kooperiere man in epidemiologischen und methodischen Fragestellungen mit dem Otto-Selz-Institut an der Uni Mannheim um diese komplexen Fragestellungen in hoher Variabilität exponentieller und dispositioneller Faktoren schon zu Beginn in eine geeignetes Studienformat zu fassen. So ließe sich unter Längsschnittbedingungen die kumulative Dosis wenigstens qualitativ erfassen. Hieraus werde sich dann ein risikoskaliertes gewerbespezifische Betriebsprofil- und Gefährdungskataster für Passivrauch auch für Belastungen aus der Vergangenheit festmachen ließen.

    Originaltext Ende” Aus Tabak Bendens Info!

  46. Willy Meurer, Toronto schreibt:

    Es gibt immer wieder Gelegenheiten,
    wo ein anderer einen dazu verleitet,
    ihn um eine Dienstleistung à la Götz von Berlichingen zu bitten.

    Diese ‘Antiraucher-Freaks’ verleiten einen inzwischen ja schon permanent…!

  47. Stephan Jäger schreibt:

    @ Thomas

    Die Argumente von Leuten, die eine andere Meinung haben, als man selbst als GELABER zu bezeichnen, ist das Niveau der HALBAFFEN AUS DER MITTAGSTALKSHOW. Aber das Schöne an Niveau ist ja, dass sich jeder seins selbst wählt.

    @ Michael Wirsing

    Dann herzlichen Glückwunsch zu tollen 5 Jahren mehr trotz massiver Selbstschädigung.

    Allerdings ist das, was du hier als “bedauerlichen Modetrend” abtun möchtest, ist eine dringend nötige Abkehr von einer Entwicklung, die der Volkswirtschaft (uns allen) mit steigender Tendenz Milliardenschäden verursacht.

    Es ist DRINGEND erforderlich, dass auch in unserer “vollautomatisierten” Gesellschaft die Leute mal wieder anfangen, ihren Körper als Teil der Natur, als “Bewegungsmaschine” zu verstehen, die bestimmte Dinge braucht und andere eben nicht. Die Krankenkassen (und somit die Gemeinschaft) bringen Unsummen für die Bekämpfung der Folgen von Nikotinmissbrauch, Alkoholmissbrauch, Übergewicht bzw. Fettsucht und BewegungsFREIER Lebensweise auf. Funktionieren kann das System nur, weil die von dir als “Faschisten” verunglimpften Gruppen, die ihren Körper und ihre Gesundheit pflegen, ständig voll einzahlen und es kaum je belasten. Solche Leute fragen sich natürlich, wieso die Kosten für das “Gesundheitswesen ständig steigen”, obwohl sie nie welche verursachen. Es ist also davon auszugehen, dass das System, wenn es nur die Selbstschädiger, die Verantwortungslosen, gäbe, längst zusammengebrochen wäre.

    Du sprichst Zwangsentwöhnungscamps an? Nein, aber hoffentlich irgenwann eine Finanzierung der Gesamtgesundheitskosten nach dem Verursacherprinzip. Irgendwann wird es unvermeidlich sein, dass massiv antisoziales Verhalten massiv bekämpft bzw. sanktioniert wird.

  48. Ralf Marx schreibt:

    Lieber Stephan Jäger,

    “Ich möchte nicht mit MEINEN Krankenversicherungsbeiträgen (die ich vielleicht zu 0,5% selbst “aufbrauche”) für die Folgen ihrer Selbst- und Fremdschädigung aufkommen.”

    Entweder wissen sie nicht, was heute eine Arztbehandlung kostet, oder sie zahlen wirklich extrem hohe Krankenkassenbeiträge. 0,5% davon reichen, um ihre komplette ärztliche Versorgung zu finanzieren?
    Ich möchte ja auch nicht die Kosten für irgendwelche Unfälle tragen, die Menschen verursacht haben indem sie auf langen Brettern einen schneebedeckten Berg runterrutschen.
    Oder für Motoradfahrer, die sich in die Leitplanken drücken.
    Und die ganzen Gelenkschäden der Übergewichtigen.
    Die direkten und indirekten Kosten entstehend durch übermäßigen Alkoholkonsum will ich auch nicht zahlen.

    Und das ist letztendlcih der Punkt. Wenn wir wirklich beginnen, jeden nach Risiko abzusichern, müssen wir ja schon fast 24 Stunden am Tag zuhause bleiben. Das Leben an sich ist zu riskant.

    Ach übrigens, wo waren denn gestern Abend all die nichtraucher in unserer Eckkneipe? Ich dachte die Strömen jetzt nur so durch die Tür……

  49. frognbeat schreibt:

    die konsequenz aus der gerechtigkeit-gesundheit-demokratur: jeden tag verlässt ein dorf diess unser deutschland oder besser “nannykümmerland”, voila zur einstimmng für eine keimfrei zukunft:

    Wir sind dann mal fort
    von Wolfram Weimer

    “Alle vier Minuten verlässt ein Deutscher sein Land. An jedem Tag verliert Deutschland ein ganzes Dorf, womit die Zahl der Auswanderer Dimensionen erreicht wie seit 120 Jahren nicht mehr. Man muss kein Pessimist sein, um in der Massenflucht ein Misstrauensvotum gegen die Zukunftsfähigkeit des Landes zu erkennen.
    Was die Angelegenheit so heikel macht: Es sind die Besten und Jüngsten, die genug haben und gehen. Im Gegensatz zu den Auswanderungswellen des 19. Jahrhunderts verlassen nicht etwa Analphabeten, Bauern und verzweifelte Arbeiter das Land. Wir erleben keine Elendsflucht, sondern einen Exodus des gebildeten Mittelstands. Das Durchschnittsalter unserer Auswanderer beträgt 32 Jahre, es sind junge Ärzte und Ingenieure, Wissenschaftler und Facharbeiter, Handwerker, Techniker und ehrgeizige Dienstleister. Nach Angaben der OECD verliert derzeit kein anderer Staat so viele Akademiker.
    Inzwischen gibt es kaum eine Familie mehr, die nicht betroffen ist, kaum ein Fernsehabend mehr ohne Serien wie „Umzug in ein neues Leben“ (Kabel 1), „Goodbye Deutschland“ (Vox), „Die Auswanderer“ (Pro7) und „Deutschland ade“ (RTL). Nach einer Allensbach-Umfrage würde jeder fünfte Deutsche es den Fernsehvorbildern gerne gleichtun.
    Der Migrationsforscher Klaus Bade warnt unmissverständlich: „Wir befinden uns in einer migratorisch suizidalen Situation.“ Während unser Sozialstaat Hunderttausende Unqualifizierter aus den Randzonen Europas anzieht, fühlen sich die jungen Vertreter des Leistungsmittelstands hierzulande immer fremder. Der Handwerksmeister, der in Australien nicht vom Bürokratenstaat bedrängt wird, der Arzt, der in Norwegen nicht zum Medizinbeamten degradiert wird, der Wissenschaftler, der in den USA bessere Forschungsbedingungen hat, die Hotelfachfrau, die in der Schweiz das Doppelte verdient und dabei auch noch weniger Steuern zahlt, der Bauingenieur, der in China sein Können vergoldet bekommt – die Motive wechseln. Aber eines eint sie alle: Anderswo geht es ihnen besser als daheim.
    Das ist für die Deutschen, die sich jahrzehntelang als die Wirtschaftswunder-Klassenbesten gefühlt haben, eine schockierende Erfahrung. Auf einmal arbeiten sie als Gastarbeiter in fremden Ländern, und wenn die Wirtschaftselite der Welt sich in Davos trifft, dann sind die Hotelkellner die Deutschen.
    Man spürt bei Auslandsreisen, dass die Dinge sich anderswo besser entwickeln als bei uns, dass unser zivilisatorisches Vorsprungsgefühl verloren ist. Man muss nicht gleich von „Ausbluten“ und „Argentinisierung“ schwarzmalen, aber beim Mittelstand verfestigt sich doch der Eindruck, das Land sei langsam geworden und seine Substanz erodiert.
    Die Überlegenheitsgewissheit, die jeden Urlaub im Süden zu einem Selbstbestätigungs-Event gemacht hat, ist verschwunden. Avantgarde spürt man nicht mehr daheim, sondern in der Fremde. Doch damit sind die Kategorien der Orientierung für die nächste Generation der Talentierten vertauscht. Die Fremde wird zum Ort der Verheißung.
    Wenn die Autobahnen in Andalusien inzwischen besser sind als im Ruhrgebiet, unsere Schulen neben denen in Skandinavien wie Baracken aussehen, wenn ein deutscher Krankenhausarzt nur noch so viel verdient wie ein Pförtner in Dubai, wenn eine Facharbeiterfamilie so hohe Steuern und Sozialabgaben zahlt, dass ihnen weniger übrig bleibt als einem Koch in Zürich, dann gehen sie eben. Immer mehr Menschen merken, dass ihnen Deutschland immer weniger bietet.
    Während die Politzirkel Berlins noch selbstgefällig über Zuwanderungsquoten streiten, ist die Abwanderungsquote das eigentliche Problem. Wohlstandswahrung in der Globalisierung heißt vor allem, Intelligenz zu binden. Deutschland gelingt das immer schlechter. Alleine 16000 Ärzte haben das Land verlassen. Ihre teure Ausbildung ist damit zu einer Subvention der Schweiz, Norwegens, Englands, der USA geworden.
    Während wir endlos über die Extreme von oben (Topmanager und deren Gier) und unten (Mindestlohn-Empfänger und gewalttätige Migrationsjugendliche) diskutieren, vollzieht sich ein Bruch der Gesellschaft in der Mitte. Man erörtert über Jahre, wie man den Wohlstandskuchen noch ein bisschen gerechter verteilen könnte, doch unterdessen flüchten diejenigen aus der Küche, die den Kuchen backen sollen. Unser Problem sind nicht 100 maßlose Manager oder 100000 türkische Familien in vermeintlicher Armut. Es sind die Millionen der Mittelschicht, die die Gesellschaft tragen, sich aber von ihr zusehends weniger getragen fühlen. Sie zahlen immer höhere Abgaben, erleben Wohlstandsverluste, werden bevormundet, müssen ihre Kinder in schlechte Schulen schicken und werden dem Wettbewerbsdruck der Globalisierung mit viel weniger Schutz ausgesetzt als die ganz unten und ganz oben.
    Die Flucht aus der Heimat ist eine Volksabstimmung mit den Füßen geworden, ein Alarmsignal aus der Mitte der Gesellschaft. Die Auswanderer revoltieren nicht und krakeelen nicht, sie haben keine Gewerkschafts- oder Partei-Kampagne hinter sich, sie gehen einfach still und leise fort. Leider.”

    Die Jäger bleiben uns erhalten…

  50. Stephan Jäger schreibt:

    Lieber Peter Stablo

    Wieder greife ich nur einen Teil deines Betrags auf. Ist es zwingend erforderlich, wenn man auf einen Aspekt dessen, was du sagst eingehen möchte, den kompletten Beitrag zu kommentieren?

    “Natürlich kann es sein, daß viele junde Menschen mit wirtschaftlichen und/oder sozialen Problemen sich an der Zigarette “festhalten” (warum wohl?) auch das wird von mir nicht in Frage gestellt.”

    Das solltest du aber in Frage stellen. Weil du die Zigarette, an der sie sich festhalten, bezahlst!

    Das wir uns nicht falsch verstehen: ich finde den Sozialstaat okay, auch wenn mir dadurch von dem Geld für das ich hart arbeite, kaum mehr als die Hälfte bleibt. Keiner sollte hier nichts zu Essen, keine Kleidung oder keine medizinische Betreuung haben. Aber ich bin nicht bereit, das Ausleben von Suchterkrankungen zu finanzieren, weil die Betroffenen nicht die Disziplin aufbringen, sich von dieser Krankheit zu befreien.

    Da ist mir “warum wohl?” ganz klar zu wenig!

  51. Michael Wirsing schreibt:

    Wenn Herr Jäger mit seinen Krankenkassenbeiträgen keine “selbstverschuldeten” Krankheiten wie Raucherleiden subventionieren möchte, so könnte ich mich dagegen wehren, SElbstverschuldete Sportunfälle von Gesundheitsfreaks zu subventionieren. Letztlich gehören Krankheit und Leiden ob selbstverschuldet oder nicht,zur conditio humana, und es ist die große Illusion der Gesundheitsfaschisten, Krankheiten und Leiden durch zwangsweise Eingriffe in die Lebensführung von Menschen zu minimieren oder gar zu beseitigen. Oh brave new world! Huxley und Orwell lassen grüßen. Seid nur weiter “gutdenkvoll” ihr Gesundheitsfaschisten.

  52. Stephan Jäger schreibt:

    @ 16vor

    Ab dem wievielten “Faschisten” wird hier eigentlich “geistig hochstehenden Beiträgen” (wie. z. B. dem von Herrn Wirrsinn) der Zugang zur Diskussion verweigert? Ich denke, Beleidigungen auf übelstem Kloakenniveau muss sich doch hier niemand bieten lassen.

    @ Ralf Marx

    Was eine Arztbehandlung heute kostet sollte doch in dem Moment eher unerheblich sein, in dem man keine in Anspruch nimmt. In der Tat hat sich meine ärztliche Betreuung, abgesehen von den vorgeschriebenen zahnärtztlichen Untersuchungen, in den letzten 25 Jahren auf die Behandlung einer Schlüsselbeinfraktur beschränkt. Zugegeben: sicher nicht ganz billig. Aber von 11 bis 13% des mittleren Angestelltengehalts eines Vierteljahrhunderts sollte da schon noch ein bischen was übrig bleiben vovon man dann Leuten wie Herrn Wirsing die Beine amputieren kann.

    Anm. d. Red.: Nach inzwischen mehr als 50 Leserbriefen werden wir zu diesem Beitrag ab sofort keine Kommentare mehr freischalten. Nach unserer Einschätzung wurden die wesentlichen Argumente ausgetauscht.

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