Trierer CDU engagiert Monarchisten
Mit einer Podiumsdiskussion will die CDU die anhaltende Debatte um die Umbenennung des HGT versachlichen. Dazu beitragen soll Professor Wolfgang Stribrny. Doch der Historiker böte selbst Anlass zu Diskussionen: acht Jahre stand er an der Spitze der umstrittenen Vereinigung “Tradition und Leben”, die sich für eine Rückkehr der Monarchie in Deutschland einsetzt. Außerdem plädiert Stribrny für eine Wiedererrichtung Preußens. Für den Preußen Hindenburg wird er am Freitag gleichwohl nicht Partei ergreifen.
TRIER. “Wir setzen der Demokratie die Krone auf”, lautet das Motto der 1959 gegründeten und laut Selbstdarstellung ältesten und bedeutendsten Vereinigung ihrer Art in Deutschland. Der Verein “Tradition und Leben” verfolgt den “Wunsch nach einem zeitgemäßen, demokratischen Königtum”, und wer sich einen Eindruck davon machen will, wie zeitgemäß die TuL ist, sollte einmal auf ihrer mit Marschmusik unterlegten Website vorbeischauen.
Als Antidemokraten verstehen sich die Monarchisten nicht, im Gegenteil: Deutschland soll auf friedlichem Wege in eine parlamentarisch-demokratische Monarchie umgewandelt werden, das Prinzip der Gewaltenteilung ebenso weiter gelten wie das des Parlamentarismus. Doch strebt der Verein “eine erbliche Monarchie” an, weil diese “der beste Garant für die Erfüllung der Pflicht und Wahrnehmung der Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen” sei. Weiter heißt es dann etwas unvermittelt: “Daraus leitet sich selbstverständlich das Eintreten für den Erhalt der Schöpfung ab.”
Acht Jahre stand Professor Wolfgang Stribrny an der Spitze der Vereinigung, die er Ende der 50er-Jahre mitbegründete, nun haben die örtlichen Christdemokraten den Historiker auf Vermittlung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung für eine Veranstaltung am kommenden Freitag engagiert. Mit der Podiumsdiskussion in der Volkshochschule (Beginn: 17 Uhr) soll die anhaltende Debatte um die Umbenennung des Hindenburg-Gymnasiums versachlicht werden; oder, wie es CDU-Chef Bernhard Kaster ausdrückt, die Diskussion “wieder in Bahnen gelenkt werden”.
Doch Stribrny selbst böte Anlass zu Diskussionen. Denn der Professor ist nicht nur erklärter Monarchist, vielmehr plädiert er auch unentwegt für die Wiedererrichtung Preußens, des 1947 auf Druck der Alliierten aufgelösten und über viele Jahrzehnte dominierenden Teilstaats im einstigen Deutschen Reich. Vor einem Jahr hielt Stribrny einen Vortrag, in dem er Preußen glorifizierte und den in der Tat problematischen “Vertrag von Versailles” und dessen “Mantelnote” mit folgenden Worten bedachte: “Es war sozusagen der Mantel, in den die demütigenden und rachsüchtigen, die unerträglichen und unerfüllbaren Bedingungen des Diktatfriedens eingewickelt waren”.
Kampf gegen das “Zerrbild von Preußen”
Stribrny weiter: “Man könnte nun mit der bekannten Statistik beweisen, dass Preußen weit weniger Kriege geführt hat als alle anderen Großmächte”. In seinem in der Preußischen Allgemeinen Zeitung abgedruckten Festvortrag heißt es außerdem: “Militarismus und rückschrittliches Denken gibt es auch anderswo. Ich schlage vor, wir versuchen dem von den Siegern von 1918 bekämpften Zerrbild von Preußen den kritisch geprüften preußischen Staatsgedanken entgegenzusetzen.” Der Professor spricht sich dafür aus, “einem Hohenzollern eine repräsentative Funktion in Preußen” einzuräumen, “um das neue Preußen in Herz und Verstand zu verankern”.
Der Vereinigung “Tradition und Leben” sollen nach Information von 16vor aktuell rund 300 Mitglieder angehören, andere Schätzungen gehen von kaum mehr als der Hälfte aus. Unter anderen fand sich auch der bundesweit bekannte und 1991 verstorbene Neonazi Michael Kühnen in den Reihen der TuL. Stribrny bestätigte auf Anfrage, dass er der Vereinigung vorstand: “Jawoll”, dem sei so gewesen, und er sei nach wie vor Mitglied. Energisch widerspricht er jedoch der Darstellung, die Vereinigung sei rechtslastig, gar rechtsradikal: “Völliger Blödsinn, weder die Rechten noch die Rechtsradikalen haben sich doch nach 1945 für Preußen oder die Monarchie interessiert”, erklärt der 1935 in Frankfurt an der Oder Geborene. Er sei immer Preuße gewesen und verstehe sich bis heute als Preuße, so Stribrny weiter.
Paul von Hindenburg war auch Preuße, doch für den einstigen Generalfeldmarschall will der Historiker am Freitag nur bedingt Partei ergreifen. Er halte Hindenburg als Namensgeber für eine Schule für “absolut unangemessen”, so Stirbrny. Schließlich habe dieser 1918 als Militär und 1932/1933 als Reichspräsident versagt. Straßen sollten seiner Meinung nach aber auch künftig Hindenburgs Namen tragen dürfen, denn “das ist Teil unserer Vergangenheit”. Auch der Historiker Dr. Thomas Schnitzler, der für eine Umbenennung des HGT plädiert, erteilt der SPD-Forderung eine Absage: “Straßen und Plätze sollten mit ihren Bezeichnungen schon auch an vergessene Epochen der Geschichte erinnern, es sei denn, es handelt sich um persönliche Namenspatrone der NS-Zeit”.
Kaster will differenzierte Diskussion
Bernhard Kaster, auf dessen Initiative die Podiumsdiskussion am kommenden Freitag zurückgeht, erklärte am Wochenende gegenüber 16vor, dass Stribrny “sich als ausgesprochener Preußen-Kenner profiliert” habe. Ihm gehe es darum, dass bei der Veranstaltung am Freitag “das komplette Spektrum der Meinungen vertreten ist und es eine sehr differenzierte Diskussion geben wird”. Kasters Büro hat gezielt auch zahlreiche Leserbriefschreiber eingeladen, die sich in den vergangenen Wochen für oder gegen die Umbenennung zu Wort gemeldet haben. Zur Person Stribrnys meint Kaster, dass ihm durchaus bekannt gewesen sei, dass der Professor “sehr konservativ” ist, doch dessen politische Ansichten spielten in der Volkshochschule keine Rolle. Dass es in den Reihen der Trierer Christdemokraten neuerdings monarchistische Tendenzen gibt, ist denn auch nicht überliefert…
Unterdessen läuft noch bis Mitte der Woche eine Schülervollabstimmung am HGT. Erst dann wird feststehen, ob sich neben dem Lehrerkollegium auch eine Mehrheit der Schülerschaft für eine Umbenennung des Hindenburg-Gymnasiums ausspricht, teilte Schülersprecher Patrik Deutsch auf Anfrage mit.
Weiteres zum Thema: “It was called ‘Hindenburg’”
und Hat ‘Hindenburg’ bald ausgedient?
von Marcus Stölb



26. Februar 2008 (00:16 Uhr)
Was soll denn undemokratisch daran sein, wenn man für eine Staatsform eintritt, die vor Triers Haustür – im Großherzogtum Luxemburg – hervorragend funktioniert? Ich verstehe mich nicht als Preuße, aber wenn Herr Stribrny solch einen Bundesstaat will, warum nicht? es gibt ja schon Überlegungen, bei einer Vereinigung von Berlin und Brandenburg den neuen Bundesstaat Preußen zu nennen. Etwas weniger Aufgeregtheit wäre angebracht.
Wenn man besser recherchiert hätte, hätte man feststellen können, daß Michael Kühnen weniger als ein Jahr Mitglied von “Tradition und Leben” war und von der Arbeitsgemeinschaft ausgeschlossen wurde. Es brauchte in der CDU erheblich länger, zum Beispiel den Rechtsterroristen Manfred Roeder auszuschließen.
26. Februar 2008 (10:52 Uhr)
Hallo!
Ich glaube nicht, dass ein Monarchist unbedingt pro Hindenburg ist. Schließlich hat Hindenburg den letzten Kaiser ins Exil verbannt und sich dann später selbst auf des Kaisers Thron gesetzt. Dass er Hitler zum Reichskanzler ernannte ist sicherlich kein Ruhmesblatt. Man hätte Hitler nach seinem Münchener Putsch länger in Landsberg inhaftieren müssen, anstatt ihn zum Reichskanzler zu ernennen. Aber Hindenburg war zumindest so lange er lebte ein Garant dafür, dass Hitler relativ klein gehalten wurde. Hätte Hindenburg länger gelebt, wäre Deutschland wohl einiges erspart geblieben.
Das Gleiche gilt übrigens auch wenn die Monarchie weiter bestanden hätte. Wilhelm II. hat Adolf Hitler gehasst, er sagte z. B.: “Damit haben die Nazis die Maske fallen lassen, sie haben gezeigt, dass sie eine sozialistische Partei sind, die sich zum Bauernfang den Mantel Friedrichs des Großen umgehängt hat, worauf auch prompt alle hereingefallen sind!” Ebenso war des Kaisers Neffe – der Prinz Louis Ferdinand (nachmaliger deutscher Thronprätendent, verstorben 1994) – im Widerstand des 20. Juli 1944 um Graf Stauffenberg, Henning von Tresckow, Carl Friedrich Goerdeler etc. beteiligt.
Somit könnte vielleicht ein Monarchist wie Professor Stribrny eine Umbenennung der Schule in “Louis-Ferdinand-Gymnasium” vorschlagen oder wie wäre es mit “Stauffenberg-Gymnasium”?
Gleichzeitig ist es falsch Monarchisten in die braune, rechte Ecke zu stellen, wie im obigen Artikel geschehen. Da werden dann schnell Namen wie Michael Kühnen ausgebuddelt, der schnell aus „Tradition und Leben“ wieder entfernt wurde, um Herrn Stribrny gleich vorweg auch als Rechten abzustempeln. Mit „Nazikeule“ diskutiert es sich schließlich leichter, als mit sachlichen Argumenten. Immerhin wurden Monarchisten während der Nazi-Zeit verfolgt. Und Hitler hatte stets Angst vor dem Kronprinzen Wilhelm und ihn ewig im Verdacht ein Attentat auf ihn zu planen.
Abgesehen davon funktioniert die Monarchie in unseren Nachbarländern doch sehr gut. Was sollte also so schlimm daran sein wenn man Monarchist ist und eine parlamentarische Monarchie befürwortet? Das ist weder undemokratisch noch völlig utopisch. Ob es jedoch Aussicht auf Erfolg hat, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Aber man sollte jedem Menschen Meinungsfreiheit zugestehen.
26. Februar 2008 (11:32 Uhr)
Hier haben wir wieder ein typisches Beispiel dafür, wie unsere angeblich so
demokratische und freiheitliche Presse mit der im Grundgesetz garantierten
Meinungsfreiheit umgeht. Hier wird die Meinung eines absolut honorigen
Wissenschaftlers diskreditiert. Der Auseinandersetzung um die Sache hilft
das gar nicht. Persönliche Angriffe sollten in der Presse möglichst unterbleiben,
außer, es gäbe wirklich etwas Angreifbares. Das aber ist in diesem Fall nur
dieser Artikel.
26. Februar 2008 (14:59 Uhr)
Dieser Artzikel ist meines Erachtens eine Zumutung. Nicht nur, daß Sie Herrn Professor Stribrny, einen ehrenwerten und verdienten Mann, jegliche Kompetenz abstreiten. Mit gezielt bösartigem Unterton und haarsträubenden Verbindungen, versucht man Monarchismus an sich mit rechtsradikalen Vergleichen zu diskreditieren. Ich zitiere nur ein paar Beispiele: “mit Marschmusik unterlegten Website”, “Unter anderen fand sich auch der bundesweit bekannte und 1991 verstorbene Neonazi Michael Kühnen in den Reihen der TuL”
Seltsam mutet dieser Teil an: “Doch strebt der Verein “eine erbliche Monarchie” an” – als stände das zum Widerspruch zum einem vorher genannten parlamentarisch-demokratischen Deutschland.
Ob es bald so weit kommt, daß die Königin von England als “Kontakt zu Rechtsextremen” bezeichnet wird? Hier ist es wohl möglich.
26. Februar 2008 (15:15 Uhr)
Leben wir wirklich in Deutschland mit einer freiheitlichen Presse? Ich kann es nur gut heißen, wenn Deutschland sich zur Monarchie bekennt, unsere Nachbarstaaten machen es vor und haben ihre Geschichte nie in Zweifel gestellt und wir Deutschen? Schämen wir uns oder getrauen wir uns nicht über die Geschichte zu sprechen. Einseitigen Geschichtsunterricht, zum Teil verfälscht, wird den Schülern und Schülerinnen mit auf den Weg gegeben und das ist ein Teil von Bildung, s. Pisa, aber in Deutschland dürfen bestimmte politische Dinge nicht öffentlich gesagt werden und die Presse bringt monarchistische Nachrichten höchst selten oder ziemlich verstellt und hier muss man mal die Pressefreihet bezweifeln, denn vom linken und rechten politischen Ufer wird endlos berichtet aber von konservativen Menschen so gut wie gar nichts. Umso mehr freue ich mich, daß hier ein Monarchist zu Wort kommt und auch für die Monarchie wirbt. Eine Parlamentarische Monarchie kann doch nur sinnvoll sein und ist im Allgemeinen auch viel kostengünstiger als unsere Präsidenten, auch die ehemaligen, zu unterhalten. Das Preußen wieder ein Name ist, das weiß man schon lange, es darf bezweifelt werden ob es auch Politiker wissen, was Preußen einmal war. So mit wünsche ich dem Deutschen Volk eine Rückbesinnung auf die Monarchie im 21.Jahrhundert. Viele junge Menschen sehnen sich nach einer Veränderung der Staatsform und eine parlamentarische Monarchie ist nicht ein Feind der Menschheit. Die Deutschen müssten mehr Mut zu Veränderungen haben. Packen wir es an und fördern den monarchistischen Gedanken in Deutschland – ein gutes Beispiel bietet die Kaisertreue Jugend und der Bund aufrechter Monarchisten, beide Vereinigungen sind im Internet vertreten.
26. Februar 2008 (16:49 Uhr)
Lieber Heinz Emmrich!
“Leben wir wirklich in Deutschland mit einer freiheitlichen Presse?”
Solange Leute wie Du und Deine Vorredner soviel Mumpitz ungestraft klecksen dürfen, anscheinend ja!
“Eine Parlamentarische Monarchie … und ist im Allgemeinen auch viel kostengünstiger als unsere Präsidenten…”
Frag´ mal die Engländer…!
“Das Preußen wieder ein Name ist, das weiß man schon lange, es darf bezweifelt werden ob es auch Politiker wissen, was Preußen einmal war.”
Klar weiß man das. Ein nationalistisches Regime, mit mehr oder minder senilen oder größenwahnsinningen Spinnern an deren Spitze. Da erkennst Du dich wieder, stimmts…
“Viele junge Menschen sehnen sich nach einer Veränderung der Staatsform…”
Was ist denn in Deinen Augen viel? Die ewgig gestrigen Wirrköpfe aus Deinen Beispielen die´s sogar im Internet gibt…?
“Die Deutschen müssten mehr Mut zu Veränderungen haben.”
Haben wir doch! Aber nach vorne…
Sagt Ihnen ergebenst…
Sansculotte
26. Februar 2008 (20:40 Uhr)
@ Sansculotte
Es sind doch eben gerade solche Menschen wie Sie, welche in Deutschland Gehör verschafft bekommen. Darin liegt eben unser Problem. Anstatt sich ordentlich, sachlich zu informieren, schleudern Sie hier mit kurzen Parolen um sich, welche purer Populismus sind.
Wenn wir die Engländer fragen würden, ob sie denn in einer Republik günstiger leben würden, könnten diese uns erstmal sowieso keine Antwort geben. Es ist doch wahrlich so, daß sich in England nur die wenigsten Gedanken über eine “Republik Großbritannien” machen, beziehungsweise eine “Republik Britannien”. Mit einem Zerfall des Königreichs würde wohl auch das “vereinigte” wegfallen, denn was sollte sonst noch Schotten, Waliser und Engländer zusammenhalten. Um zum eigentlichen Thema wieder zurückzukommen. Würden sich die Briten unseren Haushalt mal anschauen, würden diesen wahrlich die Haare zu Berge stehen, wenn sie sehen würden, was der Bundespräsident alles für Gelder verbraucht und was alleine schon seine Wahl kostet.
Über Ihre Sprüche bezüglich Preußen, kann man eigentlich gar nicht mehr sinnvoll antworten. Es ist wirklich alles daran purer Schwachsinn und ich habe keine Ahnung, wem Sie da “nachplappern”. In Wahrheit ist es doch so, daß neben dem Militarismus – welcher nur im 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Preußen existierte – vor allem Toleranz Preußen auszeichnete, wenn ich hier nur einmal kurz an die Hugenotten erinnern darf. Selbst als man nur noch Freistaat war, also nach 1918, zeigte man sich in der Weimarer Republik als einziger Staat wirklich um demokratische Verhältnisse bemüht. So verwundert es wohl auch nicht, daß in anderen Staaten die politischen Extremen auf Nährboden stießen.
Zum Abschluß, möchte ich Ihnen noch sagen, daß der Schritt zur Monarchie keine Rückschritt sein muß. Wenn Deutschland eine parlamentarische Monarchie werden würde, würde man zwar gegen den Strom schwimmen, aber da gab es doch in der Geschichte schon ganz andere Beispiele, wenn ich nur an Amerika 1776 erinnere.
Mit freundlichen Grüßen
A. B.
26. Februar 2008 (20:44 Uhr)
Monarchisten aller Länder/Trierer Stadtteile/Unionspartein vereinigt Euch….
Die Beiträge 1-5 entsprechen wissenschaftlich gesehen so ungefähr dem Wissen eines Siebtklässlers der Berliner Rütli-Schule (und ich will explizit betonen, nicht die Rütli-Schule beleidigen zu wollen).
Zu Nr. 1 (Aussie Royalist): Derartige Überlegungen mögen durchs Internet geistern, werden mit Sicherheit aber nicht durch seriöse und/oder Entscheidungs tragende Personen vertreten. Und mit was? Mit Recht!
Zu Nr. 2 (Legolas): Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler als “kein Ruhmesblatt” zu bezeichnen ist wohl (sprachlich & inhaltlich) als Euphemismus zu bezeichnen. Und: Selbst bei Guido Knopps (!!) Sesamstraßen-Geschichtstratsch wird deutlich, dass Hindenburg nicht der starke und vor allem unbeinflusste Präsident war, als der er sich selbst wohl gerne gesehen hat und manche seiner Anhänger dies bis heute in vielleicht eher untrockenen Träumen tun. Empfehlung: Nachsitzen!
Zu Nr. 3 (Willi): Ich freue mich über die Demokratie, denn Sie sichert (zumindest ab und zu, mit Sicherheit aber beim hier diskutierten Inhalt) Rede- und Pressefreiheit. Das Ganze wäre in einer Monarchie wohl unter “Majestätsbeleidigung” gefallen…
Zu Nr. 4 (Oskar Heinrich): Meines Erachtens ist der Text gut
Zu Nr 5 (Heinz Emmrich): Ich habe sehr über Ihren Beitrag lachen können, vielen Dank. Auch hier liegt der Verdacht nahe, dass diverse Geschichtsstunden versäumt wurden, oder waren Sie etwa noch dabei, so früher, in der “guten” alten Zeit?!
Mit grundgetzestreuen Grüßen
27. Februar 2008 (00:32 Uhr)
So einen Mist wie von Sansculotte und Frank Pierce hab ich selten gelesen.
Statt mit Argumenten zu antworten, wird in niveauloser Weise versucht, nicht in die linke Weltsicht passende Beiträge und deren verfasser einfach in arroganter Alt-68er Manier lächerlich- und herunterzumachen (Rüthli – Schule), es wird mit Unterstellungen gearbeitet und ein penetrant oberlehrerhafter Ton dringt durch den linksalternativen Nebel: Siebtklässler, Nachsitzen, Geschichtsstunden versäumt etc. Würg!!!
Derartige Verteidiger der Republik bestätigen m.E. nur, daß diese nichts anderes als eine drittklassige Proletenstaatsform ist! Auch wird gern übersehen, daß das “Dritte Reich”, Stalins UdSSR, Pol Pots Kambodscha etc. Republiken waren!
27. Februar 2008 (08:48 Uhr)
Liebe Leute,
ich denke, man kann über TuL berichten. Ich beispielsweise kannte diesen Verein vorher nicht und fand den Bericht interessant. Übrigens ist er nach meiner Auffassung auch im richtigen Ton geschrieben, denn ich für meinen Teil kann mich nicht ernsthaft über die Wiedereinführung der (parlamentarischen) Monarchie unterhalten, da muss ich immer sofort lachen. Das ist aber mein Problem, wer darüber ernsthaft diskutieren will, soll dies tun – das ist das schöne an einer freien Gesellschaft und unterscheidet Deutschland in der Tat von allen kommunistischen und sozialistischen “Republiken” der Geschichte. Übrigens will unser großer Landeskurt, der bekanntlich nur noch grandiose Wahlerfolge einfährt (die jedesmal das zweitschlechteste oder schlechteste SPD-Ergebnis der Geschichte darstellen), im Moment wieder genau mit solchen Kommunisten zusammenarbeiten. Alles, um seine 30 Prozent Partei irgendwie an die Macht zu bringen. Warum wird darüber eigentlich nicht diskutiert?
Als Beitrag zur Kostenfrage: Der Bundespräsident kostet 2008 genau 24.880.000 Euro, siehe http://www.bundesfinanzministerium.de/bundeshaushalt2008/html/vsp2i-e.html
P.S. Eigentlich geht es der CDU doch nur um eine ernsthafte und angemessene Diskussion bei der Frage des Umgangs mit historischen Persönlichkeiten Deutschlands.
27. Februar 2008 (10:44 Uhr)
Ich gebe zu bedenken, dass der Erfolg einer Erbmonarchie immer von der Persönlichkeit und den Neigungen des jeweiligen Tronfolgers abhängt.
Folgendes Zitat möge belegt, welches Risiko ein ungeeigneter Monarch für unser Vaterland darstellen könnte:
Ich würd die Krone täglich wechseln, würde zweimal baden
Würd die Lottozahlen eine Woche vorhersagen
Bei der Bundeswehr gäb es nur noch Hitparaden
Ich würd jeden Tag im Jahr Geburtstag haben
Im Fernsehen gäb es nur noch ein Programm:
Robert Lembke, vierundzwanzig Stunden lang
Ich hätte zweihundert Schlösser, und wär nie mehr Pleite
Die Socken und die Autos dürften nicht mehr stinken
Ich würd jeden Morgen erstmal ein Glas Champus trinken
Ich wär chicker als der Schmidt und dicker als der Strauß
Das alles und noch viel mehr
Würd ich machen
Wenn ich König von Deutschland wär.
Die Aristokratie kann dieses Risiko vermindern und die Verantwortung für unser Land auf mehrere starke Schultern verteilen.
Wir wissen alle: in Deutschland sprechen traditionell gute Argumente für die Monarchie.
Trotzdem möchte ich anregen, sich nicht gegen neue Ideen zu verschließen und die Einführung einer Aristokratie zum Wohle unseres Landes ernsthaft zu prüfen!
27. Februar 2008 (11:22 Uhr)
Hehe, immer das Gleiche, erst wird versucht Monarchisten in die rechtsradikale Ecke zu stellen, wenn dies nicht klappt, werden sie lächerlich gemacht. Richtige Gegenargumente kommen keine.
Professor Stribrny wird sich dann wohl in Trier eher langweilen, es sei denn man überlegt sich bis dato etwas Anderes als Polemik. Aber vielleicht können unsere heutigen Gymnasiasten auch nicht mehr anders. Was schade wäre.
Würde sich für mich glatt rentieren diesem Vortrag beizuwohnen, um mich an dem heutigen Bildungs- und Diskussionsgrad deutscher Gymnasiasten zu erfreuen.
Herzliche Grüße aus der Rütli-Schule ;)
Leoglas
27. Februar 2008 (12:10 Uhr)
Lieber Wilhelm,
wie leicht man sich doch mit einem kleinen Text direkt auf die rote, rote Liste von BND & Co. katapultieren kann, indem Sie offen gegen die demokratische Staatsform agitiert. Weiter so! Denken Sie mal drüber nach, wenn es beim nächsten tzelefonat in der Leitung knackst!
Gnädigst
Ihre Frau vom Amt
27. Februar 2008 (12:13 Uhr)
Lieber Wilhelm,
wie leicht man sich doch mit einem kleinen Text direkt auf die rote, rote Liste von BND & Co. katapultieren kann, indem Sie offen gegen die demokratische Staatsform agitieren. Weiter so! Denken Sie mal drüber nach, wenn es beim nächsten Telefonat in der Leitung knackst!
Gnädigst
Ihre Frau vom Amt
27. Februar 2008 (14:12 Uhr)
Die dritte Form ist dann das Schreckgespenst BND (der Vorschreiberling meint sicherlich eher den Verfassungsschutz) aus dem Hemdsärmel zu zaubern. Klasse! Aber leider wieder kein Gegenargument. Mensch Leute, bemüht euch doch wenigstens mal. Oder ist es gar aus der Mode gekommen zu d i s k u t i e r e n. Naja, muß man ja nicht, wenn man nicht will. Hab ich wenigstens wieder was zu lachen gehabt.
Ach übrigens, der Verfassungsschutz kann mich gerne abhören, wird dann bestenfalls feststellen daß ich Monarchist bin. Mehr aber auch nicht. Und Meinungsfreiheit gilt ja nach wie vor, wie ich doch schwer hoffe.
Herzlichst
Legolas
27. Februar 2008 (14:37 Uhr)
@ Frank Pierce
Wo ist das Problem? Kein Monarchist strebt die Abschaffung der Demokratie, geschweige denn die der Meinungs- und Pressefreiheit an.
Im übrigen wurde erst vor kurzem vor dem Sitz der Königsfamilie Dänemarks symbolhaft eine Guillotine aufgestellt hat. Hat sich jemand darüber erbost?
27. Februar 2008 (15:16 Uhr)
Dies Diskussion ist wirklich abenteuerlich!
Ich möchte hier mal einige Thesen aus den anderen Leserbriefen aufgreifen und zurechtrücken:
1. Die Monarchie in Deutschland wurde 1918 von einer Volksbewegung gestürzt – sie war am Ende des 1. Weltkriegs diskreditiert. Jeder, der diese Tatsache rückgängig machen will, zieht die deutsche Geschichte in Zweifel. (das geht an Sie, Heinz Emmrich)
2. Preußen war in der Tat kein “nationalistisches Regime”, dieser Begriff ist für Preußen unangemessen. In der Weimarer Republik war die preußische Regierung sogar das Bollwerk der Demokratie. Andererseits verhalf die alte preußische Machtelite – die strikt antidemokratischen ostelbischen Großgrundbesitzer mit unserem Freund Hindenburg an der Spitze – Hitler zur Macht. Das hatte Methode. Keineswegs war es so, dass Hindenburg am Ende nichts anderes übrig blieb. Dass er die Auswirkungen nicht ahnte, steht auf einem anderen Blatt.
3. Ebensowenig kann man behaupten, dass der Militarismus in Preußen nur im 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts existierte. Die Zeit 1866-1918 muss hier schon mit erwähnt werden!
4. Zu den Kosten der parlamentarischen Monarchie: Hier muss ich dem ansonsten wenig differenzierten Beitrag von Sansculotte zustimmen: Fragt die Engländer!
5. Zur Presse- oder Meinungsfreiheit: Der Bericht ist größtenteils sachlich, lässt aber eine Meinung durchblicken. Meinungsfreiheit ist vor allem die Meinungsfreiheit des Autors! Es ist also absurd, dass dieser Text als Beispiel für eine gefährdete Pressefreiheit herangezogen wird, nur weil der Autor seine Meinung zu erkennen gibt. Im übrigen zeigen ja die Leserbriefe, dass 16vor keinerlei Zensur betreibt, sondern der Meinugsfreiheit auch der Leser freien Lauf lässt. Manchmal zu freien Lauf, für meinen Geschmack!
27. Februar 2008 (16:38 Uhr)
Wenn hier mit Rio Reiser argumentiert wird, muß man sich doch wirklich Gedanken darum machen, welche Leute sich hier an politischen Diskussionen beteiligen. Also das ist wirklich das lächerlichste Argument gegen die Monarchie, was ich bis jetzt gehört habe. Dann könnte man die Prinzen ja auch in die rechtsradikale Ecke stellen, denn laut diesen hat “Gott die Erde nur einmal geküßt. Genau an dieser Stelle, wo jetzt Deutschland ist”. Da ist es doch unerhört, daß man andere Völker für schlechter hält. Um es genau zu nehmen, kann man das sogar dem religiösen Extremismus zuordnen, aber das müssen andere “entscheiden”. (Vorsicht, Ironie)
Der netten Frau vom Amt würde ich übrigens gerne mitteilen, daß das Ansprechen von Tatsachen, doch noch lange nicht der Aussage gleichkommt, daß man sich gegen die demokratische Staatsform auflehnt. In dieser Republik muß man aber mit dem schlimmsten rechnen, also ist es bestimmt auch möglich, daß Leute wie Sie für unseren Staat arbeiten.
27. Februar 2008 (17:24 Uhr)
Wenn man die Diskussion hier so verfolgt muss man denken dass Trier ein Nest von Monarchisten ist. So viele wie sich hier zu Wort melden hab ich mein ganzes Leben lang noch nicht kennengelernt, um nicht zu sagen keinen einzigen… oder der E-Mail-Verteiler des Vereins von Herrn Prof. Dingsda funktioniert einfach gut…
28. Februar 2008 (08:50 Uhr)
Das hat die CDU ja mal wieder gut hingekriegt. Schaut Euch mal die Diskussion an, wie die Leute sich da verbal die Köpfe einschlagen. Jahrelang hat sich die CDU gegen diese Umbennenungsdiskussion gesträubt, jetzt bringt sie sie plötzlich selber auf. Warum wohl? Sie wirft einen Zankapfel in die Gesellschaft, um den sich dann verschiedene Gruppen bilden, die sich wunderbar gegenseitig in der Diskussion zerfleischen. Das hat sie schon beim Wahlkampf in Hessen so praktiziert. Das eingespielte Video, das damals die Gemüter – zurecht- erhitzte, war bewusst und mit Absicht zum Zeitpunkt der Wahl gesendet worden. Sendungen sind kein Zufall, sie werden ausgewählt. Und diese Leute, die solche Beiträge auswählen, denken sich etwas dabei. Was wurde erreicht? Deutsche und Ausländer wurden gegeneinander aufgehetzt, Alte und Junge.
Ähnliches geschieht jetzt in Trier mit dieser Hindenburg-Diskussion. Alle reden sich die Köpfe heiß und schlagen auf einander ein in einer Diskussion um des Kaisers Bart. Denn wessen Lebenssituation wird sich durch den Namen des Gymnasiums wesentlich verändern? Hier geht es doch eigentlich um nichts. Warum führt die CDU keine öffentliche Diskussion um Themen, die wirklich wichtig sind? Zum Beispiel die ständigen Preiserhöhungen für Strom, Gas, Bus und Müll, die regelmäßig mit den Stimmen der CDU beschlossen werden. HIer hätte sie es doch in der Hand, wirklich einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen vieler Bürger zu leisten. Aber ob das HGT weiter HGT heißt oder vielleicht Fischers-Maates-Gymnasium ist meiner jährlichen Nebenkostenabrechnung völlig egal. Ich denke, wir sollten uns als Bürger dieser Stadt um unsere wirklichen Interessen kümmern.
rueruerue@web.de
Rüdiger Rauls