Uni-Präsident stoppt “Islamwoche”

Findet nicht statt, zumindest nicht an der Universität: die erste “Islamwoche Trier”. Foto: Marcus StölbAuf dem Campus und in Bussen, mit Flyern und auf Plakaten – allüberall wurde in den vergangenen Tagen für eine “Islamwoche Trier” geworben. Eigentlich hatte die Vortragsreihe heute Abend starten sollen, doch dann untersagte die Hochschulleitung kurzerhand die Nutzung der Uni-Räumlichkeiten. Anlass für die nicht eben übliche Maßnahme: mutmaßlichen Verfassungsfeinden sollte kein Forum geboten werden. Noch vor dem Uni-Präsidenten hatte bereits der AStA seine anfänglich zugesagte Unterstützung zurückgezogen – ein Blick auf die Referentenliste ließ die Studierendenvertreter an der guten Absicht der Initiatoren zweifeln.

TRIER. Wenn Pierre Vogel über “Intimitäten vor der Ehe” spricht, merkt man ihm seine Erregung deutlich an. Von Kindern, die ihre Erziehung “bei Beate Uhse oder der Frau Dr. Sommer” genossen hätten, schwadroniert der Rheinländer dann, sichtlich echauffiert geißelt er bei selber Gelegenheit den angeblich flächendeckend verbreiteten Drang, “sich erst einmal die Hörner abzustoßen”. Für Pierre Vogel tut sich hier ein Abgrund auf, an dem nur das unhinterfragbare Befolgen von Allahs Verboten vorbeiführt; denn “primär ist, dass es diese Verbote gibt….”

Das Verbot, das Pierre Vogel und einige Gleichgesinnte nun trifft, ist vergleichsweise irdischer Natur; es stammt vom Präsidenten der Universität, Professor Peter Schwenkmezger. “Wegen Hinweisen auf Verbreitung verfassungswidriger Inhalte” habe man die “Islamwoche Trier” nicht genehmigt, ließ Schwenkmezger am vergangenen Freitag sämtliche Studierende und Mitarbeiter der Hochschule wissen. Den Veranstaltern wurde die Nutzung der Räumlichkeiten der Universität untersagt, was einem Verbot der “Islamwoche” auf Campusboden gleichkommt. Dass Schwenkmezgers Rundmail nur drei Tage vor dem für heute geplanten Start der Vortragsreihe verschickt wurde, erweckt den Eindruck, dass die “Islamwoche” sozusagen im allerletzten Moment verhindert wurde. Einiges spricht aber dafür, dass die Uni-Leitung zunächst nicht viel Aufhebens um den Vorgang machen wollte.

Dabei war bereits der rheinland-pfälzische Verfassungsschutz hellhörig geworden. Wie ein Sprecher des Innenministeriums am Freitag bestätigte, hatte die Behörde Kenntnis von der geplanten “Islamwoche”. Dass die Entscheidung der Hochschulspitze auf eine Empfehlung des Verfassungsschutzes zurückzuführen sei, dementierte man jedoch in Mainz. Im Übrigen sei die als Einlader genannte “Muslimische Hochschulgemeinde der Stadt Trier” den Sicherheitsbehörden nicht bekannt, hieß es weiter.

AStA distanziert sich von Veranstaltern

Tatsächlich ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich, wer hinter der “Islamwoche” steht. Weder in den Flyern noch auf der eigens kreierten Website findet sich ein aussagekräftiges Impressum oder eine genauere Selbstdarstellung der Mitglieder der “Hochschulgemeinde”. Dem Vernehmen nach soll es sich um fünf bis sechs muslimische Studierende handeln. Diese hätten bereits vor einigen Wochen beim Allgemeinen Studierenden-Ausschuss angefragt, ob dieser über die Uni-Verwaltung Räumlichkeiten organisieren könne. Im guten Glauben, die Kommilitonen bereiteten eine “kulturelle Woche zum Islam” vor, die dem gegenseitigen Verständnis dienen solle, habe man zunächst seine Unterstützung zugesagt, bestätigt Tim Lösch, Co-Koordinierendes Mitglied des AStA. Doch als die Veranstalter dann vor rund zwei Wochen ihre Referenten-Liste präsentierten, kippte bei den Studierendenvertretern die Stimmung; als “zu religiös und zu wenig diskursiv” habe man das Programm empfunden, so Lösch.

Doch es war wohl vor allem die vorgesehene Teilnahme von muslimischen Zeitgenossen wie Pierre Vogel, welche AStA und Uni-Leitung nicht ganz koscher fanden. Vogel, der sich “Abu Hamza” nennt, konvertierte vor sieben Jahren vom Protestantismus zum Islam und studiert, laut Darstellung der Veranstalter, an der Umm Al-Qura-Universität in Mekka. Der Ex-Boxer hat es schon zu einiger Bekanntheit gebracht, denn offenbar hat er mit seinem missionarischen Eifer schlagenden Erfolg. In seinen Veranstaltungen soll der gebürtige Frechener darauf bestehen, dass Männer und Frauen getrennt voneinander sitzen. Am Dienstagabend wollte Pierre Vogel im Hörsaal 5 “Das islamische Konzept von Gott” erläutern, doch nun müssen Interessierte wohl vorerst weiter mit seiner Homepage Vorlieb nehmen. Auch der Leipziger Imam Hassan Dabbagh, der Frauen grundsätzlich nicht die Hand gibt, soll AStA und Uni-Spitze zum Handeln veranlasst haben. Dabei hat es Hassan Dabbagh immerhin schon in Talk-Runden wie “Sandra Maischberger” und “Sabine Christiansen” gebracht. Die beiden Moderatorinnen hatten übrigens auch auf einen Handschlag verzichten müssen – schließlich verbiete es ihm sein Glaube, andere Frauen zu berühren.

Hochschulgemeinde bittet um Vergebung

Problematischer als solcherart Verhaltensweisen und Glaubensüberzeugungen sind jedoch bestimmte Äußerungen, die dem Imam zugeschrieben werden. So wird Hassan Dabbagh mit den Worten zitiert: “Die Strafen, die im islamischen Recht sind, sind nicht von uns, sondern von dem Gott, der uns erschaffen hat. Und es darf nicht so verstanden werden, als ob die Steinigung nur für Frauen wäre.” Da verwundert es wenig, dass der Verfassungsschutz schon seit einigen Jahren ein Auge auf den Sachsen geworfen hat.

Am Sonntag reagierten die Veranstalter auf das “in letzter Sekunde” ergangene Verbot ihrer “Islamwoche”. Auf ihrer Website bitten sie “um Vergebung und um Verständnis” dafür, dass die Vortragsreihe nun ausfallen muss. Man hoffe, in der “Zukunft andere informative Veranstaltungen zum Thema Islam anbieten” zu können, heißt es weiter.

von Marcus Stölb

27 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Latinitas schreibt:

    Es ist ungeheurlich, welche Eskalation die Islamophobie in Deutschland erfährt! Wenn der deutsche Botschschafter im Ruhestand, Dr. Murad Wilfried Hofmann äußert: „Wir Muslime sind vogelfrei geworden. Das deutsche Volk schickt sich an, den Islam wie ein nichtkompatibles Transplantat abzustoßen. Die vom Innenminister abgehaltene ‚Deutsche Islam-Konferenz‘ kann nicht darüber hinwegtäuschen.“ Dr. Hofmann, Träger des Bundesverdienstkreuzes und von seinem Dienstherrn, dem Auswärtigen Amt, als Muslim unbeanstandet ehemals deutscher Botschafter in Algerien und Marokko, ist erst kürzlich selbst Opfer dieser Islamfeindlichkeit geworden, indem er unter dem Vorwurf, „extremistische“ und „islamistische“ Ansichten zu vertreten, von einer öffentlichen Veranstaltung als Redner wieder ausgeladen wurde. Dabei ist es ein infames Absurdum, die Muslime auf diese Weise an der freien Meinungsäußerung zu hindern, ihnen gleichzeitig aber vorzuhalten, ihnen würde das ihnen nach dem Grundgesetz zustehende Recht auf freie und ungestörte Religionsausübung und dasjenige auf freie Meinungsäußerung gleichermaßen gewährt, wie es anderen weltanschaulichen und Religionsgemeinschaften gewährt wird, und ihnen, nicht aber den anderen, ein Bekenntnis zum Grundgesetz, zur „freiheitlich-demokratischen“ Grundordnung und zur „pluralistischen“ Mehrheitsgesellschaft abzuverlangen. Wird in Deutschland so Gleichberechtigung verstanden?
    Wenn Hassan Dabbagh die Meinung äußert, daß die im islamischen Recht durch Offenbarungstext festgelegten Strafen „nicht von uns, sondern von dem Gott sind, der uns erschaffen hat“, so ist dies ein unveräußerlicher Glaubensbestandteil eines jeden Muslims, wobei allerdings meistens übersehen, bzw. verschwiegen wird, daß Muslime die Anwendung dieser Strafen außerhalb eines Staates mit islamischer Rechtsordnung und auf individueller Grundlage gar nicht anwenden dürfen. Würde z.B. ein Jude in gleicher Weise seine Toragläubigkeit bezüglich des mosaischen Gesetzes öffentlich äußern, so wagte es niemand, ihn auch nur schief anzusehen; bei Muslimen ist das jedoch etwas anderes, da diese in Deutschland und anderen westlichen Ländern mediales und politisches Freiwild geworden sind!
    Anstatt die Muslime der Verfassungsfeindlichkeit zu verdächtigen, würde der Verfassungsschutz seiner Aufgabe besser gerecht, wenn er – was er jedoch nicht tut – gegen jene Politiker, wie bspw. die derzeitige Bundeskanzlerin vorginge, die mit ihrem Schmusekurs mit dem Kriegsverbrecher George W. Bush und ihrer Verpfändung des Schicksals Deutschlands an die Existenz des Staates Israel offensichtlich Hochverrat am deutschen Volk begeht.

  2. Samir Mourad schreibt:

    Wenn man die Geschichte betrachtet, sieht man immer, dass ein System nicht lange stand hielt, wenn es gesellschaftliche und weltanschauliche Diskurse mit polizeilicher Gewalt führte.

    Es tut Deutschland nicht gut, Leute mit anderen Meinungen mundtot machen zu wollen. Das hatten wir schon einmal – mit schlimmen Folgen.
    Pierre Vogel oder Hassan Dabbagh mögen Ansichten haben, die die meisten Menschen in Deutschland nicht teilen. Aber jeder hat schließlich einen Verstand, und kann selber nachdenken.

  3. Friedhelm schreibt:

    Ich denke, die Veranstaltung wurde zu Recht abgesagt. Bestärkt in dieser Meinung werde ich allein schon durch den Leserbrief von Latinitas der jegliche Islamkritik sofort mit dem Totschlagargument “Islamophobie” abwürgt und – obwohl es überhaupt nicht zum Thema gehört – in seinem Brief antiamerikanische und antiisraelitische Statements abgibt.

    Gruß Friedhelm

  4. maike bueskens schreibt:

    Ein Erfolg gegen die schleichende Islamisierung Deutschlands. Weiter so !

  5. mattheisen müller schreibt:

    @ Latinitas: Mit der Bemerkung über die angebliche Verpfändung Deutschlands an Israel und die Strafen, die lediglich außerhalb von Staaten islamischen Rechts nicht angewendet werden dürften(woraus hervorgeht, daß Sie dieselben aber grundsätzlich befürworten) haben Sie gerade den Beweis geliefert, wie sinnvoll das Verbot war.

  6. Manuel Da Costa schreibt:

    Ich halte den Leserbrief von Latinitas sehr schlimm und nicht zur Veröffentlichung geeignet.

  7. uwe reinhard schreibt:

    von der islamophobie bis zum hochverrat am deutschen volk in gerade mal neun sätzen. und alles ohne stimulanzien, nehme ich an. respekt.

  8. RST schreibt:

    Den letzten Satz muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

    q.e.d.

  9. Thomas schreibt:

    @Latinitas

    Die Vorträge dieser Gruppe sind total einseitig, den Islam blind verherrlichend und anderen Glauben und Religionen, teilweise falsch und verzerrt wiedergebend, niedermachend.
    (siehe Chorweiler)
    Diese Vorträge sind eine reine Propagandaveranstaltung für Islamisten (Hardcoremoslems).
    Man stelle sich vor, umgekehrt wie Vogel hier im Westen, sogar die Religion des Gastlandes niedermachend, könnten Vetreter anderer Religionen in islamischen Ländern agieren. Unmöglich, die würden wegen Blasphemie gesteinigt oder anderweitig getötet.
    Wie der Islam auf Kritik reagiert, hat man heute wieder in Pakistan (dänische Botschaft in Islamabad) gesehen.
    So lange der Islam keine wirkliche Toleranz zulässt, aber diese ständig fordert, sollte man solchen Leuten keine Foren in Einrichtungen geben, welche gar noch vom Steuerzahler bezahlt werden.

  10. James Last schreibt:

    “…ihrer Verpfändung des Schicksals Deutschlands an die Existenz des Staates Israel offensichtlich Hochverrat am deutschen Volk begeht.”

    Welch ein entlarvender Satz. Und schon ist die wahre Gesinnung des Verfassers klar ersichtlich: Mühevoll verdeckte Antisemitismus. Nur weiter so, der Verfassungsschutz wirds gerne gelesen haben!

    Anm. d. Red.: Aus gegebenem Anlass weisen wir darauf hin, dass Kommentare zu unseren Beiträgen ausschließlich die Meinung ihrer leider oft anonymen Verfasser wiedergeben. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Leserbriefe nicht oder nur gekürzt zu veröffentlichen.

  11. peter stablo schreibt:

    Deutsche Universitäten sollten weiterhin noch als Orte der freien Lehre gelten (trotz bachelor ..grins)..
    Universtäten sollten keineswegs mißbraucht werden, um radikales, intolerantes Gedankengut der Unfreiheit zu “lehren”!(sei es die Unfreiheit von Frauen, von “Ungläubigen” etc
    Der akademisch-dialektische Disput sollte wenn dann Grundlage für Veranstaltungen mit u.U. extrem religiösen oder politischen Posiltionen sein.
    Die Veranstaltung wurde zurecht abgesagt!
    Die religiöse Überzeugung eines jeden Moslems, Christen, Juden, Buddhisten, Hinduisten etc und sebstredend deren politisch weltanschaulich Überzeugungen sind erstmal zu respektieren, aber die letzendliche Orientierung gibt uns durch die (glücklicherweise) Trennung von Staat und Glaubens(Überzeugungs)gemeinschaften die Verfassung, das Basisgesetz unserer Gemeinschaft, des Staates.
    Gerade junge, sich noch orientierende Menschen, das sind eben auch Studis, muß man schützen vor radikalen “Seelenfängern”.

  12. peter stablo schreibt:

    Nachtrag:
    Mir fällt gerade ein, daß vor einigen Tagen Vertreter des AStAs der Uni mir in einem Randgespräch mitteilten, daß ein “Organisator” der Islamwoche sich tatsächlich weigerte Frauen die Hand zu reichen…. na ja..

  13. tino schreibt:

    Was Vogel und Co machen ist das Runtermachen anderen Glaubens und anderer Religionen. Wenn das jemand in arabischen Ländern ädaquat mit dem Islam machen würde, der würde eingesperr oder gar hingerichtet werden.
    Und Religionsfreiheit gibt es dort zum Großteil auch nicht.
    Da schreien Leute, wie auch oben Latinitas nach Toleranz, obwohl sie umgekehrt überhaupt nicht tolerant sind und Anderen auch keine Toleranz gewähren.
    Und wenn dann noch solche niedermachenden,untoleranten, hasserfüllten und einseitigen Vorträge auf Steuerzahlerkosten durchgeführt werden, dann hört der Spass ganz auf.

  14. abgeschmackt schreibt:

    Shmuel Barzilai in Trier

    http://abgeschmackt.blog.volksfreund.de/p2154.html

  15. abgeschmackt schreibt:

    Dafür gab es hier und heute eine tolle friedliche Veranstaltung. Nur der Raum war zu klein … trotzdem friedlich. Super.

    “Der Koran als spätantiker Text” – Eine Vorstellung des Akademievorhabens “Corpus Coranicum”,
    von Michael Marx M.A. (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften).
    18 Uhr c.t., Raum: DM 343

  16. Frank schreibt:

    Ich beziehe mich auf den Kommentar von Samir und möchte feststellen, dass leider viel zu viele Menschen eben nicht rational denken und sich von sogenannten Hasspredigern lenken lassen und bei denen im Anschluss jede Resozialisierung in ein (größtenteils) liberales System fehlschlagen wird. Gerade deswegen sollten verfassungsfeindliche Personen (und darunter verstehe ich jene Menschen, die unsere Werte und Normen ablehnen, sowohl auf religiöser Basis, als auch mit Bezug auf ihre säkulare Weltanschauung) in Deutschland keine Plattform finden um weitere “Opfer” in ihren Bann zu ziehen.

    Ich finde es schade, dass der Islam z.Zt. noch nicht die Repräsentanten findet, die diese Religion modern und vor allem friedliebend vertreten könnten und stattdessen eben jene das Wort führen, die keineswegs Anzeichen eines friedliebendem, gesunden Menschenverstand zeigen. Ich wünsche mir zumindest, dass dieser Spuk des “Clash of Civilizations” endlich ein Ende findet und den inzwischen viel zu lange währenden Rückfall ins Mittelalter stoppt. Ist es denn wirklich so schwer einfach nur neben- und miteinander zu leben?

    PS: Auch @ Samir: Ebenso sollte endlich mal dieser Vergleich mit der NS-Zeit aufhören. Zum Schutz der Meinungsfreiheit, den du ja implizit forderst, gehören auch weitere Freiheiten und Rechte, z.B. die Religionsfreiheit oder auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau oder auch das Recht auf Leben. Und es lässt sich doch bezweifeln, dass die erwähnten Redner solche Menschenrechte verteidigen würden! Das Gegenteil ist wahrscheinlich der Fall und exakt dafür gibt es den Verfassungsschutz, der dir und mir diese Rechte zusichert, sofern wir uns nicht gegen sie selbst richten!

  17. Samir Mourad schreibt:

    Eine kleine Anmerkung. In Spanien war hat der Islam 800 Jahre geherrscht. Juden, Christen und Muslime konnten friedlich beieinander leben und jeder durfte seine Meinung sagen.
    Wenn Deutschland so etwas schaffen könnte, dann wäre es besser als Angst zu haben vor anderen Meinungsäußerungen. Die beste Waffe gegen Extremismus (im Islam und woanders) ist es, ihn zu diskutieren und die Leute zu überzeugen.

    Ausserdem: Es geht doch hier um das Wohl aller. Für diese Welt, und wie manche meinen auch für die jenseitige Welt.
    Da sollte man sich, denke ich, schon etwas Gedanken machen.

    Ich bin Muslim, ich habe aber auch das alte Testament auf hebräisch studiert und das neue Testament in einer Übersetzung. Denn: falls es stimmen würde, was die Christen sagen, dass man nämlich nur durch die Annahme von Jesus (Friede sei mit ihm) als Sohn Gottes ins Paradies kommt, und ich das nicht glauben würde, dann würde ich am Tag der Auferstehung (auch abzuklären, ob es solch einen gibt) alt aussehen.

    Denn der einfache Umstand, dass meine Eltern Muslime sind, heisst noch lange nicht, dass der Islam die Wahrheit ist.

    Falls der Islam stimmen sollte, dann hat man Pech gehabt am Jüngsten Tag, wenn man nicht als Muslim gestorben ist. Dann ist man nämlich ewig in der Hölle.

    Das gleiche gilt für natürlich für alle anderen Weltanschauungen, die für sich die Wahrheit beanspruchen.

    Deswegen: im eigenen Interesse liegt es, sich über alles mal Gedanken zu machen. Das ist eben die Prüfung für den Menschen, der einen Verstand bekommen hat.

  18. abgeschmackt schreibt:

    Vielleicht sollte man anstatt einer “Islamwoche” ein “Religonswoche” veranstalten.

    Vielleicht sollte man ja mal statt der “Antikenfestspiele” “Aufklärungsfestspiele” in Trier veranstalten.

    “Nathan der Weise” (Theater Trier) aus dem “großen Haus” auf Rundreise schicken und an zentralen Orte der Stadt (Synagoge, Hauptmarkt am Eingang zur Judengasse, vor dem Drei-Königshaus…), )aufführen – mit anschließender Diskussion.

    Vielleicht braucht Toleranz einfach frische Luft.

    Ja, vielleicht hat aber auch all das in DER Stadt mit mitteleuropäischer Zentrallage keinen Zweck… .

  19. Blusorsch schreibt:

    Ich hätte mir gewünscht, selbst darüber entscheiden zu dürfen, ob ich an einer solchen Veranstaltung teilnehmen möchte oder nicht, ohne dass mir ganz nach obrigkeitsstaatlicher Manier erklärt, was für mich gut ist oder nicht. Sind wir schon wieder so weit in Deutschland, dass Landesväter oder Unipräsidenten darüber bestimmen, was dem – vielleicht doch nicht ganz so mündigen – zu Gehör kommen darf oder nicht? Sind wir schon wieder so weit, dass selbst aufgeklärte Leute wie Peter Stablo die Verfassungstreue eines Menschen davon abhängig machen, ob er Frauen die Hand gibt oder nicht? Sind wir schon wieder auf der Ebene der Gottesbeweise, wonach eine Frau eine Hexe war, wenn sie auf dem Wasser schwamm und keine, wenn sie ertrank?
    Seht Ihr, die Ihr gebildet seid und Euch für offen und liberal haltet, denn nicht die Parallelen? die Judenverfolgung der Nazizeit begann nicht mit den Nürnberger Gesetzen sondern mit der Hetze, die bereits in der Weimarer Zeit gegen sie betrieben wurde. Und die Moslems von heute sind die Juden der 20er, 30er und 40er Jahre. Die Moslems von heute sind die Kommunisten der 50er, 60er und 70er Jahre. Und die Moslems von heute sind die Asylanten der 80er und 90er Jahre.

  20. Deutscher Staatsbürger schreibt:

    @Samir Mourad

    Die Legende, zur Zeit der islamischen Herrschaft über Spanien habe dort Friede, Freude, Eierkuchen geherrscht, wird durch ständiges Wiederholen auch nicht wahr. In Wirklichkeit galten Nicht-Muslime in islamischen Gesellschaften immer als Menschen zweiter und dritter Klasse (Dhimmis bzw. Ungläubige). Und dieser dem Islam immanente Rassismus gegnüber Nicht-Muslimen gilt natürlich auch heute noch, denn der Koran ist ja als unveränderliches Wort “Gottes” einer kritischen Aufklärung nicht zugänglich.

    Das ist nur einer der Gründe, warum ich als denkender, aufgeklärter Mensch den Islam als Gesellschaftsform nie akzeptieren werde. Ich lehne Rassismus in jeder Form ab, auch in religiöser Verkleidung.

    Grüße von einem ehemaligen Studenten

  21. Gökgürültüsü schreibt:

    Hallo Samir!
    zu 2: “Es tut Deutschland nicht gut, Leute mit anderen _Meinungen_ mundtot machen zu wollen.” Frei nach einem bekannten Spruch würde ich sagen: Islamismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. “Das hatten wir schon einmal – mit schlimmen Folgen.” Ich finde, dass Du hier zu Unrecht die Nazikeule auspackst! Und man sollte nicht vergessen: Weimar ging auch deswegen zugrunde, weil auch Verfassungsfeinde ihre Meinung frei und weitgehend ungestraft sagen konnten.

    zu 16: Meines Wissens ging es im islamischen Spanien nicht immer so friedlich zu wie von Dir beschrieben, die Nichtmuslime mussten Tributgeld zahlen und mussten sich anders kleiden als die Muslime. (Das weckt bei mir Konnotationen wie in Deinem Beitrag Nr. 2.) Und ein Satz wie: “Falls der Islam stimmen sollte, dann hat man Pech gehabt am Jüngsten Tag, wenn man nicht als Muslim gestorben ist. Dann ist man nämlich ewig in der Hölle” ist vollkommen unnötig in einer solchen Diskussion. Mag ja aus muslimischer Sicht so sein, aber andere Religionen sehen das meines Wissens durchaus anders.

  22. Peter Stablo schreibt:

    Nur nochmal zur Klarstellung:
    Es geht nicht schlichtweg umd den Islam, sondern um radikale Tendenzen innerhalb desselben.
    Genauso so, wie es intolerante Tendenzen innerhalb des fundamentalistischen Christentums gibt, die mit kritischer Distanz zu betrachten sind!
    Unsere humanistisch geprägte Gesellschaft darf sich über zwei Jahrhunderte nach der Aufklärung , nicht vorführen lassen…
    Werte, für deren Verwirklichung im wahrsten Sinne des Wortes “Blut vergossen wurde” sollte mensch nicht aus falsch veratandener Toleranz in Frage stellen lassen.
    Begonnen mit der Gleichberchtigung der Frau …..

  23. fruchtzwerg schreibt:

    http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=11897

    Friedliches Leben in Spanien unter islamischen Herrschaft

  24. MartShellUS schreibt:

    gott sei dank ist die veranstaltung verhindert worden.

  25. Harald schreibt:

    “Es ist ungeheurlich, welche Eskalation die Islamophobie in Deutschland erfährt!”

    Mir kommen die Tränen!
    Kann es verwundern, dass die engagiertesten Kommentare gegen den Islam von jenen kommen, die ihn nur allzu gut kennen?

    http://antiislam.wordpress.com/wafa-sultan-video/

    http://www.youtube.com/watch?v=U_k2opaKvFY&eurl=http://www.pi-news.net/2008/06/neues-video-mit-wafa-sultan/

    (vom 29. Mai 2008)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Wafa_Sultan

    Islam ist Frieden.

  26. Kira Steinkamp schreibt:

    Gut so , geschlechtliche Apartheid brauchen wir hier nicht, weder hausgemachte noch importierte.

  27. lustig schreibt:

    Wenn man nach dem “Veranstalter” googelt erhält man DREI Treffer, davon verweist der erste auf diesen, der zweite auf einen weiteren Artikel über die Absage und der dritte auf eine obskure türkische Seite. Gibt es diese Gruppe überhaupt? Kein Wunder, dass der Verfassungsschutz nichts über die weiß.

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