Hausdurchsuchung im Hwk-Umweltzentrum
Im Zusammenhang mit den laufenden Ermittlungen der für Wirtschaftsstrafsachen zuständigen Staatsanwaltschaft Koblenz wurden in der vergangenen Woche Räume des Umweltzentrums der Handwerkskammer durchsucht. Nach Informationen unserer Redaktion betrafen die Maßnahmen den Weiterbildungsbereich des Uwz. Die Aktion hatte zum Ziel, Beweismittel sicherzustellen. Staatsanwaltschaft und Hwk-Präsident Rudi Müller bestätigten gegenüber 16vor, dass es eine Hausdurchsuchung gegeben hat.
TRIER. Das in die Negativschlagzeilen geratene Umweltzentrum der Handwerkskammer kommt nicht zur Ruhe. Nachdem es zunächst so ausgesehen hatte, als würde die Affäre langsam aber sicher im Sande verlaufen, ließ die Staatsanwaltschaft Koblenz in der vergangenen Woche nun mehrere Räume des Uwz durchsuchen. Mindestens zwei Mitarbeiter wurden von den Ermittlern ausführlich befragt. Die Rede ist von rund 250 beschlagnahmten Aktenordnern.
Nach unseren Informationen betrafen die Durchsuchungen den Weiterbildungsbereich des Uwz. Der für diesen Bereich bis zum Herbst vergangenen Jahres zuständige Mitarbeiter gilt als Schlüsselfigur in der Affäre um fingierte Abrechnungen und mutmaßlichen Betrug von Fördergeldern. Ihm und dem damaligen Chef des Umweltzentrums, der von den Machenschaften gewusst haben soll, wurde von der Handwerkskammer beziehungsweise deren hundertprozentiger Tochter “Gesellschaft zur Förderung des Handwerks” (GfH) fristlos gekündigt. Beide prozessieren vor dem Trierer Arbeitsgericht gegen ihre Entlassung. Doch während das Verfahren gegen den für die Weiterbildungsangebote zuständigen Ex-Mitarbeiter bis auf Weiteres ausgesetzt wurde, wird das Verfahren gegen den früheren Uwz-Chef fortgesetzt; der nächste Verhandlungstag ist für den 9. Juli angesetzt.
Unterdessen laufen die Ermittlungen der für den Landgerichtsbezirk Trier zuständigen Zentralstelle für Wirtschaftsstrafsachen der Staatsanwaltschaft Koblenz auf Hochtouren. Ermittelt wird unter anderem wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug. Gegenüber 16vor bestätigte der Leitende Oberstaatsanwalt Dr. Horst Hund am Dienstagmorgen, dass Durchsuchungen von Räumlichkeiten des Uwz veranlasst und zwischenzeitlich durchgeführt wurden. Weitere Auskünfte zum Sachverhalt werde man jedoch nicht machen, “da jede Form der Medienveröffentlichungen im gegenwärtigen Zeitpunkt den Ermittlungserfolg gefährden würde”.
Auch Hwk-Präsident Rudi Müller bestätigte am Dienstagmittag die Hausdurchsuchung im Umweltzentrum. Diese seien “zur Sicherstellung von Beweismitteln im Zusammenhang mit den von der Hwk erstatteten Strafanzeigen wegen der Unregelmäßigkeiten im Umweltzentrum” erfolgt. Außerdem sei es um die “von den unabhängigen Prüfern ermittelten Sachverhalte, die ebenfalls der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt wurden”, gegangen, erklärte Müller auf Nachfrage.
von Marcus Stölb



17. Juni 2008 (20:38 Uhr)
Das alles ist doch wohl ein schlechter Scherz. Die Mitarbeiter und ehemaligen Mitarbeiter der Kammer sollten umgehend befragt werden und das am besten unter Eid. Wenn die Akten doch schon im Vorfeld von den “privaten, hauseigenen (mit 20-jähriger Hwk-Trier Erfahrung)” Prüfern geprüft worden sind, kann man sich ja vorstellen, das nicht mehr viel zum “überprüfen” übrig bleibt. Es werden vielleiht ein paar Euros an Unregelmäßigkeiten auftauchen, die man aber sicherlich locker als Buchungsfehler deklarieren kann. Hier läuft doch alles anders als bei andern… wieso nur?
18. Juni 2008 (11:17 Uhr)
Ich finde es auch seltsam, dass solche Dinge wie Hausdurchsuchung erst nach Monaten geschehen.