Trierer Kondome für Gabun

TRIER/LAMBARÉNÉ. Die AIDS-Hilfe Trier e.V. hat 1000 Kondome für das Albert Schweitzer Hospital in Lambaréné, Gabun gespendet. 500 Stück werden von der Abteilung für Impfung und Aufklärungsarbeit verteilt, die zweite Hälfte der Lieferung werden Mediziner der Medizinischen Forschungsabteilung an Patienten ausgegeben, die sich an klinischen Studien beteiligen.

Sophie Mipimbou strahlt, als sie die Kartons mit den 500 Kondomen entgegennimmt. “Die können wir sehr gut gebrauchen! Wir klären die Frauen hiermit auf und informieren zur Familienplanung”. Die Krankenschwester, die auf dem Gelände des berühmtesten Hospitals von Westafrika liebevoll “Mama Sophie” genannt wird, hat gerade eine Gruppe teilweise noch jugendlicher Mütter unterrichtet. Die jungen Frauen haben vor kurzem in der Geburtsstation entbunden und werden nun über die nötigen Impfungen aufgeklärt, bevor ihre Babys geimpft werden. In den ersten 12 Monaten erhalten sie neben den für Europa gängigen Impfungen auch die gegen Gelbfieber und Hepatitis. Schon außen am Holzhaus macht ein großes Schild deutlich: “Impfung ist das Recht jeden Kindes – und die Pflicht der Eltern”.

Von montags bis mittwochs ist Sophie Mipimbou im Hospital, um zusammen mit einem Arzt und zwei Assistentinnen aufzuklären und zu impfen. Das Team des PMI (protection maternelle et infantile, der Mutter-und-Kind-Vorsorgedienst) fährt in der zweiten Hälfte der Woche mit einem Auto in 15 Orte der Provinz Moyen-Ogooué, um neben der Vorsorge für die Babys auch ganz allgemein zur Gesundheit aufzuklären. “Unsere wichtigsten Themen sind Aids, Schwangerschaft, Tuberkulose und Diarrhö”, erläutert Sophie Mipimbou. Auch die Gefahren des illegalen Schwangerschaftsabbruches werden drastisch dargestellt. Zu jedem Thema existiert ein Holzkasten, in dem eine anschauliche handgemalte Bilderserie Auskunft gibt, so unter anderem zum Zyklus der Frau, der Verbreitungsmöglichkeiten von Aids oder auch zu Risiken und Vermeidung von Malaria.

“Vor Ort erreichen wir immerhin schon einen großen Teil derer, die nicht ins Hospital kommen können”, so Mipimbou. “Aber leider gibt es immer noch junge Menschen, die nicht aufgeklärt sind und genug Babys, die nicht geimpft sind. Es wäre gut, wenn wir noch mehr Personal für diese wichtige Arbeit hätten”.

Die Kartons mit den Kondomen hat Ulrich Wirth, Leiter der Höheren Berufsfachschule für Medizinische Dokumentationsassistenten, mit nach Lambaréné gebracht. Eine seiner Schülerinnen absolvierte kürzlich in der Medizinischen Forschungsabteilung des Albert Schweitzer Hospitals ein dreimonatiges Praktikum. In klinischen Studien werden zum Beispiel Impfstoffe gegen Malaria getestet. Die weiteren 500 Kondome der Aidshilfe Trier e.V. werden hier in den nächsten Monaten bei besonderen Aktionen und bei Fahrten in das Landesinnere ausgegeben. “Nachdem die großen Konzerne kein Interesse an einer Kondomspende für Gabun hatten, habe ich mich erst an das Gesundheitsamt Trier gewandt, die mich an die AIDS-Hilfe verwiesen haben”, berichtet Wirth. “Hier erhielt ich unkompliziert und großzügig die 1000 Kondome, die in Lambaréné dankbar angenommen wurden.”

Neben der Aufklärung zur Familienplanung dienen die Kondome vor allem zur Vermeidung von neuen HIV-Infektionen. In Gabun sind 8,1 Prozent der Menschen HIV-infiziert, damit liegt das Land weltweit auf Platz 13. Gabun verzeichnet jährlich rund 3.000 HIV-Todesfälle.

von 16vor

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