Busfahren bald 5 Prozent teurer?
TRIER. Die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen warnt vor einer massiven Erhöhung der Tarife für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).
Hintergrund der Befürchtungen sei die “in der Verbandsversammlung des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT) angekündigte Erhöhung der Preise um 5 Prozent zum 1. Januar 2009″, erklärte jetzt Grünen-Ratsmitglied Anja Matatko. Der Beschluss dieser Erhöhung sei für den 22. September vorgesehen.
“Alle fordern ein vernünftiges Verkehrskonzept, um den Bau eines neuen Parkhauses in Trier überflüssig zu machen. Grundlage dazu ist aber auch eine Verlagerung des Verkehrs auf den Öffentlichen Nahverkehr”, so Anja Matatko, Vertreterin ihrer Fraktion im Zweckverband. Massiv kritisierte sie die rechnerische Grundlage der geplanten Tariferhöhung:”Die Orientierung der Preise an bundesweite Preissteigerungen ist ein buchhalterisches Fortschreiben der Preisspirale und führt uns in eine Sackgasse”. Statt die konkreten Einnahmen den Ausgaben gegenüberzustellen und hier zu steuern und Verbesserungen vorzunehmen, orientiere der VRT sich an Preisindizes der Kostenentwicklung des Statischen Bundesamtes.
VRT verweist auf bevorstehende Beratungen
Wenn man dem ÖPNV eine Chance geben wolle, benötige man stabile Preise, so Matatko. Bei der im Rahmen der Haushaltsberatungen für das Jahr 2008 geplanten Erhöhung der Parkgebühren hatte es vonseiten mehrerer Ratsfraktionen, allen voran der UBM, deutliche Kritik gegeben. “Die automatische jährliche Erhöhung der Buspreise wird aber von den Verantwortlichen schweigend hingenommen.”, beklagte die Grünen-Sprecherin.
So denn die Verbandsversammlung den Tariferhöhungen zustimmen sollte, müssten laut Matatko für ein Jahres-SuperAbo für die Stadt Trier, das im November 2007 noch 598 Euro kostete, im Januar 2009 bereits 650 Euro gezahlt werden. Matatko erinnert an einen Antrag der Grünen im Stadtrat, eine Zielvereinbarung für das zukünftige Mobilitätskonzept vorzulegen:”Wir müssen uns als Stadt einig sein, wie der ‘Modal Split’ , also die zukünftigen Anteile der einzelnen Verkehrsarten wie Fußverkehr, ÖPNV und Autoverkehr im Konzept festgelegt werden. Dann können wir unsere Ziele auch nachhaltig bei der Preisgestaltung in dem Zweckverband vertreten”, verlangt sie. Die anderen Fraktionen hatten den Antrag in den Dezernatsauschuss verwiesen – “bis heute ist das nicht diskutiert worden”, empört sich Matatko.
Auf Anfrage erklärte VRT-Sprecherin Karin Besel am Dienstag gegenüber 16vor, dass über etwaige Preiserhöhungen am kommenden Montag beraten werde. Zuvor werde man sich zu Details nicht äußern.
von 16vor



17. September 2008 (18:22 Uhr)
Ich lese heute in 16vor von Forderungen nach kostenlosen Parkhäusern/Raum. Gleichzeitig von geplanten Tariferhöhungen für den ÖPNV.
Ich glaube es piept!
Es kann doch nicht sein, dass man die Leute durch erhöhte Bustickets dann mit ihren Autos in neue Parkhäuser locken will.