Studierende blockieren Straßen

Ein mehrere Kilometer langer Stau, Dutzende aufgebrachte Autofahrer und zahlreiche verärgerte Fahrgäste der Stadtwerke-Verkehrsbetriebe – das ist die Bilanz einer spontanen Protestaktion von rund 100 Studierenden am Mittwochnachmittag auf der Tarforster Höhe. Rund eine Stunde lang besetzten die Demonstranten den Kreisel in der Kohlenstraße und legten so den kompletten Verkehr lahm. Nur der Kulanz der Polizei, die mit gerade mal zwei Beamten vor Ort war, ist es zu verdanken, dass die Situation nicht eskalierte.

TRIER. Um 14 Uhr hatten sich mehr als 300 Hochschüler zu einer Vollversammlung der Studierendenschaft vor dem Audimax getroffen. Nach der Verabschiedung einer Resolution mit Forderungen gegen das seit dem Vorlesungsbeginn vor allem auf dem Campus I herrschende Chaos, schlugen Teilnehmer der Kundgebung vor, nun ihrerseits Chaos anzurichten – auf einigen Straßen im Umfeld der Universität.

Etwa 100 Studierende folgten dem Aufruf und besetzten den Kreisel in der Kohlenstraße. Auf diese Weise  blockierten sie nicht nur die wichtigste Verbindung zwischen der Tarforster Höhe und der Talstadt, sondern auch die Zufahrt zum Petrisberg. Der Verkehr staute sich durch das gesamte Aveler Tal bis nach Trier-Nord hinein, der Fahrplan der Linien 3, 4 und 13 brach fast völlig zusammen. Hunderte Fahrgäste der Stadtwerke mussten ihren Weg auf den Berg schließlich zu Fuß zurücklegen.

Die Polizei, die lediglich zwei Kräfte zum Kreisel entsandt hatte, verfolgte eine sehr kulante Deeskalationsstrategie. Man habe durchaus Verständnis für die Nöte der Betroffenenen und deren Wunsch, auf die eigenen Forderungen aufmerksam zu machen, erklärte ein Beamter gegenüber 16vor.  Mit zwei Sprechern der protestierenden Hochschüler vereinbarten die Beamten, dass die Demonstranten die Straßen nach rund zehn Minuten wieder freimachen sollten. Eine Abmachung, an die sich viele der Kundgebungsteilnehmer jedoch nicht gebunden fühlten.

Vertreter des mit der Situation erkennbar überforderten AStA riefen ihre Kommilitonen zwar dazu auf, der Vereinbarung nachzukommen, doch etwa 50 Demonstranten weigerten sich weiter, den Kreisel zu räumen. Während ein Protestzug kurze Zeit später über die Kohlenstraße zurück in Richtung Universität zog, blockierten rund zwei Dutzend Studenten weiter zwei Zufahrten zum Kreisel. Zwischenzeitlich platzte den ersten Autofahrern der Kragen, lautstark forderten sie die Polizei zum Eingreifen auf.  Doch es bedurfte noch einer weiteren Viertelstunde und dem guten Zureden der Polizisten, bis die letzten Demonstranten von dannen zogen.


von Marcus Stölb

40 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Anwesender Studierender schreibt:

    Die Redaktion täte gut daran diesen Artikel deutlich als “Kommentar” zu kennzeichnen, denn von einer objektiven und tatsachenbezogenen Berichterstattung ist dieser Bericht weit entfernt. Vielmehr scheint der Autor selbst keine Sympathie für die Forderungen der Studierenden zu empfinden und tarnt seine eigene Einschätzung der Proteste als redaktionelle Wahrheit:

    -”Nur der Kulanz der Polizei, die mit gerade mal zwei Beamten vor Ort war, ist es zu verdanken, dass die Situation nicht eskalierte”. Die Polizei zeigte sich vielmehr deeskalierend als kulant, tatsächlich war die Kundgebung weitgehendst frei von Aggressionen, eine Eskalation war nicht im Geringsten zu befürchten, wäre auch kontraproduktiv und ist nicht im Sinne des allergrößten Teils der Studierenden. Daher waren auch “lediglich zwei Kärfte der Polizei” vor Ort.

    - “Nach der Verabschiedung einer Resolution mit Forderungen gegen das seit dem Vorlesungsbeginn vor allem auf dem Campus I herrschende Chaos, schlugen Teilnehmer der Kundgebung vor, nun ihrerseits Chaos anzurichten – auf einigen Straßen im Umfeld der Universität”. Ziel der Studierenden ist es, auf die Situation an der Hochschule aufmerksam zu machen und nicht Chaos zu stiften. Dass damit der Weg in die Öffentlichkeit gegangen werden muss und die betroffenen Menschen -hier Autofahrer- die Leidtrangenden sind, ist bedauerlich aber unvermeidlich und Grundprinzip eines jeden Streikes. Mit Chaos stiften hat das gar nichts zu tun, hier offenbart sich eine boulevardeske Polemik des Autors, der mit den getroffenen Maßnahmen nicht einverstanden zu sein scheint.

    Liest man den Bericht der Trierer Volksfreundes gegen ergibt sich auch schnell ein weniger dramatisches Bild: “Mehr als 200 Studenten haben sich am Verkehrskreisel in der Kohlenstraße versammelt und diesen für eine gute Viertelstunde per Sitzstreik blockiert. [...] Gegen 15.40 Uhr löste sich die Sitzblockade friedlich auf.”

    Bleibt zu hoffen, dass der am Donnerstag erscheinende Artikel es genauer hält mit der Trennung zwischen Bericht und Kommentar.

  2. Ehriker schreibt:

    Eben in den Nachrichten von SWR3 war die Rede von 300 Demonstranten in Trier ;-)

  3. Schneider, C. schreibt:

    Anstatt eine medienwirksame Protestaktion auf dem Hauptmarkt zu inszenieren, kommt das gebildete Volk der Studenten auf eine solch selten dämliche Idee. Falls die fehlende Kreativität dieses Protests die Intelligenz der jungen Menschen der Universität Trier widerspiegeln sollte, weiß man, warum das Land Rheinland-Pfalz nicht allzu viel Geld in die Bildung stecken möchte.
    Ich bin deswegen so aufgebracht, da ich ein Familienmitglied mit akuten Augenschmerzen zur Augenklinik auf dem Petrisberg fahren musste. Das Lahmlegen des Verkehrs war so was von unnötig!!!

  4. Don Schablone schreibt:

    @ Schneider

    Heul doch!

  5. Ein weiterer Anwesender schreibt:

    Ich kann dem anwesenden Studierenden nur zustimmen. In keiner Sekunde war von einer eskalierenden Situation auszugehen und die zwei Einsatzkräfte der Polizei wirkten auch in keiner Weise überfordert.
    Im Übrigen wurde die Versammlung am Ende von den Studierenden selbst und nicht von der Polizei aufgelöst – der ASTA wirkte auf mich auch nicht überfordert. Dass man am Ende nicht gemeinsam zur Uni zurückmarschierte, sondern einige Dutzend Studierende (übrigens war doch deutlich mehr als 100 Leute anwesend), ist bedauerlich, da dadurch nicht zwangsläufig mehr erreicht wurde.

    @C. Schneider
    Das tut mir sehr Leid für Ihr Familienmitglied und ich kann Ihnen versichern, dass diese Aktion in keinster Weise gegen die Autofahrer (oder andere Verkehrsteilnehmer) richtete. Die von einigen Betroffenen vorgeschlagene Lösung, wir sollten doch irgendwo demonstrieren, wo wir keinen stören, würde dem Anliegen der Studenten nicht nützen. Die Studienbedingungen an der Universität Trier sind zur Zeit unzumutbar, vor allem für Erstsemester der neuen BA-Studiengänge. Von seiten der Hochschulleitung werden lediglich Versuche der Beschwichtigung unternommen und auch die Landesregierung hält sich sehr bedeckt. Aus diesem Grund entstand spontan die Idee einer Besetzung des Kreisels (eine Protestaktion auf dem Hauptmarkt wäre zwar auch medienwirksam gewesen – aber das war diese Aktion auch). Kurz und gut: Manchmal sind solche ‘Störungen’ notwendig, um seinen Forderungen Gehör zu verschaffen. Denn ohne sie hört keiner zu, so empfinden es die meisten Studierenden.
    Im Übrigen war keine Stelle des Petrisberges unnereichbar. Wenden und die andere Auffahrt nehmen wäre jederzeit möglich gewesen.

  6. Studentin schreibt:

    Da es bei dem Protest nicht nur um MEINE und die Zukunft von den 14.000 anderen Trierer Studenten geht, sondern auch für nachfolgende Generationen langfristige Veränderungen im Bildungssystem erreicht werden sollen, muss ich ganz ehrlich sagen, dass terminliche Probleme einiger im Stau stehender Bürger für mich jetzt nicht eine sooo große Relevanz haben. Zumal sich einige Fahrer ganz einfach geweigert haben, umzudrehen und dann halt mal einen Umweg zu fahren… Lieber wird gewartet, damit man sich weiter aufregen kann.

    Klar kann ich die Wut irgendwo verstehen – man will von A nach B und weil es nicht direkt klappt, rastet man halt aus und beschimpft Studenten oder fährt ihnen von hinten in die Beine… ganz normal und auch ein Zeichen für große Intelligenz, die mein Vorredner uns Studenten so rigoros absprechen will, oder!?

    Es ist schade, dass nicht mehr Trierer Bürger verstehen können, worum es geht und dass es gar nicht in unserer Absicht lag/liegt, sie in irgendeiner Weise in ihrem geregelten Leben zu stören. Es ging allein um Aufmerksamkeit für unsere Situation.
    Aber statt ein bisschen Uerständnis oder gar Unterstützung für eine Gruppe, die zusammen mit den Mitarbeitern der Uni 20% der Bevölkerung der “Studentenstadt” Trier stellt, wird sich über eine einzige Stunde lahmgelegten Verkehrs aufgeregt, während es Studenten gibt, die TAGTÄGLICH dutzende überfüllte Busse an sich vorbeifahren sehen statt einsteigen zu können, in genauso überfüllten Hörsaalen in den Gängen sitzen müssen, selbstverständlich nur, wenn sie in die Vorlesungen überhaupt rein dürfen, nur um dann auch noch stundenlang hungrig in der Mensa anzustehen. Da fehlt doch meiner Meinung nach irgendwo die Relation.

  7. J. Schenke schreibt:

    @ Schneider, C.:

    “Eine medienwirksame Protestaktion auf dem Hauptmarkt?”
    Netter Einfall, aber die Studis dokumentierten mit ihrer Aktion, dann doch viel Kreativität und eine schlauere Taktik. Die Medien berichten darüber und die übrige Gesellschaft wir auf die Probleme aufmerksam gemacht. Ob sie will oder nicht.
    Der Argumentationskette von “Schneider, C.” nach aber reichte die Aktion schon völlig aus, dass das Land Rheinland-Pfalz mehr Geld in Bildung stecken sollte, man könnte höchstens bemängeln, dass die Studis nur das unmittelbare universitäre Umfeld lahmlegten. Hätten sie die die Portakreuzung lahmgelegt wären gewiss noch mehr Menschen auf das Problem aufmerksam geworden und der übrige Universitätsbetrieb wäre nicht aufgehalten worden.

    PS: Bei akuter Gesundheitsgefahr hätte ggf. die 19222 geholfen, die jeder Protestler auch durchgelassen hätte.

  8. Rike Albrecht schreibt:

    Der im ersten Kommentar vertretenen Meinung schließe ich mich an. Dieser Artikel ist kein Bericht, der sich um objektive Tatsachendarstellung bemüht. Da sich 16vor.de aber im Untertitel “Nachrichten aus Trier” nennt und damit offensichtlich einen journalistischen Anspruch vertritt, sollte ein solcher Bericht journalistischen Standards entsprechend deutlich als Kommentar gekennzeichnet werden. Spätestens bei einem Vergleich des Berichts bei Volksfreund.de und diesem Artikel hier wird die subjektive und meinungsbetonte Sprachwahl von Marcus Stölb deutlich. Es ist natürlich legitim, eine Meinung in einem Artikel zu vertreten und Dinge aus einem persönlichen Blickwinkel zu schildern, dieser Beitrag muss dann aber auch als solcher bezeichnet werden. Würde sich für eine Situation wie diese nicht sogar ein Aufbau in Kommentar-Gegenkommentar anbieten? Das würde für Spannung sorgen und sicher auch Zündstoff für gute und sachliche Diskussionen bieten, in der verschiedenen Sichtweisen der gleiche Stellenwert eingeräumt wird.

  9. D. Hausmann schreibt:

    Zitat von http://www.taz.de/index.php?id=1265&art=4676&src=SZ&id=1266&cHash=636e6eda8e

    “Stölb hat daher “16vor.de” gegründet (…) Jeden Tag gibt es nur zwei bis drei eigene Artikel, aber Stölb sagt: “Die müssen gut recherchiert sein.” Sein Gegenentwurf zur von ihm kritisierten Gefälligkeits- und Boulevardberichterstattung.”

  10. A.M. schreibt:

    Seltsam wie sich so kreativ kritikübende Studierende über kritischen Journalismus äussern.

    Besten Dank an Herrn Schablone (selbige wohl beim Immatrikulationsformular für die Zeile “Name, Vorname” gebraucht). Eindrucksvoller kann man die Meinung des Vorredners nicht unterstreichen.

  11. Klartexter schreibt:

    Ich bin heute auch als Student bei der Vollversammlung und der anschließenden Demonstration gewesen. Ich teile die Eindrücke des Autors. Auch in ärgere mich über die miserablen Bedingungen an der Uni, doch ich habe nicht den Eindruck, daß der heutige Protest in der Art und Weise, wie er ablief, zielführend gewesen ist. Viele Studenten waren heute erkennbar wütend über die Lage an der Uni und wollten Dampf ablassen – okay, das ist in Ordnung. Warum auch nicht eine Demo veranstalten? Das ist eine gute alte demokratische Tradition.

    Doch einige Teilnehmer scheinen sich wenig Gedanken darüber gemacht zu haben, was es konkret bedeutet, in einem Rechtsstaat zu leben. Denn ein Rechtsstaat, wie es zum Beispiel die Bundesrepublik Deutschland ist, gewährt seinen Bürgern das Recht zur freien Meinungsäußerung und Demonstration – doch er legt ihnen auch die Pflicht auf, ihre Demonstrationen anzumelden (nicht etwa genehmigen zu lassen, sondern lediglich anzumelden). Denn eine angemeldete Demonstration bedeutet Planungssicherheit: Die betroffenen Bürger wissen, daß zum Beispiel eine Straße oder ein Kreisel blockiert wird für eine gewisse Zeit. Dem unbetroffenen Bürger wird so die Möglichkeit gegeben, sich eine Ausweichroute zu suchen und sich Ärger zu sparen.

    Natürlich kann man auch einmal eine spontane Demonstration veranstalten. Aber dann sollte man doch bitte nicht den kompletten Verkehr lahmlegen – oder diese Belastungen für die Bürger doch zumindest in erträglichen Grenzen halten. Ich habe kein Verständnis für diejenigen Demonstranten, die sich trotz Zuredens der sehr souveränen Polizeikräfte nicht von der Straße bewegen wollten. Das schadet der ganzen Sache, da die Bevölkerung zu Recht verärgert ist über ein völlig unvorhersehbares Verkehrschaos. Und es sind schließlich die Bürger, welche die Kosten tragen für uns Studierende. Also, lieber Asta: Das nächste Mal bitte etwas besser vorbereiten auf eine solche Demonstration!

  12. Hyperboreas schreibt:

    Ich bezweifle, daß dieser Protest sonderlich sinnvoll war. Die Leute in den Bussen und Autos können nichts für die schlechten Studienbedingungen, sie können sie nicht verbessern, sie haben nicht mal Einfluß auf die Leute, die es können. Sicher, man hat Aufmerksamkeit auf sich gezogen – negative Aufmerksamkeit. Die Leute werden wieder über “die Studenten” schimpfen, die willkürlich irgendwelche Leute daran hindern, von der Arbeit nach Hause zu fahren oder ihre Kinder aus dem Kindergarten abzuholen. Damit verbessern wir nichts, sondern machen uns nur einen schlechten Ruf. Aufmerksamkeit ist nicht wichtig – wenn wir wollen, daß andere sich für uns einsetzen, sollten wir uns um deren Sympathie und Solidarität bemühen. Aber das schaffen wir nicht, wenn wir sie frustriert im Stau stehen lassen.

  13. Christian schreibt:

    Diese Aktion ist doch an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten. Ganze 200 Studenten kamen zu dieser Demo, es scheint fast so, als wäre die Not der Studenten dann doch nicht so groß (oder zumindest nicht die der Mehrzahl). Ich bin übrigens auch Student und bin froh darüber, dass ich hier in Trier gebührenfrei und fast jedes Fach ohne NC studieren kann…aber das reicht den meisten nicht, es muss kostenlos sein, ohne NC (das ist ja unfair) und so lang man will! Aber anstatt zu studieren wird die arbeitende Bevölkerung behindert…peinlich. Dann doch wenigstens dort (und mit mehreren) demonstrieren, wo die Verantwortlichen für diese selbstbeschworene Notsituation zu finden sind. Aber an einem Verkehrskreisel??? Und was bringt so ein Protest? Nix!!!
    Was sind denn die Ursachen, für zumindest einige Probleme, die es ja zugegebenermaßen gibt? Was sind konstruktive Vorschläge? Bestimmt nicht sowas…

  14. BigMäc schreibt:

    Als nicht studierter Trierer kann ich nur sagen, Hut ab ! und… Gut gemacht !

    Als Autofahrer hätte ich mich wahrscheinlich genau so aufgeregt und am lautesten Gebrüllt, trotzdem muss man auch Einsehen das die derzeitigen Bedingungen an der Uni, unter aller Sau sind.

    Auch wenn dieser Protest bei einigen unschuldigen Betroffenen zu unerwünschten Nebenwirkungen gefürt hat, kann ich nur sagen: Weiter so !!!

    Die Fülle der Kommentare hier, zeigt ja schon, daß IHR was bewegt habt. Und sollte sich nicht bald etwas an der Attraktivität der Uni ändern, dann belagert einfach mal den Porta Nigra Platz (auf der Straßenseite aber !!!)

    P.S.: Den eigentlichen Ärger der Stausteher kann ich nicht Nachvollziehen! Ist es in Trier nicht normal im Stau zu parken ??? Auch im Bereich Verkehr in Trier, sollte man vielleicht mal spontan auf die Barrikaden gehen !!!!

  15. Rike Albrecht schreibt:

    Ich frage mich, warum die schärfsten Kritiker hier nicht den Mumm besitzen, hinter bzw. über ihre Kritik wenigstens auch ihren Namen zu setzen.
    Natürlich lässt sich darüber streiten, ob die Aktion richtig oder falsch war und bei wem sie welche negativen Auswirkungen hatte oder ob vielleicht doch etwas Positives an der Sache war. Aber bevor man darüber streiten kann, würde ich mir hier erstmal von beiden Seiten eine sachliche Diskussion wünschen. Ein Kommentar wie “(selbige wohl beim Immatrikulationsformular für die Zeile “Name, Vorname” gebraucht).” hat mit Sachlichkeit rein gar nichts mehr zu tun und geht noch dazu völlig am Thema vorbei.
    Übrigens: Neben einigen wütenden Autofahrern gab es auch solche, die sich von Studierenden die Situation erklären ließen und für den Protest Verständnis hatten.

  16. Thomas Schulte schreibt:

    Ich stimme meinem Vorredner zu. Man muss sich als Trierer Student mittlerweile schämen für das Verhalten der Kommilitonen. Lösungen werden auch keine angeboten – Hauptsache, man ist gegen twas…die meisten sind ja sogar dagegen, dagegen zu sein…;-) Hauptsache Anti-…Gegen NC, gegen Gebühren, kostenlose Bildung mit super Bedingungen, ohne Beschränkungen, für Jedermann…am besten noch ohne Bewertung, Klausuren sind auch zu belastend…Mensch, Leute, wacht mal auf!

  17. Mario schreibt:

    @ Christian
    Wenn man die Protestaktionen dieser und letzer Woche mit denen der vergangen Jahre vergleicht, wo häufig nur der Asta und5-20 Studierenden anwesend warem, kann man dieser Zahl schon als Erfolg verbuchen.
    Ausserdem bringt eine solche Aktion wie heute mehr, als irgendeine Demo am Hauptmarkt oder sonstwo, da dadurch viel mehr Aufmerksamkeit auf die Situation gelenkt wird. Denn es gilt immer noch die Regel: Egal ob gute oder schlechte Schlagzeile, hauptsache Schlagzeile! Nur so erreicht man viele Leute.

  18. Thomas Schulte schreibt:

    Zu guter letzt:
    Wer den TV als ernstzunehmende Quelle bzw. Tageszeitung zitiert, stellt auch nur seine Primitivität zur Schau – das ist keine Zeitung, das ist eine Zumutung!!

  19. Rike Albrecht schreibt:

    @ Thomas Schulte: Ich habe mich auch in keinster Weise über die Qualität des TVs im Allgemeinen geäußert. Ich habe lediglich diesen einen Bericht, der eindeutig einer war, herausgegriffen, um zu zeigen, was bei diesem Artikel hier anders ist.

    Übrigens: Ich für meinen Teil schäme mich für Studenten, die in überfüllten Seminaren sitzen, in denen sie leider nichts lernen können, weil eine Seminarstruktur mit einer doppelt und dreifachen Belegung einfach nicht mehr aufrecht zu erhalten ist und die nicht aufstehen und den Mut haben zu sagen: Das hier ist nicht in Ordnung.

  20. Alex schreibt:

    @ Thomas Schulte:
    Lösungen werden sehr wohl angeboten. Wer zur Vollversammlung gekommen war, hat eine Resolution mitdiskutieren und -verabschieden können. Der AStA arbeitet lösungsorientiert.
    Ich schäme mich für die Studierenden, die an der Uni vor sich hinvegetieren, weder links noch rechts blicken und alles schlucken, was man ihnen auftischt. Und für die unsolidarischen Leute, die sagen “Ach, bei mir ist es gar nicht überfüllt.” und heute um 14 Uhr lieber in ihre Vorlesung statt zur VV gingen.

    Für Donnerstag nächster Woche ist ein Aktionstag geplant. Wer diesen mitgestalten will, komme am 6.11. um 20 Uhr ins Studihaus und/oder melde sich beim AStA-Referat für Hochschulpolitik (www.uni-trier.de/index.php?id=13486&L=0).

  21. Alex schreibt:

    Ach ja, die heute verabschiedete Resolution ist unter http://www.uni-trier.de/fileadmin/studium/AStA/Referate/KOO/ResolutionUniTrier.pdf nachzulesen.

  22. Vito Corleone schreibt:

    Ich find das Blockadeprinzip gar nicht mal so schelcht. Für’s näcshte mal schalge ich aber vor Nachmittags so um 4 oder 6 die Ein-/Ausfahten zu den Bedienstetenparkplätzen (denn irgendwie steckts ja auch sicher ein bisschen an den Leuten die dort ihre Mittelklassfahrzeuge Parken) zu blockieren. Dann haben die Damen und Herren vielelciht mal ein bisschen Zeit sich zusammenzusetzen und sich eine Lösung auszudenken, heimfahren is ja nich ;-)

  23. Matthias schreibt:

    Ich denke das Problem bei dieser spontanen Aktion war, dass sie dahingehend schlecht durchgeführt war, als dass sie ZU spontan war.
    Trier eignet sich nicht, um Studentenproteste wie in Frankreich durchzuführen, bei der die eigene Universität verwüstet wird, Gewalt von vielen akzeptiert ist und viele Studis im Allgemeinen keine Hemmungen haben, auf die Barrikaden zu gehen (was aber anscheinend einige Chaoten gestern vorhatten).
    Und ich bezweifle stark, ob die meisten derer, die am Kreisel protestiert haben, nervlich und physisch mit solchen Zuständen klarkämen. Insbesondere daher sind Rufe wie “Wie in 68!” etc. ziemlicher Quatsch und es erscheint nicht unwahrscheinlich, dass die, die den Kreisel gegen den Willen von Asta und Polizei nicht räumen wollten, teilweise auf Krawall aus waren.
    Das haben Trierer Studis NICHT nötig!!!
    Der Asta bzw. andere Vertreter der Studierendenschaft hätten erst versuchen müssen, die Trierer Bevölkerung zu sensibilisieren und noch weiter auf die Problematik aufmerksam machen müssen, dann an die richtigen Türen klopfen und mit den richtigen Leuten in Verwaltung/Politik bzw. Medien sprechen sollen.
    Und wir müssen uns im Klaren sein, dass es an der Uni keinen totalen Umschwung geben kann, sodass alle Studis in ihren Seminarraum kommen bzw. Veranstaltungen für 30 Leute auch mit derselben Anzahl besetzt werden. Unter Umständen müssen wir auch endlich mal akzeptieren, dass wir freitags um 16.00Uhr noch ins Seminar gehen müssen bzw. von Mo bis Do erst um 18Uhr. Auch wenn es sicherlich Beispiele gibt, bei denen auch diese Zeiten voll belegt sind, gibt es zweifelsfrei noch Kapazitäten und auch wir müssen uns da flexibel zeigen.
    Zudem müssen Asta und Fachschaften Vorschläge unterbreiten, wie man das neue Anmeldesystem strukturell verbessert werden kann, damit die Verteilung besser funktioniert, effektive Nachrückregelungen greifen (bisher konnte man sich nach dem Anmeldezeitraum ja nicht mal mehr abmelden, obwohl die Vorlesungen noch nicht begonnen hatten: Wäre ein einfaches Mittel gewesen, noch weiteren Studis klarzumachen, ob sie nun zugelassen sind oder nicht).
    Aber bitte: Zuerst müssen wir versuchen, KONSTRUKTIV zu sein und Vorschläge unterbreiten, auch von Studiseite noch weiter mit Ideen, Hinweisen und Anregungen auf die Unileitung bzw. das Ministerium zugehen, bevor wirklich protestiert wird, wo es schmerzt, wie eben am Kreisel.
    Wie gestern ein paar Studis zu mir meinten, wäre dafür – nachdem nochmal mit den zuständigen Einrichtungen und Institutionen gesprochen wird und diese Gespräche kein positives Ergebnis zeigen – eine Art Kundgebung am Hauptmarkt eine gute Idee. Dem kann ich mich nur anschließen.
    Matthias (Deutsch, Sozialkunde, 6. FS)

  24. Friedhelm Busch schreibt:

    Auch ich habe vollstes Verständniss für die Anliegen der Studenten. Und eine Protestaktion die niemanden stört kann man wohl verhacken. Allerdings hätte man ja auch was anderes blockieren könnnen, z.B die neue Galerie! Wäre echt medienwirksam und im Gegensatz zu Straßen die manche Leute wirklich benutzen müssen, werden Einkaufszentren immer freiwillig aufgesucht. Es hätte mich interessiert wie die Geschäftsleute darauf reagieren.

    Gruß Friedhelm

  25. Rouven schreibt:

    @Matthias

    NIEMAND stört sich ernsthaft an den Zeiten, zu denen die Veranstaltungen angeboten werden. Mo 8-10 oder Fr 18-20 Uhr. Da mögen vielleicht auch noch einige Räume frei sein. Aber woher die Lehrenden nehmen? Wieder Lehrgeld an die Dozenten zahlen wie vor einigen Jahrhunderten? Das Problem der mangelnden Raumkapazität ist nur eines unter vielen. Das Hauptproblem ist die chronische Unterfinanzierung unseres Bildungssystem. Dies betrifft nicht nur die Universitäten, sondern auch die Schulen in großem Ausmaß. Bildungsrepublik Deutschland? War da was? Alle schreien nach mehr Akademiker, aber wo sollen die denn herkommen, wenn diese immensen strukturellen Defizite nicht endlich behoben werden. Es MÜSSEN mehr Lehrende eingestellt werden, damit die Lehrenden entlastet werden (und nein, die sind nicht Schuld und deswegen macht es auch KEINEN Sinn den Bedienstetenparkplatz zu blocken) und mehr Veranstaltungen angeboten werden können. Weiterhin MÜSSEN neue Räumlichkeiten erschlossen werden. Eine Vorlesung mit 1100 eingeschriebenen Studierenden kann auch in der Stadt, z.B. in der Europahalle stattfinden.
    Von den Defiziten der neuen BA/MA-Studiengänge fange ich jetzt gar nicht erst an! Wir steuern immer mehr auf ein Zwei-Klassen-Bildungssystem zu und dagegen muss die Studierendenschaft sich ebenfalls wehren.
    Davon abgesehen wurden von Studentenschaft bereits Vorschläge zur Verbesserung eingereicht. Da Studenten jedoch aufgrund ihrer Situation ein sehr geringes Streikpotential besitzen (die Studenten gehen nicht zu ihren Veranstaltungen – na und? Wen interessiert das?), müssen eben solche Aktionsformen gewählt werden und Gehör zu bekommen. Eine Kundgebung auf dem Hauptmarkt ist eine gute und wichtige (und bestimmt in der ein oder anderen Art kommende) Aktion, würde alleine jedoch kaum ein solches Medienecho verursachen wie eben eine Besetzung wichtiger Verkehrsknoten.
    Daher: vor allem im Sinne der jetzigen und zukünftigen Erstsemester: Weitermachen! Kommt zu den Veranstaltungen, setzt euch ein und steht für Eure Belange auf!

  26. Anja Matatko schreibt:

    @ Vito Corleone: Sie wollen Bedienstete an der Heimfahrt hindern, damit diese nachdenken….

    Sorry, aber wie weit hinter’m Mond kann man denn noch leben?

    Die Bediensteten bieten bereits etliche Kurse mehrfach an, und wenn Sie sich mal informieren, was normalerweise die Aufgaben dieser Bediensteten sind (der wissenschaftlichen), dann werden Sie merken, dass es da nicht nur Lehre gibt. Insbesondere die große Zahl an Wissenschaftlichen MitarbeiterInnen benötigt während der Arbeitszeit Freiräume für ihre Forschungsarbeit – denn es handelt sich dabei zum Großteil um Promovierende. Wissenschaftliche MitarbeiterInnen, die nur einen 50%-Vertrag haben und dann auch noch jeden Tag Kurse halten sollen, haben aber faktisch keine Zeit mehr für andere Dinge als Lehre. Denn jeder Kurs wird vorbereitet, Übungen und Klausuren werden korrigiert etc. – und all dies kostet sehr viel Zeit. Man kann auch nicht mal ebenso die Arbeit an einer Doktorarbeit ein Jahr ruhen lassen, um viele Kurse zu halten und dann später weiter zu schreiben – die Verträge der Bediensteten, die einen Hauptteil der Lehre tragen, sind nämlich befristet, und wer in den drei Jahren mit seiner Arbeit nicht fertig wird, hat Pech gehabt.

    Und die Studierenden, die in den Genuss der extra-Kurse kommen, sagen keineswegs “Danke, dass Sie nen extra-Kurs für uns machen, damit wir nicht im verstopften Seminarraum sitzen”. Stattdessen viele böse Blicke für extra-Kurse, die dann eben um 8 Uhr stattfinden – weil die Bediensteten da nämlich noch Kapazitäten haben und die Räume frei sind. Und da sollen Bedienstete nachdenken? Rouven hat m.E. ganz richtig erkannt: an uns Bediensteten hängt die aktuelle Situation nicht!

    Wiss. MA FB VI Geographie / Geowissenschaften, Abt. Kartographie

  27. Ein Vater schreibt:

    Ich kann die Studenten verstehen und halte ihre Aktion für legitim und notwendig. Lassen Sie mich mal als Vater eines in trier studierenden Sohnes etwas sagen. wenn dieser in vorgerschriebene Vorlesungen und Seminare wegen extremer Überfülung gar nicht rein kommt oder sich wegen Doppelt-Dreifachbelegung oder Softwareproblemen gar nicht erst anmelden kann, das Studium deshalb verzögert wird, da ja die vorgeschriebenen Scheine fehlen, dann badn die Eltern das finanziell aus. Und hier wäre sogar mehr Protest mit noch einschneidenderen Maßnahmen nötig. Auch wir Eltern sollten dann dabei sein. Mich wundert, dass Studneten heute so friedlich jede Sauerei widerstandslos akzeptieren.

  28. Anwohner schreibt:

    Klasse! Eigentlich wirklich klasse, dass die Studies mal demonstrieren. Was war das doch für eine dröge Bausparergeneration in den letzten Jahren – völlig unpolitisch, konservativ und langweilig. Endlich gehen die Studierenden mal auf die Straße, um Dinge friedlich umzusetzen. Bravo. Ich wünsche, dass die Situstion an der Uni bald besser wird. Dennoch ein wenig Wasser in den Wein muss ich gießen: Kreativ und besonders schlau war der Ort des Protestes nicht. Es traf nämlich viele Unschuldige: Kinder an der Balettschule konnten nicht von ihren Müttern abgeholt werden, was dort zu richtigen Panikattaken der 4 bis 6-jährigen geführt hat. Wichtige Schnellschnitte aus einem Trierer Krankenhaus, die von dort direkt aus einer laufenden Operation in die Pathologie zur Untersuchung gebracht werden sollten konnten nicht zugestellt werden. Das ist dramatisch, weil diese Schnelluntersuchungen während der OP dem Oparateur Auskunft geben, ob das gewebeteil gutartig oder bösartig ist und demenstprechend reagiert wird (z. B. bei Brustoperation/Krebs). Operationen in der Augenklinik (auf die ein Patient in der Regel Monate warten muss) konnten nicht stattfinden, obwohl die Patienten medikamentös vorbereitet sind und so weiter. Liebe Studies: Erst denken, dann handeln! Macht doch mal Welle dort, wo es die Verantwotlichen trifft. Frau Ahnen sitzt in Mainz. Die Uni-Leitung dürfte auch gefunden werden. Oder ist das dann doch wieder zu anstrengend?

  29. RST schreibt:

    Solidarisierungseffekte für vollkommen berechtigte Anliegen, indem man den Verkehr lahm legt? Hut ab, da muss man erstmal drauf kommen. Und wenn’s nur um das Medienecho geht: Warum nicht einfach mal einen Erasmus-Studenten auf dem Hauptmarkt verprügeln oder nackt auf das Dach eines Stadtbusses kacken? DAS bringt ein gar noch größeres Medienecho! Wenn der Protest in keinem Sinnzusammenhang mit seinem Anliegen steht, ist doch eh alles egal und möglich. Yes, we can!

  30. Julius schreibt:

    Obwohl ich nicht mehr direkt von den derzeit unzumutbaren Studienbedingungen betroffen bin, freut es mich, wenn die Studierenden endlich(!) ihren Unmut auf die Straße (oder wie letzte Woche direkt an die ‘Bildungs’ministerin) herantragen. Die letzten Jahre haben gezeigt, daß schriftlicher Protest und Warnungen vor chaotischen Zuständen (die jetzt ja eingetroffen sind) oder Aktionen, die sich auf Trillerpfeifenkonzerte in der Fußgängerzone oder auf dem Campus nicht viel gebracht haben.
    Natürlich kann man sich immer fragen, was so eine Aktion eigentlich bezwecken soll – ebenso, wie man sich bei z.B. Streiks fragen kann, ob diese nicht erst Recht zu Stellenstreichungen führen. Besonders freue ich mich, wenn den Anliegen der Studierenden von dritter Seite Verständnis entgegen gebracht wird – vielleicht führt das ja dazu, daß sich der- oder diejenige mal an die entsprechenden Stellen (kurze Mail an die Ministerin?) wendet.
    Den Trierern sei versichert, daß eine hohe Zahl an zufriedenen, produktiven und sich einbringenden Studierenden (Großstadstatus, Umsätze im Einzelhandel, Firmenneugründungen oder -ansiedelung, Verkehrinfrastruktur, Kulturszene, Mitwirken in Vereinen etc. etc.) nur positiv sein kann – es wäre also schön, wenn die Anliegen der Studierenden einen starken Rückhalt in der Bevölkerung finden würden.

  31. Don Schablone schreibt:

    Wirksame Protestaktionen durch die sich niemand benachteiligt oder beeinträchtigt fühlt gibt es nicht. Vor allem nicht in Deutschland. Ich bewerte die gestrige Aktion durchaus positiv. Sie war spontan, friedlich und wirksam. Die Spontanität schließt hier eine langfristige Planung aus. Die Situation der Studierenden war hingegen planbar, da die Zahlen schon lange vorlagen. Trotzdem wurden bislang keine erfolgreichen Lösungsvorschläge ausgearbeitet. Die Reaktion der Studenten ist nur eine logische Folge. Wie sie Reagieren ist nur schwer steuerbar. Die gestrige Aktion hatte eine relativ kleine Dimension und keine weitreichenden Folgen. Wer sich darüber aufregt, dass er behindert wurde, sollte darüber nachdenken, ob nicht ein anderer Vorfall, wie etwa ein Verkehrsunfall, die gleichen Folgen gehabt haben könnte. Mangelnde Kreativität im Lösen von schwierigen Verkehrssituationen bin ich von Trierern ansonsten nicht gewöhnt.
    @RST:
    Eine seltsame Meinung, die geschmacklos formuliert ist und keinen weiterbringt.

  32. Hyperboreas schreibt:

    Also bitte: ihr verteidigt die Protestaktion und meint, es sei ja wohl zumutbar, wenn Unbeteiligte gestört werden – aber dann verlangt ihr, daß die gefälligst Verständnis haben sollen für die Probleme, die ihr im Studium habt. Sicher, das Ausmaß ist nicht dasselbe, aber wie kann man denn Verständnis für die eigenen Probleme fordern, wenn man nicht mal welches für die der anderen hat? Ein bißchen weniger Selbstgerechtigkeit und ein besonnenerer Ton täten dieser Debatte gut!

  33. Genervter Autofahrer schreibt:

    Herrje, demonstriert doch bei den Menschen, die etwas an den Verhältnissen an der Uni ändern können: legt die Univerwaltung lahm, besetzt die Bibliothek, zieht dem Rechenzentrum den Stecker raus, oder fahrt nach Mainz und plärrt vor dem Bildungsministerium herum. Aber lasst Unbeteiligte in Ruhe. Ein Streik von Arbeitnehmern richtet sich doch in aller Regel auch nicht gegen die unbeteiligte Bevölkerung, Anwohner oder sonst wen, sondern gegen den Arbeitgeber, indem die Firma/Fabrik lahm gelegt wird. Die Call-Center-Mitarbeiter der Telekom sind vor die Porta gezogen, um Öffentlichkeit zu erzeugen. Sie haben niemand anderes behindert, gefährdet oder sonst was. Und sie haben ihr Ziel trotzdem erreicht, und das, ohne sich unbeliebt zu machen. Aber vielleicht war das ja euer Ziel. Oder die Sehnsucht, wieder 68er-Verhältnisse zu haben. War doch so cool…..
    Und wenn es euch nur um Öffentlichkeit gegangen ist, dann sind die Vorschläge von RST zwar vielleicht “drastisch formuliert, aber recht hat er.

    Also lasst diesen nicht ungefährlichen Unsinn zukünftig sein!!

  34. Rouven schreibt:

    Es dreht sich hier wirklich im Kreis.
    “Lasst Unbeteiligte in Ruhe, demonstriert doch in der Bibliothek oder im Rechenzentrum oder vor der Univerwaltung”
    Das letzte ist vergangene Woche im Prinzip schon gesehen, der Rest widerspricht sich in sich. Die bösen Informatiker im Rechenzentrum aber auch…

    Ein Streik von Arbeitnehmern richtet sich indirekt sehr wohl gegen die Bevölkerung. Streikende Müllmänner beeinträchtigen den Arbeitsalltag eines jeden Menschen ebenso wie streikende Lokführer, Busfaher oder sonstwer. Andere Streikende können ihre für ihr Unternehmen und dessen Profit wichtige Position ausnutzen, um durch eine Niederlegung der Arbeit massive Kosten zu verursachen. Das können Studenten nicht. Wir haben daher keine andere Druckmöglichkeit, als in der Öffentlichkeit zu agieren. Im Übrigen würde ich doch bitten, nicht ständig so zu tun, als hätte die Situation kurz vor einer Eskalation gestanden oder irgendjemanden gefährdet (z.B. ” nicht ungefährlicher Unsinn”). Wenn das der Fall war, dann nur duch einige wenige hysterisch-brüllende Autofahrer.

    Weiterhin, Hyperboreas, geht es nicht nur um unsere eigenen Probleme. Es geht auch um die Nachteile der Gesellschaft, die aus kritischen Studienbedingungen entstehen. Die heutigen Erstsemeter werden eine qualitative Verschlechterung ihres Studium ohne gleichen erleben, wenn sich die aktuellen Verhältnisse nicht bessern. Die wirkt sich nachhaltig auf die Fähigkeiten aus, die von eben diesen Studenten nach ihrem Studium wieder in den Dienst der Gesellschaft gestellt weden können. Kurz: schlechte Studienbedingungen führen zu schlecht ausgebildeten Absolventen und daraus folgt eine qualitativ schlechtere Leistung jener in ihrem späteren Arbeitsbereich. Oder möchtet ihr von einem Arzt behandelt oder von einem Rechtsanwalt verteidigt werden, der seine Veranstaltungen aufgrund von überfüllten Hörsälen nur ausschnittsweise mitbekommen hat?

  35. Hyperboreas schreibt:

    @Rouven:
    Ich stimme voll zu, aber mir muß das auch niemand mehr erklären. Aber in dieser Flut von Leserbriefen kam von den meisten nur sinngemäß nichts anderes als “Wenn irgendwer durch unseren Protest gestört wurde, Pech gehabt, nicht so schlimm, hier geht’s schließlich um was wichtiges”. Aber die, die gestört wurden, finden das vielleicht gar nicht so wichtig. Wichtiger als trotziges Beharren auf der eigenen Position wäre es vielleicht, diesen Leuten einmal klarzumachen, warum es doch auch für sie wichtig ist! Bisher hat niemand hier den Versuch unternommen, mal zu sagen “Tut uns leid, wenn wir euch belästigt haben, aber das mußte sein, weil…” Warum erklärt denn niemand mal den Leuten, die letztlich mit ihren Steuern unser Studium zahlen, weshalb gute Studienbedingungen auch in ihrem Interesse liegen? Weshalb erklärt ihnen niemand, warum es für sie letztlich besser ist, daß ein paar Studenten den Verkehr lahmlegen, als daß die Unis vor die Hunde gehen? Können wir das nicht erklären? Falls das so ist, ist ein solcher Protest nicht angemessen, sondern bloß eine Zumutung für Leute, die die Sache nichts angeht und wir haben kein Recht, sie da hineinzuziehen. Also bitte: was kann man dem genervten Autofahrer sagen, damit er überzeugt ist, daß es auch letztlich um seine Interessen ging?

  36. Frank Thesen schreibt:

    @Rouven

    absoluter Käse:

    Die heutigen Erstsemeter werden eine qualitative Verschlechterung ihres Studium ohne gleichen erleben, wenn sich die aktuellen Verhältnisse nicht bessern. Die wirkt sich nachhaltig auf die Fähigkeiten aus, die von eben diesen Studenten nach ihrem Studium wieder in den Dienst der Gesellschaft gestellt weden können. Kurz: schlechte Studienbedingungen führen zu schlecht ausgebildeten Absolventen und daraus folgt eine qualitativ schlechtere Leistung jener in ihrem späteren Arbeitsbereich. Oder möchtet ihr von einem Arzt behandelt oder von einem Rechtsanwalt verteidigt werden, der seine Veranstaltungen aufgrund von überfüllten Hörsälen nur ausschnittsweise mitbekommen hat?

    Dafür gibts doch Studienordnungen…ich lache mich über deine schwache Argumentationskette scheckig…oh, mein Gott! :P

  37. Rike schreibt:

    Ich habe Verständnis für genervte Autofahrer, die wegen des Protests im Stau standen und wenn dadurch größere Nachteile für jemanden entstanden sind, tut mir das leid. Ich glaube, hier wird mir fast jeder Student zustimmen. Ich halte die Blockade des Kreisels für keine kluge Protestmöglichkeit – aber für eine legitime. Kaum jemand in der Bevölkerung nimmt unsere massiven Probleme wahr, die von essentieller Bedeutung für unsere gegenwärtige und zukünftige Gesellschaft sind. Mit unserem Anliegen vor die Porta Nigra zu ziehen, wäre sicher klüger gewesen, aber unter gegenseitigen Beleidigungen vergessen wir den eigentlichen Grund der Debatte und des Protests: Die miserablen Studienbedingungen.

    Der größte Teil meiner Seminare, die für 30 Studierende ausgelegt sind, werden jetzt mit 80-100 Teilnehmern belegt (und ich studiere nicht einmal die „schlimmsten“ Fächer). In dieser Größenordnung ist die für den Stoff so wichtige Seminarstruktur schlichtweg nicht aufrecht zu erhalten. Die Lehrenden geben sich die größte Mühe, um uns die Situation zu erleichtern, aber auch der engagierteste Dozent stößt hier an seine Grenzen. Wir arbeiten alle, Dozenten wie Studenten, am Limit und darüber.

    Zusätzlich macht die doppelte Belegung von Magister- und BA/MA-Studiengängen die Situation noch problematischer. Bis zum letzten Semester haben Studierende in fast allen Fächern einen Studiengang mit Magisterabschluss begonnen, die meisten Studierenden sind also Magisterstudierende. Für die neuen BA-Studenten müssen in diesem Semester aufgrund der Studienordnungen mit festgelegten Modulen Einführungsveranstaltungen angeboten werden. Die Kapazität der Fächer reicht aber nicht aus, um ein Lehrangebot zu erhalten, das für beide Studiengänge genügend Alternativen bietet. Es gibt Fächer, in denen nur noch Einführungs-Vorlesungen angeboten werden und in denen die Dozenten die “alten” Magisterstudenten darum bitten müssen, sich zwar die Stunden einzutragen, aber nicht zur Vorlesung zu erscheinen, damit die überfüllten Hörsäle sich etwas leeren und der Stoff an den BA-Studierenden nicht völlig vorbeigeht.

    An dieser Situation sind übrigens die doppelten Studienordnungen für Magister- und BA/MA-Studierende schuld, Herr Thesen! Daran wird sich so lange nichts ändern, bis alle Magisterstudierende ihren Abschluss haben. Das dauert bei den neueren Magisterstudierenden noch 3-4 Jahre. Und selbst danach besteht weiterhin das Problem der Überbelegung der Universität.

    Ich werfe der Universitätsleitung und dem Bildungsministerium vor, dass den vorliegenden und absehbaren Problemen nicht effektiv und präventiv entgegengewirkt wurde. Die leitenden Stellen waren über die kommenden Probleme informiert und haben dennoch die Situation so maßlos aus dem Ruder laufen lassen. Aus diesem Verhalten kann ich nur schließen, dass die jetzige Situation von den Entscheidungsträgern ganz bewusst in Kauf genommen wurde.

  38. AntoniA schreibt:

    Als Lokführer gestreikt haben, war ich auch betroffen, doch der eine Tag, den ich mich geärgert hab, ist doch einfach nix gegen ein ganzen Studium voller schlechter Bedingungen wegen dieser sich das Studium sich eventuell auch noch verlängert. Es hat schon jemand mal hier von Relationen gesprochen!
    Und ich dachte es sei logisch, dass etwas leerere Busse für Nichtstudenten in Trier auch angenehmer wären (oder dass man überhaupt in einen reinkommt), oder dass die Trierer Bevölkerung vielleicht auch ein bisschen Mitgefühl für Studenten haben, die kein eigenes Zimmer haben sondern irgendwo auf einer Couch untergekommen sind, weil es einfach nicht genügend Zimmer gibt, oder dass sie Verständnis haben, dass man nicht auf dem Gang ein Kurs miterleben möchte, weil da das mithören und sehen dort nicht so klappt! (an Hyperboreas: viele dieser Dinge wurden in der Debatte hier schon angesprochen und sind auch so logische Folgen einer vollkommen überfüllten Uni!)
    Für uns ist es wesentlich teurer einfach mal umzukehren und einen anderen Weg zu nehmen. Es betrifft das ganze Leben von vielen Einwohnern in Trier. Aber auch wenn es weniger wären, wäre es immer noch genauso wichtig!
    Mir tut es ehrlich Leid, dass es einige Fälle gab, bei denen es wegen dieser Demo zu extremen Behinderungen kam. Aber bitte denkt auch an die Zukunft von den Studenten und den Kindern die irgendwann Studenten werden und dass eine gute Ausbildung für jeden von uns wichtig ist!
    Mit freundlichen Grüßen,
    AntoniA

  39. Richard Munsel schreibt:

    Anstatt Protestformen zu entwickeln, die den Willen der Studierenden zum Studium erkennen liesen, macht man sich daran, Methoden von vor 40Jahren auszupacken. Dementsprechend sind bei solchen Protesten auch meist nur solche Studenten dabei, denen das Studieren selbst eigentlich nicht am Herzen liegt, sondern die sonst in verrauchten Cafetierien sitzen würden.

    Man sollte die Leistungsanforderung hochschrauben, dem Laissez-faire-Studium ein Ende setzen und durch aussieben die Hörsäle von Ballast befreien. Damit kämen auch die Studenten, die während solcher Krawall-Gammel-Proteste studieren zu ihrem Recht auf eine angemessene Bildungssituation.

    (Dies ist ein durchaus gewollt subjektive Beobachtung der Situation)

  40. Pippi Langstrumpf schreibt:

    Nur der Kulanz der Polizei ist es zu verdanken, dass die Situation nicht eskalierte? Weshalb Kulanz? Entweder die Polizei ist zu zweit, dann sind sie nicht kulant, sondern können schlichtweg nichts ausrichten. Allenfalls hat das außerordentlich geringe Polizeiaufgebot da zu beigetragen, dass die Situation nicht “eskalierte”. Aber das ist auch keine Kulanz der beiden Polizeikräfte, denn Kulanz bedeutet entgegenkommen, gönnerhaft sein.

    Vielleicht hat der Autor sich auch vertippt und anstatt Polizei sollte dort Studierende stehen. Denn der “Kulanz” der Studierenden ist es zu verdanken, dass die Situation nicht “eskalierte” und der Verkehr weiter rollen konnte. Die meisten von ihnen waren nämlich so kulant und sind nach einer Stunde gegangen.
    Kulant deshalb, weil sie nicht mussten (die zwei PolizistInnen hatte keinerlei Drohpotential), sondern aus eigenen Überlegungen heraus.

Schreiben Sie einen Leserbrief

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien!

Unterstützen

Weiterempfehlen

Drucken

Druckerfreundliche Ansicht Druckerfreundliche Ansicht