Trierer Projekt überzeugt Brüssel

Neue Energie: Mit der Zusage aus Brüssel könnte das Projekt Energieagentur für die Region Trier bald Gestalt annehmen. Foto: EUDie Brüsseler EU-Kommission hat in Aussicht gestellt, in den kommenden drei Jahren den Aufbau einer Energieagentur für die Region Trier mit insgesamt 250.000 Euro zu unterstützen. Die Realisierung dieses Vorhabens, das ein Gemeinschaftswerk von Stadt, Landkreisen und verschiedenen Institutionen werden soll, scheint damit ein Stück näher gerückt. Doch zunächst müsse man kurzfristig noch “einige Hausaufgaben” erledigen, erklärte Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani am Mittwoch.

BRÜSSEL/TRIER. Anfang dieses Jahres schuf der Oberbürgermeister im Rathaus die Stelle eines Beauftragten für die Akquise von Fördermitteln des Bundes und der Europäischen Union. Den Posten besetzte er mit einem erfahrenen Mitarbeiter der Verwaltung. Trier profitiere bislang zu wenig von den zahlreichen in Berlin und Brüssel aufgelegten Förderprogrammen, hatte Klaus Jensen (SPD) festgestellt. Eine Einschätzung, die auch Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani (CDU) teilt. Da trifft es sich gut, dass die beiden am Mittwoch den Beweis antreten konnten, dass sich das Buhlen um Zuschüsse auch für Trier auszahlen kann.

“Die Europäische Union wird für den Zeitraum von drei Jahren 250.000 Euro zum Aufbau einer Energieagentur für die Region Trier zur Verfügung stellen”, vermeldeten der OB und die Beigeordnete. Aus einer unbekannten Anzahl von Anträgen aus ganz Europa hätten nur sechs Projektvorschläge diese erste Auswahlstufe erreicht, hieß es weiter. Der Aufbau einer Energieagentur ist ein gemeinsames Projekt des neuen Regionalen Entwicklungskonzeptes. Die Federführung für dieses Vorhaben liegt zwar im Trierer Rathaus, doch soll die Agentur gemeinsam von der Stadt, den Landkreisen Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich und Bitburg-Prüm sowie darüber hinaus noch von mehreren Institutionen getragen werden.

OB Jensen: “Vor allem Kommunen gefordert

Diese Akteure allesamt unter einen Hut zu bringen, dürfte die große Herausforderung der kommenden Tage und Wochen werden. Ihr Interesse hätten unter anderem die regionalen Energieversorger, allen voran die Stadtwerke, aber auch die Kammern sowie die Sparkassen und Genossenschaftsbanken signalisiert, berichtete das städtische Presseamt.   “Die Projektskizze war in den politischen Gremien der Region auf allgemeines Interesse gestoßen, anschließend wurde das Konzept durch zahlreiche konstruktive Anregungen aus der Region zunehmend verbessert und auf die Ansprüche der Region abgestimmt.” Eine Arbeit, die Brüssel offenbar weitgehend überzeugte.

“Angesichts der ständig steigenden Energiepreise und im Interesse des Klimaschutzes muss sich unser Umgang mit Energie nachhaltig wandeln”, benannte OB Klaus Jensen am Mittwoch die Herausforderung. Hierbei sei vor allem die Zusammenarbeit der Kommunen “von strategischer Bedeutung”, hob der Stadtchef hervor. Die Agentur werde eine zentrale Anlaufstelle für alle Serviceleistungen rund um das Thema Energie aufbauen und die Anstrengungen der zahlreichen, bereits vorhandenen Akteure bündeln und vernetzen, kündigten Jensen und  seine Stadtvorstandskollegin Simone Kaes-Torchiani an. So sollen beispielsweise das Umweltzentrum der Handwerkskammer, die IHK, die regionalen Gebäudeenergieberater sowie Universität und Fachhochschule ebenso eingebunden werden wie ehrenamtlich Aktive. Der OB und die Baudezernentin versicherten, dass auch eine enge Zusammenarbeit mit der Energieagentur des Vereins Lokale Agenda 21 angestrebt werde.  Neben den finanziellen Trägern der geplanten Agentur werde ein Förderverein für “eine breite Beteiligung und Verankerung in der Region” sorgen.

Kaes-Torchiani: “Noch Hausaufgaben zu erledigen”

“Beispiele anderer Energieagenturen zeigen, dass eine Vernetzung lokaler Akteure in einem wachsenden Marktsegment dazu beitragen, brachliegende Fördermittel von Bund und Land stärker in die Region hineinzuziehen”, erwartet Simone Kaes-Torchiani. Jeder im Bereich der Beratung und Qualifizierung eingesetzte Euro generiere schließlich ein Mehrfaches an Aufträgen für Handwerk und Beratungsdienstleister in den Marksegmenten Gebäudesanierung und Neubau, warb die Christdemokratin um die Unterstützung für das Projekt. Der Zukunftsmarkt Energie sei “nicht nur eine Pflichtaufgabe für Wirtschaft und Politik um Preis- und Versorgungssicherheit zu gewährleisten, sondern er bietet gerade für die junge Generation ein sicheres und zukunftsfähiges Tätigkeitsfeld”, ergänzte sie.

Zunächst verlange Brüssel jedoch “kurzfristig noch einige Hausaufgaben von uns”, räumte die Baudezernentin ein – “damit das Fundament der Agentur in der Region auch dauerhaft verankert wird”. Im Klartext: Die Verwaltung muss nun sicherstellen, dass alle Akteure auch wirklich an einem Strang ziehen und verbindliche Zusagen machen, ob und in welchem Umfang sie den Aufbau und die Arbeit der Agentur mittel- und langfristig unterstützen. Schließlich handelt es sich bei der Viertelmillionen aus Brüssel lediglich um eine Anschubfinanzierung.

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