Grüne: Eltern sollen entscheiden!

TRIER. Bündnis 90/Die Grünen fordern den Stadtrat auf, die Entscheidung über den Standort für die erste Trierer Integrierte Gesamtschule (IGS) den Eltern zu überlassen.

Die Fraktion werde deshalb einen entsprechenden Antrag für die Sitzung des Stadtrates  am Donnerstag einbringen, kündigte Ratsmitglied Corinna Rüffer am Montag an. Sie kritisiert, dass sich der Runde Tisch Schulentwicklung und die Stadtverwaltung auf den Standort Wolfsberg festgelegt haben, “ohne die betroffenen Schüler und Eltern einzubeziehen”.

Eine Elternbefragung ist Bestandteil des Genehmigungsverfahrens für eine IGS. Die Stadtverwaltung beabsichtigt, diese Befragung auf den Standort Wolfsberg zu beschränken. “Mutmaßlich würde eine solche Umfrage am Elternwillen vorbeigehen”, beklagen die Grünen. Schließlich habe die kürzlich durchgeführte Befragung der Initiative “Eine Schule für alle” zum Ergebnis gehabt, dass sich 164 Eltern von Kindern der 3. Grundschulklassen wünschen, dass ihre Kinder eine Integrierte Gesamtschule in der Innenstadt besuchen, während nur 37 den Standort Wolfsberg bevorzugen.

Nach den Vorstellungen der Grünen soll diese Befragung so gestaltet werden, dass die drei in Frage kommenden Standorte – Pestalozzi, Mäusheckerweg und Wolfsberg – in der städtischen Umfrage gleichberechtigt abgefragt werden. Der Schulstandort mit der größten Zustimmung solle den Zuschlag erhalten. Das Argument, ein solches Vorgehen sei wegen dem Ende der Antragsfrist am 31. März nicht möglich, ist nach Auffassung von Rüffer “vorgeschoben”. Weiterhin sehen die Grünen Bedarf für mindestens einen zweiten IGS Standort. Deshalb werde die Verwaltung in dem Antrag ebenfalls aufgefordert, die Gründung einer zweiten IGS im Schuljahr 2011/2012 voranzutreiben.

“Es ist zu befürchten, dass bis zu 80 Prozent der angemeldeten Kinder abgelehnt werden müssten, wenn es bei einem einzigen IGS Standort bleibt. Auch die Kinder aus den Umlandgemeinden sollten die Möglichkeit haben, eine IGS zu besuchen. Deshalb wäre die Stadt gut beraten, sich schon jetzt auf einen zweiten IGS-Standort vorzubereiten”, so Rüffer abschließend.

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