“Dann gehe ich eben”
MARIAHOF. Der stellvertretende Vorsitzende der christdemokratischen Stadtratsfraktion, Thomas Albrecht, ist von seinem Amt als Chef der Mariahofer CDU zurückgetreten.
“Ich habe mir für mein Leben vorgenommen, niemals an irgendeinem Posten zu kleben. Ich bin gerne bereit, mich ehrenamtlich zu engagieren. Wenn man mich aber nicht mehr will, dann gehe ich eben”, schreibt Albrecht in einer persönlichen Erklärung auf seiner Homepage. “Und auf Mariahof hatte ich in den Eindruck, dass man mich, vor allem aber meine Vorstellungen, wie eine Politik für die Zukunft in einem Ortsteil zu gestalten ist, mehrheitlich nicht mehr will”, ergänzte der Christdemokrat.
Seinem Rücktritt vorausgegangen waren Auseinandersetzungen über die Aufstellung der CDU bei der anstehenden Kommunalwahl. Im August vergangenen Jahres war es innerhalb der Mariahofer CDU zu einem Eklat gekommen, nachdem Jutta Albrecht ihren Anspruch auf die Kandidatur für das Amt des Ortsvorstehers angemeldet und damit Amtsinhaberin Maria Marx herausgefordert hatte. Die parteiinternen Auseinandersetzungen waren durch einen Bericht von 16vor öffentlich geworden, hernach war man um Schadensbegrenzung bemüht. Heraus kam eine Kompromisslösung: Maria Marx tritt nun erneut an, doch an der Spitze der CDU-Liste für den Ortsbeirat steht Jutta Albrecht.
Die Wogen schienen geglättet, doch auf dem Kreisparteitag der Union am 13. Dezember verpassten Parteifreunde Albrecht einen weiteren Dämpfer: Bei der Kandidatur für Platz 12 der CDU-Stadtratsliste kassierte der Staatsanwalt 38 Gegenstimmen. Er habe sich “in den letzten Wochen und Monaten immer wieder Angriffen – zumeist aus dem ‘Hinterhalt’”, ausgesetzt gesehen, beklagt Albrecht, und weiter: “Dass ausgerechnet ein Mariahofer auf dem letzten Kreisparteitag andere dazu aufgefordert hat, mich nicht als Stadtratskandidat zu wählen, hat mich auch sehr betroffen gemacht”.
Den Rest gab Albrecht eine Mitgliederversammlung der Mariahofer CDU. Dort habe man zwei Kandidatinnen der CDU-Liste des Ortsbeirates durchfallen lassen. “Sie waren bereits Mitglieder des Ortsbeirates, es waren bekannte und auf Mariahof sehr geschätzte Kandidatinnen. Es gab nicht einen einzigen Grund sie nicht zu wählen. Trotzdem fanden sie nicht die erforderliche Mehrheit”, schildert Albrecht seine Sicht der Dinge. Für ihn habe sich deshalb der Eindruck aufgedrängt, “dass sie allein deshalb nicht gewählt wurden, weil sie sich seinerzeit dafür ausgesprochen hatten, statt der amtierenden Ortsvorsteherin eine jüngere, nämlich meine Frau aufzustellen”. Vor diesem Hintergrund sei für ihn klar gewesen, dass er nicht mehr das Vertrauen der Mariahofer CDU genieße. Deshalb habe er den Vorsitz niedergelegt, so Albrecht.
von Marcus Stölb



