16vor-Wahl: Ideen für den Radverkehr
In 14 Tagen wählen die Trierer einen neuen Stadtrat. Wir konfrontierten die Parteien und den Verein UBM mit 16 konkreten Fragen und baten um möglichst konkrete Antworten. Ob Moselaufstieg oder Grundschulen, die Zukunft der Friedhöfe oder das Konzept für die Antikenfestspiele, den kleinteiligen Einzelhandel oder die Eishalle – CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, UBM, FDP und Die Linke beziehen auf 16vor Stellung – ungekürzt und unkommentiert. Heute: Welche konkreten Maßnahmen sollten in den kommenden fünf Jahren realisiert werden, um die Attraktivität des Radfahrens innerhalb der Stadt zu erhöhen?
CDU: Die CDU Trier wird das Fahrrad als vollwertiges innerstädtisches Verkehrsmittel aufwerten. Denn es ist nicht nur ein Freizeitvehikel, sondern ein umweltschonendes Fortbewegungsmittel zum Arbeitsplatz. Daher muss jetzt zügig ein lückenloses, ganzheitliches Radwege- und Radverkehrskonzept erstellt werden. Das städtische Radwegenetz soll an das überörtliche Fahrradnetz der Nachbarregionen angebunden werden. Dringend erforderlich ist die Schaffung von Querungsachsen von Nord nach Süd und von Ost nach West, die auch durch die Innenstadt führen.
SPD: Radfahren muss in Trier sicherer und attraktiver werden. Daher benötigen wir dringend ein Radverkehrskonzept, welches im Zusammenhang mit einem Gesamtkonzept für den Trierer Verkehr vorliegen muss. Ein Beschluss dieses sogenannten Mobilitätskonzepts für unsere Stadt, welches auch Radverkehrskonzept enthält, ist daher zwingend notwendig, um eine planvolle Verbesserung des Radverkehrsnetzes in den nächsten Jahren konsequent angehen zu können. Wichtige Maßnahmen der nächsten Jahre müssen dabei u.a. die Einrichtung einer Nord-Süd und Ost-West-Querung, die Errichtung einer Fahrradstation am Hauptbahnhof, die Verdichtung des Radwegenetzes durch Anbringung von Fahrrad- und Schutzstreifen auf der Fahrbahn und der Schaffung weiterer Abstellmöglichkeiten sein. Die Trierer SPD wird sich dafür einsetzen, dass alle Triererinnen und Trierer wie auch die Touristen in Zukunft sicherer mit dem Fahrrad fahren können und dies auch attraktiver wird.
Bündnis 90/ Die Grünen: Radfahren in Trier ist nach wie vor gefährlich. Wir brauchen dringend ein geschlossenes Radwegenetz. Wichtige Trassen, wie die Querung und Umfahrung der Fußgängerzone, der Alleenring (Umweltspur), die sichere und bequeme Überquerung der Mosel insbesondere im Bereich der Römerbrücke, deutliche Verbesserungen der Sicherheit für SchülerInnen, sind bevorzugt zu realisieren. Um Radfahren in Trier attraktiver zu machen, ist vor allem auch weniger Aggressivität im Straßenverkehr erforderlich. Dies ist nicht durch investive Maßnahmen zu lösen, sondern müsste von Stadtverwaltung und lokalen Medien intensiv durch Öffentlichkeitsarbeit (Bsp. “Radlust” der Uni Trier) beeinflusst werden.
UBM: Für die Erhöhung der Attraktivität des Radfahrens ist unbedingt die Fertigstellung und Verabschiedung des Mobilitätskonzeptes erforderlich, da hier die Verknüpfung aller Verkehrsteilnehmer optimiert wird. Auch im Hinblick auf etwaige Innenstadt-Querungen für Radfahrer sollten auf Basis des Konzeptes dann konkrete Planungs- und Finanzierungsempfehlungen erarbeitet werden. Die Haushaltsansätze für Neubau und Instandhaltung von Radwegen sollten grundsätzlich erhöht werden.
FDP: Im Bereich des Radverkehrs ist zunächst für eine Verdichtung des allgemeinen Radwegenetzes zu sorgen. Dies bedeutet, dass bei Sanierungsarbeiten von Hauptverkehrsachsen, aber auch Seitenlinien immer geprüft wird, inwieweit die Ausweisung bzw. Errichtung eines Radweges möglich ist. Entsprechend folgerichtig ist etwa die Schaffung eines Radweges entlang der Loebstraße. Doch sollten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, die verschiedenen Interessen von Fußgängern, Radfahren und Autofahrern weitestgehend konfliktfrei in Einklang zu bringen. Statt eines gesonderten, von der Fahrbahn baulich getrennten Radweges mag häufig auch ein Radfahrstreifen auf der Fahrbahn selbst genügen, zumal solche Streifen nicht zwangsläufig unsicherer sein müssen. Auch eine bessere Ausweisung vorhandener Wege hilft. Ziel muss es letztlich sein, Radfahrer/innen die zügige und möglichst barrierefreie Querung der Stadt von Nord nach Süd und von Ost nach West und umgekehrt zu ermöglichen. Die derzeitigen Planungen einer Umweltspur im Bereich Nikolaus Koch Platz werden von uns ausdrücklich unterstützt. Daneben müssen auch die touristischen Radwege entlang der Mosel mit den Anschlüssen ins Kylltal oder Ruwertal ausgebaut werden.
Die Linke: Die konsequente Ausarbeitung und Umsetzung eines Radwegeplans in Trier. Kurzfristig sollte den Radfahrern in der Innenstadt eine (kleine) Fahrradtrasse errichtet werden. Oder es sollte zu bestimmten Zeiten – morgens und abends – die Benutzung der Fußgängerzone für Fahrradfahrer erlaubt werden. Wichtig dabei ist jedoch eine konsequente und durchgehende Umsetzung der Radwege. Es darf nicht so sein, wie bisher, dass Radwege markiert werden, die dann nach einigen hundert Metern irgendwo auf viel befahrenen Straßen auslaufen. – Mitunter sollten sich – wo es möglich ist und ausgewiesen wird- Fußgänger und Radfahrer den Gehweg teilen.
von 16vor




25. Mai 2009 (11:22 Uhr)
Liebe Linke, ich bin euch politisch durchaus nicht abgeneigt, aber “mitunter sollten sich – wo es möglich ist und ausgewiesen wird- Fußgänger und Radfahrer den Gehweg teilen” ist grober Unfug und für mich persönlich ein absolutes KO-Kriterium.
25. Mai 2009 (11:48 Uhr)
@Linke
“Oder es sollte zu bestimmten Zeiten – morgens und abends – die Benutzung der Fußgängerzone für Fahrradfahrer erlaubt werden.”
Öhh…die Benutzung der Fußgängerzone durch Radfahrer zwischen abends 21 Uhr und morgens 9 Uhr IST bereits erlaubt.
25. Mai 2009 (13:55 Uhr)
Wie es scheint, sind sich ja alle grundsätzlich einig. Auch die UBM sieht die Notwendigkeit von Querungen der Innenstadt (gemeint ist wahrscheinlich die Fußgängerzone) ein. Ich sehe goldene Zeiten für den Radverkehr…
Malte Beyer, SPD Kürenz
25. Mai 2009 (14:00 Uhr)
Komme soeben aus Bremen zurück und weiß nun erst, wie schlecht das innerstädtische Radwegenetz hier ist. Von ökologischem Bewusstsein keine Spur, hier und dort mal ein paar Meter Radweg, die meistens schnell im Nichts enden. Alibipolitik!
Selbst beim Autoverkehr gilt: Ökologie Fehlanzeige. Wo auch spät nachts Ampeln im immer gleichen Rhythmus schalten, drängt sich die Frage auf, warum es nicht möglich ist, wie in anderer Stäften, Kontaktschwellen zu installieren.
Was Fahrrad fahren in Trier richtig gefährlich macht, ist der schlechte Zustand vieler Straßen (z.B. der Löbstraße). Und die allgegenwärtigen Scherben. Hat Trier eigentlich mehr Alkoholiker und Randalierer als andere Städte vergleichbarer Größe oder werden die hiesigen Wege nur weniger oft gereinigt?
Aber welche Veränderungen kann man von einer Stadt erwarten, die einerseits vollkommen bankrott ist, gleichzeitig aber auf Pump unnötige Infrastruktur finanziert (In Trier und Umgebung gibt es ungenutzte Gewerbeflächen in Hülle und Fülle und dennoch soll ein Handwerkerpark entstehen)? Was ich hier zutiefst vermisse, ist ein stärkeres Bewusstsein für Gemeinsinn innerhalb mancher Parteien.
25. Mai 2009 (14:06 Uhr)
liebe cdu, was in aller welt ist denn ein ganzheitliches radwegekonzept? krieg ich da lebensberatung plus ayurvedische wadenmassagen an jeder ampel und longdrinks am wohlfühltreffpunkt vor der porta?
25. Mai 2009 (14:22 Uhr)
Wow. Scheinbar haben es alle verstanden. Dann dürfte einer Umsetzung ja nichts mehr im Weg stehen.
Meine einzige Sorge dabei ist, dass das Mobilitätskonzept 2020 pünktlich zum 2.1.2020 vorliegen wird.
Deswegen erwarte ich nicht nur ein Bekenntnis zu dem Gesamtrahmenplan, sondern dass mehrfach genannte Ideen notfalls auch unabhängig davon umgesetzt werden.
Bei den bestehenden Rückständen und Defiziten kann es nicht sein, dass die hiesige Radverkehrsplanung nur en passant realisiert wird. Stückchenweise, weil auf einem Abschnitt sowieso gebaut wird – aber dafür dann wenigstens auf 70 Metern purer Luxus um das Gewissen zu beruhigen.
Besteht also parteiübergreifender Konsens über die Erforderlichkeit einzelner Maßnahmen, sehe ich keinen Grund, sich diese für den übernächsten Wahlkampf aufzusparen.
Ein weiteres Bekenntnis fordere ich auch für den Fall, dass die Hoffnung, es ließen sich die Bedingungen aller Verkehrsträger ohne eine Nutzungskonkurrenz verbessern, enttäuscht werden sollte. Im Zweifelsfall wünsche ich mir hier eine Priorität gegenüber den Belangen des PKW.
Wer doch lieber noch ein Parkhaus möchte solle jetzt sprechen, oder nach der Wahl schweigen.
Für erwähnenswert halte ich auch den Ansatz einer begleitenden Öffentlichkeitsarbeit im Sinne eines echten Marketing.
Der Ruf nach einem Radverkehrsnetz soll nämlich nicht den Eindruck entstehen lassen, dass künftig jede Straße ein rot angemalten Gehweg benötigt – im verkehsplanerischen Sinne sind derartige Forderungen schlicht reaktionär.
Radverkehr hat vornehmlich auf der Straße zu geschehen, nicht zwischen Hauswand und “ruhendem Verkehr”, im Slalom zwischen Mülltonnen.
Auch diese Tatsache will kommuniziert sein, zum einen durch Radverkehrsführung z.B. in Kreuzungsbereichen, zum anderen aber auch verbal: Damit in Trier die Straße künftig für weniger sichere Radfahrer nicht mehr “gefühltes Feindesland” ist, vor dem nur der Gehweg Erlösung verspricht.
25. Mai 2009 (15:28 Uhr)
Gibt es denn keine Partei, die Trier nicht mit noch mehr Radwegen gefährlich für Radfahrer machen will? Es ist ja nun wirklich keine neue Forschungserkenntnis, dass (fahrbahnbegleitende) Radwege das Unfallrisiko erhöhen – und zwar auch die angeblich Guten! Man denke nur z.B. an Kreuzungen, Einfahrten , Bushaltestellen und Fußgänger. Radwege bauen heißt Fallen stellen!
25. Mai 2009 (15:51 Uhr)
Zusammengefasst: alle wollen das Beste fürs Rad *g*
Allerdings hatte die CDU mehrere Jahrzehnte Zeit etwas zu unternehmen, was sie offensichtlich verschlafen hat. Da kommt dieses Bekenntnis zum “umweltschonenden Fortbewegungsmittel” etwas unglaubwürdig daher. Für eine Großstadt hat Trier meines Erachtens nach ein miserables Radwegenetz… man kann überlegen ob man sich von den Stadtbussen jagen lässt während man geparkten Autos ausweicht oder ob man sich um Fußgänger herum schlängelt… während man geparkten Autos ausweicht. Jeder der schon einmal die Ostallee, Saarstraße oder Paulinstraße lang geradelt ist weiß was ich meine.
Aber Kompliment: hab selten Antworten gesehen, die so austauschbar waren. Ob das für die Zeit nach der Wahl gut oder schlecht ist, werden wir sehen
25. Mai 2009 (21:41 Uhr)
Schlimm.
Ich kann “Besorgter Radfahrer” nur zustimmen: Radwege sind gefährlich, und die besonders beliebte Variante des benutzungspflichtigen Radwegs ist eine unnötige Einschränkung der Freiheit der Fahrradfahrer.
Die Radwege in der Umgebung des Viehmarkts scheinen eine Wette der Verkehrsplaner zu sein, in der es darum geht, wer zuerst einen Radfahrer in den Tod schickt.
Sicherer Radverkehr gehört auf die Fahrbahn!
25. Mai 2009 (22:48 Uhr)
Innenstadt, Innenstadt, Innenstadt…
Und was ist mit der Anbindung der Stadtteile über (durchgehende und sichere) Radwege an die Innenstadt? HIER gibt es noch viel zu tun…
25. Mai 2009 (23:15 Uhr)
alles blödsinn,wer braucht denn Radwege,Fahrradfahren ist ungesund,weil man davon impotent wird.außerdem ist das schlecht für Autoindustrie,Parkhausbetreiber,Bauarbeiter,den Staat(Steuern)und Katastrophenhelfer(wegen des Klimawandels).Sollen die alle arbeitslos werden?Und was ist mit den Ärzten?die leben doch auch davon,das es wegen der Luftverschmutzung immer mehr Lungenkranke gibt.Radfahrer müssen ja höchsten mal zum Urologen,oder gelegentlich zum Orthopäden,wenn sich mal einer auf die Fresse legt.Nein,wir brauchen mehr Parkhäuser(so 3-4 kleinere,mit jeweils 2000 Stellplätzen)und jede Menge Autobahnen(die Fußgängerzone wäre gut geeignet,man müsste lediglich ein paar alte Häuser in der Innenstadt abreissen,um Platz zu schaffen-aber es gibt ja genug davon in Trier).Ich freu mich schon,wenn die CDU gewinnt und ich in ein paar Jahren die Auffahrt Hauptmarkt der neuen 6-spurigen A 999 benutzen kann,die dann Richtung Köln über eine neue 600m hohe Brücke über die Mosel an der ehemaligen Mariensäule(dann ein drive-in-Restaurant) vorbeigeführt wird.zu solchen Großprojekten ist nur die CDU(mit ein wenig unterstützung von FDP und UBM)fähig,die Grünen und Linken würden das hingegen alles verhindern und stattdessen nur Busse billiger machen oder Radwege bauen-wie langweilig.
26. Mai 2009 (06:38 Uhr)
Es ist irgenwie schon komisch. Da reden alle Parteien über den ökologisch Aspekt des Radfahrens und dennoch haben die Grünen meiner Meinung nach das Kernproblem angesprochen:
Das Radfahren muss attraktiver werden durch weniger Aggressivität im Verkehr.
Das Fahrrad muss alls Verkehrsmittel und der Radfahrer als Verkehrsteilnehmer angesehen werden. Erst wenn das in den Köpfen aller, auch der Radfahrer selbst, angekommen ist wird sich etwas ändern.
Ein gutes Beispiel findet man in unserm Nachbarland Niederland, dort ist das Radfahren nicht nur wegen des Wegenetz so angenehm sondern vorallem wegen der gegenseitigen(!) Akzeptanz.
26. Mai 2009 (08:53 Uhr)
Da sag ich nur: Auf zur Critical Mass Rundfahrt!
29. Mai – 16:00 Uhr, Viehmarktplatz! http://www.critical-mass-trier.de
26. Mai 2009 (09:05 Uhr)
@X-Treme
Deine Stadt wäre Idar-Oberstein! Die haben doch schon vor Jahrzehnten ihre “ganz eigene” Antwort auf die Fragen “Stadt am Fluss” und “Verkehrsplanung” gefunden. ;o)
26. Mai 2009 (09:29 Uhr)
trier ist doch völlig untertunnelt von alten kellergewölben…!? da sehe ich noch alternativen für die radfahrer u. die autofahrer haben oben ihre ruhe vor diesen umwelt-freaks!:-)
zudem haben viele dieser tunnel direkte zugänge zu vielen häuser der stadt…helmlampen gibts ja schon für radfahrer:-) …damit hätte trier ihr ziel der verkehrspolitik erreicht…fahrradfrei innenstagt?!
is doch ne tolle idee…:-)
26. Mai 2009 (14:02 Uhr)
Während andere viele andere Städte sich um Bundeswettbewerbe wie “Kopf an: Motor aus” bewerben, geht es in Trier mal wieder um Kleinigkeiten. Der Stadtrat sollte sich mal selber Stadtratsräder anschaffen und damit seine Stadt erkunden. In anderen Großstädten gewinnen OBs mit dem Thema “Pro Fahrrad” Wahlen, hier in Trier wird nur gejammert und nichts gemacht. Trier ist für mich vor allem eines fußgänger- und fahrradfahrerunfreundlich!
[Ich komme aus dem Rheinland, da bemühen sich Städte sogar als "fahrradfreundlich" bezeichnet zu werden, dafür kommen aber vom Land echte Prüfer!]
26. Mai 2009 (14:06 Uhr)
Egal aus welchem politischen ‘Lager’, statt den Radverkehr *endlich* als dem Kraftverkehr gleichwertig anzuerkennen und entsprechend zu fördern, rufen alle Parteien im Gleichklang “Rad weg!”. Das kommt mir eigenartig bekannt vor:
http://recht-für-radfahrer.de/Historisches.html
http://www-2.informatik.umu.se/adfc/fdf/fdf-218.html
http://www.iolfree.ie/~hardshell/bo/bike/weg1.html
26. Mai 2009 (14:59 Uhr)
@Henning & Besorgter Radfahrer
nun finde und fand ich radfahren in einem trier ohne(!) radwege schon immer extrem gefährlich (gruß an die saarstraße :-(( ). also frage ich mich, wie denn nun ihr konzept aussehen soll? alles beim alten lassen wird es ja wohl sicher nicht sein. warten, bis die autofahrer in trier fahrradfahrer als gleichberechtigte verkehrsteilnehmer akzeptieren? na, da wird 2020 aber nicht reichen…
26. Mai 2009 (16:31 Uhr)
Was für ein Horror. Wozu haben eigentlich fast 16.000 Bürger letztes Jahr die Petition gegen die Radwegbenutzungspflicht unterzeichnet?
Hajo Zierke hatte leider doch recht, als er vor Jahren das deutsche Parteiensystem folgendermaßen klassifizierte: “Es gibt die Autopartei, die Autopartei, die Autopartei… und die 3-l-Autopartei.”
26. Mai 2009 (16:58 Uhr)
Informieren Sie sich z. B. auf folgender Seite wie man wirklich sicher Fahrrad fährt: http://0x1a.de/rec/fahrrad/faq/fahrtechnik/gossenfahren/t3.html
Sie sind als Fahrradfahrer genauso ein Verkehrsteilnehmer wie die anderen. Nehmen Sie sich Ihre Rechte!
26. Mai 2009 (17:39 Uhr)
@Rainer Landele und seine Vorredner
Die Diskussion haben wir hier ja so ähnlich schon mal mit Bezug den Radweg entlang der Loebstraße geführt.
Obwohl ich mich zu den leistungsstarken Radfahrern zählen würde, kann ich sagen, dass eine Fahrt entlang der Ostallee, im Kaiserthermenkreisel oder raus Richtung Olewig in der Olewiger Str. kein besonderes Vergnügen ist. Und ich kann auch die Autofahrer verstehen, die nicht mit 16 km/h die Steigung zum Amphitheater hochschleichen wollen. Ab und an sitze ich halt auch mal im Auto. So richtig die Forderung nach einer Mischung des Verkehrs ist, gibt es doch wohl Strecken, in denen der Autoverkehr so stark ist, dass eine Mischung nicht mehr klappt. Wer alle Autofahrer auf die Geschwindigkeit eines mittelstarken Radfahrers verpflichten will, muss sich den Vorwurf der Nötigung gefallen lassen. Auch scheint mir die Position, man solle überhaupt keine Radwege mehr anlegen, reichlich ideologisch und kaum besser als die Position der Windschutzscheibenpolitik der 50er, 60er und 70er Jahre.
Die Radwegbenutzungspflicht ist vielleicht überflüssig. Das bedeutet aber nicht, dass an manchen Stellen wie etwa dem Stadtbad und dem alten POlizeihochhaus doch Bedarf für einen Radweg besteht. Die fußgängerunfreundliche und deswegen verkehrswidrige Nutzung des Fußwegs durch eine Vielzahl von Radlern sprach dafür.
27. Mai 2009 (08:14 Uhr)
zu Olewiger Straße: Die waghalsigen Überholmannöver von genervten Autofahrern an Radfahrern vorbei könnte man eindämmen, wenn man mal übersichtlich ausschildern würde, daß man als Radfahrer einen, zugegebenermaßen recht schmalen Radweg entlang des Olewiger Baches über Gartenlaubenanlage über Ortskern Olewig bis zum Anstieg Trimmelter Hof Richtung Uni nutzen könnte (außer vielleicht nach Olewiger Weinfest, dann ist er tagelang mit Scherben und Wiedergekäutem übersäht). Dann über Zebrastreifen weiter hoch entlang Kleeburger Weg…sportlich ambitioniert aber machbar…
Ostallee: hier müßte es doch möglich sein, eine Radfahrerspur zu dem recht breiten Fußweg (ab Kreisel->Gartenfeld->Richtung Alleencenter) einzurichten, den die Radfahrer eh schon nutzen um der Gefahrensituation auf Straße zu entgehen…
27. Mai 2009 (09:24 Uhr)
Wo Platz ist für einen gefährlichen Bürgersteigradweg ist meistens auch Platz für eine eigene markierte Radfahrspur auf der Fahrbahn; z.B. an Steigungen. Wird an Autobahnen mit “Kriechspuren” für LKW seit Ewigkeiten erfolgreich praktiziert.
27. Mai 2009 (10:13 Uhr)
@ Rainer Landele
Wahrscheinlich hast Du recht daß Fahrradfahrer nie als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer akzeptiert werden.
Aber wie auch immer ein optimales Verkehrskonzept aussehen mag wird es nur zustande kommen wenn es von allen (Verkehrsteilnemern) getragen wird.
Und das wird ohne gegenseitige Akzeptanz nie der Fall sein.
Nun kann man über einzelne Problempunkte diskutieren, ändern wird sich dadurch (leider) nicht viel.
Es freut mich jedoch zu sehen das inzwischen wenigstens auf politischer Ebene alle an einem Strang ziehen. Vielleicht irgendwann sogar in einer Richtung!-)
29. Mai 2009 (02:59 Uhr)
Nachdem ich in Trier bereits 3 mal unverschuldet angefahren wurde (beim zweiten und dritten Mal trotz neongrüner Sicherheitsweste) fahre ich grundsätzlich nur noch auf Gehwegen (sofern es keinen Radweg gibt).
Ich bin leider auf das Fahrrad angewiesen, aber auf der Straße zu fahren, grenzt in Trier fast schon an Selbstmord. Aber da sich ja alle Parteien einig sind das was passieren muss, wird sich da ja 100pro bald was tun – hahaha :(