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16vor-Wahl: Wie wird Triers ÖPNV attraktiver?

Das Liniennetz der SWT-Verkehrsbetriebe bildet das Rückgrat des Trierer ÖPNV. Foto: Marcus StölbIn 13 Tagen wählen die Trierer einen neuen Stadtrat. Wir konfrontierten die Parteien und den Verein UBM mit 16 konkreten Fragen und baten um möglichst konkrete Antworten. Ob Moselaufstieg oder Grundschulen, die Zukunft der Friedhöfe oder das Konzept für die Antikenfestspiele, den kleinteiligen Einzelhandel oder die Eishalle – CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, UBM, FDP und Die Linke beziehen auf 16vor Stellung – ungekürzt und unkommentiert. Heute: Was schlagen Sie vor, um die Attraktivität des ÖPNV in den kommenden fünf Jahren zu erhöhen?

CDUCDU: Das städtische Busliniennetz soll optimiert werden; hier sind bereits einige Verbesserungen geschaffen worden (z.B. Linie 13 zur Uni), doch es ist noch viel zu tun. Der Hauptbahnhof muss dringend aufgewertet werden (in Zusammenarbeit mit dem Land und der Bahn). Die CDU Trier steht hinter den Planungen der Bahn, die Westbahnstrecke für den Personenverkehr zu reaktivieren. Damit einhergehend sollten weitere Regionalhaltepunkte, etwa am Mäusheckerweg, geschaffen werden.

SPDSPD: Das zentrale Augenmerk unserer Verkehrspolitik wird auf der Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs liegen. Wir werden uns dafür einsetzen, dass viele Triererinnen und Trierer auf den Bus umsteigen können, weil das Angebot besser werden wird. Dabei gilt es eine Verbesserung der Qualität der Linienführung und der Taktdichte herbeizuführen. Ebenso streben wir eine Veränderung des Tarifssystems an. Dabei wollen wir einen einheitlichen Stadttarif einführen und mit dem Familienpass die Nutzung der Busse für Familien finanziell attraktiver zu gestalten. Auch der Einbezug der Regionalbahn steht seit Jahrzehnten auf der Agenda der SPD. Denn Trier hat ein dichtes Schiennetz, welches zu deutlichen Entlastungen der Straßenwege beitragen kann. Dazu müssen jedoch weitere Regionalbahnhaltepunkte gebaut werden. Wir werden uns für den Bau der Haltepunkte am Mäusheckerweg und in Trier-Nord(Arena) in den nächsten fünf Jahren ebenso einsetzen, wie für die Reaktivierung der Weststrecke. Die Weststrecke, welche mit Hilfe der Landesregierung wieder reaktiviert werden wird, dient insbesondere dazu, die Stadt und die Region deutlich besser mit Luxemburg. Dies hilft insbesondere den zahlreichen Berufspendlern. Die Stadt muss daher in den nächsten fünf Jahren im Bereich des Messeparkgeländes ebenfalls einen Regionalbahnhaltepunkt errichten. Hier wäre dann auch eine ideale Verknüpfung zwischen dem Park-and-Ride Parkplatz und dem Bahnangebot gegeben.

Bündnis 90/Die GrünenBündnis 90/Die Grünen: Die ständigen Fahrpreiserhöhungen, die im VRT beschlossen werden, machen Busfahren selbst auf den Strecken, die häufig bedient werden, unattraktiv. Wir fordern: Schluss damit! Stattdessen braucht Trier attraktive Job-Ticket-Angebote für Berufspendler (die Trierer Hochschulen haben nach wie vor keines) und Sozialtickets für ärmere Bevölkerungsschichten, die besonders häufig auf ÖPNV-Nutzung angewiesen sind. Die Regionalbahn muss endlich aus den Startlöchern kommen.

FDPFDP: Der Öffentliche Personennahverkehr muss langfristig zu einer echten Alternative zum Auto werden. Dazu sind jedoch unter anderem besser auf die Bedürfnisse der Fahrgäste abgestimmte Fahrpläne notwendig. Gerade für junge Menschen ist es in einer Großstadt wie Trier nicht hinnehmbar, dass der Busverkehr wochentags um 24 Uhr sowie samstags und freitags nachts um 2 Uhr endet und dann teilweise erst wieder morgens um 7 Uhr der erste Bus fährt. Auch die steigenden Studierendenzahlen müssen in die Planung der Stadtwerke miteinbezogen werden. Völlig überfüllte Busse dürfen nicht zur Normalität werden. Die Steigerung der Attraktivität des ÖPNV hängt aber auch maßgeblich von der Preisgestaltung ab. Schon mittelfristig müsste es möglich sein, die Preise zu senken. Dies führt indessen zwangsläufig zu einem höheren Defizit bei den Verkehrsbetrieben der Stadtwerke (SWT), das von den anderen Unternehmensbeteiligungen aufzufangen wäre. Zudem sind die SWT insofern nicht frei in ihrer Preisbildung, als sie Mitglied im Verkehrsverbund der Region sind (VRT), wo die Fahrpreise nach einem schwer nachvollziehbaren System für alle festgelegt werden. Will man den Verbleib in diesem Verbund nicht in Frage stellen, muss dort eine Änderung der Preispolitik herbeigeführt werden. Zur Erhöhung der Transparenz treten wir dafür ein, dass der ÖPNV stärker in den Blickpunkt städtischer Politik tritt und Busfahrpläne sowie Buspreise in städtischen Gremien öffentlich beraten werden.

Die LinkeDie Linke: Der ÖPNV muss konsequent ausgebaut und auf eine kostenlose Benutzung für alle Bürger in den nächsten fünf Jahren umgestellt werden. Die 80.000 Einwohnerstarke Stadt Hassel in Belgien hat dieses Konzept schon lange erfolgreich umgesetzt. Die Erfahrungen dieser Stadt müssen genutzt werden und auf Trier übertragen werden. So zeigt sich: Die ‚kostenlose ÖPNV-Benutzung für alle’ (!) ist finanzierbar, attraktiv und wird sowohl von den Einwohnern und auch von den Besuchern alternativlos angenommen. Gewerbetreibende und der Lieferverkehr fahren mit Ausnahmebescheinigungen. Wer ansonsten mit dem Auto in die Stadt will, muss höhere Parkgebühren bezahlen. Denn gesellschaftlich gewollt ist die solidarische Fahrgemeinschaft des ÖPNV im Verkehrsverbund.

UBMUBM: Die Unabhängige Bürgervertretung Maximini (UBM)  fordert eine bessere Vertaktung der Linien und die Einführung eines preisgünstigen Kurzstreckentickets in allen Stadtteilen.

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17 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Bertold Büchner schreibt:

    Hilfe! Die Linke schlägt vor was ich mir als CDU Wähler wünsche!
    Es ist doch eigentlich ein bisschen unfair, dass man als Besserverdiener doppelt für den Bus zahlen soll.
    Zum einem subventioniert man die StudiTickets mit und jetzt dann auch noch ein Sozialticket wie es die Grünen fordern um dann im Bus als eigentlicher Premium Kunde nochmals angeschröpft zu werden. Das werde ich bei der Autobenutzung zwar auch, aber eben nicht so direkt mit Bargeld für jede Fahrt.
    Dieses Hasselter Modell kenne ich bisher nur von Erzählungen, aber es scheint doch sehr interessant zu sein, da dann auch Autobesitzer schneller davon zu überzeugen sind mal umzusteigen. Insbesondere der Einzelhandel und die Gastronomen sollte sich mal die Entwicklungszahlen die damit verbunden sind ansehen. Ein starkes Wachstum in den Umsätzen über Jahre hinweg. Die Leute kommen öfters in die Stadt, haben mehr Geld zur Verfügung, da sie weniger Auto fahren etc. Nebenbei sparte sich die Kommune teure Straßenbauprojekte und Leute die dennoch mit dem Auto fahren haben Dank geringerer Verkehrsdichte mehr Platz auf der Straße…

  2. wolfgang lorig schreibt:

    Es macht schon sehr nachdenklich, dass – bis auf die Bürgerinitiative Trier-Pallien – bisher keine politische Gruppe danach fragt, welche Konsequenzen u.a. die “Reaktivierung” der Westtrasse für die Anwohner/Innen in Pallien, Trier-West, Euren und auch Zewen haben wird. Bereits heute sind diese Stadtteile in unerträglicher Weise Lärm- und Abgasbelästigungen ausgesetzt, und dies dürfte zukünftig noch erheblich zunehmen! Insbesondere ein ausgebauter Zugverkehr wird die Wohnsitutation zusätzlich dramatisch verschlechtern! Insgesamt scheinen nicht wenige Trierer Kommunalpolitiker ihre verkehrspolitischen Phantasien auf die westlichen Stadtteile zu konzentrieren: Westtrasse mit Haltepunkten -und noch mehr Individualverkehr, Masterplan für den Durchgangsverkehrs durch diese Stadtteile, Zubringer zur Autobahn u.a.m. Noch kein Wort war bislang zu Fragen des Emissionsschutzes, der Schallschutzmaßnahmen, der Wohnqualität – oder aber einer projektbezogenen Bürgerbefragung/-beteiligung zu hören/lesen!Es wäre interessant – vor der Kommunalwahl – zu erfahren, wie die Stadtteil-Kandidaten/Innen sich die Vereinbarkeit von nachhaltiger Lebensqualität und Verkehrspolitik in Pallien, Trier-West, Euren und Zewen vorstellen! Jedenfalls sollen Belastungen – wieder einmal – auf die westlichen Stadtteile verlagert werden, und das ohne ein überzeugendes Gesamtkonzept für den Verkehr in und um Trier erkennbar ist!

  3. Raimund Scholzen schreibt:

    Umkehrung der bisherigen faktische Priorisierun des Autoverkehrs in eine Priorisierung des Öffentlichen Personennahverkehrs mit:
    1. Beschleunigter Busverkehr mit Vorrangschaltung an Signalanlagen und mit separaten Busspuren, wo immer möglich.
    2. Ausbau der Stadt- und Regionalbahn mit neuen Haltepunkten Hafenstraße, Mäusheckerweg, Trier-Nord, Kürenz, Kaiserthermen (besonders wichtig!), St-Matthias und St-Medard an der Hauptstrecke sowie Biewer, Mariensteg (s. meinen Beitrag “Moselstege”; Nordbad, Moselstadion, Ex-Haus), K-W-Brücke, Martinerfeld (s. Irminensteg), Trier-West, Messepark (K-A-Brücke, Barbarasteg; P+R-Platz für Luxemburgpendler), Euren, Monaise und Zewen an der Weststrecke. Das senkt den Straßenverkehr auf der Westseite um ca. 13 %.
    3. Verknüpfung des Trierer mit dem Luxemburger Bahnnetz
    4. Petrisbergaufstieg
    5. Bezahlbare Tarife, Tendenz “Hasselt”
    6. Dichte Fahrpläne
    7. Freundliches Personal, saubere Fahrzeuge
    etc. etc.
    Bei dieser Prioritätensetzung erscheint es möglich, die im Jahr 1992 vom Stadtrat schon für das Jahr 2000 beschlossenen Verschiebungen der Verkehrsanteile “30 % weniger Motorisierter Individualverkehr (MIV), 100 % mehr Öffentlicher Verkehr (ÖPNV)” tatsächlich, wenn auch verspätet, zu erreichen.

    Raimund Scholzen, SPD Trier-Süd

  4. Kempe schreibt:

    @ Bertold Büchner
    “Es ist doch eigentlich ein bisschen unfair, dass man als Besserverdiener doppelt für den Bus zahlen soll. Zum einem subventioniert man die StudiTickets mit”

    Sehr geehrter Herr Büchner, puh, so ein Satz zeugt von soviel Unwissen, das tut mir beinahe körperlich weh. Schonmal überlegt, wie der Trierer ÖPNV aussehen würde, wenn nicht alle Studierenden per Zwangsabgabe (!) eine ganz gewaltige Summe in die SWT-Kassen spülen würden? Es kann gar keine Rede davon sein, dass Besserverdienende die StudiTickets subventionieren würden. Andersherum: ohne Studenten wäre beim Trierer Verständnis von Mobilität vermutlich der “zweimal-am-Tag-Takt angesagt und das ohnehin reale Verkehrschaos wäre noch viel viel größer.
    Nochmal: sie sehen das Angebot an ÖPNV, die relativ teuren (meiner Meinung nach zu teuren) Zeitfahrkarten und die, verglichen damit, geringe Summe, die die Studierenden zweimal im Jahr pauschal per Rückmeldung bezahlen. Ok, kann man, macht aber kein Sinn.
    Denn würden die zuständigen Vertreter von Studierendenseite einfach so aussteigen hätte die Stadtwerke Trier Verkehrs-GmbH ein derart gewaltiges Loch im Haushalt, dass massiv eingestampft werden müsste. Natürlich würden die Studierenden leiden, deshalb macht das ja auch keiner, selbst wenn von SWT-Seite die Schere zwischen geforderter Summe und dafür gebotener Leistung weiter geöffnet wird. Aber was wäre denn in diesem Gedankenspiel der ÖPNV in Trier noch?

    Keine Ahnung, warum so viele Trierer Probleme mit Studierenden haben, soll hier ja auch gar nicht das Thema sein. Aber der aus Unwissenheit resultierende Neid auf das Semesterticket ist immer wieder erschreckend!

    Übrigens sind wir an und für sich einer Meinung:
    eine geringe allgemeine Abgabe (meiner Meinung nach auch der Rentner, Arbeitslosen etc., ein Pro-Kopf-Betrag, nicht prozentual vom Einkommen) würde ich mir als Finanzierung des dann unbegrenzt kostenlos nutzbaren ÖPNV in Trier sehr wünschen. Gerade in der Randlage Triers könnte man das gut als Pilotprojekt für Deutschland laufen lassen und wahrscheinlich einige (PKW-)Verkehrsprobleme reduzieren.

    Und nochwas zu Raimund Scholzen: alles schön und gut. Ich sag mal: ANFANGEN!

  5. augur schreibt:

    Wenn sich alle Parteien so einig sind, warum geschieht dann nichts? Wir dürfen gespannt sein in der neuen Periode!

  6. norbert damm schreibt:

    Freiburg liegt in Deutschland,einigermaßen “grün”. Geht gucken.

  7. Bertold Büchner schreibt:

    @ Kempe:

    Irgendwie wurde meine Aussage wohl falsch verstanden.
    Ich habe keine Probleme mit Studis. Vor 25 Jahren ware ich selber noch Student und dannach sogar nochmal für ein paar weitere Jahre an der Uni. Damals gab es noch zumindest in Würzburg noch keine Semestertickets und das war nicht so toll.
    Das ich heute die Studitickets subventioniere steht außer Frage. (Meines Wissens nach zahlen die Studis 50% und 50% Aufschlag vom Land RLP.) Das Wort Subvention setze ich dabei aber doch gar nicht negativ ein. Nein – ich finde das sogar gut so. Ich gehe ja sogar noch weiter und sage: Ja zu Frei-Ticket für alle, also keine Tickets mehr.

  8. Hyperboreas schreibt:

    Bisher hätte ich mir nie vorstellen können, mal die Linken zu wählen, aber diese Idee, kostenloser ÖPNV für alle, hat wirklich was. Warum nicht? Das wäre mal ein wirkliches Leuchtturm-Projekt und würde die Lebensqualität in der Stadt deutlich verbessern. Natürlich wird das teuer, dann verzichtet man halt darauf, Millionen für einen überflüssigen Handwerkerpark zu vergeuden. Schließlich kann man ja auch mal Geld ausgeben für was, das sich wirklich lohnt. Endlich mal ein innovativer Gedanke hier im Wahlkampf!

  9. Jonas schreibt:

    Ich hätte mir gerade von den Grünen etwas mehr Details erwartet.

  10. Roland Struwe schreibt:

    Die UBM hat ja anscheinend ein tolles und detailliertes Konzept. Echt ein Armutszeugnis! Wer in einem so wichtigen Punkt so wenig zu sagen hat ist doch nicht wählbar.

    Ich möchte nur mal einige Punkte nennen, die mich besonders beschäftigen.

    1. VIEL zu hohen Kosten: Glücklichweise genieße ich als Student noch die Vorzüge des Semestertickets, welches ich für ein Erfolgsmodell halte (es ist günstig und solidarisch und der Radius ist ausreichend, nachdem die Linie 14 nun auch genutzt werden darf). Bin ich jedoch nicht Student, muss ich schon ein ansehnliches Einkommen haben, um mir Bus fahren leisten zu können. Ein Einzelfahrschein für 2,40 (schon ab einer Haltestelle) ist der blanke Hohn. Für Hin- und Rückfahrt fast 5 Euro zu blechen zu müssen, find ich schon fast unmoralisch. Da brauch sich keiner zu wundern, wenn viele doch lieber zum Auto greifen. Es ist inkl. aller Betriebskosten immer noch billiger, als regelmäßiges Busfahren! Andere Vorzüge wie Flexibilität und Bequemlichkeit mal ganz außen vor gelassen. Oberstes Ziel für eine Verkehrswende ist es, den ÖPNV für alle bezahlbar zu machen. Es muss nicht einmal umsonst sein, wie die Linke es fordert, aber eine drastische Senkung der Preise, z.B. eine Halbierung, gekoppelt mit der Umwidmung der gesamten Stadt zu einer Zone und der Einführung von Kurzstreckentickets und Sozialtickets (z.B. für Rentner), wäre angebracht!

    2. Taktung: Auch hier gibt es an einigen Stellen noch Verbesserungsbedarf.

    Beispiel a: Es ist erfreulich, dass es mittlerweile ein 5-Minuten-Takt Richtung Tarforst gibt. Allerdings wird durch diesen in keinster Weise die Vorlesungszeiten berücksichtigt. Daher ein Verbesserungsvorschlag: Mit viel Mühe hat sie Uni vor einigen Jahren den Veranstaltungsbeginn im Zwei-Stunden-Takt eingeführt (8, 10, 12, 14, 16, 18 Uhr). Das bedeutet, dass die Studenten auch meist zu diesen Zeiten an die Uni streben zw. wieder nach Hause. Regelmäßig sind dann die Busse maßlos überfüllt. Zu den ungeraden Uhrzeiten fahren hingegen Busse, in denen teilweise nur ganz wenigen Personen sitzen. Sinnvoller wäre es also die Taktung zu den geraden Uhrzeiten zu verdichten (auf 4 oder gar 3 Minuten von viertel vor bis viertel nach, die sog. c.t.-Zeiten) und zu den geraden Zeiten dafür etwas zu entzerren (z.B. auf 7 Minuten), um damit auch eine bessere Auslastung der Busse zu erreichen.

    Beispiel b: Der Sternbusverkehr ist grundsätzlich eine gute Sache, aber hier könnte die Taktung und die Anbindung an den ein oder anderen Stadtteil wahrlich verbessert werden. Insbesondere die Tatsache, dass unter der Woche um Mitternacht die letzten Busse fahren, finde ich für eine Großstadt absolut unzureichend. Ein weiterer Bus um 1 Uhr wäre schon eine spürbare Verbesserung.

    Beispiel c: Bus-Bahn-Koordinierung. Es ist extrem ärgerlich, wenn man gerade aus dem Zug aussteigt und einem der Bus vor der Nase wegfährt. Noch viel ärgerlicher ist es jedoch, wenn danach gar kein Bus mehr fährt! So wie es unter der Woche tagtäglich geschieht, wenn man mit dem letzten Zug aus Saarbrücken um 0:01 in Trier ankommt. Ich bin mir bewusst, dass es für die Deutsche Bahn ungleich schwerer möglich wäre die Fahrzeiten zu ändern, für das SWT wäre es hingegen ein leichtes. Denn insbesondere in diesem Falle, wäre es kein Problem, wenn die letzten Nachtbusse (sofern es hier keine Verbesserung in der Taktung gibt), einfach 5 bis 10 Minuten später vom Bahnhof abfahren würden. Da es danach keine Anschlüsse gibt, die man erreichen müsste, wird kein weiterer Fahrplan beeinträchtigt. Die Fahrgäste aus SB wären glücklich nicht das Taxi nehmen zu müssen (wie sonst soll man nachts mit Gepäck in die Höhenstadtteile kommen) und es würden dennoch keine zusätzlichen Kosten entstehen.

    Achja, ich glaube man könnte einiges an Zeit und Nerven sparen, wenn das Einsteigen an den Haltestellen in Uni-Nähe auch über die Hintertüren ermöglicht würde. Natürlich besteht dann die Gefahr des Missbrauchs, da der Busfahrer ja auch gleichzeitig Kontrolleur ist, aber vllt. sollte man hier einfach zu verstärkten Kontrollen greifen. Dies nur als Denkanstoß.

    Beim Thema Bahn befürworte auch ich den Ausbau von Regionalhaltepunkten und eine Reaktivierung der Westtrasse. Der Forderung von Herrn Scholzen nach so vielen Haltpunkten kann ich mich aber nicht anschließen, da die Abstände doch wohl zu gering sind. Kaum ist der Zug angefahren muss er wieder bremsen. Wenn die Lok in St. Medard ist, ist der letzte Waggon noch in St. Matthias. Hier muss man ein gesundes Maß finden.
    Insbesondere um den Pendlerverkehr nach Luxemburg, der in den nächsten Jahren noch zunehmen wird, fassen zu können, ist eine Reaktivierung der Westtrasse dringend notwendig. Dies bedeutet nicht unbedingt eine zusätzliche Belastung der westlichen Stadtteile, da ja eine Verlagerung der Pendlerströme von der Straße auf die Schiene angestrebt werden soll. Die Belastung durch den MIV nimmt also ab! Trotzdem muss gleichzeitig der Lärmschutz verbessert werden und auch für den Bahnübergang Aachener Str. müssen dann neue Ideen her.

  11. Kempe schreibt:

    @ Bertold Büchner
    “Das ich heute die Studitickets subventioniere steht außer Frage”

    Ach ja?

    Es gibt vom Bund “Regionalisierungsmittel”, die in den Finanztopf des Semestertickets einfliessen. Aber wenn Sie das als Ihre persönliche Subventionierung der Trierer Studierenden ansehen… Ok, alles eine Frage der Sicht der Dinge. Weisen Sie im Supermarkt die Butter-Käufer darauf hin, dass Sie als Besserverdiener ja die Butter doppelt bezahlen?

    In NRW wurde kürzlich das NRW-Semesterticket eingeführt. Wenn eine Uni oder FH will kann sie, aber eben wie beim Trierer Semesterticket, für ALLE Studierenden, ein NRW-weit gültiges Ticket haben. Finanzierung? Wie in Trier: Solidarprinzip. Die Höhe der Gebühren für dieses NRW-Semesterticket wird aufgrund der Erfahrungen und Statistiken über Zahler und Nutzungsverhalten berechnet. Und damit rechnet sich das schon.

    Natürlich fliessen da, wie bei Kohle, Butter und etlichen anderen Sachen, sicher irgendwo öffentliche Euros quer und über verschiedene Pfade ein. Regionalförderung, ÖPNV-Projektgelder, wenn Sie wollen können Sie wahrscheinlich auch noch die Fördermittel, mit denen Mercedes, MAN und Co beim Bau umweltfreundlicher Linienbusse unterstützt werden, als Ihre persönliche Subvention ansehen. Mit Ihrer Neid-Argumentation “ich als Besserverdiener zahl für den Bus doppelt” picken Sie sich ein so kleines Stückchen aus der reich gedeckten Tafel an Subventionen in Deutschland raus, verbiegen das wie es gerade passt und schüren eine Neid-Debatte gegen Studierende in Trier, das bringt mich auf die Palme und die Diskussion um Verbesserungen im ÖPNV in Trier nicht weiter.

    Aber das NRW-Semesterticket zeigt: wenn eine große Menge Abnehmer eine geringe Summe zahlt, wird damit viel ÖPNV-Angebot möglich. Leider sieht es so aus, dass außer den ansonsten nicht wirklich ernstzunehmenden Linken keine Partei eine solche solidarische Lösung Trierer Verkehrsprobleme für möglich hält. Nachher wird der Bahnhofsvorplatz jahrelang umgebaut – was sicherlich auch nötig ist – und dann heißt es: wir haben viel für den ÖPNV getan.

  12. Malte Beyer schreibt:

    @Hyperboreas u.a.

    Zur Klarstellung: Hasselt bedeutet, dass der ÖV über eine Abgabe ähnlich der Müllgebühr finanziert wird. Diese Abgabe zahlen alle Einwohner, unabhängig von der Frage, ob sie jemals einen Bus besteigen oder nicht. Quasi das Studiticket für alle.
    Keine schlechte Idee. Man müsste halt schauen, ob das akzeptabel ist.
    Ein anderer Gesichtspunkt, den Rainer Marz von den Grünen vor Jahren mal in einer Diskussion vorgetragen hat:
    Hasselt bedeutet auch, dass das Bewusstsein schwindet, dass auch der ÖV Abgase und Lärm verursacht und dass er eben nicht kostenfrei ist. Bedenkenswert.

  13. Rainer Landele schreibt:

    als grünes mitglied bin ich auch ein wenig verwundert über die kürze der grünen antwort. wer es länger und ausführlicher mag:

    http://uns-gruener-trier.de/stadt-trier/wahlprogramm/verkehr/

    der vorschlag der “kostenlose[n] ÖPNV-Benutzung für alle” wurde und wird sicher nicht nur bei den linken diskutiert. im gegensatz zur linken meint anscheinend nur keine andere partei, daß dies eine realistische perspektive ist.

    ich selbst würde mich allein schon über zwei dinge freuen, die man m.e. auch wirklich angehen kann in nächster zeit:

    1. tatsächlich kostenlose nutzung für alle(!) menschen über 65 und unter 14 im trierer öpnv; ich persönlich finde nicht, daß da ein geminderter sozialtarif reicht…

    2. die ausweitung des semestertickets-modells auf andere gruppen, wie z.b. lehrlinge; es hat nichts mit neid zu tun, festzustellen, daß studenten (auch) in dieser hinsicht privelegiert sind gegenüber anderen menschen in ausbildung.

    um nochmals auf den weitergehenden vorschlag der linken zurück zu kommen: ich bezweifle gar nicht, daß diese sache nicht finanzierbar wäre (der politische wille in der bevölkerung vorausgesetzt). trotzdem würde ich gerne mal hören, wie und durch wenn. und zwar eine konkrete, für trier gültige und machbare antwort. denn: so einfach mal eine öpnv-steuer einzuführen wird wohl schwierig ;-)

  14. Malte Beyer schreibt:

    Ich muss mich korrigieren:
    Nach einer kleinen Recherche habe ich gesehen, dass es in Hasselt die von mir erwähnte Umlage der Kosten auf die Einwohner nicht gibt, sondern dass sie Mehrkosten aus dem Stadtsäckel bezahlt werden.
    Die von mir erwähnte Umlage ist nur ein Modell der Gegenfinanzierung.

  15. Anja Matatko schreibt:

    @ Jonas und Rainer Landele:
    Dann müssen sich mehr GRÜNE Mitglieder dazu herablassen, Wahlprüfsteine zu beantworten, und schon entstünden längere Texte. Ist allerdings schwierig in einer Zeit, in der es gleichzeitig Flyer zu verteilen und Plakate zu hängen gibt. Erlaubt waren bei 16vor bis zu 1500 Zeichen pro Antwort bei jeder der 16 Fragen. Insgesamt ergaben auch die Grünen Antworten eine beachtliche Menge an Text. Da es sich bei der ÖPNV-Frage um eine sehr allgemein gehaltene Frage handelte, hielt ich es nicht für sinnvoll, 1500 Zeichen Allgemeines (wo dann doch wieder nicht genug Konkretes steht oder Punkte fehlen) zu antworten. Also gab es eine Kurzversion, wer Details mag wird sich das Wahlprogramm ansehen und das wiederum bietet dann mehr als 1500 Zeichen Grüne Verkehrspolitik an.

    @ Rainer Landele:
    Das Semesterticket z.B. auf Lehrlinge auszuweiten würde bedeuten, dass dann auch alle Lehrlinge den Ticketbeitrag leisten müssten, genau wie alle Studierenden zahlen, auch wenn sie den Bus nie nutzen. Bei den Studierenden wird der Beitrag jedes Semester von der Uni/FH eingezogen. Gibt es eine Stelle, die dies bei Lehrlingen durchführen würde? Nette Forderung, aber wollen die Lehrlinge ein solches Solidarbeitragssystem überhaupt?

    @ Malte Beyer:
    Ob die Mehrkosten aus dem kommunalen Haushalt fließen oder per Umlage macht doch keinen Unterschied. Fließen die Gelder aus dem Haushalt, dann werden an anderer Stelle Gelder eingespart. Durch den kostenlosen ÖV würde die Stadt sicher Ausgaben sparen, z.B. bei Lärmschutzmaßnahmen, die dann seltener erforderlich wären, bei Verwaltungskosten (z.B. Ausstellung der Schülertickets würde dann komplett entfallen),… Wie hoch diese Einsparungen wären, wissen wir nicht, aber sicher nicht kostendeckend. Auch wenn ein freier ÖV in Trier also nicht per Umlage sondern aus dem Haushalt finanziert werden würde, sollte man doch so ehrlich sein, den dann an anderer Stelle erforderlichen Einsparzwang mit zu erwähnen. Oder man führt eine Umlage ein, dann sollte man auch das im Wahlkampf benennen. Kostenlos für ALLE, also für BürgerInnen und Stadtsäckel, kann die Maßnahme nicht sein, irgendjemand wir zahlen müssen. Nachdem es uns bisher noch nicht mal gelungen ist, etwas gegen die steigenden VRT-Preise zu tun (und bei der letzten Preiserhöhung hat die Stadt immerhin geschlossen dagegen gestimmt, die Landkreise haben aber mehr Stimmen als wir und haben uns somit überstimmt), bin ich gespannt, wie die Diskussion zum freien ÖV im VRT (da die Stadt Trier Mitglied des Zwaeckverbands ist, wird der VRT sich mit dem Thema auseinander setzen müssen) verlaufen wird :-)

  16. Rainer Landele schreibt:

    @Anja Matatko

    oh, diese sache mit dem “semesterticket” für lehrlinge hätten wir vielleicht tatsächlich bei der wahlprogrammerstellung durchdeklinieren müssen ;-) oder eben in zukunft…

    du fragst, “wollen die Lehrlinge ein solches Solidarbeitragssystem überhaupt?” wollten es die studenten?

    wahrscheinlich wäre das geschrei unter auszubildenen ähnlich groß, wie bei den studis und wahrscheinlich gebe es ebenso klagen vor gericht – die am ende ebenso abgewiesen werden würden.

    aber ich würde das pferd gar nicht so herum aufzäumen, daß die auszubildenen nun alle einen ticketbeitrag zu löhnen hätten: nein, vielmehr sind es die arbeitsgeber, die dies machen. nicht hintenherum durch eine löhnerhöhung (um so die höhere belastung für die auszubildenen auszugleichen), sondern von beginn an offen. am ende sind es eh die arbeitgeber und über diese wiederum deren kunden (eben über den preis), die sowas finanzieren müssen. wie auch sonst?

    der vorteil dieses weges wäre ja nicht nur, daß man dem rumquerulierendem individuum, welches sich übervorteilt sieht, aus dem wege geht. vielmehr liegt der vorteil auch darin, daß man die ganze geschichte eben zu einer politischen entscheidung macht: tarifpartner, hwk, ihk, swt und parlamente entscheiden, diesen weg zu gehen.

    klar sind das zusätzliche kosten für die ausbildenden betriebe. aber alle für die mitarbeiter angelegten parkplätze sind dies auch. und – um mal eine hausnummer zu nennen – 400€ pro auszubildenden macht tatsächlich wieviel aus von den jährlich anfallenden kosten? herzlich wenig, oder? ich denke, auch sowas wäre eine art “leuchtturmprojekt”, welches die lebens- und arbeitsqualität der region erhöht…

    übrigens denke ich auch nicht, daß da gleich jeder ausbildungsbetrieb zwingend mit machen muß. muß halt nur eine ausreichend große gruppe sein, die sich schlicht ans studentische semesterticket mit ran hängen…

  17. Monatsticketfahrer schreibt:

    @ Rainer Landele:
    Mit welcher Begründung sollten unter 14 Jährige nichts zahlen sollen, ältere Jugendliche aber schon? Werden Kinder “billiger” wenn sie 15 Jahre alt werden? Ich glaube eher nicht.
    Und mit welcher Berechtitigung sollten alle über 65 Jährigen umsonst den ÖPNV nutzen? Weil alle Alten arm sind? Ich glaube nicht.

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