Hunderte protestieren gegen die NPD

TRIER. Mehrere Hundert in der Mehrzahl junge Menschen haben am Samstagmittag lautstark aber friedlich gegen eine Wahlkundgebung der rechtsextremen NPD protestiert.

Bereits am Morgen hatten sich rund 250 Demonstranten auf dem Viehmarktplatz versammelt und dort im Rahmen eines “Antifaschistischen Picknicks” ihre Ablehnung von Rassismus und Ausländerfeindlichkeit zum Ausdruck gebracht. Am Nachmittag dann reisten kaum mehr als 20 Aktivisten der rechten Szene an, unter ihnen auch der Bundesvorsitzende der NPD, Udo Voigt, sowie der Spitzenkandidat der Partei für die Stadtratswahl am 7. Juni, Safet Babic.

Geballter Protest gegen die NPD-Kundgebung. Foto: Daniel PredigerEs war ein eher ungewohntes Bild, das sich am Samstagmorgen auf dem Viehmarkt bot. Schon kurz nach 9 Uhr fanden sich Dutzende,vor allem junger Menschen auf dem Platz zu einem “Antifaschistischen Picknick” ein. Auch Vertreter von Parteien wie den Grünen, der SPD und Die Linke hatten sich hinzugesellt, ebenso nahezu die komplette Stadtratsfraktion der UBM mit Manfred Maximini an der Spitze, sowie OB Klaus Jensen und SPD-Chefin Malu Dreyer. Auf friedliche Weise bezogen sie Position gegen die für den frühen Nachmittag angekündigte Kundgebung der NPD im Umfeld der Porta Nigra.

Lange war unklar, wo die rechtsextreme Partei ihre Wahlkampfveranstaltung abhalten würde. Beantragt war der Porta-Nigra-Vorplatz, doch im Rathaus wollte man verhindern, dass Triers weltberühmtes Wahrzeichen als Kulisse für eine Kundgebung der NPD herhalten musste. Babic und seine “Kameraden” mussten deshalb auf den nahe gelegenen Simeonstiftplatz ausweichen, und weil dieser frühzeitig und weiträumig von einem Großaufgebot der Polizei abgesperrt worden war, kam es im Linienverkehr der SWT-Verkehrsbetriebe über mehrere Stunden zu spürbaren Beeinträchtigungen. Sämtliche Busse mussten umgeleitetet werden.

NPD-Spitzenkandidat Safet Babics Rede ging im lautstarken Protest unter. Foto: Daniel PredigerUnterdessen versammelten sich mehrere Hundert Gegendemonstranten auf beiden Seiten der Absperrung. Für 14 Uhr war die Kundgebung angesetzt, doch von der angeblich so deutschen Pünktlichkeit war wenig zu spüren bei der NPD. Während manchen bereits die Sonne zu schaffen machte, ließen Babic und sein Gefolge weiter auf sich warten. Als die ersten bereits mutmaßten, die rechtsextreme Partei habe ihre geplante Kundgebung kurzfristig abgesagt, bog plötzlich – mit mehr als einstündiger Verspätung  und aus der Franz-Ludwig-Straße kommend -  ein Stadtbus auf den Simeonstiftplatz. Ein gellendes Pfeifkonzert setzte ein, “Nazis raus!” und “Haut ab!” skandierten die Demonstranten.

Die Stadtwerke hätten auch einen Kleinbus einsetzen können, denn die Schar der Teilnehmer war doch recht überschaubar: Keine 20 Männer beteiligten sich an der Kundgebung. Dabei zählt allein die Liste der Partei für die bevorstehende Stadtratswahl 19 Bewerber, und neben dem NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt waren auch Parteimitglieder aus der Pfalz angereist. Auch Safet Babic, Jurastudent und Spitzenkandidat der NPD für den Stadtrat, hatte seinen ersten großen Auftritt im Kommunalwahlkampf. Doch ging der im lautstarken Protest der Gegendemonstranten unter. Nach knapp zwei Stunden fuhr wieder der Stadtwerke-Bus vor und holte die Kundgebungsteilnehmer ab. “Der Kampf wird weitergehen”, meinte Babic zum Abschluss seiner Rede.

von Marcus Stölb

23 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. beobachter schreibt:

    Der Neonazi Babitsch hätte genausogut etwas über seine Teilnahme bei den Weightwatchers erzählen können – trotz Megalautsprecher hätte ihn niemand gehört: dank der fast tausend Gegendemonstranten beidseitig des Simeonstiftplatzes, die über 2 Stunden lautstark die Nazis übertönten.
    Beachtenswert auch, dass von den Trierern, die auf der NPD-Wahlliste stehen, sich keine 5 auf diese Veranstaltung getraut haben. Alles nur Mitläufer? Schwaches Bild, NPD! Und ein Riesenerfolg für die Anti-Nazi-Kräfte in dieser Stadt!

  2. GrafZahl schreibt:

    Babic it kein dummer, soviel steht fest. Leider konnte man ihn nicht hören, die Kundgebungsgegner waren einfach zu laut.

    Die GRUNDRECHTE GELTEN FÜR JEDEN!!!

  3. Rainer Landele schreibt:

    welch eine verkennung der machtverhältnisse herr babic:

    “die niederlagen werden weitergehen”. heute fand doch ihr stalingrad im westen statt LOL

    das miese an der ganzen geschichte ist aber, daß sie mitsamt ihren kameraden trotzdem die macht haben, menschen angst zu machen und menschen zu verletzen. sie sind ein armer wicht, der seinen lebenswert nur daraus zieht, andere herab zu würdigen. und nur deswegen wollen sie in den stadtrat: um ihrem leben einen sinn zu geben.

    meinen sie ernsthaft, dieser “gewinn” an sinn und wert wird ihnen irgendwie helfen, eine starke persönlichkeit zu werden? ein mensch, der in sich ruht und aus dieser stärke heraus anderen menschen beisteht, die welt voran bringt, die welt zu einem schöneren platz macht? nichts davon! all dies interessiert sie einen dreck…

  4. Philipp schreibt:

    Folgendes ärgert mich eigentlich noch mehr als der NPD-Aufmarsch selbst:
    “bog plötzlich – mit mehr als einstündiger Verspätung und aus der Franz-Ludwig-Straße kommend – ein Stadtbus auf den Simeonstiftplatz”
    und:
    “Die Stadtwerke hätten auch einen Kleinbus einsetzen können, denn die Schar der Teilnehmer war doch recht überschaubar”

    Dass die SWT mit dieser “Partei” paktiert, disqualifiziert sie für mich endgültig!!! Als privatrechtliche Verkehrs-GMBH können die SWT nach Belieben Aufträge annehmen oder ablehnen! In jedem Fall schulden die SWT der NPD GAR NICHTS!!! Was reitet die Firma, einen solchen Auftrag anzunehmen?!

    Am Ende der Kundgebung habe ich einen Mitarbeiter der SWT gefragt, wie das denn sein kann, und durfte mich daraufhin von ihm anschnauzen lassen, das ginge mich doch überhaupt nichts an und die NPD hätte eine Sonderfahrt gebucht und bezahlt (!) und somit sei doch alles in Ordnung. Sag mir, wessen Geld du nimmst, und ich sag dir, wer du bist!!!
    Bei einer ähnlichen Kundgebung in Köln Anfang des Monats haben Taxifahrer sich geweigert, Nazis mitzunehmen. So hätten die Stadtwerke auch reagieren können, aber nein, das Geld, und sei es scheiß-braun gefärbt, ist ihnen lieber!

    Mein Fazit: SWT (wieder einmal): Zero points.

  5. Otto Nagel schreibt:

    Wo sitzen die Verfassungsfeinde!

    Wen wundert es,der bezahlte VVN gemeinsam mit der Mauermörderpartei und der Bürgermeister voran gegen die Nationalen gegen die NPD.Genau so will der Staat seine Bürger haben, und mit Sicherheit wird dafür auch noch ein Preis aus Steuergeldern vergeben.
    Doch jetzt paar Sätze zum Nachdenken,
    was der Uni Professor Dr. jur. Hans Herbert von Arnim, der ein Lehrstuhl für öffentliches Recht und Verfassunglehre hat kürzlich von sich gab. H.H.von Arnim vertritt die Ansicht, die Bundesrepublik Deutschland sei keine echte Demokratie mehr.”Das Volk hat fast nichts mehr zu sagen.Wir haben weder Herrschaft durch das Volk noch für das Volk”, sagte der Professor aus Speyer.
    “Deutschland werde von der politischen Klasse beherrscht, diese Berufspolitiker handelten vornehmlich aus Eigeninteresse”.
    Uneingeschränkte Staatsgläubigkeit, so meine ich ist Dummheit!

  6. Chris schreibt:

    Ich fand es schade, dass wir sie nicht ausgelacht haben. Zwar überwog die Wut, die wir menschenverachtenden Gedanken entgegen bringen, aber gleichzeitig sind diese Gedanken doch ein lächerliches Armutszeugnis. Deshalb hat mir am besten der skandierte Spruch “Ihr habt die Haare schön, ihr habt die Haare schön, ihr habt ihr habt, ihr habt die Haare schön” gefallen. Sehr schöner Tag, der hoffentlich ein Zeichen gesetzt hat, obwohl ich am Anfang erschrocken darüber war, dass die FDP zur gleichen Zeit einen Wahlkampfstand auf dem Kornmarkt hatte und zu Beginn sehr viele Menschen lieber einkaufen waren und sehr wenige Menschen gegen rechts laut waren. Glücklicherweise wurde das mit der Zeit besser.

  7. Realist schreibt:

    Tatsache ist aber, daß die NPD mitten in der Innenstadt eine Kundgebung abhalten konnte und das nicht verhindert werden konnte.
    Die NPD hat mit geringen Mitteln sehr große Aufmerksamkeit erregt.
    Wir erlebten gestern rechtes Politainment in Reinkultur.
    Wenn Babic in den Stadtrat kommt, und das erscheint mir nach dem ganzen Medienrummel als so gut wie sicher, dann werden die Stadträte ihre bisherige Taktik ändern müssen.
    Ansonsten werden sie gnadenlos als Bühnenelemente für rechte Politik-Inszenierungen instrumentalisiert.

  8. Otto Nagel schreibt:

    Aber aber Herr Chris,ihnen hat besonders der Spruch gefallen “Ihr habt Haare schön” und die NPD Vertreter gemeint, doch dies ist doch keine Aussage.
    Viel wichtiger ist was die NPD Vertreter unter den Haaren in dem Kopf haben, und da ist eben mehr und wird auch von denen die etwas mit der NPD zu tun haben bestätigt. Die Proteste gegen NPD-Veranstaltungen sind Ausdruck von Hilflosigkeit. Offenbar fehlt es den Berufsdemonstranten an Argumenten und deshalb kommen sie oft mit übelsten Schimpfwörtern, die nur ihre Vorurteile und Ahnungslosigkeit zeigen. Mit Multi-Kulti Sprüchen lassen sich die Größen Probleme nicht mehr übertünchen.
    Wenn es in einem Gefängniss Verbrecher aus 100 verschiedenen Ländern gibt, sehe ich da keine Bereicherung, sondern nur eine Bedrohung Deutschlands.
    Unqualifizierte Zugwanderer bereichern nicht uns, sondern nur sich selbst – auf Kosten der deutschen Steuerzahler und Beitragszähler.Es wird daher höchste Zeit, die riesigen Probleme, die durch ungebremste Zuwanderung entstehen, endlich ehrlich zu erörtern statt sie mit dummen Multi-Kulti-Sprüchen zu verdrängen.
    Im übrigen hat die NPD selbverständlich das Recht auf Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit

  9. Rüdiger Rauls schreibt:

    Sehr geehrter Herr Landele, zum Hochmut besteht kein Grund. Vielleicht haben Sie Recht, dass Herr Babic die Machtverhältnisse falsch eingeschätzt hat, aber Sie, so glaube ich, schätzen die Wirklichkeit falsch ein.
    Einige Hundert Gegendemonstranten waren wohl da bei der Veranstaltung, aber Zehntausende Trierer Bürger blieben zu Hause oder gingen shoppen.
    Und von den großen Redenschwinger, die noch vor wenigen Tagen den geschlossenen Widerstand der Demokraten angesichts der Bedrohung durch die NPD forderten, waren keine zu sehen. Auch nicht die, die sich noch publikumswirksam zum antifaschistischen Frühstücks-Event niederließen oder wahltaktisch dort blickenließen.
    Andere wie Jutta Metallkopf oder sonstige Schreiber flammender Reden hatten billige Gründe, nicht zu kommen. Auf diese unsicheren Kantonisten sollte man sich besser nicht verlassen, vor allem sollte man sich nicht von ihnen zu isolierten Aktionen der Zivilcourage verleiten lassen. Das zeigt das Beispiel der drei Politnaiven, die da glaubten, durch das Beschädigen von NPD-Plakaten etwas zu bewirken.
    Die flammenden Redenschreiber haben bis heute dazu keine Stellung bezogen. All überall beugte man sich den Sachzwängen. Sogar die Stadtwerke stellen brav Busse zur Verfügung.
    Aber das alleine ist nicht der Grund meiner Skepsis und meiner Warnung vor unberechtigtem Siegestaumel. Viel wichtiger ist, dass das Gedankengut der NPD in der Bevölkerung viel stärker verbreitet ist, als Sie zu vermuten scheinen. Dass so wenige an der Veranstaltung der NPD teilnahmen, hat nichts zu sagen und sollte nicht das Ausmaß der passiven Unterstützung in der Bevölkerung unterschätzen. Noch stehen wir erst am Anfang der schwersten Wirtschaftskrise, die dieses Land bisher erlebt hat. Und ich möchte nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass es in diesem Land so ruhig bleibt, wie es zur Zeit noch ist.
    Das “Nazis-raus”-Gebrüll ist kein Ersatz für politische Überzeugungskraft. Wichtiger wäre es, deren Weltbild und politischen Folgerungen zu verstehen, um sie entkräften zu können.
    Nicht politische Verunglimpfung oder persönliche Verhöhnung, die Sie hier zum Teil betreiben, ist das Gebot der Stunde, sondern politische Analyse und Bewusstseinsbildung, Stärkung der eigenen Überzeugungskraft durch Schärfung der eigenen Argumenten. Und das geht nur, wenn man sich mit dem Gedankengut der NPD auseinandersetzt anstatt es niederzubrüllen. Der Kraft von Argumenten und politischen Einschätzungen, die nahe an der Wirklichkeit sind, ist es schwer, sich zu entziehen.
    Nur so kann ihnen der Boden entzogen werden. Und der Boden ist die Verankerung in der Bevölkerung, nicht die Anzahl der Sitze in igendwelchen Räten oder Parlamenten.

  10. Schwitters schreibt:

    @ graf zahl

    die Grundrechte sollten aber nur für Parteien gelten, die die Grundrechte aller anerkennen. Und ich muss sagen…in dieser Frage sind die Trierer Bürgerinnen und Bürger Gott sei Dank schon etwas weiter als der Gesetzgeber, der es leider noch nicht geschafft hat, uns von dieser verfassungsfeindlichen Partei zu befreien.

    Also liebe Trierer Bürger…weiter wachsam bleiben….und wählen gehen.

    Bunt statt braun…..

  11. Chris schreibt:

    Ich sehe mich selbst als Demokrat und bin stolz auf unser Grundgesetz, weil es immer noch – mit Hilfe des BVG – Garant für unsere Freiheit bietet. Dass dieser Garant von diversen führenden Politikern gerne abgeschafft gesehen wird, steht auf einem anderen Blatt. Aber gerade weil ich stolz auf unseren Rechtstaat bin, finde ich es – auch, wenn es mir sauer aufstößt – gut, dass selbst eine verkackte Partei wie die NPD eine Kundgebung abhalten konnte. Zwar empfand ich die Porta als sehr unpassend, aber das sei jetzt mal dahin gestellt. Die NPD ist nicht verboten, obwohl sie es vielleicht sein sollte und hat daher einen rechtlichen Anspruch auf die Versammlungs- und Meinungsfreiheit. Dass gestern freie Bürgerinnen und Bürger jeglicher Couleur und Schicht dagegen ebenfalls gewaltfrei von dem gleichen Recht Gebrauch machen konnten und sich dem entgegenstellten, bestätigt meiner Meinung nach einfach nur die Stärke, die von unserer Verfassung ausgeht. Solange eine faire Gleichheit für alle Teilnehmer des politischen Systems herrscht, sehe ich unsere Verfassung durch solch selbsterklärte Verfassungsfeinde, wie die NPD, nicht gefährdet.
    Dass die SWT den Bus gestellt haben, tut gerade mir, als Student, der auf die Busse angewiesen ist, ganz besonders weh. Denn ich muss die Busse der SWT nutzen, um zur Uni zu gelangen. Weder kann noch möchte ich mir ein Auto leisten und kann daher auch die Dienstleistungen nicht boykottieren. Dass der Mitarbeiter der SWT da so pampig reagiert hat, liegt wohl vermutlich einerseits daran, dass er nicht zum ersten Mal danach gefragt wurde und vor allem, dass er womöglich selber nicht damit einverstanden war. Durften sich die Busfahrer eigentlich aussuchen, ob sie fahren oder wurde einer einfach dafür abgestellt? Wenn letzteres zutrifft, tut mir der Busfahrer echt leid.
    Ein großes Lob auch an die anwesenden Polizisten. Ich ziehe immer meinen Hut vor Menschen, die ihren Job machen, obwohl sie vielleicht lieber auf der anderen Seite stehen würden und den Stinkefinger in Richtung rechts zeigen würden. Ich würde mit dem Konflkt nicht leben können.

  12. Jakobs schreibt:

    @GrafZahl: Sie klingen wie Babic…
    Die Intelligenz von Herrn Babic scheint nicht besonders ausgeprägt zu sein. Nicht nur die ständigen Rechtschreibfehler in seinen Veröffentlichungen, nein, auch seine Stellungnahme zum gewalttätigen Angriff am 18./19. Mai zeugen von mangelhaften Gedankengängen.

    Eine Festnahme nach §127 StPO, wie Babic sich verteidigt, ist nur “auf frischer Tat betroffen oder verfolgt” rechtmäßig – was einige Kilometer entfernt und zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr gegeben sein darf. Außerdem ist die Anwendung von Gewalt, die zur Verteidigung dient, also Notwehr, nur im Rahmen der Verhältnismäßigkeit gestattet. Zu acht jungen und kräftigen Personen einen einzigen Menschen derart zusammen zu schlagen, dass er mit Gehirnerschütterung und anderen Verletzungen ins Krankenhaus musste, entspricht keiner Verhältnismäßigkeit. Da nach Zeugenaussagen die Gruppe um Babic wieder von den Angegriffenen ablies, während er, das Opfer, sich zur Polizei bewegt haben soll, spiegelt nicht den Versuch einer Festnahme wieder.

    Das klingt nach gefährlicher Körperverletzung § 224 StGB, Nötigung § 240 StGB (auch der Versuch ist strafbar) und versuchte Freiheitsberaubung § 239 StGB.

    Als Jurastudent hätte er das wissen können. Mit solchen Aktionen gefährdet Babic letztendlich auch sein angestrebtes Mandat im Stadtrat – Gemeindeordnung §31.

    @Philipp: Ihr SWT-feindlicher Beitrag klingt für mich nicht weniger faschistisch. Fundamente unserer Demokratie sollen Gleichheit und Menschenrechte sein, auch für Verbrecher und staatsfeindlich Andersdenkende. Sanktionen und Bestrafungen liegen in der Gewalt des Staates, nicht in der von Privatpersonen oder Unternehmen.

    Unser Problem mit verfassungfeindlichen Attitüden und Tendenzen lässt sich nicht mit der Diskriminierung jeweiliger Individuen beseitigen. Kein Unrecht hebt ein anderes auf!
    Hier muss die Ursache behoben werden. Wenn sich Menschen von Staat und Gesellschaft verraten fühlen, fehlt hier offentsichtlich mehr als der Dialog.

  13. GrafZahl schreibt:

    Also… ich finde es nach wie vor Schade, dass man die Herren nicht verstehen konnte. Ich wähle die zwar nicht, aber dennoch interessiert mich, was die da so abgelassen haben.

    Gruße

  14. Maurizio Becker schreibt:

    Interessant war auch das Verhalten der Polizei. Während die seit Beginn ihres Lebens in unfreiwilligem Bildungsstreik befindliche Handvoll Nazis eifrig Hitlergrüße verteilt hat, waren sämtliche Kameras der Staatsdiener auf die Gegendemonstranten gerichtet, die nicht mal im Ansatz den Anschein der Gewaltbereitschaft erweckten. Kein Wunder, dass der fette Babic am Ende seiner Rede die Polizei gelobt sich bei ihr für die gute Zusammenarbeit bedankt hat…

    Bravo, liebe Befehlsempfänger in Grün: so funktioniert kümmerliche Schikane, eure Freunde in Braun sind zurecht solz auf euch!

    Zu SWT fällt einem dagegen nix mehr ein. Von denen ist man ja schon so einigen Müllgewohnt, aber man musste schon baff sein, als da ein Stadtbus ankam und die Nazis nett hofier… äh…chauffierte. Echt schade, dass diese jämmerlichen Monopolisten in der lokalen Presse offenbar Artenschutz genießt und dieser Skandal sogar komplett totgeschwiegen wird…

  15. Sebastian1982trier schreibt:

    @grafzahl

    die NPD nimmt dir deine Grundrechte noch bevor du bis 3 Zählen kannst.

  16. Frank schreibt:

    @GrafZahl: Grundrechte? Das sind doch die, die Babic und Konsorten abschaffen wollen, ne?

    PS: Wenn wir schon dabei sind, die Grundrechte gelten auch für in Deutschland lebende und arbeitende Ausländer und was die NPD davon hält, kann man in deren Parteiprogramm lesen.

  17. xxx schreibt:

    Es ist doch alles ganz einfach, in einer echten Demokratie, kann man den Menschen die Dummheit nicht verbieten und hätte die NPD nicht ihre Rede abhalten dürfen, wäre das ganze nur ein Armutszeugniss für uns und für niemand anders, wodurch diese braunen Schweine bereits gewonnen hätten.
    Sollen sie doch sprechen, solange wir 40 mal so viele und die feigen Säcke sich noch nicht mals auf den Platz trauen, tragen wir den Sieg in der Hand.
    In diesem Sinne 05.06.2009 nächste Demo in Trier gegen Nazis, dass ganze fängt um 17 Uhr an, also vorbeikommen und Stimme zeigen!!!

  18. Hyperboreas schreibt:

    @Otto Nagel:

    Sicher gibt es in unserem Staat und unserer Demokratie einige Probleme, insofern hat das (ganz aus dem Zusammenhang gerissene) Zitat von Herrn von Arnim eine gewisse Berechtigung. Aber was wir haben ist immer noch tausendmal besser, als alles, was uns die Barbaren von der NPD je bieten könnten. Sollten diese Horden unzivilisierter Maulhelden und dumpfer Schläger jemals so etwas wie Macht erlagen, wäre das eine Katastrophe für unser Land! Wenn Sie ernsthaft meinen, die NPD hätte auch nur eine sinnvolle Lösung für eines der Probleme in unserem Land, kann ich nur sagen: Schwachsinn!

  19. Petrus schreibt:

    Ich habe mich geärgert, daß die Presse, d.h. TV und SWR die Nazis die ganze Zeit aus nächster Nähe geknipst und gefilmt haben. Damit haben sie ihnen viel zu viel Bedeutung gegeben und ihnen erst recht das Gefühlt vermittelt, “Stars” zu sein. Die Nazis haben sichtlich stolz vor den Kameras posiert. Muß das sein? Ich hätte einen Boykott der Presse angemessen gefunden. Ein paar Fotos und dann raus aus der Absperrung zu den Demonstranten.

  20. Susanne Andres schreibt:

    Wer zahlt denn eigentlich das riesige Polizeiaufkommen, doch sicherlich wir alle …
    Und das für knapp 20 Figuren, da lachen Babic & Co. sich sicherlich ins Fäustchen!

  21. Thomas Brück schreibt:

    Die NPD lacht soch sowieso ins Fäustchen. Eine Gegendemonstration für ein paar Leute und nachher wird alles schön in der Presse durchgekaut.

    @Petrus: Genau das ist ja die Problematik. Hätte es keine Gegendemo gegeben, hätten Volksfreund und SWR doch nichts zu berichten gehabt. Aber nein, links protestiert eifrig und schon gibt es eine medienwirksame Story. Der Medienauflauf ist allein die Schuld der Gegendemonstranten!

  22. Markus Nöhl schreibt:

    @Philipp, Maurizio, Chris

    Meinen bisherigen Recherchen nach wurde der SWT-Bus durch die Polizei gechartert, um einen risikolosen Transfer zu gewährleisten, dies scheint so üblich zu sein.

    Ich werde aber der Sache weiter nachgehen.

  23. Philipp schreibt:

    Ich habe gerade aus sicherer Quelle erfahren, dass den Stadtwerken nichts vorzuwerfen ist. Der Bus sei von der Polizei angefordert worden und insofern habe sich auch der SWT-Mitarbeiter vor Ort geirrt.

    Dann bitte ich für den Irrtum, der aufgrund einer mir zugespielten falschen Information beruht, um Entschuldigung.

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