Versöhnlicher Heimspiel-Abschluss

Sechs Tore, zwei umstrittene Elfmeter und ein Trierer Doppeltorschütze: Das letzte Heimspiel von Eintracht Trier hatte einiges zu bieten. Im Derby gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern gelang Baslers Mannen ein Unentschieden und damit ein versöhnlicher Abschied vom eigenen Anhang. Sahr Senesie war über weite Strecken nicht zu sehen, am Ende trotzdem der entscheidende Spieler.

TRIER. Unauffällig gespielt und am Ende der gefeierte Mann – für Sahr Senesie war es ein ziemlich typisches Spiel im Eintracht-Dress. Nur dreimal fiel er auf, das erste Mal ließ bis zur 67. Minute auf sich warten. Nachdem die Lauterer Abwehr den Ball im eigenen Strafraum nicht klären kann, zieht Senesie aus 15 Metern ab und sorgt damit für das zwischenzeitliche 2:2.

Vorangegangen war eine schwache erste Halbzeit der stark ersatzgeschwächten Heimelf. Mit Aydin Ay und Marcus Anfang fiel das etatmäßige defensive Mittelfeld aus. Zudem fehlte Gustav Schulz in der Offensive. Kaiserslautern nutzte die Räume, die ihnen die Trierer Defensive bot, zu zwei Toren: Zuerst war Sebastian Stachnik einen Schritt schneller als Michael Dingels und markierte das 0:1, nachdem Ricky Pinheiro auf der rechten Seite bei einem Konter völlig frei zum Flanken kam (37.). Ein weiterer Trierer Abwehrfehler führte zum 0:2: Kevin Lacroix verlängerte einen Gäste-Abstoß Richtung eigenes Tor. Schlussmann Assen Alexov konnte den Schuss von Enis Saiti noch abwehren, war aber chancenlos gegen den Abstauber von FCK-Stürmer Alper Akcam (42.).

Dass Trier nicht schon zur Pause höher zurücklag, war Alexov zu verdanken, der ein ums andere Mal gut mitspielte und weit vor dem eigenen Tor Gäste-Chancen vereitelte – und Lars Schäfer, der noch vor der Pause den Anschlusstreffer erzielte. Nach einer Rakic-Ecke brachte er das Leder über die Linie. “Mit der ersten Halbzeit bin ich total unzufrieden”, sagte Mario Basler anschließend. Dementsprechend sei auch die Kabinenpredigt ausgefallen.

Kurzer Tumult auf den Rängen

Trotz der deutlichen Worte blieb die Lauterer Reserve spielbestimmend und war dem 1:3 näher als die Eintracht dem Ausgleich. Ein Teil des zahlreich erschienenen Gäste-Anhangs sah sich angesichts des Spielverlaufs zu anhaltenden Provokationen inspiriert. Das Ganze gipfelte darin, dass sich einige Lauterer und Trierer “Fans” aus ihren Fanblocks lösten, um sich im leeren Teil der West-Tribüne zu treffen. Dass die offensichtlich gewaltbereiten Zuschauer nicht aufeinandertrafen, lag an den stabilen Zäunen im Moselstadion und dem Eingreifen von Kaiserslauterer Ordnern und Trierer Polizisten. “Bitte beachten Sie, dass Sie mit Ihrem Verhalten die Außenwirkung Ihres Vereins mitbestimmen”, sagte Stadionsprecher Peter Pries dazu.

Nachdem sich die Gemüter beruhigt und die Verhältnisse mit Senesies unerwarteten Ausgleichstreffer verändert hatten, ging es Schlag auf Schlag. Schiedsrichter Arne Aarnink wollte ein Trierer Foul im Strafraum gesehen haben und entschied auf Elfmeter. Senesie fiel zum zweiten Mal auf und holte sich wegen Meckerns eine gelbe Karte ab. Akcam verwandelte sicher und brachte die Gäste damit erneut in Front (71.). Zu diesem Zeitpunkt konnten sie sich damit wieder Hoffnungen auf Meistertitel und Aufstieg machen, da Konkurrent Dortmund gleichzeitig 0:2 in Münster zurücklag.

Trier in Überzahl zum Ausgleich

Die Pfälzer schwächten sich aber selbst, als der eingewechselte und bereits gelb-verwarnte Mario Klinger den Ball wegschlug und folgerichtig einen Platzverweis kassierte. “Das war völlig unnötig. Über diese Aktion müssen wir noch sprechen”, sagte Gäste-Trainer Alois Schwartz dazu.

Fünf Minuten vor Schluss hatte Senesie dann seinen dritten Auftritt. Nach einem Schubser gegen Tim Eckstein, zeigte Schiri Aarnink wieder auf den Punkt. Senesie ließ sich die Chance nicht entgehen und sorgte mit seinem Ausgleichstreffer für einen versöhnlichen Abschluss einer durchwachsenen Heimspiel-Saison (85.). Fünf Siege stehen vier Niederlagen und acht Remis gegenüber. “Insgesamt haben wir keine Kontinuität in unser Spiel gebracht”, meinte Kapitän Josef Cinar rückblickend.

Noch ist die Saison aber nicht gelaufen. Auf das letzte und unbedeutende Regionalligaspiel am kommenden Samstag beim VfL Bochum II folgt das Rheinlandpokal-Finale am 10. Juni in Polch gegen den Oberligisten SV Rossbach-Verscheid. “Der Pokal ist jetzt alles für uns”, sagte Andy Rakic. Für Kaiserslautern war am Ende alles nichts. Weil Dortmund in Münster noch zum späten Ausgleich kam, war das Unentschieden in Trier ohne Bedeutung im Aufstiegskampf. So wird es auch in der nächsten Saison zwei Südwestderbys zwischen Trier und Kaiserslautern geben. Hoffentlich mit ähnlich vielen Toren und weniger Tumult auf den Rängen.

Eintracht Trier: Alexov – Dingels, Lacroix, Cinar, Rakic – Hartung, Senesie, Schäfer (70. Mohsmann), Makiadi (31. Touré) – Traore (63. Eckstein), Risser

1. FC Kaiserslautern II: Riederer – Lamprecht, Reuter, Broniszewski, Kaldirim – Gross (88. Jemmely), Neubauer – Akcam, Pinheiro (73. Correia), Saiti (46. Klinger) – Stachnik

Tore: 0:1 Stachnik (37.), 0:2 Akcam (42.), 1:2 Schäfer (43.), 2:2 Senesie (67.), 2:3 Akcam (71., Foulelfmeter), 3:3 Senesie (85., Foulelfmeter)

Schiedsrichter: Arne Aarnink (Nordhorn)

Zuschauer: 2.230

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4 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Volker Haaß schreibt:

    Spruchband der Trierer Fans “Lieber tot als rot”. So etwas gehört nicht in ein Fußballstadion. Auch nicht “FCK – die Hure der Politik”. Von wegen Provokationen der Gästefans….

  2. horst schreibt:

    wieso? der FCK ist nunmal die hure der politik. oder wie anders erklären sich die verwicklungen rund um das wm-stadion kaiserslautern, die sonderbaren kredite und der lächerliche wahlkampf-protektionismus des dicken kurt beck?

    wenn man sich das “liedgut” der fck-”fans” angehört hat, muss man zu dem schluss kommen, dass deren provokationen wirklich welche waren und das niveau dieser seltsamen rotgewandeten pubertierenden mehrere schubladen unter dem ist, was man gerade noch als peinlich bezeichnen könnte. von dem versuchten blocksturm und versuchter und tatsächlich ausgeführter sachbeschädigung mal ganz abgesehen.

  3. Tina schreibt:

    derbytime… so is das im fußball nunmal – also nicht beleidigt sein… gibt schlimmeres

  4. Volker Haaß schreibt:

    @horst

    Deine Rhetorik ist peinlich, sonst gar nichts. Es gab keinen Blocksturm, es wurde lediglich der leere benachbarte Block aufgebrochen, woraufhin der Trierer Capo meinte, sich nicht mehr um die Stimmung kümmern zu müsen, sondern an vorderster Front Stress zu machen.
    Noch was: Wenigestens hat man die Lautrer gehört. Und informier dich erst mal über die Hintergründe, bevor du hier so einen Quatsch in die Öffentlichkeit setzt. Die Mainzer kriegen genauso Geld in den Hintern gesteckt, die Koblenzer auch.

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