Liebe Viehmarktpicknicker,

ich hoffe, nein, ich weiß, ihr hattet einen gelungenen Pfingstauftakt! Aktionen wie das antifaschistische Picknick gehören zu den immer seltener werdenden Gelegenheiten zu zeigen, dass man auf der richtigen Seite steht. Und da so viele andere auch Gut von Böse unterscheiden konnten, hat sicher nicht nur der Kaffee ein schönes, warmes Gefühl im Bauch gemacht. Begrüßenswert auch die Form des Protestes: Nutella statt Nazis, schmackhafter ist die braune Masse noch nie ausgemerzt worden. Außerdem ist dieses Zeichen des gemeinsamen Konsums auch ein wichtiges Signal in Richtung Wirtschaftskrise: Hurra, wir frühstücken noch.

Michael KernbachIm Vorfeld der Breakfast-Party weitere Possierlichkeiten, wie das Gerangel um die Teilnahme der DKP. Deren eigentlich im nordkoreanischen Reservat beheimatetes Weltbild zum Anlass zu nehmen, an dieser Demonstration des guten Geschmacks nicht teilzunehmen, erscheint ein bisschen der Wahlkampfhysterie geschuldet. Es ist, als ob man im Museum nach Saurierskeletten mit Steinen wirft. Oder aber, was schlimmer wäre, das Verweigern entspränge einer Sehnsucht: Sehnsucht nach einer einfachen Welt der ideologischen Blöcke, wo es noch klare Bedrohungen von gefährlichen Feinden gab. Wie in Rocky IV. Das waren noch Zeiten!

Wollte man zynisch sein, könnte einen sogar der Gedanke beschleichen, dass es dem ein oder anderen gar nicht sooooooo unrecht ist, dass die braunen Zombies immer noch nicht einfach nur eine skurille Schattengruppe sind, wie etwa eben ihre Hassfreunde von der DKP (ich wette 9,9 von 10 Trierern unter 30 halten die DKP für eine Versicherung).

Gegen Nazis sein, das ist so ein geil einfaches Statement in dieser komplexen Zeit, in der selbst menschenverachtende Weltsichten wie der Turbokapitalismus es geschafft haben, so smart zu werden, dass ihnen sogar staatlich geholfen wird, wenn sie sich bei der konsequenten Ausradierung von Arbeitsplätzen und dem sozialen Genozid durch enthemmte Kreditgeschäfte zugunsten des Shareholder-Values endlich mal richtig verhoben haben.

Wollte man nämlich mit einer Frühstücksrevolution das braune Übel bei der Wurzel packen und endlich mal denen die Laugenstange zeigen, die dafür Verantwortung tragen, dass Extremisten in einer Demokratie wieder Zulauf gewinnen, dann müsste man nach ostdeutschem Vorbild jeden Montag in den Schalterhallen der großen Banken mit Roggenbrot für den Renditetod demonstrieren. Oder auf dem Luxemburger Marktplatz. Oder in den Parteizentralen, wo Wahlkampf zu einer sportlichen Veranstaltung im Kampf um Prozentpunkte verkommen zu sein scheint und beliebigste Floskeln den oft dürren Inhalt mehr schlecht als recht retuschieren.

WerbungAll diese Mitverursacher des Problems findet man dann eben auch bei einem Antifabrunch, weil es anscheinend einer der letzten, kleinsten gemeinsamen Nenner geworden ist, gegen Nazis zu sein. Mögliches Fazit: Wir brauchen also ausgerechnet die Faschos für einen gesellschaftlichen Konsens. Argghh! Die wiederum freuen sich über die Crosspromotion und darauf, dass ihnen der gelähmte Demokratismus der Prozentpunktezählerparteien und die nach wie vor ungezügelte Gier der Geldjünger immer mehr frustrierte und perspektivlose Marktteilnehmer in die Arme treiben. Oder in die der DKP.

Wie unfähig wir hier mittlerweile zur Umkehr sind, zeigt uns die Regierung bei der Bekämpfung der Wirtschaftskrise. Neue Regeln? Gar eine Wertediskussion? Fehlanzeige. Was soll’s also, warten wir halt auf einen neuen starken Mann, der – soviel kleiner Trost soll sein – mit Sicherheit nicht wie Safet Babic aussehen und daherkommen wird. Da haben uns die Österreicher (wer auch sonst) ja schon lange den Weg gewiesen, wie ein rechter Nazi heutzutage mehrheitsfähig ausschaut. Darum mein Tipp für 2012: Es wird Florian Silbereisen.

Vom gepackten Koffer grüßt:

Michael Kernbach

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15 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Altgruftipunk schreibt:

    Eine hübsche Alternativ-Idee zu meiner Fußnoten-Deutung der in Trier gesichteten DKP-Plakate.
    Aber es hat schon was: Braun ist böse. Gegen böse ist gut. Hach, schööön! Nur die verbleibenden “Bösen” hat das nie so recht erklärt. Die bekamen den Anschein einer Naturgewalt.
    Ich geh’ trotzdem zur Demo, vielleicht macht sie ein paar Böse schön. ;)

  2. Simon Stratmann schreibt:

    Wie schön das es Journalisten gibt, die uns allen das Gefühl geben: Wichtig ist nur, dass man alles und jeden irgendwie in kleine, gutportionierte Häppchen ironisch- abgeklärter Worthülsen packen kann.
    Faschisten verprügeln Linke, kommen vielleicht in den Trierer Stadtrat, verüben bundesweit Gewalttaten. Kommt in dem Artikel irgendwie nicht vor, oder? Und dann gibt es diese elenden Gutmenschen, die Picknicken (nein wie putzig), naive Parolen schreien (“Eure Kinder werden so wie wir”) und sich anscheinend dadurch disqualifizieren, zu wissen, dass Nazis die Pest sind und jeder der was dagegen tut erstmal ein gutes Herz haben muss. Alles viel zu ernst, alles nicht hipp genug und vor allem so elend unabgeklärt. Diese Art von Journalismus ist widerlich und selbstverachtend. Wer meint, sich über diese Dinge (Faschistengewalt und so) stellen zu müssen und den zivilgesellschaftlichen Protest mit solcher arrogant- pseudoSPIEGEL- Manier ins Lächerliche ziehen zu müssen sollte sich ernsthaft fragen, ob er nicht ernsthaft die Koffer nicht nur packen sollte, sondern sie auch ausführen. Vielleicht nach Nordkorea. Dann lernt Kernbach auch mal Kommunisten kennen. Denn das ist auch ein Punkt. Anscheinend hat er noch nie mit denen geredet, sonst würde er nicht so ein Schwachsinn verbreiten: Leuten, die Gefahr laufen (oder bereits Opfer sind) von gewalttätigen Faschisten, vorzuwerfen, sie würden sich darüber freuen ist nicht nur eine intellektuelle Bankkrotterklärung, sondern menschlich zutiefst ekelhaft.
    Kernbach, nimm die Koffer und geh. Dann bleiben wir von so einem Provinzjournalisten mit der abgehobenen Attitüde eines SPIEGEL- Redakteurs auf Koks wenigstens verschont.

  3. beobachter schreibt:

    Es wird Zeit, dass Kernbach mit dem Schreiben aufhört – er kann es nicht. Schon die Kolumne davor bestand aus nichts mehr als unsäglichem Geschwurbel. Leider erkennt man Texte, die sich ein Autor abgequält hat, an dem typischen, inkohärenten paste&copy-Stil: so auch hier.
    Anders sind Relativaussagen wie die folgende nicht zu deuten:
    Zitat “All diese Mitverursacher des Problems findet man dann eben auch bei einem Antifabrunch” – und der Absatz davor nennt “große Banken”, den “Luxemburger Marktplatz” und “Parteizenralen”.
    Tatsächlich waren bei dem Picknick ausser der Partei der Grünen und der Jusos keine “Parteizentrale” anwesend, ganz zu schweigen von den anderen von Kernbach so benannten “Mitverursachern des Problems” (Banken, Luxemburg). Der Text weist damit u.a. den Grünen die Schuld am Aufkommen der Nazis zu. Total absurd.

    Die Klage über den kleinsten gemeinsamen Nenner macht diesen auch noch obsolet und öffnet damit Extremisten erst recht das Tor. Eine sehr CDU-nahe Interpretation, Herr Kernbach. Und wundern Sie sich nicht, wenn Zeilen aus diesem dürftigen Pamphlet demnächst als Rechtfertigungshilfen auf NPD-Homepages auftauchen.
    Schlecht, wenn man sich seine Meinung erst beim Schreiben bilden muss, weil man vorher keine hatte, und sich dann hilflos in pseudo-witzigen Formulierungen rettet, ne?

    Wir meinen, Trier sollte sich freuen, dass es (noch) genug Menschen gibt, die bereit sind, einen schönen Nachmittag dem öffentlich gezeigten Widerstand gegen Rechtsextremismus zu widmen. Und – dass es weit mehr als eine Handvoll ist. Und noch schöner: dass es sich in der Mehrheit um junge Menschen handelt. Wenn denen jetzt auch noch das Recht auf gesellschaftliches Engagement von selbstgerechten Textschreibern abgesprochen wird – na toll.

    Es ist ja OK, wenn die Leser nicht wissen sollen, auf was Kernbach raus will – aber wenn er das selber nicht weiss, sollte er die Leser auch nicht mehr mit seinen überflüsigen Ergüssen belästigen.

  4. Rainer Landele schreibt:

    @Simon Stratmann & beobachter

    so viele worte? dabei reicht eines: “gähn…”

  5. norbert damm schreibt:

    Her Kernbach, waren Sie eigentlich auch auf dem Picknick? Wo stehen Sie? Auf der Richtigen? Wahrscheinlich auf Nutella.

  6. Thomas Brück schreibt:

    Wasn das für ein Unfug???

    Jetzt haben wir eigentlich genau den Punkt erreicht, den ich von Anfang zu vermeiden appellierte. Die Nazis werden hoffiert und salonfähig gemacht, weil jeder meint, seinen Senf, egal ob pro oder Contra zu der Aktion, geben zu müssen.

  7. Altgruftipunk schreibt:

    Weiterleitung – vielleicht weiß hier jemand Bescheid?
    “salamander” fragt in meinem Weblog:

    Hallo!
    Einer der führenden DKP-köpfe im Trier der 70er war Edgar Keller jun.,der sich für seine parteikarriere sogar die damals längsten haare Triers abschneiden liess.
    Weiss jemand,was aus dem geworden ist?

    Grüsse nach Trier

  8. Hyperboreas schreibt:

    “Wollte man nämlich mit einer Frühstücksrevolution das braune Übel bei der Wurzel packen und endlich mal denen die Laugenstange zeigen, die dafür Verantwortung tragen, dass Extremisten in einer Demokratie wieder Zulauf gewinnen, dann müsste man nach ostdeutschem Vorbild jeden Montag in den Schalterhallen der großen Banken mit Roggenbrot für den Renditetod demonstrieren.”

    Also bitte – auch wenn der Kapitalismus im allgemeinen und die ach so schlimme Finanzkrise im speziellen an allem Schuld sind, es gab Nazis vor der Krise und es wird sie nach der Krise geben. Man wird nicht zum Faschisten, weil die Wirtschaft schrumpft, sondern weil man ein verkommener Mistkerl ist und sich nicht schämt, das auszuleben. Wer da mit so schlichten Lösungen wie “Wirtschaft runter, Nazis rauf” kommt, der verstellt den Blick auf das eigentliche Problem und schadet letztlich dem Kampf gegen die Faschisten.

  9. Metallkopf schreibt:

    Faschisten verprügeln Linke – und die tun womöglich so, als sei es andersherum im Fall der Fälle nicht genauso… Ohne jetzt Partei ergreifen zu wollen, aber wo ist der eine Prügelknabe besser oder schlechter als der andere?

    Politische Gewalt ist nirgendwo salonfähig, egal, wer da wen verprügelt. Das haben leider viele, die – egal wofür, hauptsache gegen Rechts – hier schrei(b)en noch nicht begriffen. Dass es nämlich völlig egal ist, welche Ideologie die Herren mit den langen Mänteln jetzt genau vertreten, die mich morgens um vier aus dem Bett zerren, weil ich einen unliebsamen Leserbrief geschrieben habe, oder aufgrund welcher konkreten Parolencouleur ich im Angesicht pubertierender Krawallmeier in der Fußgängerzone lieber das Weite suche.

    In gewissem Sinne bilden die Nazis für weite Teile der Linken einen wohlfeilen Integrationsfaktor. Denn wenn die plötzlich alle fehlten, ja was wäre denn da mit der schönen Solidarität gegen Rechts? Oder würde man dann umgehend Berti Adams’ rollendes Tierkrematorium als neues Feindbild entdecken müssen, in einem Wahlklassenk(r)ampf, der an Seichtheit und Simpelkeit des argumentativen Strickmusters kaum mehr zu überbieten ist?

    Was ich Klasse finde ist, dass die anwesenden Linken offenbar Kernbach noch weniger leiden können, als die Faschisten. Denn nichts ist irritierender, als einer, der über sie alle lacht. Rechts wie links. Demnächst also pünktlich zu Happy Kadaver hinaus!zum Anti-Kernbach-Frühstück auf den Viehmarkt. Fahrbare Grillbuden unerwünscht!

  10. Stefan Wolff schreibt:

    Leider gewirkt der umfangreiche Protest meiner Vorschreiber wahrscheinlich das Hefenteil des Erwünschten: er macht weiter. Denn seit seines ersten Beitrages versucht Kernbach vor allem eines, nämlich um Gottes Willen nicht Teil des kleinsten gemeinsamen Nenners zu sein. Dafür strampelt er sich bemüht durch den deutschen Wortschatz und versucht mit inhaltslosem Geschwafel auf jeden Fall anders und irgendwie cool zu sein. Diese Attidüde von zur Schau gestelltem und gewuüschtem Aussenseitertum erinnert frappant an den auf jeder Party in Trier oft gehörten Satz aus dem Munde erfolgloser Politikstudenten im 34 Semester: “Trier ist son Kaff! Wenn ich fertig bin, bin ich sofort weg hier und geh nach Berlin! Da is wenigstens was los!”
    Jau, Alta, dann mach halt. Aber laber mich nicht voll. Und so wird auch Kernbach seine gepackten Koffer erst dann in die Hand nehmen, wenn unter seiner Post von Ökosandale bis Junge-Union-Scheitel nur noch breite Zustimmung zu finden ist. Denn nichts schmerzt Wochenend- und Attidüden-Punker mehr, als wenn Mami den Iro doch irgendwie schön findet.

  11. Michael Merten schreibt:

    “Der Text weist damit u.a. den Grünen die Schuld am Aufkommen der Nazis zu. Total absurd” -
    Lieber Beobachter, ich schätze Sie ja sehr für Ihre in der Regel sachlichen Argumentationen, aber ist das nicht ein wenig sehr weit hergeholt?

    Laßt den Kernbach ruhig weiter seine Post schreiben, die ist in der Regel sehr lesenswert!

  12. Stephan Jäger schreibt:

    Da reden sie von “Geschwurbel” und “Geschwafel”, die Herren Kritiküsse, und würden doch eigentlich viel lieber Kraftausdrücke benutzen, wenn sie doch bloß nicht so intellektuell wären.

    Ich kann ihnen nur zurufen: Tut euch keinen Zwang an! Es befreit. Und um’s Niveau müsst ihr euch keine Gedanken machen. Das haben eure pseudointellektuellen Beleidigungen auch nicht.

  13. beobachter schreibt:

    Lieber Herr Merten,
    das ist weit hergeholt – nämlich direk aus dem Text. Sogar als Germanist tue ich mich schwer damit, ihn zu verstehen. Man muss schon über so manch ausgefeiltes Instrumentarium der vierfachen Textexegese (Mittelalter) verfügen, um diesem Kernbach’schen Text noch etwas Sinnhaftes abgewinnen zu können.
    Was allerdings tatsächlich zu beobachten ist, ist die Tatsache, dass man sich in Trier sehr schwer damit tut, einen breiten gesellschaftlichen Konsens gegen Neonazis herzustellen. Das finde ich persönlich schade, weil ich der Auffassung bin, dass organisiertes Neonazitum tatsächlich eine völlig andere Qualität von Gefährung unseres demokratischen Systems SIND – als ua DIE LINKE. Sogar als gewaltbereite autonome linke Demonstranden.
    In ihrer gesellschaftlichen Einflussnahme sind sie vielleicht eher noch mit Scientology zu vergleichen, und das mit einem speziell deutschen Legendenbildungs-Hintergrund.
    Und weshalb tut man sich schwer? Nicht, weil man diese Sicht nicht teilen würde – Sie würden mir ja sogar zustimmen können – nein: allein aus ideologischen Gründen.
    Es hätte allen gesellschaftlichen Gruppierungen in Trier gut angestanden, hätten sie zumindest gesagt: als Partei, Organisation etc möchten wir nicht direkt an besagter Demo teilnehmen – aber natürlich empfehlen wir unseren Mitgliedern immer die aktive gesellschaftliche Teilnahme am Widerstand gegen Rechts. Sogar, wenn vorne ein paar rote Fahnen wehen.
    Es ist ja nachvollziehbar, dass die CDU angesichts dieser Fahnen politisches Bauchweh bekommt.
    Das Lamento gegen Links klingt für mich allerdings doch ein bissl nach gwestrig, so a la Staecks berühmten Plakat “Die Spd will uch eure Villen im Tessin wegnehmen” – ja, Teile der LINKE ist für eine alternative Ordnung der Besitzverhältnisse. Frau Merkel übrigens in dieser Krisenzeit auch. HypoRealEstate könnte ein LINKS-Vorschlag sein. Sogar CDU-Bundestagsabgeordnete empfehlen inzwischen das Aufheben der VS-Beobachtung, weil die gegenstaatlichen Kräfte eben nicht konstitutiv sind in dieser Partei. Bei den Neonazis sind sie’s eindeutig, erkennbar, mit jedem Wort und jedem Flugblatt.

    Und selbst wenn Kernbachs Analyse gestimmt hätte, dass HartzIV, Schröder und Banken Ursache für Neonazis bzw deren Erfolge wären (er schreibt es nicht so deutlich), selbst dann dürfte man sich doch nicht hämisch ins Fäustchen lachen als politischer Gegner. Und den Anschein erwecken, man spiele die beleidigte Bratwurst, überlasse den Linken das Feld gegen die Neonazis, halte sich nur aus wahltaktischen Gründen von Demos fern etc etc. Die CDU kann doch dabei nur verlieren.
    Eine etwas ideologiefreiere Haltung auf lokalpolitischer Ebene wäre angebrachter gewesen, meine ich. Und schade, dass der thematische Wahlkampf so von diesem Thema überdeckt wird. Rufen Sie doch in einem offenen Brief alle ihre Wähler etc dazu auf, am 5.Juni zu demonstrieren, und sehen sie einfach darüber hinweg, dass andere Gruppen diese Anlässe dazu nutzen, ihr Fähnlein in den Wind zu hängen.

  14. exiltrierer schreibt:

    Bei aller Entrüstung darüber wer jetzt wen verprügeln darf: verharmlost die derzeitige Krise nicht! Wenn der berühmte “kleine Mann” das Gefühl hat, dass er dem Wirken der Banker und anderer hilflos ausgeliefert ist, die für ihre Fehler und Rechtsverstöße nicht zur Rechenschaft gezogen werden, während er wegen 3 € Steuerschuld Bußgeld zahlen muss, wenn er darüberhinaus noch arbeitslos wird und er zusehen muss, wie sich oben genannte mit seiner Kohle einen lauen Lenz machen, dann kommt die Stunde der Nazis. Hatten wir schon mal. Frau Schwan hat da gar nicht so unrecht, auch wenn Herr Westerwelle Zeder und Mordio schreit. Soziale Gerechtigkeit ist immer noch das beste Mittel gegen den braunen Dreck.

    Im Übrigen darf Satire fast alles. Find ich wiederum witzig, dass Kernbachs beiträge so bierernst genommen werden.

  15. Metallkopf schreibt:

    Und aus den gleichen Gründen, lieber Hyperboreas, wird man DKPler und linksextrem. Das ist doch das hirnverschossene bei den politisch Verblendeten. Die glauben doch wirklich, dass die Welt, die sie sich vorstellen, die beste aller Möglichen ist…

    Und das wäre auch an und für sich gar nicht so schlimm, schließlich glauben das auch CDU, SPD, FDP, Grüne, Linke und ein kleines Bisschen wohl auch die UBM. Mit dem Unterschied, dass deren Weltbild sich noch ein wenig näher an der allgemein akzeptierten gesellschaftlichen Norm bewegt. Aber “gut gemeint” ist es wohl in den allermeisten Fällen, ergo das Gegenteil von gut.

    Die Unmenschlichkeit der rechten wie der linken Gehirnmauke ist es aber, die wir abzulehnen haben. Und zwar immer und überall, nicht nur beim Frühstücken, damit die Inhaber der antifaschistischen Lufthoheit die – Pardon! – Rechtgläubigen auf ihrem kleinen roten Klemmbrett abhaken können, damit man wieder weiß, wen man nach der nächsten Revolution nicht ins Umerziehungslager stecken muss.

    Nicht jede Aktion gegen Rechts ist ein geeigneter politischer Lackmustest, wie krampfhaft das hier einige vielleicht auch so hinbiegen möchten. Mal abgesehen von den “bekannten Nazis”, die sicherlich ferngeblieben sein dürften. Wer weiß denn schon, wieviele von den braven Frühstückern insgeheim ihr Kreuzchen nicht vielleicht doch bei der NPD machen werden? Keiner. In der Wahlkabine ist nämlich jeder allein, und das ist auch gut so.

    Da steht man nun, als armer Tor und ist zwar antifaschistisch geläutert, aber doch so schlau als wie zuvor.

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