16vor-Wahl: Die Zukunft der Eislaufhalle

Ein Dach hat die Eissporthalle nicht mehr. Die Finanzierung einer neuen Überdachung ist noch ungewiss. Archiv-Foto: Christian JörickeAm Sonntag wählen die Trierer einen neuen Stadtrat. Wir konfrontierten die Parteien und den Verein UBM mit 16 konkreten Fragen und baten um möglichst konkrete Antworten. Ob Moselaufstieg oder Grundschulen, die Zukunft der Friedhöfe oder das Konzept für die Antikenfestspiele, den kleinteiligen Einzelhandel oder die Eishalle – CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, UBM, FDP und Die Linke beziehen auf 16vor Stellung – ungekürzt und unkommentiert. Heute: Was schlagen Sie konkret vor, damit die Eislaufhalle schnell wieder uneingeschränkt genutzt werden kann?

CDUDie Neuüberdachung der Eislaufhalle war von uns als Maßnahme aus den Mitteln des Konjunkturpaketes II beantragt worden. Doch leider hat das Land diese Maßnahme nicht genehmigt. Auch wenn uns dies Wählerstimmen kostet: Es wird sehr schwer werden, Mittel für die Neuüberdachung aufzutreiben. Wir werden aber trotzdem nichts unversucht lassen, um bis zu den nächsten Haushaltsberatungen eine Lösung zu finden.

SPDSelbstverständlich steht im Vordergrund der Bemühungen die Errichtung eines neuen Dachs für die Eislaufhalle. Leider konnte die Maßnahme nicht im Konjunkturprogramm berücksichtigt werden. Jedoch sollten die Möglichkeiten geprüft werden, ob durch die Kombination des Dachs mit einer Photovoltaik-Anlage eventuelle Finanzierungsmöglichkeiten privater oder öffentlicher Hand aufgetan werden können.

Bündnis 90/Die GrünenDie Eislaufhalle ist wichtiges Angebot im Freizeitbereich. Es ist allerdings die Frage, ob es allein kommunale Aufgabe ist, eine Eislaufhalle zu bauen und vom Sportamt betreiben zu lassen. In der jetzigen finanziellen Situation der Stadt ist die Investition kaum machbar. Für den Betrieb einer Eislaufhalle halten wir es für sinnvoll, einen privaten Partner für Investition und Betrieb zu suchen (PPP). Hier sind ja auch schon Gespräche geführt worden (z.B. mit dem Bürgerservice). Dabei gehört bei der energetischen Versorgung eine Solaranlage auf das Dach der Halle.

FDPNachdem leider die Einbeziehung der Eishalle in das Konjunkturpaket II des Bundes gescheitert ist, müssen hier schnellstens Gelder im städtischen Haushalt bereitgestellt werden, um der Eishalle zumindest ein funktionsfähiges Dach zu verpassen. Die reine Dachsanierung dürfte wesentlich kostengünstiger sein als die Zahlen, die im Rahmen der Gesamtsanierung der Halle zur Diskussion stehen. Statt siebenstellig, dürfte nach unseren bisherigen Informationen eine mittlere sechsstellige Summe ausreichend sein. Wir glauben auch nicht, dass eine vorläufige Sanierung nur des Daches als erster Schritt einer geplanten Gesamtsanierung technisch unmöglich und die Zustimmung der Kommunalaufsicht zu solch einer Einzelmaßnahme ausgeschlossen sein soll. Andererseits würde es den städtischen Haushalt natürlich erheblich entlasten, wenn man für die Halle einen Käufer und Betreiber fände, der bereit ist, die komplette Sanierung zu finanzieren. Um den Einfluss der Stadt auf Eintrittspreise und Betrieb zu sichern, wäre hierbei etwa an die Stadtwerke zu denken, die das Dach der Halle auch zur Stromgewinnung (Photovoltaik) nutzen könnten. Hier sollten entsprechende Verhandlungen aufgenommen bzw. vorangetrieben werden.

Die LinkeDies ist eine prinzipielle Entscheidung, nämlich ob der Eissport in Trier auf Dauer eine Bedeutung erlangen soll, wie seinerzeit, als bspw. die Trierer Löwen noch auf dem Eis standen? Hierfür wäre ein Investor oder Sponsor wesentlich.

UBMUmsetzung des Stadtratsbeschlusses!

Print Friendly

von

8 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Romano Glasner schreibt:

    Fakt ist doch nur – Wie gross lassen wir den Schaden noch werden. Nicht nur den schon riesigen Schaden im sportlichen und sozialen Bereich. Durch die dachlose Eishalle gibt es in Trier zur Zeit keine Eishockey – Mannschaft mehr im semiprofessionellen Bereich, darüber hinaus hat sich die Jugendabteilung des ESC Trier fast komplett in Luft aufgelöst. Fast 100 Jugendliche haben ihre Trainingseinheiten hier absolviert und lungern nun an irgendwelchen Bushaltestellen rum. Der Schaden, der derzeit im materiellen Bereich durch die Witterung an der Eishalle ensteht, den kann man derzeit überhaupt nicht beziffern. Wann wird endlich eingesehen, dass hier keine Zeit ist diese Entscheidung auf die laufende Bahn zu schieben. Fakt ist: eine weitere Saison nach der kommenden ohne Dach wird unsere Halle nicht überleben. Wer dies nicht glaubt kann sich ja gerne vor Ort ein Bild von der Sache machen.

    MFG

    Romano Glasner

  2. Hyperboreas schreibt:

    Hier zeigt sich wieder mal, daß die Stadt ihre Prioritäten nicht richtig setzt. Wenn es um die Eislaufhalle geht, klagen alle über leere Kassen und daß sich niemand anders findet, der das bezahlt. (So auch schon beim Südbad) Aber für Prestigeprojekte wie den Handwerkerpark oder den Umbau der Kaiserthermen, die Eindruck schinden, aber den Bürgern nichts bringen, ist Geld zu haben. Ich würde mich freuen, wenn die Stadt mal wieder so Geld ausgibt, daß die Bürger was davon haben.

  3. Bettina schreibt:

    Ich würde mich freuen wenn die Stadt weder für die oben genannten Prestigeprojekte noch für “alle 5 Jahre könnte ich mir vorstellen sie vielleicht mal zu nutzen” Projekte wie die Eissporthalle Steuergelder verschwendet. Vielmehr sollte das Kernziel endlich mal auf die Haushaltskonsolidierung ausgerichtet werden bei gleichzeitiger Bewältigung der vorhandenen und anstehenden sozialem Problemen.
    Zumal… um Kindern eine Perspektive zu ermöglichen braucht es erst einmal gute Schulen und Fuß/Fahrradwege für den Weg dorthin.
    Projekte wie eine Eisporthalle tauchen da nicht mal in der “ich habe zu viel Geld, wo soll ich es hinwerfen Kiste” auf. Nur weil es ein Luxusgut einmal gab ist das nicht unbedingt Grund es dauerhaft zu subventionieren. Sorry.

  4. norbert damm schreibt:

    Hei “Linke”: Wir brauchen keine Eissporthalle in erster Linie für “Die Löwen”, wir sind die LöwInnen. Alles klar?

  5. Nicole schreibt:

    Trier möchte gerne Großstadt sein.
    Eine Großstadt sollte ein Theater haben.
    Genügend Grundschulen.
    Gute Infrastruktur.
    Ausreichend Spielplätze.

    und auch eine funktionierende Eissporthalle.

    Vielleicht sollte in Trier wirklich ab und an mehr an die Bürger der Stadt gedacht werden, die immerhin die “Großstadt” ausmachen und weniger an weitere meist überflüssige Aushängeschilder, die niemandem was nützen, aber einen Haufen Geld verschlingen. Baut nicht noch einen “Glaskasten” um ein Bauwerk rum, das braucht wirklich keiner, nicht einmal die Touristen.

  6. Rüdiger Rauls schreibt:

    Sehr geehrter Herr Glasner und Hyperboreas,
    Leserbriefe zu schreiben, ist das eine. Sie sind wichtig, sensibilisieren für das Thema, bringen eine Einschätzung über die Stimmung in der Bevölkerung und können die Argumente schärfen. Aber allein scharfe Argumente nützen in den meisten Fällen nichts und führen nicht zu Veränderungen. Veränderungen bringen allein nur Handlungen.
    Unser Kampf für die Rettung des Südbads führte nicht zum Erfolg, weil wir die besseren Argumente gehabt hätten. Die lagen schon seit Jahren unverändert, unbeachtet und unberührt auf dem Tisch der Verwaltung und der Parteien.
    Wir hatten mit unserer Bürgerinitiative “Rettet das Südbad” Erfolg, weil wir die Menschen sammeln konnten, die mit dem Zustand des Bades unzufrieden waren. Wir haben aber nicht nur die Unzufriedenen zusammengebracht, sondern die, die über ihre Unzufriedenheit hinaus bereit waren, sich einzusetzen und zu überlegen, was sie tun könnten.
    Hoffen Sie nicht auf die Einsicht eines Rates und einer Verwaltung, die kein Geld hat. Dass die Eissporthalle verrottet so wie einst auch das Südbad, ist kein Mangel an Einsicht, sondern ein Mangel an Interesse und Geld.
    Das fließt nur da, wo der entsprechende Druck aufgebaut werden kann. Das beste Beispiel ist der Handwerkerpark, der von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wird, weil er als überflüssig und unvernünftig angesehen wird. Das interessiert aber nicht die, die ihn haben wollen und über ihren Einfluss in den Parteien, besonders CDU, FDP und UBM, die Ratsbeschlüsse erwirken können, die ihren Interessen dienen. Wenn das nötige Interesse da ist, dann bleibt das Geld nicht lange aus. Und das Geld für das Dach der Eissporthalle wird für den Handwerkerpark im Mattheiser Wald verheizt.
    Wenn Sie aber keinen Einfluss über die Parteien ausüben können, bleibt Ihnen nur der Weg, den wir gegangen sind. Sammeln Sie die, die über Ihre Unzufriedenheit hinaus bereit sind, mehr zu tun als zu jammern. Setzen Sie sich zusammen und überlegen Sie, was Sie tun können. Und hören Sie nicht auf die Resignationsphilosophen, die immer von vornherein schon wissen, dass “das alles nichts bringt”. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

  7. S. Wiltschek schreibt:

    einen recht schönen Freitag Morgen,

    Ich möchte mich nicht mehr zu o.g. Problematik äussern. Es existieren schon genügend Aussagen und Visionen von mir in den verschiedensten Foren. Machen wir es anders.

    Herr Rauls, wir standen ja schon in Verbindung. Ich hatte leider in der letzten Zeit zuviel in Luxemburg zutun. Aber ich habe ja ihre Telefon-Nummer. Ich melde mich Anfang der nächsten Woche bei Ihnen.

    Herr Michels, ich bin mir sicher, dass auch Sie hier interessiert “reinlesen”.
    Wie schon oben beschrieben, gilt dies auch für unser Treffen. Ich melde mich ebenfalls Anfang der nächsten Woche bei Ihnen. Tut mir leid, dass wir da schon wieder soviel Zeit liegen lassen mussten. Aber jetzt gehen wir es mal an.

    Allen anderen besorgten Schlittschuhläufern und Eishockeyspielern kann ich versichern, dass es in der leidigen Sache “Eissporthalle” Bewegung geben wird.

    Wie schon Herr Rauls schrieb, langt es aber nunmal nicht immer nur zu jammern und die Fehler bei anderen zu suchen. Initiative, Willen, Konzepte und Bereitschaft sich einzubringen sind gefragt.

    in diesem Sinne und mit sportlichen Gruss

    S. Wiltschek

  8. Felix Brand schreibt:

    @Herr rauls
    Vielen Dank für die nutzvollen Tipp´s. Sie haben recht,man muß sich mobilisieren und öffentlichen Druck ausüben.

    Zunächst sei zu sagen, dass der TV in der Vergangenheit berichtete, dass das KP 2 in Bezug auf die Eishsalle greifen würde.
    Bis dato warte ich auf eine Gegendarstellung..
    Dem war leider nicht so, da die SPD geführten Mainzer Behörden dies ablehnten.
    Fraglich ist, wer für die Stadt Trier die entscheidenden Verhandlungen mit Mainz geführt hat. War es der Bürgermeister, oder gar der Oberbürgermeister? Fakt ist, wenn man sich nicht an der entsprechenden Stelle richtig durchzusetzt, geht man leer aus.
    Die Stellungnahme der “Linken”, ist für mich mehr als peinlich..
    Wir werden in Zukunft mehr Druck machen!
    Schließlich sind die Eissportfreunde auch Wähler!

    Felix Brand, Kandidat der FDP für den Stadtrat

Schreiben Sie einen Leserbrief

Angabe Ihres tatsächlichen Namens erforderlich, sonst wird der Beitrag nicht veröffentlicht!

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien!

Noch Zeichen.

Unterstützen

In Evernote merken