Reichsbahndirektion steht vor Umbau

TRIER. Die TRIWO AG hat nach einem Urteil des Trierer Verwaltungsgerichtes Anspruch auf Erteilung der denkmalrechtlichen Genehmigung zu dem von ihr geplanten Umbau der ehemaligen Reichsbahndirektion.

Im Juli 2007 beantragte die TRIWO Wohnungs- und Gewerbebau AG bei der Stadt Trier die Erteilung einer Baugenehmigung u.a. zur Wohnnutzung in den beiden Obergeschossen des Gebäudes, das zwischen 1922 bis 1925 gebaut und 1990 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Nach den Planunterlagen sollten in diesem Bereich 18 Wohnungen, teilweise als Maisonettewohnungen mit Terrassen und Balkonen in beiden Dachgeschossen, entstehen. Die beklagte Stadt verweigerte jedoch die Genehmigung für den Ausbau des gesamten zweiten Dachgeschosses und schränkte den Einbau von Terrassen und Loggien im ersten Dachgeschoss ein.

Der gegen diese Entscheidung gerichteten Klage der TRIWO gab die 5. Kammer des Verwaltungsgerichts Trier statt. Zur Urteilsbegründung führten die Richter aus, die Stadt habe die privaten Belange der Klägerin nur unzureichend berücksichtigt. Die Verweigerung des Ausbaus des zweiten Dachgeschosses und die Einschränkungen im ersten Dachgeschoss seien der Klägerin nicht zumutbar. Aufgrund einer von der Klägerin vorgelegten und durch einen vom Gericht beauftragten Sachverständigen überprüften und für zutreffend befundenen umfangreichen Wirtschaftlichkeitsberechnung stehe jedoch fest, dass nur das Konzept der Klägerin es erlaube, die Risiken in überschaubaren Grenzen zu halten. Bei Einhaltung aller denkmalschutzrechtlichen Auflagen müsste die Klägerin dagegen mit einem – ihr nicht zumutbaren – erheblichen finanziellen Verlust rechnen.

Gegen die Entscheidung steht den Beteiligten innerhalb eines Monats die vom Verwaltungsgericht wegen grundsätzlicher Bedeutung zugelassene Berufung an das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz zu.

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2 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. norbert damm schreibt:

    Schon im August 2007, als das “Mehrgenerationenhaus” in Trier eröffnet wurde(Petra Moske lobpreißte die Berichterstattung des TV: “Großartiges Engagement”). Heute arbeiten dort SEKIS, Nestwärme, Ehrenamtsagentur und Palais.Jetzt kommt TRIWO dazu und baut. Vergessen haben bisher alle Beteiligten, auch Frau Dreyer (Sozialministerin) bei ihrer Eröffnungsrede, dass in diesem Gebäude seit 1935 der Sitz der Gestapo war. Willi Torgau zB. wurde dort gefoltert und nicht nur er. Das Gefängnis in der Windstraße, in bischöflichem Besitz!!!, war nicht weit.
    Ich denke, es ist an der Zeit, auch im Mehrgenerationenhaus 2 Generationen nach hinten zu gucken, und eine Gedenktafel für die Gestapo-Opfer anzubringen. TRIWO soll die bezahlen. Oder?

    mehrgenerationenhaus

  2. Bauherr schreibt:

    Toll – schon mal als Privater gegen Denkmalschutzauflagen was gesagt? Und dann mit “finanziellem Verlust” argumentiert?

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