Brennpunkte der Kirchengeschichte

2012 werden wieder Hunderttausende Heilig-Rock-Wallfahrer erwartet. Quelle: Verlag Michael WeyandEin großes Ereignis wirft seine Schatten voraus – in Form eines kleinen Buchs. In drei Jahren wird im Trierer Dom ein weiteres Mal der Heilige Rock, die angebliche Tunika Christi, gezeigt. Wer sich schon jetzt für den gepflegten und sachkundigen Smalltalk im Pilgerzelt wappnen möchte, sollte sich die neueste Lektüre aus dem Verlag Michael Weyand zulegen: “Der HL. Rock im Dom zu Trier und auf dem Weg zu Jakobus und Matthias” lautet der sprachlich etwas ungelenke Titel des zwar kurz gefassten, aber sehr lesenswerten Werks, das einstimmt auf den 500. Jahrestag der ersten Wallfahrt zum Heiligen Rock.

TRIER. Bloß mal weg ist seine Sache nicht: Markus Nicolay, Pfarrer in Ehrang und Sekretär der erst 2003 wiedergegründeten St. Jakobusbruderschaft, ist eigentlich permanent auf Tour, oder sagen wir, mehrmals im Jahr. Oft ist er mit dem Fahrrad unterwegs. Kommende Woche wird er mit rund 20 Jugendlichen gen Süden aufbrechen, mit dem Velo wollen Nicolay und die jungen Pilger eine Etappe auf dem Weg nach Rom zurücklegen; bis Augsburg soll es erst einmal gehen. Im Herbst will der promovierte Geistliche dann endlich Jerusalem erreichen, ebenfalls mit dem Fahrrad. Eine Etappe fehlt ihm noch. Und in Santiago de Compostella war der Jakobusbruder ohnehin schon mehrere Male. Pilgern mache “sensibel für eine Dimension des Lebens, die sonst nicht so im Vordergrund steht”, ist Nicolay überzeugt, “die Mehrheit der Pilger, mit denen wir es in Trier zu tun haben, sind Menschen, die sich selbst als Christen bezeichnen würden, Kirchensteuer zahlen, aber in einer wohlwollenden ‘Halbdistanz’  zum Glauben, zur Kirche und zur Gemeinde vor Ort leben”, berichtet der 42-Jährige.

Nicolay ist einer von drei Autoren des jetzt im Verlag Michael Weyand erschienenen Buchs “Der HL. Rock im Dom zu Trier – und auf dem Weg zu Jakobus und Matthias”. Auf 118 Seiten wird die jahrhundertealte Tradition des Pilgerns und Wallfahrens nach und über Trier geschildert – in sehr überschaubaren, aber keineswegs oberflächlichen Kapiteln. Auch Professor Dr. Bernhard Schneider fasst sich kurz, doch gelingt es dem Kirchenhistoriker, der an der Theologischen Fakultät der Universität lehrt, die wechselhafte Geschichte der Wallfahrten zur “Tunika Christi” allgemeinverständlich und hintergründig zu erzählen. Schneider hält sich nicht lange auf mit Fragen wie der nach der Echtheit der Reliquie : Die Echtheitsfrage erscheine heute ohnehin “irrelevant”, ist der Kirchenhistoriker überzeugt, entscheidend sei vielmehr die “beachtenswerte Wertschätzung des Gewandes Jesu in der Frömmigkeitspraxis der westlichen und östlichen Christenheit spätestens seit dem hohen Mittelalter”.

Vor 497 Jahren fand erstmals eine Wallfahrt zum Heiligen Rock statt – der Überlieferung nach vor allem auf Drängen Kaiser Maximilians I., der für 1512 einen Reichstag nach Trier einberufen hatte. Von da an wurde die Reliquie zunächst jährlich gezeigt. Und die Kritiker dieser noch jungen Tradition ließen nicht lange auf sich warten, mutmaßten sie doch zu Recht auch pekuniäre Motive hinter den regelmäßigen Zeigungen. So hatte der Papst dem Domkapitel für die Wallfahrten ein Ablassprivileg eingeräumt und sich dieses durch einen Anteil an den Opfergaben der Trierer Pilger vergelten lassen. Gegen den “Beschiss mit unseres Herrn Rock zu Trier” wetterte da Martin Luther. Bernhard Schneider lässt die großen Wallfahrten Revue passieren, wobei er sich insbesondere jener aus dem 19. und 20. Jahrhundert widmet, die allesamt “Brennpunkte der Kirchengeschichte” gewesen seien.

“Beschiss mit unseres Herrn Rock”

August Gustav Lasinsky hielt die Heilig-Rock-Wallfahrt 1844 in einem Ölgemälde fest, das im Stadtmuseum Simeonstift zu sehen ist. Beispielsweise jene, die der seinerzeitige Bischof Franz-Rudolf Bornewasser ausgerechnet am 30. Januar 1933, dem Tag der “Machtergreifung” Adolf Hitlers, ankündigte. Auch wenn der Kirchenmann wahrscheinlich nicht ahnte, welche Entwicklung die politischen Ereignisse in den folgenden Jahren noch nehmen sollten, ist die Wallfahrt von 1933 ein kirchenhistorisch kritisches Kapitel. Schneider weicht dem nicht aus, im Gegenteil: Indem er die von Bornewasser und dem damaligen Vizekanzler Franz von Papen unterzeichnete Grußbotschaft an Adolf Hitler anlässlich der Eröffnung der Heilig-Rock-Ausstellung Ende Juli zitiert, erinnert er auch an die damals im katholischen Klerus weit verbreiteten Fehleinschätzungen. “Anlässlich dieser Feier versichern wir dem Führer, der die christliche, nationale und soziale Grundlage des neuen Staates wiederherzustellen bemüht ist, unserer unverbrüchlichen Mitarbeit am Neubau des Deutschen Reiches”, schrieben Papen und Bornewasser.

Ein Vierteljahrhundert später steht die von Bornewassers Nachfolger in seiner Silvester-Predigt 1958 verkündete Wallfahrt unter einem in jeder Hinsicht besseren Stern – auch wenn  Bischof Matthias Wehr zum Zeitpunkt seiner Entscheidung noch nicht wusste, dass Papst Johannes XXIII. nur wenige Wochen später die Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils bekanntgeben würde. Es sollte dann 37 Jahre dauern, bis Bischof Hermann Josef Spital 1996 wieder zu einer Wallfahrt einlud. Seit dieser bis dato letzten Reliquienzeigung sei der Heilige Rock auch so etwas wie ein Bindeglied zu anderen Konfessionen, meint Professor Schneider.

2012 wird es nun wieder soweit sein, dann wird – aller Voraussicht nach Bischof Stephan Ackermann – die nächste Heilig-Rock-Ausstellung eröffnen; 500 Jahre nach der nachweislich ersten Wallfahrt werden dann erneut Heerscharen von Pilgern nach Trier kommen. Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen längst auf Hochtouren, zumal auch der 500. Jahrestag des Reichstags unter Kaiser Maximilian gebührend gewürdigt werden soll. Doch bei all dem Trubel droht in Vergessenheit zu geraten, dass die Moselstadt auch unabhängig von den Aufsehen erregenden Heilig-Rock-Ausstellungen immer ein bedeutsames Pilgerziel war und ist: So begann bereits im 12. Jahrhundert die Verehrung des Apostel Matthias, jährlich machen sich auch heute noch rund 140 Gruppen auf den insgesamt rund 400 Kilometer langen Fußweg hin und zurück zum angeblich einzigen Apostelgrab nördlich der Alpen, berichtet Bruder Hubert Wachendorf, Pilgerpfarrer und Leiter des Pilgerbüros in St. Matthias, in seinem wenige Seiten umfassenden Kapitel.

Dass es sich bei der in St. Matthias aufbewahrten Reliquie mit ziemlicher Sicherheit nicht um die Gebeine des 13. Apostels und Ersatzmanns für Judas Ischariot handelt, konnte der Anziehungskraft von “Sankt Mattheis”, wie die monumentale Basilika im Süden der Stadt von den Trierern genannt wird, bislang wenig anhaben.

Bernhard Schneider, Hubert Wachendorf, Markus Nicolay: Der HL. Rock im Dom zu Trier – und auf dem Weg zu Jakobus und Matthias; Verlag Michael Weyand, 8,90 Euro.

Lesen Sie zum Thema Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 auch: Bischof Marx lädt Papst Benedikt nach Trier ein

von Marcus Stölb

8 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Michael Merten schreibt:

    Hier eine heute wieder sehr lesenswerte Passage aus dem Bericht “Bischof Marx lädt Papst Benedikt nach Trier ein” aus dem Jahr 2007:
    “Gut möglich aber auch, dass der Papst den Weg an die Mosel findet und dann nicht mehr von Bischof Marx empfangen wird. Schließlich gilt der Trierer als einer der Hoffnungsträger des deutschen Episkopats, und dass er dereinst Erzbischof von Köln und damit Nachfolger von Joachim Kardinal Meisner werden könnte, ist nur eine der vielen Spekulationen, die über Marx’ künftige Einsatzmöglichkeiten angestellt werden.”
    Tja, so hatten sich wohl viele von uns verschätzt. Jetzt trinkt unser Altbischof Erdinger statt Kölsch…

  2. norbert damm schreibt:

    Am Juli 1933 schloss Hitler mit der römischen Kurie den Konkordatsvertrag ab. Am 23. Juli 1933 dem Eröffnungstag der “Rockausstellung” begrüßte Bischof Bornewasser auch die Vertreter der Reichsregierung und der NSDAP vor dem Domportal per Handschlag und geleitete sie in den Dom. In feierlichem Zug. Der normale Christ-Nazi in Tier musste denken, dass der Herr Bischof die Nazis hoffähig gemacht hat.Ich zitiere aus dem Stattführer: Trier im Nationalsozialismus/hrsg. von Thomas Zuche. 1997, S.57:”Es ist ein großes Verdienstder Reichsregierung, ja, es ist ein Rettungswerk am deutschen Volk, wenn sie dem verderblichen und unwürdigen Treiben der Gottlosen ein kraftvolles Halt gebietet; wenn sie mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln dem Bolschewismus, dieser die Völker ins Unglück stoßenden geistigen Entartung, entgegentritt….” Aus einer Rede am 25. Juli von Bischof Bornewasser vor der katholischen Studentenverbindung “Ripuaria” in Bonn. “Der Beschiss mit unserem Herrn Rock in Trier”( Martin Luther) geht weiter. Eines meiner Lieblingslieder “Freifrau von Droste-Vischering” von 1844 verballhornt diese Reliquienverehrung. Bischof Ackermann sollte nachdenken, ob diese Rock-Show der Förderung eines angemessenen Gottesbildes dient, oder ob, wenn man die politische Dimension berücksichtigt, sie nicht zu einer Rocky- Horror-Picture-Schow verkommen ist.

  3. mattheisenmüller schreibt:

    @ norbert damm
    jaja, ist klar, hauptsache mal über die dummen reliquienverehrer gelacht….
    und klar, logisch: wer sich mit dem heiligen rock beschäftigt, der verbrennt auch menschen, oder so.
    ganz so einfach ist das nun auch nicht, wenn man mal von persönlichen “gottesbild” (by the way: was ist denn “angemessen”?) absieht, so wird bekanntlich niemand gezwungen sich das anzusehen. und auch die trierer geschäftsleute wird es freuen, wenn besucher in die stadt kommen (warum auch immer). also bitte mal den ball flach halten, es gibt ja wohl auch wichtigeres…

  4. norbert damm schreibt:

    Stimmt Herr Müller, die ökonomische Dimension habe ich nicht berücksichtigt. Ich würde auch nie behaupten, dass ich über ReliqienverehrerInnen lachen würde. Meine verstorbene Mutter kam aus diesem Anlass extra von der Südpfalz nach Trier. Historisch ist: Kaiserin Helena hat diesen Fummel mitgebracht, angeblich aus Jerusalem. Ihr Sohn, Kaiser Konstantin, hat dann den Katholizismus zur Staatsreligion erklärt. Ein notierter Mörder, der unsere Vorfahren, die hier lebten, ausmerzen lies. In der Ostkirche ist dieser Okkupator bereit heilig gesprochen. Die katholische Kirche denkt gerade darüber nach. So, wie wenn der amerikanische Präsident Nixen, oder sein Vorgänger, heilig gesprochen würden wegen des Vietnamkrieges. Nein, Herr Müller, der “Heilige Rock ist eine Schande für das Christentum.

  5. Theodosius schreibt:

    Es ist also historisch, dass Helena “den Fummel” mitgebracht hat. Glückwunsch zur wissenschaftlichen Sensation. Nach aktuellem Forschungsstand ist das eine Legende. Ebensowenig hat Konstantin das Christentum zur Staatsreligion erklärt, das geschah mehr als 40 Jahre nach seinem Tod unter einem seiner Nachfolger. Seine Affinität zum “Katholizismus” ist umstritten, möglicherweise sympathisierte er auch mit den Arianern. Auch läuft meines Wissens kein Heiligsprechungsverfahren in Rom. Aber solche Details interessieren ja in einer ideologisierten Debatte ebensowenig, wie die die Rolle des Heiligen Rocks als Symbol für die Ökumene, von wegen Gottesbild und so.

    Konstantin mag man auch wegen seiner historischen Rolle durchaus kritisch bewerten, immerhin hat er ja seine halbe Familie gemeuchelt und Krieg und Bürgerkriege geführt. Das unterscheidet ihn aber kaum von allen anderen römischen Herrschern und auch nicht von vielen Machthabern bis in unsere Zeit. Ihn aber als Besatzer zu sehen, der “unsere Vorfahren” ausgemerzt (so ein historisch belastetes Wort aus ihrem Munde…) hat, ist ziemlich albern. Zu Konstantins Zeiten war unsere Gegend schon Jahrhunderte römisch. Und überhaupt: Wer sind den “unsere” Vorfahren”? Kelten, Franken, Römer oder was hier noch an Völkerschaften durchmarschiert ist?! Die Kelten hat Konstantin sicher nicht okkupiert, die waren im 4. Jahrhundert lange romanisiert. Die Franken hat er auch nicht ausgemerzt (hätte er vielleicht, wenn er gekonnt hätte) sonst hätten diese nicht gut 150 Jahre später den Laden übernommen. Was die Rolle der Römer als fremde Besatzer betrifft, verkneife ich mir ein Zitat aus Monthy Python…
    Ob seine Zeitgenossen in Trier Konstantin als Besatzer gesehen haben oder als Tyrann? Interessante Frage, angesichts der Quellenlage aber vollkommen hypothetisch.

    Also, ich verstehe, dass aufgeklärte Menschen dem Reliquien- und Heiligenkult der sancta ecclesia kritisch gegenüberstehen. Man sollte aber niemandem “Beschiss” vorwerfen und sich dann selbst eine gefällige Geschichtsschreibung zusammenzimmern.

  6. Sigrid Otto schreibt:

    Zu dem sogenannten “Beschiß”:

    Hier rennt man Illusionen und Wunschdenken hinterher oder Ritualen, Märchen, Mythen. Was immer der Mensch braucht.
    Reliquienverehrung ist halt nicht mehr oder weniger. Mit Realismus oder Rationalismus hat das nichts zu tun. Die sog. Gläubigen wollen halt Wallfahrten und Pilgern, das liegt in ihrer spirituellen Natur. Ein infantiles Suchen nach Geborgenheit, Wärme und göttlichem Verständnis. Das gibt halt ein geiles, sehr erhabenes, extrem göttliches GEFÜHL.

    Dieses wird selbstverständlich merkantil ausgeschlachtet.

    Besonders in Trier, wo der Constantin, der sog. christl. Wegbereiter, über viele Leichen hinweg endlich die Religionsfreiheit propagierte und, Gott sei selig, auch den Weg frei machte zur Inquisition.

    Inquisitio bedeutet “Untersuchung”. Das mutet kriminalistisch an? Was bitte, soll das bedeuten?

    “Untersuchen” hat für die kath. Kirche nur die eine Bedeutung, daß gemäß ihren Dogmen auf Schuld oder Unschuld (nichtgläubig/gläubig) plädiert wird. Insofern ist o.g. Artikel blasphemisch inkl. des Charakters von Herrn Stölb, der sich anmaßt, den hl. Rock etc. als “Beschiß” auszugeben. Er ist schuldig, gemäß den Paradigmen der kath. Kirche und einer Beichte dringend bedürftig.

    Meine Ausführungen lassen vielleicht einige die Pathologie des kath. Glaubens erahnen, die sich laut der Hirnforscher in einer Störung des Temporallappens lokalisieren lassen.

    Das ist therapierbar, wenn auch ziemlich schwer.

    Sigrid Otto

  7. Ernst schreibt:

    Wieso so bescheiden? Flavius Valerius ist nicht nur für die Irrungen der Inquisition verantwortlich. Führt nicht auch ein direkter Weg von der Milvischen Brücke zum Prager Fenstersturz, Erstem und Zweitem Weltkrieg, von Vietnam und Kuba und dem Kalten Krieg ganz zu schweigen? Wes Geistes Kind der war, zeigt sich ja schon daran, dass er den Türken dreisterweise mitten in Istanbul eine Kirche der Heiligen Weisheit vor die Nase setzt – und das direkt vis à vis der Blauen Moschee. Durch seine einseitige Bevorzugung des Christentums ist er auch direkt mitverantwortlich für den Internationalen Terrorismus und den Islamismus und irgendwie auch für Guantanamo und Abu Graib.

    Und dann erst seine kurzsichtige Planung der Feiertage und Verkehrswege in unserer Stadt und halb Europa! Konstantin ist schuld, dass unsere luxemburgischen Vettern uns regelmäßig die Stadt verstopfen. Und: Hätte er die Niederlande erobert, hätten die Holländer heute ihre eigenen antiken Baudenkmäler und müssten nicht in Karawanen gen Süden ziehen und würden unsere Fernstraßen verstopfen. Letzlich ist Konstantin damit auch für die Klimakatastrophe verantwortlich, das Ozonloch, die Abholzung der Regenwälder, die Diskriminierung von Frauen, Homosexuellen und Minderheiten sowie das Wembley-Tor von 1966. Direkt verantwortlich ist er auch für die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise, schließlich hätte sich Konstantin ja auch dem Buddhismus zuwenden und statt des Domes und der Basilika Zen-Zentren bauen können. Sanftmütig wie die Lämmer wären wir heute und würden geschwisterlich leben statt uns die Hälse abzuschneiden und gegenseitig zu bescheißen. Auch für die geringe Wahlbeteiligung bei der letzten Trierer Kommunalwahl ist Konstantin direkt zur Verantwortung zu ziehen. Schließlich hätte er ja nicht nur den Sonntag, sondern auch noch den Montag für frei erklären können. Letzlich ist Konstantin auch für meinen Tinnitus aurium verantwortlich. Hätte er seinen Palazzo nicht am Domfreihof errichtet, würde dort heute nicht der dicke Pitter meine Lebenswelt akkustisch verseuchen und Lärmstress verursachen.

    Nur: Was tun mit so einem linken Vogel, der auch noch die Dreistigkeit besitzt, seit 1672 Jahren tot zu sein und sich so einem Tribunal zu entziehen? Der Römer hätte ein probates Mittel gehabt: Damnatio memoriae! Lasst uns den Namen K* überall tilgen – in Museen, Büchern, Internet, Akten, auf Kunstwerken. Ein erster Schritt zur Wiedergutmachung wäre die Umbenennung aller Kinder, die den Namen K* tragen. Auch die Umbenennung von Dom und K*-Basilika in Michael-Schmidt-Salomon-Zentrum und Giordano-Bruno-Haus wäre ein schönes Zeichen. Und als Strafe für diese unsägliche Lobhudelei im Jahr 2007 wird das Rheinische Landesmuseum umgewidmet in eine Karlheinz-Deschner-Bibliothek. Praeterita mutare non possumus.

    Was den Herrn Stölb betrifft, dessen Medium “16vor” übrigens auch umbenannt werden muss, da der Name ein direkter Verweis auf präkoloniale, imperialistische Aktivitäten der Römer ist, die hier unsere Ahnen unterdrückten: Schreibt er weiterhin so ketzerische Dinge und nimmt Luther-Zitate in den Mund, wird das Bistum ihm sicher bald den Temporallappen auswringen!

  8. Sigrid Otto schreibt:

    K* Marx und sein Manifest müssen noch dringend ersetzt werden durch Schmidt-Salomon und dessen Manifest. Da dieser S.S. ein großer Philosoph ist, nimmt es nicht wunder, daß er sich nun auch Nietzsche nähert und ihn optimiert durch sein großartiges Buch: “Jenseits von Gut und Böse – warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind”.

    Da er aber auch inspiriert und zum predigen geneigt ist, hat er in einem Wisch die zehn Gebote der Bibel fleißig überarbeitet in noch einem Buch: “Die goldenen Regeln der Menschheit. Was man tun muß, wenn man das Richtige tun möchte blablabla…”. Bald in jeder Nachttischschublade der Hotels zu finden.

    Und in noch einem Buch (“Auf dem Weg zur Einheit des Wissens”) erfährt der Trierer Bürger endlich, “wie unter der Perspektive des vernetzten Wissens deutlich wird, daß Biologismus und Kultur einander verstärkende Wahrnehmungsverzerrungen sind”. S.S. beschreibt die Geschichte der Evolutionstheorie vom frühen Lamarckismus hin zur modernen Soziobiologie und zeigt auf, dass diese Entwicklung prinzipiell den Weg zu einer „Einheit des Wissens“ geebnet hat.

    Wie bei allen großen Philosophen gibt es auch hier das Problem des Verstehens für den gemeinen Bürger, der die Masse ausmacht und wegen der Quantität großen Einfluß nehmen soll. Darum ist es angeraten, das man o. g. Zentrum und das G.B.-Haus als Übersetzungsinstitutionen etabliert. Der Evolutionäre Humanismus als künftig trierbewegende Philosophie sollte mundgerecht und verdauungfähig vermittelt werden, um eventuellen Durchfällen und Magenverstimmungen vorzubeugen. Aber daran hat S.S. wohl auch schon gearbeitet, indem er Bilderbücher für Kinder schrieb, die ebenso erwachsenentauglich scheinen. Und da wird tatsächlich alles ganz einfach erklärt, wie es sich tatsächlich verhält. Was soll man da noch selber denken müssen?

    Also Bilderbücher für Kinder und einfach gestrickte Erwachsene einerseits und intellektuelle Sekretionen für die geistlich beweihräucherten andererseits. Dazwischen die Übersetzungsbüros für den mittelbegabten Bürger.

    Aber: vorsichtshalber sollten doch ein oder zwei Oppositionen gegen die Einheit des Wissens gegründet werden , damit der Bürger wenigstens das Gefühl hat, seinen Verstand zu gebrauchen, indem er zwischen manifesten Denkmustern wählen kann.

    Wenigstens..

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