Du bist Trier: Dr. Peter Binz
Streitbar und umstritten: Seit drei Jahrzehnten widmet sich Dr. Peter Binz vornehmlich der Diagnose von Hirnschäden, die durch Gifte oder Kopfverletzungen verursacht wurden. Immer wieder setzte sich der Umweltmediziner für von Chemikalien geschädigte Patienten ein. 1941 in Trier geboren, machte Binz vor einem halben Jahrhundert am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium sein Abitur. Nach dem Studium der Medizin in Freiburg, Friburg (Schweiz), Basel und Mainz ließ er sich in Aachen und Saarbrücken zum Nervenarzt ausbilden. Seit 1980 praktiziert Binz in seiner Geburtsstadt und sorgt immer mal wieder für Schlagzeilen. So auch heute in der Berliner tageszeitung: diese nominierte den Trierer für den taz-Panter-Preis 2009.
1. Was gefällt Ihnen besonders an Trier?
Die nahen, offenen Grenzen.
2. Wo essen und trinken Sie auswärts am liebsten?
Bei den Einwanderern.
3. Wer ist für Sie der bedeutendste Trierer?
Karl Marx.
4. Wo ist Triers größter Schandfleck?
Die Areale der Giftfabriken.
5. Wer ist in Trier Ihr Lieblingssportler oder -verein und warum?
Die sind mir eigentlich alle gleich lieb; an Sportarten lehne ich aber Boxen und Chlor-Schwimmen ab.
6. Ihr Lieblingswort auf Trierisch?
Porz Viez.
7. Was zeichnet den typischen Trierer aus?
Was die Trierer anbelangt, die zu uns kommen: Müdigkeit und Resignation nach Arbeitsschäden und verlorenen Rechtsverfahren.
8. Was würden Sie in Trier gerne ändern?
Eben das!
9. Wo ist für Sie Trier am schönsten?
Wo man die alten Gebäude stehen ließ.
10. Welche Freizeiteinrichtung in Trier nutzen Sie am meisten?
Unseren Garten.
11. Was ist für Sie das vollkommene Glück?
Das ist unerreichbar! Momente genügen, beispielsweise das Verschwinden von Arbeitsgiften.
12. Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Lesen.
13. Ihr größter Fehler?
Vertrauen auf sicheren Fortschritt.
14. Was verabscheuen Sie am meisten?
Zum Teil vererbliche Giftschäden aus Gewinngründen.
15. Wo würden Sie außer in Trier gerne leben?
Am Meer.
16. Ihr Motto?
“Wer sich zum Schaf macht, den frisst der Wolf.”
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von 16vor





25. Juli 2009 (11:18 Uhr)
Es ist schade, daß so ein Interview-Schema Fragen enthält, die eigentlich keinen interessieren und keinem was nützen. Dr. Binz nimmt die Chance wahr, bei wenigstens fünf von diesen unrelevanten Fragen auf seine Intention einzugehen. Leider wird darauf nicht näher eingegangen. Ich hätte mir das Interview individueller und auf die Arbeit von Dr. Binz ausgerichtet gewünscht.
Was nützt dem Leser die Information, wo Dr. Binz gerne ißt und trinkt, welchen Sportverein er mag und warum, wo Trier am schönsten ist, etc. blabla.
Es hätte hier die Möglichkeit bestanden, daß Dr. Binz mehr über seine Arbeit erzählt, daß Aufklärung betrieben wird. Die Problematik, mit der sich Dr. Binz beschäftigt, sollte auch lokalpolitisch in Trier eine große Rolle spielen.
Die Praxen sind voll von Patienten, deren Beschwerden vom Arbeitsplatz herrühren: Wirbelsäulenschäden durch einseitige Belastungen, unzumutbarer Leistungsdruck mit Dumpinglohn und stetige Gifteinwirkungen am Arbeitsplatz lassen Krankheitsbilder entstehen, die zu gerne unabhängig davon diagnostiziert werden. Hier muß konkret Ursachenforschung betrieben werden, so daß die Unternehmen endlich reagieren und dafür sorgen, daß ihre Angestellten gesund und motiviert bleiben. Strengere Regeln und Arbeitsplatzbestimmungen müssen her.
Und eine Partei, die sich dafür einsetzt. Aber unsere Parteien scheinen hauptsächlich damit beschäftigt zu sein, sich streitend und zeternd die eigene Machtposition zu festigen. Hier müßte mal die Toxinbelastung im Rathaus dringend überprüft werden.
Ein Fall für Dr. Binz?!
Sigrid Otto, Trier
Heilpraktikerin
25. Juli 2009 (11:52 Uhr)
Dr. Binz, herzlichen Glückwunsch für die Nominierung zum taz-Panterpreis 09.
Ich verfolge die Preisverleihung schon seit Jahren, den kriegen die mit dem Rückgrad!
Ich werde für Sie voten, einmal aus Geburtsstädtischer Verbundenheit und zum anderen, und das ist eigentlich der vordringlichere Grund, weil Sie sich seit Jahren unermüdlich gegen Lobbiisten für die Ausgebeuteten, Missbrauchten, Verletzten, Kranken und im Stich-Gelassenen einsetzen, auch unter dem Druck von Staatsanwaltschaft und ,,Hohen Tieren”.