Schöner dank Graffiti

TRIER. Rund 1.350 Stromschaltkästen und Gasregelstationen stehen im Stadtgebiet. Drei der grauen Objekte ließen die Stadtwerke jetzt mit Graffiti aufhübschen.

In Zusammenarbeit mit der Stadt, allen voran mit Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani, haben die SWT den Trierer Graffitikünstler Laurent Steinmayer mit der Gestaltung der Kästen beauftragt. Seit kurzem präsentieren sich eine Gasregelstation in der Kohlenstraße am Einkaufszentrum Tarforster Höhe, ein Stromschaltkasten am Simeonstiftplatz und ein Stromschaltkasten auf dem Vorplatz der Porta Nigra in neuem Erscheinungsbild.

Während das Graffiti auf der Gasregelstation ein Rohrsystem mit integriertem SWT-Logo zeigt, haben sich die Stadtwerke und Steinmayer bei der Motivwahl für die Stromschaltkästen an der direkten Umgebung orientiert. “Aufgrund der Nähe zur Porta Nigra und zum Simeonstift war es uns wichtig, die Objekte so gut wie möglich ins historische Stadtbild zu integrieren”, begründet Arndt Müller, stellvertretender SWT-Vorstand, die Entscheidung. Innerhalb von jeweils vier Stunden hat Steinmayer die beiden Stromkästen nach dem Vorbild der dahinter liegenden Steinstruktur in ein Stück Mauer verwandelt.

Graffiti im Auftrag der Stadtwerke: hier zwei Stromschaltkästen am Porta-Nigra-Vorplatz. Foto: SWTVon der Kunstaktion profitieren beide Seiten: Während Steinmayer sich über die neuen Gestaltungsmöglichkeiten in Trier freut, hoffen die Stadtwerke auf sinkende Reinigungskosten. “Wir freuen uns, mit der Graffiti-Aktion das Stadtbild aufzuwerten und hoffen, dass die drei Objekte künftig in Ruhe gelassen werden”, so Müller. Die neuen Kunstwerke sind wetterfest und halten je nach Standort bis zu sieben Jahre, erwarten die Initiatoren. Eine Fortsetzung der Aktion mit weiteren Künstlern ist bereits angedacht – “allerdings nur unter der Vorraussetzung, dass die Pilotprojekte nicht verunstaltet werden”, heißt es vonseiten der Stadtwerke; “sonst macht die Investition für uns keinen Sinn”, betont Müller.

Steinmayer hofft derweil auf weitere Aufträge. Auf die Frage nach seinem Wunschobjekt will er sich aber nicht festlegen: “Es gibt unzählige Stellen, die zur Zeit durch unschöne Schmierereien oder einfach nur ein tristes Äußeres keinen schönen Anblick bieten”, erklärt der gebürtige Franzose.

Laurent Steinmayer ist seit Anfang der 80er Jahre in der Trierer Szene aktiv. Mit dem Sprühen von Graffiti hat er vor 23 Jahren begonnen. Seit etwa 20 Jahren ist sein künstlerisches Können soweit ausgereift, dass seine Werke zu professioneller Graffitikunst gehören. Er arbeitet seit 1990 mit dem Jugend und Kulturzentrum Exzellenzhaus Trier zusammen. Die ersten Anfragen der Stadtverwaltung zur Gestaltung öffentlicher Einrichtungen kamen 1988. Bisher hat Steinmayer mehrfach die Gestaltung von Unterführungen, Spielplatzwänden und Wänden des Exzellenzhauses Trier sowie der JVA Trier für die Stadt Trier übernommen. Hinzu kommen das Mitwirken bei der Moselland Ausstellung, dem Kultursommer Reinland-Pfalz, der Landesgartenschau Trier, dem Projekt “Konstanteens Enkel” der regionalen Jugendzentren und einer Ausstellung seiner Werke im Rathaus Trier.

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