Es geht rund am Zuckerberg

So sah es vergangene Woche noch im Café im "Karussell am Zuckerberg" aus. Foto: Kathrin SchugAb 1. September dreht sich im “Karussell am Zuckerberg” alles um freies Theater, Ausstellungen, Workshops und Diskussionen. Ein kreatives, dynamisches Team aus Studenten und Studentinnen möchte mit dieser Einrichtung neue Akzente in der kulturellen Landschaft Triers setzen. Ein Design-Shop und ein Café sollen zudem zum Verweilen einladen.

TRIER. Innovative Ideen benötigen für ihre Entwicklung und Umsetzung frische Energie, viel Mut und einen starken Willen. Sieben junge Menschen, allesamt Studenten und Studentinnen der Universität und Fachhochschule Trier, bringen genau diese Eigenschaft mit. Ihr Ausgangspunkt: die gemeinsame Arbeit in der freien Theatergruppe “Theater Umriss”, oft zu sehen im Exhaus, aber auch mit Gastspielen auf diversen Festivals. Zu Beginn des Jahres gründeten sie den Trägerverein Karussell e.V. Ihr Ziel: eine Plattform schaffen für professionelles freies Theater.

Als Räumlichkeiten haben sie die ehemalige Druckerei Sonnenburg für sich entdeckt. Die Büroräume stellten eine echte Herausforderung dar, mussten diese doch von Grund auf renoviert werden. Böden, Wände, Sanitärbereich, die Gestaltung der Innenausstattung in Form von Theke, Mobiliar etc. Dies alles in Eigenleistung sowohl hinsichtlich der Handwerksarbeiten – verbunden mit Schichtdienst bei der Renovierung – als auch größtenteils bei der Finanzierung. Neben der Einbringung von Eigenkapital wird das Projekt zudem beispielsweise von dem Studentenwerk Trier, der Sparkasse Trier und dem Land Luxemburg, mit dessen darstellenden Künstlern das “Karussell” in vielen Produktionen eng zusammenarbeiten wird, unterstützt. Auch die Nothilfe Trier trägt mit besonderen Sitzgelegenheiten und Tischen zu einer Atmosphäre bei, die insbesondere das Café im Eingangsbereich alles andere als stylisch-steril erscheinen lässt, sondern zusammen mit der breiten Fensterfront als einladende Geste wirkt.

Denn das besondere Anliegen der Betreibenden ist es, mit dem “Karussell” nicht einen weiteren “Treffpunkt ausschließlich für Studierende und elitäre Intellektuelle” zu schaffen, so die Pressesprecherin Kathrin Schug. Es gelte vielmehr, neben den kommerziellen Studentenparties den kulturellen Wert der Universität und ihrer Studenten in die Stadt einzubinden und damit auch einen größeren Anteil der Bürger an den kulturellen Darbietungsformen teilhaben zu lassen. Das “Karussell” möchte integrativ agieren, Menschen für freies Theater, Design, Workshops – etwa zu kreativem Schreiben – und Performance, Ausstellungen und Autorenlesungen begeistern, denen der Zugang hierzu vielleicht bislang verschlossen blieb. Zu dieser sozialen Einstellung gehört neben moderaten Eintritts- und Veranstaltungspreisen und freiem Eintritt für Erwerbslose auch das Engagement für junge Künstler und Designstudenten, die ihre Werke, Kleider, Drucke, Gebrauchsgegenstände frisch aus der kreativen Werkstatt ihres FH-Studiums im Desgin-Shop verkaufen können.

Die Räume sind zunächst bis Ende Dezember gemietet mit der Option auf Verlängerung. Ein solch kreativer Idealismus hat es jedoch verdient, dass in vier Monaten an dieser Stelle kein Abgesang auf das “Karussell” steht, sondern ein Resümee über die Anfangsphase eines zukunftsträchtigen Projekts.

Die Eröffnungsfeier findet am 1. September ab 20 Uhr in der Zuckerbergstraße 24 statt. Café und Design-Shop werden ab dann dienstags bis samstags (das Café auch sonntags) von 16 bis 22 Uhr geöffnet haben. Über die vielfältigen Veranstaltungen und wechselnden Ausstellungen kann man sich unter www.karussell-trier.de informieren.

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4 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Arnold schreibt:

    Was ein komisches Kulturding…

  2. Andreas schreibt:

    Was ein qualifizierter Kommentar…

  3. Ferdinand schreibt:

    Immer mehr Nischenkram, für den es eh in Trier schon genug Räume wie TuFa, Exhaus usw. gibt. Es wird immer unübersichtlicher. Die Worte Vielfalt und Kultur usw. kann ich bald nicht mehr ertragen!

  4. Sabine schreibt:

    Elitär und Intellektuell schließen sich zudem aus. Da trennen sich dann Schein und Sein.

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