Ackermann unterstützt Hippler

TRIER/KAPSTADT. Der Trierer Bistumspriester Stefan Hippler kann seine Arbeit für Aids-Kranke in Südafrika nun doch im Auftrag der Kirche fortsetzen.

Hippler, der im Episkopat der katholischen Kirche nicht unumstritten ist, weil er unter anderem offen den Gebrauch von Kondomen befürwortet, ist bereits seit 12 Jahren am Kap und dort als Leiter der deutschsprachigen Gemeinde in Kapstadt tätig. In Südafrika gründete er die Hilfsorganisation “Hope” für Aids-Kranke und HIV-Infizierte.

Eigentlich hätte Hippler spätestens zum 30. September zurückkehren müssen, so wollte es zumindest das für den Einsatz deutscher Priestern jenseits der eigenen Landesgrenzen zuständige Auslandssekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. Diese schickt katholische Geistliche gemeinhin nur für fünf bis maximal zehn Jahre ins Ausland. Mit 12 Jahren hatte der Trierer Bistumspriester diesen Zeitraum bereits deutlich überschritten. Dass Hippler nun zurückkehren sollte, sorgte dennoch für großes Aufsehen in- und außerhalb der katholischen Kirche, zumal der Priester deutlich gemacht hatte, dass er sein Engagement im Süden Afrikas nicht aufgeben wollte.

Der neue Trierer Bischof Stephan Ackermann suchte daraufhin das Gespräch mit Hippler und seinem südafrikanischen Amtskollegen, dem Erzbischof von Kapstadt. Wie Bistumssprecher Dr. Stephan Kronenburg gegenüber 16vor bestätigte, haben sich die Oberhirten der beiden Bistümer auf bilateralem Wege darauf verständigt, dass Hippler seine Arbeit vor Ort fortsetzen kann. Ackermanns Einsatz für den in den eigenen Reihen umstrittenen Priester wird als erstes Zeichen eines liberaleren Kurses innerhalb der Trierer Kirche gewertet. Beobachter bezweifeln jedenfalls, dass Vorgänger Dr. Reinhard Marx sich in gleicher Weise für Hippler eingesetzt hätte.

Mehr zum Thema: “Auch der Papst hat eins bekommen” – Stefan Hippler im Gespräch mit 16vor.

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5 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. exiltrierer schreibt:

    … und jetzt bin ich mal gespannt, wie all die reagieren, die den den Bischof in der Sache schon vorverurteilt hatten….

  2. Rainer Landele schreibt:

    @exiltrierer

    wer hat dies denn gemacht? und wie sah der urteilsspruch aus?

    so oder so: eine gute entscheidung. läßt ja hoffen, daß unter dem neuen bischof doch manches besser wird als unter marx.

  3. exiltrierer schreibt:

    @ Rainer Landele

    nur mal ein paar Zitate aus den Leserbriefen zum Artikel vom 28. Mai:

    “……das seine verstaubte Kirche sich nur eines unbequemen Pfarrers entledigt. Die Hohen Herren sitzen in geheizten Bueros und haben keine Ahnung was AIDS in Afrika anrichtet. Idealismus ist in der Firma Katholische Kirche nicht gefragt.”

    “Es ist beschämend, mit welch beispielloser und menschenverachtender Ignoranz sich die hohen Kirchenherren mit dem Abruf des Priesters Stefan Hippler vom millionenfachen Elend (nicht nur) in Afrika einfach abwenden”….

    “Wirklich unglaublich dass sich die katholische Kirche in der heutigen Zeit noch so etwas traut. Mit Kritikern der eigenen Institution so ignorant umzugehen und diese Sanktion auch noch öffentlich als normalen Vorgang darzustellen”

    Ob es eine gute Entscheidung ist, nur weil sie mir gefällt, weiss ich nicht. Die Abberufung Hipplers hätte ja nicht automatisch bedeutet, dass die Stelle nicht mehr besetzt wird. Ein anderer Priester hätte wahrscheinlich da auch gute Arbeit geleistet, vielleicht auf eine andere Art. Mir wir immer etwas flau, wenn so getan wird als ob die Existenz von Projekten usw. zwingend von bestimmten Personen abhängt. Das hat so was von idealisierten Heilsbringern.
    Ich finde die Arbeit von Stefan Hippler toll. Ob er sie aber jahrzehntelang machen muss, steht auf einem anderen Blatt. Einerseits kehren neue Besen öfter wirklich gut, andererseits hinterlässt gerade ein solches Engagement Spuren in der Psyche. Da hat ein Arbeitgeber auch eine Fürsorgepflicht.

    Scheinba sind jetzt aber alle froh, dass ist dann auch schön.

  4. Rainer Landele schreibt:

    @exiltrierer

    aber die zitierten passagen sind ja keine vorverurteilungen von ackermann selbst, sondern sie nehmen bezug auf die kirche als organisation bzw. deren vertretern. und da stimmen doch diese urteile zu einem großen teil – und sie würden wohl auch auf den bischof von trier noch zutreffen, wenn dieser noch marx wäre. nur, weil der nachfolger seine freiheit (als bischof) nutzt für eine entscheidung die mehr den menschen in der welt entspricht, als der lehre (ideologie LOL) der katholischen kirche, ändert dies doch nichts an der berechtigung der kritik daran. kurz: eine schwalbe macht noch keinen sommer!

    p.s.:
    im übrigen ist es doch nur, was immer geschieht in der katholoschen kirche: natürlich darf der hipper weiter machen, solange(!) er dies nicht an die große, öffentliche glocke hängt und solange er nicht öffentlich gegenposition bezieht gegen die katholische lehre. also steht er vor der wahl, konkret für die menschen in afrika einzutreten oder hier (effektivlose!) wallung gegen die katholische lehre hinsichtlich des kondomgebrauches zu machen. an dem tag, an dem er wieder öffentlich stellung bezieht, wird im wieder mit dem ende seiner arbeit gedroht werden. können sie unterstellung nennen, was ich hier behaupte, ich nenne es erfahrung…

  5. exiltrierer schreibt:

    @ Rainer Landele

    jaja, kaum fällt mal eine solche eNTSCHEIDUNG; IST ES DIE BERÜHMTE EINE sCHWALBE. Die Zitata sind sehr wohl auf Ackermann bezogen, er ist schliesslich derjenige der entscheidet, also einer der “hohen Kirchenerren” in “seiner verstaubten Kirche”.

    Hippler wendet sich auch nicht gegen die katholische Lehre, sondern er kritisiert die Auffassung der Kirche, meinetwegen des Papstes, in einigen Punkten. Wäre er mit der katholischen Lehre nicht einerstanden wäre er sicher kein Priester mehr. Und das Fürsorgeargument gilt für mich immer noch: Seine Arbeit ist eine psychisch sicher sehr belastende und es steht einem Arbeitgeber gut an, Mitarbeit nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag in solchen Funktionen einzusetzen. Zumindest die regelmässige Überprüfung, ob das noch geht, ist doch sinnvoll. Wenn beide Seiten dann zu dem Ergebnis kommen, dass es noch geht it dann auch gut.

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