Der Favorit, der keiner sein will
Er geht als Titelverteidiger ins Rennen, doch “Favorit” will er sich nicht nennen: Bernhard Kaster, CDU-Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion in Berlin. Seit sieben Jahren gehört er dem Bundestag an, 2005 gewann er erstmals das Direktmandat im Wahlkreis Trier. Der Christdemokrat aus Pfalzel sieht sich als die “Stimme der Region in Berlin”. Doch die könnte verstummen, sollte Kaster den Wahlkreis dieses Mal nicht direkt gewinnen. Der Unionsmann ist zwar zuversichtlich, dass er das Rennen für sich entscheidet, doch entschieden sei noch nichts, dämpft er allzu viel Siegeszuversicht in den eigenen Reihen.
TRIER. Bernhard Kaster ist jetzt ganz in seinem Element. Soeben wurde er gefragt, was denn genau seine Aufgabe als Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sei. Schließlich höre man immerzu von seinem Kollegen Norbert Röttgen, der es regelmäßig in die überregionalen Gazetten des Landes schaffe und auch schon mal als künftiger Kanzleramtschef gehandelt werde, derweil über Kaster bislang fast ausschließlich die Heimatmedien berichteten.
Röttgen ist Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion, dessen Stellvertreter ist ein CSU-Mann. Dahinter kommen Kaster und zwei weitere Christdemokraten, deren Namen allenfalls Insidern etwas sagen. Der Trierer ist einer unter Fünfen – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Mag Kaster es auch noch nicht in die großen Blätter der Republik gebracht haben – in Berlin zählt er zum engeren Führungszirkel der Unionsfraktion. Der Trierer Wahlkreisabgeordnete verantwortet die Finanzen seiner Fraktion, ist für deren Personal zuständig und gehört dem Ältestenrat des Bundestags und deren Bau- und Raumkommission an. Vor allem aber muss er Mehrheiten organisieren und im Plenarsaal dafür sorgen, dass die Kommunikation zwischen dem Bundestagspräsidium und seinen Leuten stimmt.
Eine Mehrheit in eigener Sache muss Kaster bis zum 27. September auch in seinem Wahlkreis organisieren. Denn es steht viel auf dem Spiel für ihn, der 2002 gegen nicht unerheblichen parteiinternen Widerstand zum Sprung an die Spree ansetzte und dann auch tatsächlich vom Verbandsgemeindebürgermeister zum Volksvertreter aufstieg. Sollte Kaster das Direktmandat nicht gewinnen, würde seine bundespolitische Karriere wohl beendet sein. Denn über die Liste dürfte ihm der Wiedereinzug ins Parlament kaum gelingen.
Angesichts des anhaltenden demoskopischen Tiefs der SPD und seines hohen Bekanntheitsgrads in der Region gilt der Christdemokrat unter den Direktkandidaten im Wahlkreis 204 “Trier” als Favorit. Doch sich selbst will er so nicht nennen: Er sei “zuversichtlich”, dass er das Mandat verteidigen werde, sagt er lediglich, und dass er hoffe, dass ihm die Wähler erneut das Vertrauen schenkten. Jedem gewählten Abgeordneten müsse aber immer klar sein, dass er nur ein Amt auf Zeit habe. Ihm selbst sei dies permanent bewusst, versichert Kaster, und wie zum Beweis erwähnt er nebenbei, dass er für die Zeit nach dem 27. September noch keine Termine vereinbart habe, die im Zusammenhang mit seinem Mandat in Berlin stehen könnten.
Klappern gehört zum Handwerk
Dass sich Kaster in diesen Wochen mit “Was-wäre-wenn”-Gedankenspielereien beschäftigt, scheint indes sehr unwahrscheinlich. Dafür ist er zu sehr überzeugt – von sich und der eigenen Bilanz. Von einer für den Wahlkreis “außerordentlich erfolgreichen Legislaturperiode” spricht er jetzt, und dass er an diesem Erfolg maßgeblichen Anteil habe. Also erzählt er davon, wie er Schäubles Staatssekretär mobilisierte, um im Rahmen des Bundespolizeireform den Standort Trier zu erhalten. Am Ende konnte er sogar eine Aufwertung der örtlichen Bundespolizeiinspektion erreichen. Oder die Mehrgenerationenhäuser: Dass es im Wahlkreis Trier nun drei dieser Einrichtungen gibt, sei vor allem seinem hartnäckigen Vorstelligwerden bei Ursula von der Leyen zu verdanken, behauptet Kaster sichtlich stolz.
Der Pfalzeler hat früh verinnerlicht, dass Klappern zum politischen Handwerk gehört. Mitunter schießt er aber auch übers Ziel hinaus. Beispielsweise als er vermeldete, dass er “unmittelbar nach der erfolgreichen Wiederwahl” Bundespräsident Horst Köhler gratulierte. Ein andermal nutzte Kaster die Meldung über den Erhalt des Infopoints im Hauptbahnhof, um in einer eigens verfassten Presseerklärung kund zu tun, dass er dem neuen Bahnchef schon einen Brief geschrieben hat. Derweil blieb der auf Kasters Initiative im Januar erfolgte Trier-Besuch von Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn bislang folgenlos. Und als der Unionsmann kürzlich durch einen Bericht von 16vor erfuhr, dass Luxemburg sich nun doch nicht am Ausbau der Bahnstrecke bei Igel beteiligen wird, weckte dies Zweifel, ob Kasters Draht zur Bahn AG tatsächlich so gut ist, wie er immer wieder behauptet.
Kaster ist ein Workaholic. Er zählt zu jener Sorte Politiker, denen nicht mehr viel Zeit bleibt für ein Leben neben der Politik: Der 51-Jährige gehört dem Landesvorstand seiner Partei an und ist auch stellvertretender Bezirkschef der Union. Obendrein steht er an der Spitze der Trierer CDU – im Oktober werde er erneut für dieses Amt kandidieren, kündigt er gegenüber 16vor an. In der örtlichen Union galt Kaster bis zur Kommunalwahl als unumstrittener Vormann – schließlich hatte er die seit dem OB-Wahldesaster vor drei Jahren tief verunsicherte Partei wieder aufgerichtet. Dann kam die unerwartete Niederlage am 7. Juni. Bis nach Schließung der Wahllokale hatten die maßgeblichen CDU-Akteure keinerlei Zweifel daran, dass man wieder ein Ergebnis von annähernd 40 Prozentpunkten verbuchen würde – am Ende wurden es dann 33,4 Prozent. Seither sind in der Partei wieder einige verunsichert und auch das Image des Chefs hat Kratzer abbekommen.
Kaster glaubt nicht, dass das Ergebnis vom 7. Juni irgendeinen Einfluss auf den Ausgang der Wahl am 27. September haben wird. Das sei eine andere Baustelle, sagt er. Und auf der neuen Baustelle wird sich offenbar wieder gesiezt. Denn anders als in der Kommunalwahlkampagne seiner Partei setzt Kaster in seinen Flyern, Anzeigen und Web-TV-Streifen wieder ganz aufs förmliche “Sie”. Manche sagen, das würde wesentlich besser zu ihm passen.
von Marcus Stölb





9. September 2009 (08:46 Uhr)
Die Aussage mit “Mandat auf Zeit” beeindruckt, hört man selten. Auch wenn ich mit der CDU oft nicht übereinstimme, es wäre für die Region sicherlich besser, auch künftig Herrn Kaster im Bundestag zu haben.
9. September 2009 (18:29 Uhr)
Was höre ich von Bernhard Kaster über Cattenom? Was über den Kriegsfllughafen Spangdahlem? Nichts.- Er sitzt zurecht im Ältestenrat des Deutschen Bundestages. Wie alt ist er eigentlich?
10. September 2009 (09:13 Uhr)
@ norbert
Wer lesen kann ist klar im Vorteil
- ” Kaster ist ein Workaholic. Er zählt zu jener Sorte Politiker, denen nicht mehr viel Zeit bleibt für ein Leben neben der Politik: Der 51-Jährige gehört dem Landesvorstand seiner Partei an und ist auch stellvertretender Bezirkschef der Union” -
10. September 2009 (09:22 Uhr)
http://www.abgeordnetenwatch.de/bernhard_kaster-650-5728.html
“Wir haben das Hinterzimmer zugemauert”…?
10. September 2009 (19:38 Uhr)
Wenn ich mir das Abstimmungsverhalten von Herrn Kaster so ansehe (und seine Weigerung, auf der von Hyperboreas verlinkte Seite Bürgerfragen zu beantworten – was alle CDU-Mitglieder tunt), brauchen wir genau so jemanden nicht mehr für die Region im Bundestag:
Abstimmungsverhalten:
Internetsperren – JA
Schuldenbremse – JA
Anbauverbot von Genmais – NEIN
Bahnprivatisierung – JA
Vorratsdatenspeicherung – JA
Das sind nur kleine wenige Beispiele, am besten selbst nachgucken.
10. September 2009 (20:32 Uhr)
Also hier lernt man wirklich immer wieder dazu. Diese Seite abgeordnetenwatch ist wirklich sehr interessant – ich kannte sie bisher noch nicht.
Herr Nink beantwortet sämtliche Fragen sehr ausführlich und wirkt dabei auch sehr authentisch. Ich verstehe nicht, warum sich Herr Kaster weigert, dort Fragen zu beantworten. Das kann ja nur bedeuten, dass er nicht will, dass man ihn an dem festhalten kann, was er dort vor einigen Wochen oder Monaten einmal gesagt haben könnte! Fazit: Ein großes Plus für die Glaubwürdigkeit Manfred Nink!
10. September 2009 (21:15 Uhr)
@ Benjamin
Selektives Zitieren ist auch nur eine Form der Lüge. Hier einige weitere Beispiele für Bernhard Kasters Abstimmungsverhalten, die “Benjamin” jedoch verschweigt (weil sich seine Argumentation sonst als Luftnummer herausstellen würde):
Mindestlohn für 6 weitere Branchen – JA
Postmindestlohn – JA
Mindestarbeitsbedingungen – JA
Antidiskriminierungsgesetz – JA
Enteignung von Banken – JA
Emissionshandel (erstmals müssen Kraftwerksbetreiber für Verschmutzungsrechte zahlen) – JA
10. September 2009 (21:17 Uhr)
Noch ein paar Worte zur Schuldenbremse:
Die Hyperinflation von 1922/1923 wurde unter anderem dadurch ausgelöst, dass die Regierung ihre Finanzprobleme mithilfe der Notenpresse zu lösen suchte. Die Folgen waren verheerend. Die Mittelschicht und das Facharbeitertum verarmten, denn die Geldentwertung hatte praktisch die kompletten Ersparnisse vernichtet. Schlimmer noch waren die psychosozialen Auswirkungen. Jegliches Vertrauen in den Staat war zerstört. Große Teile des Kleinbürgertums und der Arbeiterklasse standen der Weimarer Republik fortan ablehnend oder feindlich gegenüber – der ideale Nährboden für die Nazis.
Vor diesem Hintergrund will mir nicht in den Sinn, dass ausgerechnet jene, die politisch links stehen, GEGEN eine Schuldenbremse sind. Sämtliche Beispiele aus der Geschichte zeigen, dass immer “der kleine Mann” Opfer von ausufernder Staatsverschuldung wurde. Während die Oberschicht – dank Immobilien, Edelmetallen und Unternehmensbeteiligungen – vergleichsweise unbeschadet aus Inflationen hervorging, wurden Mittel- und Unterschicht finanziell ruiniert. Im großen Stil Schulden machen ist daher zutiefst unsozial. Umgekehrt heißt dies: Wer für eine Schuldenbremse eintritt, handelt SOZIAL.
10. September 2009 (22:05 Uhr)
hmm. “Stimme der Region in Berlin” ?? Warum hängt dann hinter Ihm ein Stadtplan von Berlin und nicht von Trier ??? Also Marketingtechnisch war das jetzt nix ! Ich hoffe die Überzeugungsarbeit klappt bei anderen regional Wichtigen Angelegenheiten besser.
11. September 2009 (11:17 Uhr)
Lieber Herr Jöricke,
natürlich habe ich selektiv zitiert. Nur machen positive Abstimmungen die anderen Abstimmungen nicht besser. Soll ich etwa, weil Herr Kaster für den Postmindestlohn gestimmt hat, sein Stimmverhalten bzgl. der Vorratsdatenspeicherung übersehen? So einfach ist das leider nicht.
Zur Schuldenbremse:
Also die (bewußt herbeigeführte) Inflation von 1923 mit der Situation heute zu vergleichen, ist schon absurd. Das Verhältnis Bürger – Staat läßt sich in keinster Weise vergleichen, ebensowenig die politische und wirtschaftliche Situation (Versailler Vertrag, Ruhrkampf, instabile Lage des Staates etc). Was das ganze mit einer Schuldenbremse zu tun haben soll, wird mir nicht ersichtlich.
Schuldenbremse. Was bedeutet das? Durch eine enge Kopplung der Investitionen des Staates an das BIP werden langfristige Investitionen, die nicht direkt monetären Zuwachs bedeuten, nur noch bei konjunkturell günstiger Lage möglich. z.B. Investitionen in Bildung, Gesundheitssysteme, Infrastruktur etc.
Solche Investitionen wären aber gerade in Krisenzeiten nötig, um langfristige Erfolge zu erzielen. In einer solchen Situation, wie der momentanen Krise, ist es fatal, an solchen Ausgaben zu sparen, da dadurch nur die Gefahr der Stagnation erhöht wird.
Stellen Sie sich vor, man würde einer Firma verbieten, Kredite aufzunehmen. Investitionen wäre nicht mehr möglich? Kommt Ihnen das bekannt vor?
Als Weiterführung:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,606389,00.html
Wenn der “kleine Mann” für die Schulden des Staates aufkommen muss, dann liegt das an einem falschen Verteilungssystem aber nicht an den Schulden.
11. September 2009 (12:31 Uhr)
@kreuzritter
Ironie zu verstehen war noch nie die Stärke von Kreuzrittern. Lesen allein reicht eben nicht. Verstehen ist wichtig. -Kreuzritter waren ja bekannt für ihre Kreuzzüge. Was passiert in Afghanistan? Kreuz- oder Raubzüge? Mal sehen was Herr Kaster dazu meint.
11. September 2009 (14:02 Uhr)
Lieber Benjamin,
der SPIEGEL-Artikel lebt von den Analogien, die er zieht. Doch genau das ist seine Schwachstelle. Vater Staat lässt sich nicht mit Unternehmern und Häuslebauern vergleichen. Warum nicht?
Ein Unternehmer nimmt einen Kredit auf, weil er sich eine Rendite erhofft, die über den Zinskosten liegt. Eine Privatperson nimmt einen Baukredit auf in der Erwartung, dass Zinsen und Tilgung niedriger sind als die bisherigen Mietkosten.
Und der Staat? Es wäre ja schön, wenn ein großer Teil der Staatsausgaben Investitionen wären. Das Gegenteil ist der Fall. Im Jahr 1970 machten die Investitionen des Staates noch 50 Prozent der staatlichen Personalausgaben aus, im Jahr 2003 waren es nur noch 18,5 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg der Zinsanteil am Bundeshaushalt von 3 auf rund 13 Prozent.
Die Zahlen zeigen: Anders als der Unternehmer und der Häuslebauer, die verantwortungsbewusst agieren MÜSSEN (weil ihnen sonst Insolvenz und Zwangsvollstreckung drohen), kann es sich der Staat erlauben, wider jegliche wirtschaftliche Vernunft zu handeln – die Regierenden haben den Persilschein, sich praktisch grenzenlos verschulden zu dürfen.
Man kann den Politikern diese “Nach mir die Sintflut”-Mentalität noch nicht mal verübeln. Während der mittelständische Unternehmer und der Häuslebauer die Konsequenzen einer Überschuldung unmittelbar zu spüren bekämen, sind Staatsschulden nur eine abstrakte Größe – sie tun dem Politiker nicht weh.
Hinzu kommt: Volksvertreter sind auf das Wohlwollen ihrer Wähler (und ihrer Lobbygruppen) angewiesen. Sparen ist bei denen, die davon betroffen sind, noch nie gut angekommen. Die (menschlich nachvollziehbare) Devise kann daher nur lauten: Lieber das Füllhorn ausschütten und die Wahl gewinnen, als in der Rolle des Sparfuchs badenzugehen!
Politiker haben – leider – kein Eigeninteresse, verantwortungsbewusst mit Geld umzugehen. Man kann man sie nur dazu zwingen. Per gesetzlicher Schuldenbremse.
11. September 2009 (16:40 Uhr)
Lieber Herr Jöricke,
Sie haben Recht, ich stimme allen Ihren Aussagen zu.
Nur – das löst das Problem nicht, das durch eine derartige Schuldenbremse verursacht wird :)
Wie sonst sollen Investitionen weiter getätigt werden?
Das Problem sind nicht die Schulden, sondern die Politiker bzw. die fehlenden Investitionen in Bereiche, die sich erst langfristig auszahlen.
Wir werden das Thema hier nicht abschließend erörtern können, daher belasse ich es jetzt mal dabei. Eigentlich ging es ja auch um Herrn Kaster ;)
13. September 2009 (12:46 Uhr)
Was hat denn eigentlich die Schuldenbremse mit der Wahlentscheidung für einen Direktkandidaten zu tun??? Ich denke, wer sich die Bilanz und die Rechenschaftsberichte von Herrn Kaster mal angeschaut hat (abrufbar auf dessen hp) wird kaum um die Einsicht herumkommen, dass der Artikel von M.Stölb den Punkt trifft. Man braucht die CDU nicht gut zu finden, aber der Einsatz von Kaster für die Region dürfte vollkommen außerhalb jeglicher Diskussion stehen. Und meine Direktwahlentscheidung mache ich EINZIG davon abhängig, ob der Kandidat (Frauen gibt es diesmal ja nicht) sich für meine Heimat einsetzt und hier etwas bewegt.
Im Übrigen ist es etwas lächerlich, dass hier mittlerweile die Teilnahme an Internetforen wie abgeodnetenwatch als Gradmesser herhalten muss. Herr Kaster ist nun keiner, der mit seiner Meinung hinter dem Berg hält. Und einen Abgeordneten dazu bewegen zu wollen, Bürgeranfragen nur noch in Form offener Briefe zu beantworten, halte ich für eines Abgeordneten nicht würdig. Sorry, aber ich darf meine Meinung hoffentlich auch mal sagen. Öffentlich.
15. September 2009 (00:09 Uhr)
Eines Abgeordneten, der Videos bei YouTube einstellt und überall posaunt “Jetzt auch auf YouTube!” vertreten zu sein halte ich es durchaus für würdig, Anfragen interessierter Bürger in einem Forum zu beantworten, bei dem er schließlich angemeldet ist. Zumal abgeordnetenwatch nur Fragen freischaltet, die seriös und auf allgemeinpolitische Themen bezogen sind. Schließlich ist es für den interessierten Wähler schon relevant, wie sich der Wahlkreisabgeordnete in bestimmten, entscheidenen Abstimmungen verhalten könnte, die einen selbst betreffen könnten.
Das hat mit speziellen Anliegen von Einwohnern aus dem Wahlkreis überhaupt nichts zu tun. Dass derartige Anfragen angeblich “in Form offener Briefe” beantwortet werden sollen ist schon eine äußerst kuriose Vorstellung für die ich in den vorangegangenen Meinungsäußerungen keine Grundlage finden kann.
15. September 2009 (08:29 Uhr)
Die Diskussion um die Sinnhaftigkeit von abgeordnetenwatch ist bereits ziemlich alt, da muss jeder selbst wissen, was davon zu halten ist. “Angemeldet” ist man dort jedenfalls als Abgeordneter nicht, man wird einfach eingestellt. Ich kann jeden Bundestagskandidaten verstehen, der sich gegen eine Kommunikation auf einem solchen kommerziellen Forum (übrigens sind das dort offene Briefe zu verschiedenen Themen) entscheidet und trotzdem mit Plakaten, Anzeigen, Flyern oder ganz modern eben über youtube für sich werben möchte. Einen Zusammenhang, wie ihn Herr Pfeifi herstellt, kann ich dort nicht erkennen.