Stadtchefs für Ringverkehr
TRIER. Die Chefs der QuattroPole-Städte wollen sich für attraktive Zugverbindungen zwischen Trier, Saarbrücken, Luxemburg und Metz einsetzen.
Das erklärten die Oberbürgermeister Klaus Jensen (Trier), Charlotte Britz (Saarbrücken) und Paul Helminger (Luxemburg) sowie Richard Lioger in Vertretung des Metzer Rathauschefs Dominique Gros nach einer Sitzung des Lenkungsausschuss QuattroPole am Dienstag im Trierer ERA Congress Center.
Der Ringverkehr, der das Städtenetz im Zwei-Stunden-Takt verbinden könnte, sei für Touristen und Pendler gleichermaßen interessant und beschleunige die Verbindungen innerhalb des Städtenetzes, so Britz. Rund zehn Minuten sparten die Fahrgäste pro Strecke zwischen den einzelnen QuattroPole-Städten, zwischen Luxemburg und Trier dauere die Fahrt nach ersten Modellrechnungen nur noch 35 statt bisher 44 Minuten. Die Kooperation auf der Schiene solle das bisherige System der vier unterschiedlichen regionalen Anbieter ersetzen. “Wir etablieren eine neue Denkweise, Mehrkosten gegenüber dem jetzigen System entstehen nicht”, versicherte Triers OB Jensen. Zudem würde das Vorhaben durch die Europäische Union gefördert.
Mit diesem Projekt greifen die QuattroPole-Städte einer Handlungsempfehlung vor, die Vertreter der Universität Trier auf der Grundlage von jahrelangen repräsentativen Befragungen in Trier, Metz, Saarbrücken und Luxemburg erarbeitet haben. Darin wird unter anderem neben der Schaffung eines Verkehrsverbundes auf Schiene und Bus, die Betonung der Kultur als Wirtschaftsfaktor sowie der Abbau von Sprachbarrieren angeraten. Der Metzer Beigeordnete Lioger plädierte dafür, die dynamischen Kräfte der Universitäten stärker zu nutzen und wies auf die Eröffnung des Centre Pompidous im Mai kommenden Jahres hin.
Darüber hinaus wollen die QuattroPole-Vertreter ihre Zusammenarbeit auf weitere Bereiche ausdehnen. Es sei angedacht, die Stadtwerke in den Bereichen Energieversorgung und Netzentwicklung zusammenzuführen und auch dort Akzente zu setzen, sagte Triers OB Jensen. Auf großes Interesse stieß das Angebot Helmingers, am luxemburgischen Stand bei der Weltausstellung in Shanghai im kommenden Jahr nicht nur das Großherzogtum, sondern auch die QuattroPole-Region zu präsentieren.
von 16vor





23. September 2009 (10:25 Uhr)
Die Chefs der QuattroPole-Städte wollen sich für attraktive Zugverbindungen zwischen Trier, Saarbrücken, Luxemburg und Metz einsetzen – und dann kommt nicht mehr als eine Verbesserung von 10 Minuten pro Strecke heraus!
Wie wär’s denn mit günstigeren Preisen für alle, die öfters mal die Nachbarn besuchen wollen, um zb ihre Sprachkenntnisse zu verbessern.
23. September 2009 (23:27 Uhr)
@ Hr./Fr. Roth
Sie haben ja Recht, den großen Wurf stelle ich mir auch anders vor. Die Luxemburg-Pendler wirds jedoch freuen. 18min Ersparnis am Tag, bei etwa 250 Arbeitstagen im Jahr ergibt das 75 Stunden also in etwa zwei (Arbeits-)Wochen an Freizeitgewinn.
Für das neue System entstehen keine Mehrkosten und es gibt Gelder aus Brüssel für die Einführung der Umstellung. Mir gefällt das! Mehr davon Herr Jensen!
24. September 2009 (06:37 Uhr)
Klingt alle gut für mich!
Einzige Kritik: warum hat OB Jensen sich nich schon für eine bessere Zugstrecke Zwischen Tr und Lux eingesetzt, als aogar das Angebot der Kostenübernahme durch Lux vorlag? Die einzige Gegenleistung wäre ein IC-Garantie für Lux gewesen. Diese wäre durch politischen Druck u.a. aus Trier bei der Bahn sicher zu gewinnen gewesen. Peinlich bleibt, dass D nicht in der Lage war, den seit ewigen Zeiten geplanten Streckenausbau zu realisieren und daher sogar schon Almosen aus Lux angeboten bekam.
Gut, dass man mit der neuen Vereinbarung scheinbar die Kurve gekriegt hat.