Handwerkerpark: Hop oder top?
FEYEN. Eines der meist diskutierten Projekte der vergangenen Jahre steht möglicherweise vor dem Aus: der am Rande des “Mattheiser Walds” geplante Handwerkerpark.
Wie Hwk-Präsident Rudi Müller am Morgen gegenüber 16vor erklärte, werde in den nächsten Tagen eine grundsätzliche Entscheidung darüber getroffen, ob die Kammer an dem Vorhaben festhält. Man habe in der Vergangenheit enorm viel Zeit und Aufwand in das Projekt gesteckt, so Müller, das Vorhaben binde Mitarbeiter, die ansonsten für andere Aufgaben eingesetzt werden könnten. Nun müsse endlich Klarheit geschaffen werden, ob der Handwerkerpark tatsächlich an dem vorgesehenen Standort am Rande des Naturschutz- und FFH-Gebiets “Mattheiser Wald” realisiert werden könne.
Wie die Entscheidung der Kammer letztlich ausfallen wird, ließ Müller noch offen. Das lasse sich heute noch nicht sagen, zunächst müsse noch einmal geprüft werden, wieviele Betriebe tatsächlich noch Interesse an einer Ansiedlung auf dem rund 24 Hektar großen Areal haben. Im Dezember 2007 berichtete OB Klaus Jensen vor dem Stadtrat von 35 Firmen, die ihr Interesse angemeldet hätten.
Jensen hat den Standort in Feyen immer abgelehnt und favorisiert stattdessen andere Flächen im Stadtgebiet. Zugleich versicherte der Stadtchef aber wiederholt, dass er den im Frühjahr 2007 mit einer klaren Mehrheit aus CDU, UBM und FDP getroffenen Beschluss des Stadtrats für die Realisierung des Handwerkerparks in Feyen respektieren und umsetzen werde. SPD und Grüne lehnen ebenso wie der OB die vorgesehene Fläche ab und plädieren für andere Standorte, beispielsweise entlang der Metternichstraße in Trier-Nord. Sollte die Kammer sich tatsächlich von dem Standort Feyen verabschieden, käme das nicht zuletzt den drei Parteien entgegen, die derzeit über die Bildung eines Ampel-Bündnisses beraten. Schließlich gilt der Handwerkerpark als einer der inhaltlichen Knackpunkte für eine Zusammenarbeit.
Nun könnte der Stadtratsbeschluss vom Frühjahr 2007 Makulatur werden, denn dem Vernehmen nach finden sich unter den verbliebenen interessierten Betrieben auch solche, deren Förderfähigkeit zumindest zweifelhaft ist. Ohne Fördermittel aus dem Mainzer Wirtschaftsministerium ließe sich das Projekt jedoch nicht realisieren. Dafür, dass das seit einem Jahrzehnt diskutierte Vorhaben vor dem Aus steht, spricht auch eine für kommenden Dienstag angesetzte Pressekonferenz. Auf dieser wollen OB Jensen, Hwk-Präsident Müller und der neue Hauptgeschäftsführer der Kammer, Dr. Manfred Bitter, über “neue Entwicklungen zum Thema Handwerker- und Gewerbepark” informieren. Planungen, Untersuchungen und Prozesse rund um das Projekt kosteten die Stadt bislang mehr als eine halbe Millionen Euro.
von Marcus Stölb





24. September 2009 (11:31 Uhr)
Man kann nur hoffen, daß das Projekt wirklich aufgegeben wird. Noch ist es nicht zu spät, ein neues Millionengrab zu verhindern.
24. September 2009 (23:53 Uhr)
Es wäre endlich an der Zeit, das Prestigeprojekt von Kocks & Co. und Frau Horsch zu begraben. Von Anfang an bestanden doch erhebliche Zweifel
a) an der Notwendigkeit
b) an der Nachfrage
c) am Standort
Besser die halbe Million in den Sand gesetzt (woran im Übrigen die UBM nicht ganz schuldlos ist, die das Ganze wider besseres Wissen abgesegnet hat), als noch mehr gutes Geld schlechtem hinterher zu werfen.
Dem Naturschutzgebiet, dem Klima in Trier und der Stadtkasse kann man nur wünschen, dass endlich Schluss mit dieser Fehlplanung ist und der Handwerkerpark im Mattheiser Wald beerdigt wird
25. September 2009 (11:49 Uhr)
Die Nachricht ist ein Hoffnungsschimmer für die Vernunft. Wie bei vielen politischen Fragen kann die Diskussion auf Lagerdenken reduziert werden: sei es als Pro- oder Contra politische Parteien oder Pro- und Contra Interessengruppen. Oder ich kann ernstzunehmende Interessen – in Kaufpreis und Lage wirtschaftliche Gewerbeflächen für Handwerksbetriebe und Ökologie und Nachhaltigkeit – umzusetzen versuchen. Das geht halt nicht mit Macht, sondern mit Verstand und Verantwortungsbewußtsein – also Vernunft. Wenn der Hoffnungsschimmer denn wirklich Realität würde, bleibt zu hoffen, dass auch andere spannende Fragen in Trier nicht in Rambomentalität auf dem Altar der Öffentlichkeit dargeboten würden, sondern einer zukunftsorientierten Lösung zugeführt werden. Erinnert sei nur an den Ausbau der Loebstraße, den Moselaufstieg zwischen Zewen und Igel in einer Planung der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts …
25. September 2009 (13:45 Uhr)
Unglaublich, was plötzlich alles geht (oder zumindest angepackt wird), noch ehe der neue Stadtrat sich endgültig zusammengefunden und mit seiner Arbeit begonnen hat!
So scheinen also doch ein paar “der Hausaufgaben von gestern” bevorzugt in Angriff genommen zu werden. Wenn auch wahrscheinlich “nicht ganz” in der Art, die sich die Protagonisten, die diese Formulierung so gerne verwenden, dies vorgestellt und gewünscht hätten. Das möglicherweise deshalb, weil es sich bei den Umsetzungsvorstellungen dieser Protagonisten von gestern eben auch um Lösungen von gestern gehandelt hätte.
Höchste Zeit jedenfalls, dass sich auf diesem potentiellen Millionengrab, das es in zehn Jahren nicht geschafft hat, auch nur einen einzigen sein Interesse RECHTSVERBINDLICH fixierenden Interessenten zu finden, endgültig der Deckel schließt!