Wiedererkennungswert ist wichtig heutzutage. Romane, die ohne dieses Merkmal auskommen müssen, haben es schwer in der ökonomisierten Welt des Fast-Food-Literaturbetriebs. Wagt es einer, hier aus der Reihe zu tanzen, dann muss es sich schon um einen hochdekorierten Dichter handeln. Feridun Zaimoglu ist so einer. Am Donnerstagabend las er in der Tufa aus seinem neuen Werk “Hinterland”, mit dem der 44-Jährige beweist, dass ein begabter Schriftsteller auch dann große Literatur produzieren kann, wenn er dem trendigen Realismus entsagt und stattdessen gänzlich seiner schier unerschöpflichen Einfallskunst vertraut, ohne zugleich der infantilen Fantasy-Manie Tribut zu zollen.
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