Ampel fordert Modal Split
TRIER. Bis spätestens 2014 sollen 55 Prozent aller Wege in Trier zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem ÖPNV zurückgelegt werden. Das fordern SPD, Bündnis 90/ Die Grünen und FDP.
In einem gemeinsamen Antrag des Ampelbündnisses, der am kommenden Donnerstag vom Stadtrat beraten und beschlossen werden soll, werden konkrete Zielvorgaben für den Anteil der einzelnen Verkehrsträger am Gesamtverkehrsaufkommen formuliert.
Laut dem von den Bündnispartnern vorgeschlagenen Modal Split sollen bis zum Ende dieser Legislaturperiode 20 Prozent der Wege per pedes zurückgelegt werden, 15 Prozent auf den Radverkehr entfallen und 20 Prozent der Entfernungen mit Bussen und Regionalbahn überbrückt werden. Blieben für den Autoverkehr noch 45 Prozent. Die im Antrag definierten Zielvorgaben des Modal Split erfolgten auf der Grundlage der Verwaltungsvorlage zum Mobilitätskonzept Trier 2020, das vom Rat bisher nicht beschlossen wurde.
Bereits im Februar 2007 hatte die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen einen vergleichbaren Antrag im Stadtrat gestellt, der jedoch in die Ausschüsse verwiesen wurde. Seinerzeit waren die Zielvorgaben der Grünen in puncto Umweltverbund indes ambitionierter, zumindest sollten mehr Menschen zu Fuß gehen und weniger das Auto nutzen. Für den Fußverkehr peilten die Grünen 25 Prozent an, für den Autoverkehr nur noch 40 Prozent.
Die jüngste Erhebung über den Anteil der einzelnen Verkehrsmittel am Gesamtaufkommen im Stadtgebiet von Trier stammen aus dem Jahr 2005. Demnach kam der Fußverkehr schon damals auf 20 Prozent, auf den Radverkehr entfielen 9, auf Busse und Bahnen 16 Prozent. Der Autoverkehr kam auf 55 Prozent.
Der Stadtrat kommt am Donnerstag, 26. Oktober, zu seiner nächsten Sitzung zusammen.
von Marcus Stölb





19. November 2009 (15:25 Uhr)
Hmm… wie genau soll das denn errechnet werden?
Allein die Innenstadt mit ihrem hohen Fußgängerzonenanteil dürfte doch dazu führen, dass in diesem Bereich bereits heute wesentlich mehr gelaufen als gefahren wird. Im Avelertal dürfte hingegen auch in dreißig Jahren der Fußgängeranteil eher gering sein, an der Uni und im Stadtteilzentrum Tarforster Höhe wiederum hoch, während die Leute zu Aldi und Edeka in Tarforst eher mit der Karosse kutschieren dürften.
Über alles gerechnet 55% Fußgänger im gesamten Stadtgebiet halte ich daher für ambitioniert. Aber irgendwo muss man ja mal anfangen… Was allerdings zu bedenken ist: Die ganzen Fußgänger in der Innenstadt kommen dorthin nicht durch Zauberei. Man darf also nicht glauben, man könnte jetzt die Verkehrsplanung für den motorisierten Individualverkehr ad acta legen.
19. November 2009 (18:26 Uhr)
Errechnet wird das durch Verbraucherangaben, glaub ich. Ausgewählte Personen werden gebeten, ein Profil zu erstellen, wieviele Wege sie heute wohin womit gemacht haben. Da sollte dann eben auch rein:
1. Weg: zu Fuß zur Bushaltestelle, 3 Minuten, 2. Weg: Bus bis Treviris 10 Minuten, 3. Weg: Fuß Innenstadt-Shopping 2 Stunden etc…
Dass dann trotzdem so viele Autofahrer dabei sind liegt denk ich am berufstätigen Volk, deren 1. Weg 20 Minuten Autofahrt hin und 2.Weg 20 Autominuten zurück ist.
Das konkret an Zahlen festzumachen halte ich für eine gute Sache im Sinne der Nachprüfbarkeit, auch wenn ich mir ambitioniertere Formulierungen gewünscht hätte… na ja, die Stadt hat ja gerade erst für die Galerie ein Parkhaus gebaut, das muss man ja nutzen *g* Aber insgesamt denke ich schlummern in Trier noch viel Potential für eine Steigerung des Umweltverbands. Die Einrichtung des Fahrradweges Kaiserthermen – Stadtbad ist ein guter Anfang. Wenn jetzt konsequent Straßen bei Erneuerung verkleinert und Rad- und Fußwege ausgebaut werden, könnte man den MIV noch weiter zurückdrängen
19. November 2009 (20:25 Uhr)
@Metallkopf:
“55% Fußgänger im gesamten Stadtgebiet”: das wäre unrealistisch und steht so nicht in unserem Antrag. Steht auch im Artikel nicht so drin, da stehen 20% und auch der Hinweis darauf, das dies sogar dem Ist-Zustand der letzten Erhebung entspricht! Warum also in diesem Punkt “ambitioniert”? Am Dienstag berichten wir der Presse & Öffentlichkeit, was es mit den Zahlen auf sich hat, wie es mit dem Ampel-Bündnis hinsichtlich der Mobilität in Trier weiter geht und wie wir für die Zielerreichung sorgen wollen.